2025
Scrollt an heiligen Stätten
Für eine starke Jugend, Oktober 2025


Scrollt an heiligen Stätten

Nimm die Nutzung der Medien selber in die Hand!

Apps und Emojis

Schon mal daran gedacht, deine Mediennutzung zu einer heiligen Stätte zu machen?

Immerhin hat uns der Herr ja geboten, an heiligen Stätten zu stehen (siehe Lehre und Bündnisse 87:8). Wir erfüllen dieses Gebot, wenn wir Zeit im Tempel verbringen, im Gemeindehaus, zuhause oder an anderen Orten, wo wir den Geist spüren können.

Aber auch der bewusstere Umgang mit dem Smartphone, den sozialen Medien oder mit künstlicher Intelligenz (KI) bietet sich an. Der Umgang mit Online-Beiträgen, Videos, Bildern und sonstigen Medien lässt sich strategisch angehen. Dabei schaffst du dir selber Stätten, wo du den Heiligen Geist besser spüren und dem Vater im Himmel und Jesus Christus näherkommen kannst.

Hier findest du einige Möglichkeiten, wie du es schaffst, an heiligen Stätten zu scrollen.

Optimiere deine Algorithmen

Heutzutage kann man durch die Medien ganz problemlos so tief in den virtuellen Raum eintauchen, dass man alles andere vergisst. Wenn wir nicht aufpassen, werden wir – wie bei einer Strömung – von einer Flut an Online-Inhalten mitgerissen und lassen uns dadurch von dem ablenken, was eigentlich am wichtigsten ist. Das liegt oft an Algorithmen.

Unter einem Algorithmus versteht man eine Abfolge von Regeln und festgelegten Verfahren, deren sich ein Computerprogramm bedient. Was dir als Empfehlung oder in Feeds gezeigt wird, ist oft auf Algorithmen zurückzuführen. Algorithmen stützen sich nämlich auf das, was du mit den gezeigten Inhalten anfängst – ob du sie etwa likst, teilst, kommentierst oder speicherst, und sie messen sogar, wie lange du dir ein Video oder Foto anschaust.

Zweck dieser Algorithmen ist es, dein Interesse immer weiter zu befeuern, sodass du so lange wie möglich weiterscrollst. Das Problem daran ist, dass sich der Algorithmus auf unsere Entscheidungsfreiheit auswirken kann. Zum Thema Medien hat Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel festgestellt: Wir als Kinder Gottes sollen uns eigenverantwortlich betätigen und nicht bloß ein Objekt sein, „auf das man einwirkt“. Sittliche Entscheidungsfreiheit, also „die Fähigkeit und das Vorrecht …, eine Wahl zu treffen und in einer Weise zu handeln, die gut, ehrlich, tugendhaft und ehrenhaft ist“, gehört ganz wesentlich zu Gottes Plan für uns.

Elder Bednar erläutert: Der Algorithmus „mag euch nicht. Ihr seid ihm völlig egal. Er weiß nicht wirklich, ob ihr existiert oder nicht. … Es handelt sich [dabei bloß] um eine Reihe von Gleichungen, die euch wie ein Objekt behandeln, auf das man einwirken kann, wenn ihr es zulasst.“ Lass es daher nicht zu!

Du kannst deinen Algorithmen stattdessen beibringen, wie sie dir besser dienen. Siehst du dir etwa ein Foto von einem Tempel an oder ein Musikvideo auf „Strive to Be“ oder stößt du auf sonst eine positive Message, solltest du etwas damit machen. Nimm dir Zeit, das Dargebotene zu genießen, anstatt gleich wieder weiterzuklicken. Dadurch lernt der Algorithmus und bringt sich selber bei, dir solche Inhalte häufiger zu zeigen. Im Laufe der Zeit schaffst du dadurch beim Scrollen eine heiligere Stätte.

Achtung vor Filterblasen und Echokammern

Je mehr Zeit du mit bestimmten Inhalten verbringst, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dir letztlich nur noch solche Inhalte gezeigt werden. Dein Blick auf die Welt engt sich immer mehr ein, bis dir das, was du siehst, als wahr vorkommt. Das wird als Echokammer bezeichnet.

Wer nicht aufpasst, kann in solch verzerrten und spirituell gefährlichen Echokammern hängenbleiben. Die Führer der Kirche machen uns darauf aufmerksam, dass wir Inhalte meiden sollen, die „Wut, Streitigkeiten, Angst oder unbegründete Verschwörungstheorien“ verbreiten. Wir müssen unser Augenmerk auf zuverlässige, solide und den Tatsachen entsprechende Informationen richten und uns von dem abwenden, was „sich auf Spekulationen oder auf Gerüchte“ stützt. Durch den Heiligen Geist und die gründliche Auseinandersetzung mit einem Thema lernen wir, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden (siehe Lehre und Bündnisse 11:12; 45:57). Wahrheit ist immer in den heiligen Schriften und in den Lehren der lebenden Propheten und Apostel zu finden.

Durch das Evangelium sind wir dazu angehalten, nach Wissen und Erkenntnis zu streben. Aber sei achtsam. Wenn du auf Unwahrheiten stößt oder vom Heiligen Geist vor etwas gewarnt wirst, dann folge diesen Eingebungen und suche dir erbaulichere Stätten, an denen du Zeit verbringst. Trachte nach dem, was tugendhaft oder liebenswert ist, was guten Klang hat oder lobenswert ist (siehe 13. Glaubensartikel) – sowohl virtuell als auch in der realen Welt.

Vergiss nie, wer du bist

Viele Stimmen buhlen um unsere Aufmerksamkeit. Einige sind gut, aber nicht wenige führen in die Irre – vor allem online. Dazu gehört etwa das Bestreben des Satans, uns vergessen zu lassen, wer wir wirklich sind, damit wir nämlich so unglücklich werden, wie er es ist (siehe 2 Nephi 2:27).

Du bist ein Sohn oder eine Tochter Gottes. Du hast unendlichen Wert und göttliches Potenzial. Lass dich in allen Lebensbereichen von diesem Wissen leiten, auch bei der Suche nach erhebenden Inhalten, die du dann an andere weitergeben kannst. Blick bei allem, was du tust, immer auf Jesus Christus (siehe Lehre und Bündnisse 6:36). Wenn du nämlich an heiligen Stätten scrollst, schaffst du einen Raum, wo du den Heiligen Geist verspürst und dein Glaube gestärkt wird.