2024
Wie kann ich vom Heiligen Geist geführt werden?
Dezember 2024


Antworten von Führern der Kirche

Wie kann ich vom Heiligen Geist geführt werden?

Wenn wir uns um den Heiligen Geist bemühen, wird er uns ein vertrauenswürdiger, verlässlicher und hochgeschätzter Begleiter sein

Nach einer Ansprache bei einem Seminar für neue Missionsführer am 24. Juni 2023

Eine Jugendliche auf einem Weg

Als wir nach der Taufe als Mitglieder der Kirche konfirmiert wurden, erhielten wir eine Tauf- und Konfirmierungsbescheinigung. Doch was nützt eine solche Bescheinigung, die an der Wand hängt oder in einem Sammelalbum eingeklebt ist, wenn wir die uns gegebene Gabe nicht nutzen?

Wir müssen uns nach bestem Wissen um den Heiligen Geist bemühen und uns auf ihn stützen.

Wie man sich um den Heiligen Geist bemüht

Sich um den Heiligen Geist zu bemühen, schließt mehr ein, als die Bestätigung zu erhalten, dass man nun ein Mitglied der Kirche ist. Es wäre naiv zu glauben, dass wir, nur weil wir die Gabe des Heiligen Geistes und eine entsprechende Bescheinigung erhalten haben, bloß sagen müssen: „Prima! Ich bin bereit. Jetzt offenbare mir etwas!“

Geistige Arbeit

Ein Handeln, das persönlichen, inneren Einsatz zeigt, ist unabdingbar, wenn wir uns um den Heiligen Geist bemühen. Die geistige Arbeit, sich um den Geist zu bemühen, umfasst Folgendes:

  • Mit Glauben an Jesus Christus innig zum Vater beten. Wenn wir Gott im Gebet unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, sind wir besser in der Lage, seine Barmherzigkeit in unserem Leben zu erkennen.

  • Beständiges und zielgerichtetes Schriftstudium. Wenn wir uns an den Worten Christi weiden, die wir in den heiligen Schriften finden, regt dies persönliche Offenbarung an.

  • Die Gebote Gottes halten, denn: „Die Gabe des Heiligen Geistes ist das Recht, den Heiligen Geist als ständigen Begleiter bei uns zu haben, wenn wir würdig sind.“

  • Würdigkeit. Das bedeutet, dass wir unser Bestes geben, um Gottes Gebote zu halten, und sündiges Verhalten nicht rechtfertigen. Wenn wir einen Fehler machen, kehren wir um. Tun wir das nicht, beschränken wir den Heiligen Geist darauf, dass er uns immerzu nur sagen kann: „Du musst umkehren!“ Und bis wir dem nachkommen, ist es unwahrscheinlich, dass wir irgendwelche anderen Offenbarungen erhalten.

  • Die Bündnisse halten, die wir mit Gott eingegangen sind. Zum Halten der Bündnisse gehört, dass wir uns jede Woche gewissenhaft auf das Abendmahl vorbereiten und würdig davon nehmen.

Wie man den Heiligen Geist erkennt

Selbst wenn wir schon gute geistige Arbeit geleistet haben, müssen wir noch lernen, die Stimme des Heiligen Geistes zu erkennen.

Der Heilige Geist spricht zu jedem anders, was die Weise und den Zeitpunkt betrifft. Die Stimme des Heiligen Geistes ist nicht laut oder gellend, sondern sanft und leise, wie ein Flüstern. Sie kann verblüffend einfach und schlicht sein. Sie kann tief in uns dringen oder in uns brennen. Sie berührt sowohl den Verstand als auch das Herz. Sie bringt Frieden, Freude und Hoffnung – nicht Angst, Beklemmung oder Sorge. Sie ist erleuchtend und köstlich, nicht verwirrend.

Ich erhalte Offenbarung oft in Form von kurzen, knappen Anweisungen wie „Geh!“, „Tu!“ oder „Sag!“. Oder ich erhalte sie in Form einer Idee, meist zusammen mit dem Anstoß, diese Idee auch in die Tat umzusetzen. Ein solches Wissen und Verstehen kann man auch ohne Worte vermitteln. Selten erhalten wir eine Offenbarung mit einer klaren Erklärung, warum wir etwas tun sollen.

Sich um den Geist zu bemühen, schließt auch ein, Ablenkungen zu beseitigen. Um persönliche Offenbarung zu empfangen, müssen wir weltlichem Lärm den Rücken kehren. Wir empfangen keine Offenbarung, wenn wir wütend, entrüstet, frustriert oder einfach nur mit den Gedanken woanders sind. Vielmehr müssen wir ein Umfeld schaffen, das es uns ermöglicht, den Geist zu spüren und zu erkennen.

Wie man sich auf den Heiligen Geist stützt

Haben wir uns einmal um den Geist bemüht und Hilfe von ihm erhalten, sind wir dann fertig? Natürlich nicht. Ziel ist es, dass wir uns auf den Geist stützen, während wir das Werk des Erretters verrichten.

Sich auf den Geist zu stützen bedeutet nämlich, dass wir im Glauben handeln und darauf vertrauen, dass Gott uns führen und leiten wird und dass der Heilige Geist unsere Bemühungen groß machen wird.

Wenn wir lernen, uns auf den Heiligen Geist zu stützen, setzen wir unser Vertrauen glaubensvoll in Jesus Christus. Wir sollten uns mehr auf den Geist stützen als auf unsere Talente und Fähigkeiten. Der Heilige Geist macht unsere Anstrengungen groß – weit über das hinaus, wozu wir aus eigener Kraft imstande sind.

Im Glauben zu handeln und unser Vertrauen glaubensvoll in Jesus Christus zu setzen, bedeutet nicht, dass wir wie gelähmt sind, wenn wir keine bestätigende Eingebung verspüren.

Woher weiß ich, ob es sich um den Heiligen Geist oder um meine eigenen Gedanken handelt?

Eine der häufigsten Fragen lautet: „Woher weiß ich, ob der Gedanke, den ich habe, von mir oder vom Heiligen Geist stammt?“ Das ist eine nachvollziehbare Frage. Doch vielleicht ist es besser, sich diese Frage zu stellen: „Soll ich diesen bestimmten Gedanken in die Tat umsetzen?“

Der Prophet Mormon hat einige Kriterien dafür genannt, wie wir entscheiden können, ob wir auf Grundlage eines bestimmten Gedankens handeln sollen: Er fördert den Glauben an den Vater im Himmel und an Jesus Christus; er bestärkt uns darin, sie zu lieben und ihnen zu dienen; und er fördert gute Taten. Wenn der Gedanke diese Kriterien erfüllt, spielt es dann wirklich eine Rolle, ob er in genau diesem Augenblick direkt vom Heiligen Geist eingegeben wurde oder ob er aufgrund unzähliger Erfahrungen und bereits getroffener Entscheidungen entstanden ist? Nein, dem ist nicht so.

Zu lernen, sich um den Geist zu bemühen und sich auf ihn zu stützen, ist eine Fertigkeit fürs Leben, nicht bloß ein zeitweiliges Mittel, um eine Mission zu absolvieren oder eine Krise zu überstehen. Wenn wir uns um den Heiligen Geist bemühen, wird er uns ein vertrauenswürdiger, verlässlicher und hochgeschätzter Begleiter sein.