Bring mit, was du hast
Der Erretter kann alles, was du anzubieten hast – ob groß, ob klein –, in einen wunderbaren Ausdruck der Liebe umwandeln.
Auf Mission haben meine Mitarbeiterin und ich einmal einen richtig gelungenen Kokoskuchen gebacken. Wir wollten den Gemeindemitgliedern unsere Liebe und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, und als wir dann im Supermarkt eine Kuchenmischung sahen, wussten wir genau, was zu tun war.
Wir verbrachten Stunden damit, Kuchenstücke auszuliefern. Die letzten hoben wir für zwei kürzlich zurückgekehrte Missionare auf. Wir hielten bei unserer Wohnung an, um den letzten Kuchenbehälter zu holen, und eilten dann durch den strömenden Regen zum Haus unserer Freunde.
Die Veranda war dunkel, sodass ich ihren Gesichtsausdruck nicht gut sehen konnte, aber ich konnte mir vorstellen, wie sie dankbar lächelten, als sie unseren schönen Kuchen probierten. Zu meiner Vorstellung gehörte jedoch nicht, dass einer von ihnen einen Bissen nehmen, innehalten und verwirrt sagen würde: „Sister, das ist ja Reis!“
Jetzt dämmerte es mir. Ich hatte den falschen Behälter erwischt und ihnen unsere Essensreste vom Mittagessen mitgebracht!
Ach, war mir das peinlich! Wie konnte unsere gute Tat nur so schiefgehen?
Kleine Opfer …
Hattest du schon mal Angst, du könntest beim Dienst am Nächsten „versagen“? Manchmal verlieren wir den Mut, weil wir meinen, unser Dienst müsse auf eine bestimmte Weise vor sich gehen. Vielleicht meinst du, du hättest nicht das Zeug dazu, um jemandem gut helfen zu können, oder du bist dir unsicher, was jemand wirklich braucht. Wenn dir schon einmal so zumute war, bist du damit nicht allein.
Aber erinnerst du dich an die Begebenheit, als Jesus 5000 Menschen speiste? Dieses Wunder geschah, weil ein Junge anbot, was er hatte: fünf Brote und zwei Fische (siehe Johannes 6:9). Der Junge wusste, dass das nicht ausreichte, um alle satt zu machen. Vielleicht kam er sich ein wenig albern vor, dies überhaupt anzubieten. Aber Jesus wandelte seine Großzügigkeit und seine kleine gute Tat in ein Wunder um.
Der Erretter kann auch unsere kleinen guten Taten in einen wunderbaren Ausdruck der Liebe umwandeln. Egal wann und wie wir umherziehen und Gutes tun: Gott wird mit uns sein.
… erstaunliche Ergebnisse
Der Herr sagt: „Darum werdet nicht müde, Gutes zu tun, denn ihr legt die Grundlage für ein großes Werk. Und aus etwas Kleinem geht das Große hervor.“ (Lehre und Bündnisse 64:33.) Jede noch so kleine Tat, vollbracht aus echter Liebe, führt zu etwas Großartigem wie guten Freundschaften, wachsender Liebe und einer tieferen Verbindung zum Erretter.
Auch wenn ich meine Kuchenlieferung in den Sand gesetzt hatte, so wussten meine Freunde die Geste doch zu schätzen (und nahmen das Ganze mit einer guten Portion Humor). „Es geht nicht um den Kuchen“, sagte einer der beiden. „Das wahre Geschenk war die Anstrengung, die Sie unternommen haben, um uns zu dienen.“ Es spielte für sie keine Rolle, was ich gemacht hatte, sondern dass ich überhaupt irgendetwas gemacht hatte. Und dadurch wurde unsere Freundschaft gefestigt.
Sister Maxfield und ihre Mitarbeiterin, Sister Sousa
Scheue dich also nicht, deinem Nächsten zu dienen. Auf Vollkommenheit kommt es dabei nicht an. Gib das, was du kannst – selbst wenn es Reis statt Kuchen ist.