2025
Als mein perfekter Plan in sich zusammenfiel, half mir Christus beim Wiederaufbau
Juli 2025


Ich glaube

Als mein perfekter Plan in sich zusammenfiel, half mir Christus beim Wiederaufbau

Ich glaubte, nichts könne mich mehr heilen, doch Christus baute mich liebevoll wieder auf

Eine Frau setzt ein zerbrochenes Herz wieder zusammen

Ich bin schon mein ganzes Leben lang Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, aber bis vor ein paar Jahren wusste ich nicht, wer Christus denn eigentlich ist.

Als Jugendliche in der Kirche war ich zumeist davon ausgegangen, dass ich vollkommen sein muss. Ich war nach außen hin darauf bedacht, nach dem Evangelium zu leben, aber mein Herz war nicht bei der Sache.

Deshalb schämte ich mich, als ich vorzeitig von Mission zurückkam. Als ich älter wurde, begann ich, mich selbst unter Druck zu setzen, damit mein Leben makellos aussah.

Doch im weiteren Verlauf meines Lebens begann mein perfekter Plan in sich zusammenzufallen, bis nur noch ich und mein Erretter übrig waren.

Allerdings stellte ich dann auch fest, dass er das Einzige war, was ich die ganze Zeit über gebraucht hatte.

Abkehr von der Wahrheit

Zu dem perfekten Leben, das ich mir ausgemalt hatte, gehörte auch eine Tempelehe, wie sie im Bilderbuch stehen könnte. Als ich meinen zukünftigen Ehemann kennenlernte, waren wir beide in der Kirche aktiv, also nahmen wir einfach an, dass schon alles gutgehen würde. Wir heirateten schnell, ohne dass wir zuvor viel über ganz Grundlegendes gesprochen hätten.

Nach unserer Hochzeit erwies sich mein Mann als ganz anders, als ich angenommen hatte. Er ging zwar noch in die Kirche, war zuhause aber unehrlich und misshandelte mich seelisch.

Etwa zur selben Zeit stieß ich auf Material, das sich gegen die Kirche richtete. Ich war, was das Evangelium anbelangte, von Zweifeln und Verbitterung zerfressen.

Ich schwor mir, nie wieder in die Kirche zu gehen, das Buch Mormon zu lesen, in den Tempel zu gehen oder mit einem Priestertumsführer zu sprechen. All das hatte ich mein ganzes Leben lang gemacht, und nun sah ich ja, was mir das gebracht hatte!

Heute weiß ich, dass mein Leben nur deshalb so leicht aus dem Ruder laufen konnte, weil mein Zeugnis darauf beruhte, was ich mir vom Leben erwartete, und nicht auf Jesus Christus.

Die Erkenntnis, dass ich mich ändern musste

Zwei Ereignisse, die mir arg zusetzten, machten mir klar, dass ich mich ändern musste.

Das erste war, dass eine Cousine starb, mit der ich mich sehr verbunden gefühlt hatte. Bei ihrer Beerdigung spürte ich, wie der Heilige Geist mir sagte, dass es an der Zeit sei, wieder in die Kirche zu gehen. Das wollte ich aber nicht! Dennoch hatte ich das starke Gefühl, dass auch meine Cousine mir sagte, ich müsse zu meinem Glauben zurückkehren.

Das zweite war die Trennung von meinem Mann, der mich weiterhin seelisch misshandelt hatte. Während die Scheidung lief, fühlte ich mich von Engeln beschützt. Ich war vollkommen sprachlos, dass ich Wunder erlebte, wo ich doch gerade Schlimmeres durchmachte als je zuvor.

Zum ersten Mal seit langem betete ich und fragte den Vater im Himmel, was er von mir erwartete. Ich flehte ihn an, mich von meinem gebrochenen Herzen und meinen schlechten Entscheidungen zu befreien.

Und da wurde mir endlich klar, dass ich Jesus Christus kennenlernen musste.

Die Entscheidung für Christus

Es war nicht leicht, wieder in die Kirche zu gehen. Anfangs fühlte ich mich dort vollkommen fehl am Platz.

Wie mir zumute war, passt ganz gut zu dem, was Kristin M. Yee, Zweite Ratgeberin in der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung der Kirche, beschrieben hat. Sie hatte versucht, ein Bild vom Erretter zu malen. Sie dachte, die Farbe sei trocken, und trug einen Klarlack auf. Allerdings war die Farbe noch feucht, und so verschmierte und verwischte sie einen Großteil ihres Kunstwerks.

Ich empfand in meiner Situation die gleiche Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit wie Schwester Yee, als sie ihr Gemälde betrachtete – als könne ich nicht wiederhergestellt werden.

Aber Schwester Yees Mutter sagte zu ihr: „Du wirst das, was du hattest, nicht zurückbekommen, aber mach aus dem, was du hast, das Beste.“

Genau das macht Jesus Christus mit jedem von uns. Er kann uns dort abholen, wo wir sind, und hilft uns, etwas Wunderschönes zu werden.

Auf den Rat meines Bischofs hin begann ich zum ersten Mal, mich eingehend mit Jesus Christus zu befassen und etwas über ihn zu lernen. Bei jedem Schritt spürte ich, wie der Erretter mich anleitete.

Mir wurde klar, dass jeder auf irgendeine Weise nicht gänzlich heil ist. Aber Jesus Christus kann uns alle heilen – auch mich und meinen Exmann.

Ich lernte mehr über die Vergebung und die Liebe meines Erretters und sehnte mich danach. Und als ich selbst Heilung erfuhr, wünschte ich dies auch meinem Exmann. Mit der Zeit verzieh ich ihm.

Er richtet die Gebrochenen auf

Als ich wieder in den Tempel ging, war ich erstaunt, wie viel Liebe ich verspürte. Für mich war es eine ganz andere Erfahrung, aus einem tiefen Wunsch heraus in den Tempel zu gehen und mich auf meinen Erlöser zu konzentrieren, anstatt nur den Schein zu wahren.

Wenn mich dieses Erlebnis eines gelehrt hat, dann dass Jesus Christus lebt. Er richtet die Gebrochenen auf. Er und unser Vater im Himmel hören unsere verzweifelten Rufe in der Nacht, wenn niemand den Schmerz bemerkt, dem wir nicht entrinnen können. Er wartet stets darauf, dass wir zu ihm zurückkehren.

Schwester Yee hat auch gesagt: „Die erlösende Macht Jesu Christi ist eine der größten verheißenen Segnungen unserer Bündnisse.“

Was auch immer du gerade durchmachst, bitte glaub mir, wenn ich sage: Erlöst zu werden, ist nicht nur ein schönes Ende wie im Märchen. Es ist die Wirklichkeit. Du kannst erlöst werden. Du kannst deinen Glauben wiederaufrichten.

Dies geschieht dadurch, dass du Christus vollständig, wahrhaftig und bereitwillig in dein Leben lässt.

All das hat er für mich getan.