2024
Das Christuskind
Dezember 2024


Das Christuskind

Was stellt ihr in dieser Weihnachtszeit in den Mittelpunkt?

Krippenfigurenset

Foto von Cristy Powell

Präsidentin Freemans Krippenfigurenset wurde von ihrem damals dreijährigen Sohn Caleb so aufgebaut, dass alle Figuren Jesus sehen konnten

Vor einigen Jahren ging ich mehrere Nachmittage lang einem Gelegenheitsjob nach, um etwas Geld für ein Krippenfigurenset zu sparen. Ich kaufte ein sehr preiswertes Set, zu dem ein kleiner Holzstall gehörte. Die Figuren stellten Kinder dar, die wie in der Weihnachtsgeschichte gekleidet waren. Sie waren etwa sieben Zentimeter groß und aus weißem Porzellan. Ich entschied mich für dieses Set, weil wir zwei kleine Jungen hatten – Caleb war drei Jahre alt war und Josh etwas über ein Jahr.

Ich brachte die Weihnachtskrippe nach Hause und stellte sie vorsichtig auf dem Beistelltisch in unserem Wohnzimmer auf. Caleb wollte sofort begutachten, was dort jetzt stand. Ich erklärte ihm geduldig, wie zerbrechlich jede Figur ist und dass er sie nicht anfassen, sondern nur anschauen durfte. Ich nahm mir einen Moment Zeit, um Caleb auf Josef mit seinem Hirtenstab und auf Maria hinzuweisen, die neben der Wiege kniete, in der das Jesuskind lag. Es gab auch noch einen kleinen Engel, drei Weise und einen Hirten mit zwei Lämmchen. Vorsichtig stellte ich jede Figur an ihren Platz. Dann lehnten Caleb und ich uns zurück und bewunderten stolz unsere neue Dekoration.

Am nächsten Morgen war Caleb mir schon vorausgeeilt. Etwa fünfzehn Minuten später folgte ich ihm und hielt auf dem Weg in die Küche inne, um meinen neuen Schatz zu betrachten. Zu meiner Überraschung waren die Figuren völlig anders angeordnet. Sie waren nun alle in den Stall gequetscht worden. Die Anordnung schien völlig wahllos, und mir war klar, dass Caleb etwas damit zu tun hatte.

Vorsichtig stellte ich jede Figur wieder an ihren Platz zurück und ging zu Caleb. Wieder erklärte ich geduldig, wie wichtig es war, die kleinen Figuren nicht zu berühren, weil sie zerbrechen könnten. Caleb war ein so gehorsames Kind – das war er schon immer gewesen –, und ich wusste, dass er auf mich hören würde.

Stellt euch vor, wie überrascht ich war, als ich am nächsten Morgen die Treppe hinunterkam und die gleiche Unordnung vorfand wie am Morgen zuvor! Diesmal ging ich sofort zu Caleb. Ich stellte mich mit ihm vor die veränderte Krippenszene und fragte ihn: „Hast du die Krippe angefasst?“ Er sah mich aus blauen Kulleräuglein an und antwortete: „Ja.“

„Weißt du noch, dass du Mamas Krippe nicht anfassen darfst?“, fragte ich. Wieder lautete die Antwort: „Ja.“

„Warum hast du sie dann doch angefasst?“, wollte ich wissen.

„Weil sie Jesus nicht sehen können“, lautete seine schlichte Antwort.

Ich schaute mir die Krippe genauer an und stellte fest, dass das Durcheinander vielleicht doch eine gewisse Ordnung aufwies. Mit seinen ungeschickten Händchen hatte Caleb versucht, alle Figuren in einem Kreis um die wichtigste Figur dieser Szene zu platzieren – das Kind in der Krippe. In dem kleinen Stall waren sie dicht aneinandergedrängt und hatten alle einen ungehinderten Blick auf das Neugeborene. Jeder konnte Jesus sehen.

Das war für mich eine tiefgründige Lektion.

Selbstverständlich blieben die Figuren die restlichen Tage der Weihnachtszeit so stehen, und seitdem stellen wir sie jedes Jahr auf diese Weise auf.

Interessanterweise rührte Caleb die Krippe nie wieder an, nachdem alle Figuren sorgfältig in einem Kreis um das Kind herum aufgestellt worden waren. Mit dieser Aufstellung war er zufrieden. Denn nun stand die wichtigste Figur im Mittelpunkt.

Was stellt ihr in dieser Weihnachtszeit in den Mittelpunkt?

Könnt ihr Jesus sehen?