2025
Siehst du nur deine Probleme oder auch deine Segnungen? Was ich von den Heiligen aus früherer Zeit über Freude gelernt habe
Juni 2025


Das Buch Lehre und Bündnisse auf dein Leben beziehen

Siehst du nur deine Probleme oder auch deine Segnungen? Was ich von den Heiligen aus früherer Zeit über Freude gelernt habe

Die im Buch Lehre und Bündnisse festgehaltenen Erlebnisse von Heiligen aus der Anfangszeit der Kirche haben mich viel darüber gelehrt, was es bedeutet, Freude zu empfinden

Eine Frau sitzt am Fenster und schaut in den Nachthimmel

Ganz offen gesagt: Ich gebe zu, pessimistisch und auf meine Probleme fixiert zu sein.

Zum Glück habe ich zahlreiche Angehörige, die mir stets mit vernünftigen Ratschlägen zur Seite stehen. Sie würden dir aber wohl erzählen, dass ich ihren Rat oft ausschlage, stattdessen lieber weiterhin Trübsal blase und an meiner negativen Einstellung festhalte.

Das soll nun nicht heißen, dass alle Probleme und Prüfungen des Lebens leicht zu lösen wären, indem wir einfach „optimistisch sind“ oder alles „positiv sehen“. Nichts weiter zu tun als nur zu lächeln, wenn man in Schwierigkeiten steckt, verbessert die Situation nicht unbedingt. Wie ich finde, kann jedoch das, worauf wir fixiert sind, sich darauf auswirken, inwieweit wir mit Schwierigkeiten zurechtkommen und inmitten unserer Herausforderungen Freude verspüren.

Präsident Russell M. Nelson hat gesagt: „Die Freude, die wir empfinden, hat wenig mit unseren Lebensumständen und vielmehr damit zu tun, worauf wir im Leben den Blick richten.“

Doch wie richten wir den Blick neu aus, um diese scheinbar unerreichbare Freude erleben zu können?

Auf Gottes Verheißungen blicken

Im Zuge meines diesjährigen Studiums des Buches Lehre und Bündnisse anhand des Lehrplans Komm und folge mir nach! hat sich herausgestellt, dass die Heiligen aus der Anfangszeit der Kirche beeindruckend vorgelebt haben, wie sich der von Präsident Nelson angesprochene Grundsatz anwenden lässt. Die Heiligen ertrugen ihre Prüfungen treu, indem sie sich auf ihr Endziel besannen – auf den Grund hinter allem, wofür sie lebten, und auf die Segnungen, die ihnen verheißen worden waren.

Ich habe von Heiligen gelesen, die auf den Herrn vertrauten, als er ihnen verkündete:

„Mit euren natürlichen Augen könnt ihr zur gegenwärtigen Zeit die Absicht eures Gottes in Bezug auf das, was später noch geschehen wird, nicht sehen, auch nicht die Herrlichkeit, die nach viel Drangsal folgen wird.

Denn nach viel Drangsal kommen die Segnungen.“ (Lehre und Bündnisse 58:3,4.)

Diese Mitglieder glaubten fest daran, dass der Herr seine Verheißungen an sie erfüllen werde. Daher richteten sie den Blick auf die Segnungen, die am Ende ihrer Drangsal folgen würden und nicht bereits währenddessen. Ich denke, dieser neue Blickwinkel half ihnen, auf ihrem Weg beständig vorwärtszustreben und sogar etwas zu haben, was manch einer unter solchen Umständen für undenkbar halten würde – Freude!

Eine Frau sitzt am Fenster und betrachtet den sonnigen Himmel

Am Morgen herrscht wieder Jubel

In Psalm 30 heißt es: „Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel.“ (Psalm 30:6.) Manch einer von euch hat das genau so vielleicht schon erlebt. Nachts können einem Probleme noch mehr Angst einjagen, Schwieriges wird scheinbar unmöglich. Der verheißene Morgen scheint unerreichbar. Doch dann zeigt sich die Morgenröte und im Licht eines neuen Tages schmelzen unsere Sorgen dahin.

Vielleicht hast du das auch im übertragenen Sinne schon einmal erlebt. Du hast das Gefühl, dass Schmerzen, Drangsal oder Probleme in deinem Leben überhandnehmen, und du spürst, wie Finsternis von dir Besitz ergreift. Die verheißene Freude liegt vielleicht unerreichbar im Dunkeln. Wie halten wir nur bis zum Morgen durch?

Wie die Heiligen damals können auch wir „mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom vollkommenen Glanz der Hoffnung“ (2 Nephi 31:20). Wenn wir das Gefühl haben, dass uns Finsternis umfängt, können wir unseren Glauben fest und unerschütterlich in Christus setzen. Er lässt uns darauf hoffen, dass am Morgen wieder Jubel herrscht. Wie seinerzeit den Heiligen sichert auch uns der Herr zu: „Die Stunde ist noch nicht, aber steht nahe bevor.“ (Lehre und Bündnisse 58:4.)

Freude inmitten von Leid

Es ist ganz normal, manchmal traurig, enttäuscht oder verzweifelt zu sein. Insbesondere Verlust, Krankheit, psychische Erkrankungen, Traumata, Misshandlung oder Missbrauch können die Freude und die Hoffnung, die wir ersehnen, fernhalten. Ein Licht am Ende des Tunnels ist dann nur noch sehr schwer zu erkennen.

Dank Jesus Christus ist es jedoch möglich, selbst inmitten von Leid Freude zu empfinden. In den heiligen Schriften heißt es: „Und so sehen wir den großen Grund für Leid und auch für Freude – Leid wegen des Todes und der Vernichtung unter den Menschen, und Freude wegen des Lichtes Christi zum Leben.“ (Alma 28:14.) Wir mögen wohl Leid wegen der Schmerzen erleben, die wir ertragen, können aber wegen des Lichtes des Erretters, das Leben schenkt, auch Freude empfinden.

Ich bemühe mich sehr, auf mich zukommende Schwierigkeiten nicht pessimistisch zu sehen. Anstatt auf meine Probleme fixiert zu sein, richte ich den Blick dann auf die Segnungen, die mich erwarten. Zuweilen werde ich von Traurigkeit überwältigt, doch wenn ich an Christus denke, schöpfe ich Hoffnung, bald wieder jubeln zu können.

Ich hoffe, dass du inmitten der dir auferlegten Bedrängnisse an die Freude der Heiligen denkst und erkennst, dass auch du diese Freude erleben kannst, wenn du dir die Hoffnung vor Augen hältst, die unser Erretter Jesus Christus uns schenkt.

Anmerkungen

  1. Russell M. Nelson, „Freude und geistiges Überleben“, Liahona, November 2016, S. 82

  2. Wenn das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung anhält oder extrem wird, benötigst du zusätzliche Hilfe. Wende dich in einem solchen Fall bitte an Angehörige, Führer der Kirche oder an einen Arzt oder Therapeuten.