„Marias Tauftagebuch“, Unser Freund, Oktober 2025, S. 4f.
Marias Tauftagebuch
„Was ist ein Bündnis?“
Eine wahre Geschichte aus Argentinien
„Hat da nicht jemand schon sehr bald Geburtstag?“, fragte Mamá. „Wer war das denn nochmal?“
„Ich, ich!“, rief Maria und hüpfte vor Freude. Nächste Woche wurde sie acht!
Mamá nickte. „Und es ist ein besonderer Geburtstag. Weißt du, warum?“
„Weil ich dann getauft werde!“
„Genau! Papá und ich haben ein besonderes Geschenk für dich. So kannst du dich auf diesen wichtigen Schritt vorbereiten.“
„Ein Geschenk?“, wunderte sich Maria. „Aber es ist doch noch gar nicht mein Geburtstag!“
„Dieses besondere Geschenk soll dir helfen, an das Bündnis zu denken, das du mit dem Vater im Himmel schließen wirst. Nach dem Abendessen kannst du es aufmachen.“
Maria musste immer wieder an das Wort Bündnis denken. Sie konnte kaum erwarten, dass Papá nach Hause kam. Sie deckte sogar freiwillig den Tisch für das Abendessen. Ihr wurde ganz warm ums Herz. Das Essen heute schien besonders lecker.
Nach dem Essen setzte sich Maria zwischen ihre Eltern aufs Sofa.
„Freust du dich denn auf deine Taufe?“, fragte Papá.
„Ich bin schon ganz aufgeregt!“ Maria bereitete sich fleißig auf ihre Taufe vor. Sie hatte begonnen, im Buch Mormon zu lesen. Auch hatte sie ein Poster gemalt, um ja nicht zu vergessen, ihr Abendgebet zu sprechen.
„Das ist toll! Hast du denn irgendwelche Fragen?“
„Ja. Was ist eigentlich ein Bündnis?“
„Das ist eine gute Frage“, erwiderte Mamá. „Ein Bündnis ist ein Versprechen zwischen dir und Gott. Wenn du dich taufen lässt, versprichst du, dass du bereit bist, den Namen Jesu Christi auf dich zu nehmen, dass du Gottes Gebote hältst und ihm dein ganzes Leben lang dienen wirst.“
„Das klingt ja fast wie das Abendmahlsgebet“, meinte Maria.
„Das stimmt“, erwiderte Papá. „Der Vater im Himmel verheißt dir auch, dass der Heilige Geist bei dir sein und dich führen und dir Mut machen wird.“
„Und jetzt ist es Zeit für deine Überraschung.“ Mamá überreichte Maria ein Geschenk in glänzendem Geschenkpapier.
Maria öffnete es. Es war ein schönes rosa Tagebuch und ein Stift! „Danke! Wie schön!“
„In dieses Tagebuch kannst du alle Gefühle und Gedanken schreiben, die du vom Heiligen Geist empfängst“, erklärte Papá.
„Die Taufe ist nämlich eine wichtige Entscheidung. Du kannst immer zu Gott beten und ihn um Hilfe bitten.“
Am Abend kniete sich Maria an ihr Bett. „Lieber Vater im Himmel, ist es richtig, dass ich mich taufen lasse?“, betete sie. Sie hielt inne und lauschte. Ein klares „Ja“ kam ihr in den Sinn, und ihr Herz war voller Freude.
Sie holte ihr Tagebuch hervor und schrieb auf, was sie gerade spürte. Am nächsten Morgen erzählte sie ihren Eltern davon. Sie wusste, dass es richtig war, sich taufen zu lassen.
Schließlich war es soweit: Maria hatte Geburtstag und würde sich taufen lassen! Sie und Papá waren weiß gekleidet. Mamá umarmte sie fest. „Dir wird ganz warm ums Herz sein.“
Das Wasser war kalt, aber Maria fühlte sich ganz rein – und hatte ein warmes Gefühl.
Am Abend schlug Maria ihr Tagebuch auf und begann zu schreiben.
„Als Papá gesagt hat: ‚Empfange den Heiligen Geist‘, hab ich ihn wirklich verspürt!“, schrieb sie.
Sie wollte ihre Taufe nie vergessen! Sie war bereit, ihr Bündnis zu halten, denn sie wusste ja, dass der Heilige Geist immer da sein und ihr helfen würde.
Illustrationen von Zoë Bennett