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Eine stärkere, innigere Bindung zu Gott dank einer Vielzahl an Bündnissen
Nach einer Ansprache, die am 5. März 2024 bei einer Andacht für Studenten an der Brigham-Young-Universität in Provo in Utah gehalten wurde; die vollständige Ansprache findet sich in englischer Sprache unter speeches.byu.edu.
Um Fortschritt zu machen und die Art Leben zu erlangen, das der Vater im Himmel führt, muss jeder von uns mit Gott Bündnisse eingehen und diese auch halten.
Die von Gott festgelegten Bündnisse beruhen auf einem ewigen, unabänderlichen Gesetz. Es gibt nur einen Weg, um zu Gott zurückzukehren und bei ihm zu leben – und das ist der Weg der Bündnisse. Der Begriff Weg der Bündnisse umfasst eine Reihe von Bündnissen, durch die wir zu Christus kommen und mit ihm und unserem Vater im Himmel eine Bindung eingehen. Dadurch, dass wir Bündnisse schließen und halten, versöhnen wir uns mit Gott. Diese Bündnisse sind nicht verhandelbar. Durch sie wandelt, errettet und erhöht uns der Herr. Wir schließen diese Bündnisse durch die Teilnahme an heiligen Handlungen des Priestertums. Wenn wir sie halten, sichert uns Gott bestimmte Segnungen zu. Ein Bündnis ist ein Gelöbnis, auf das wir uns vorbereiten, das wir in aller Klarheit verstehen und an das wir uns voll und ganz halten wollen.
Für einen jeden beginnt der Weg der Bündnisse mit dem Taufbund (siehe 2 Nephi 31:17,18). Für Männer gehört zum Weg der Bündnisse ein weiterer unerlässlicher Schritt – sie müssen das Melchisedekische Priestertum empfangen. Für alle setzt sich der Weg der Bündnisse dann im Tempel bei den Bündnissen des Endowments fort, wobei wir geloben, fünf Gesetze zu befolgen. Diese fünf Gesetze lassen sich nicht voneinander trennen – man kann sich also nicht dafür entscheiden, bloß einige der fünf zu beachten. Man gelobt, entweder alle fünf zu befolgen oder eben keines davon. Der abschließende Bund, den wir im Tempel mit Gott eingehen, besteht darin, dass Mann und Frau im neuen und immerwährenden Bund der Ehe aneinander gesiegelt werden (siehe Lehre und Bündnisse 131:1-4).
Wozu dient diese Vielzahl an Bündnissen? Sie ist erforderlich, weil die einzelnen Bündnisse nicht nur eine Aufeinanderfolge darstellen, sondern sich auch summieren und sich auf unsere Beziehung zu Gott sogar synergistisch auswirken. Durch jeden Bund kommt ein weiteres Band hinzu, das uns näher zu Gott hinanzieht und unsere Bindung an ihn stärkt.
Präsident Russell M. Nelson geht darauf ein, dass wir unsere Beziehung zu Gott dadurch vertiefen, dass wir eine Vielzahl an Bündnissen eingehen. Er hat dies so ausgedrückt: „Gott hegt eine besondere Liebe zu einem jeden, der im Wasser der Taufe einen Bund mit ihm schließt. Und diese göttliche Liebe verstärkt sich mit jedem weiteren Bündnis, das geschlossen und treu gehalten wird.“
Das bedeutet, dass wir durch eine Vielzahl an Bündnissen eine noch stärkere, engere Bindung an Gott aufbauen. Inmitten der Herausforderungen des Lebens ist es dann weniger wahrscheinlich, dass wir uns von Gott entfernen.
1. Taufe
Die Taufe ist das erste Bündnis, das der Mensch auf dem Weg der Bündnisse schließt. Durch den Taufbund bekunden wir dem Vater im Himmel öffentlich, dass wir drei konkrete Verpflichtungen auf uns nehmen, nämlich Gott zu dienen, seine Gebote zu halten und willens zu sein, den Namen Jesu Christi auf uns zu nehmen (siehe 2 Nephi 31:7,13,14; Mosia 18:10; 21:32,35; Lehre und Bündnisse 20:37). Weitere Aspekte, die häufig mit dem Taufbund in Verbindung gebracht werden – dass wir etwa „des anderen Last“ tragen, „mit den Trauernden“ trauern und diejenigen trösten, „die des Trostes bedürfen“ (Mosia 18:8,9) –, sind eher Früchte unseres Bündnisschlusses als Teil des eigentlichen Bündnisses selbst. Diese Teilaspekte sind wichtig, weil sie das darstellen, was ein Bekehrter ohnehin von Natur aus tun würde.
2. Endowment
Das nächste Bündnis, das jedermann auf dem Weg der Bündnisse eingeht, ist das Endowment. Wie ich bereits erwähnt habe, bestehen die Bündnisse beim Endowment darin, dass wir geloben, fünf untrennbar miteinander verbundene Gesetze zu befolgen. Wenn ich diese nun näher erläutere, achten Sie bitte darauf, inwiefern diese sich mit Aspekten des Taufbundes decken und diese untermauern.
Erstens geloben wir beim Endowment, „das Gesetz des Gehorsams“ zu leben, was bedeutet, dass wir uns „bemühen, die Gebote des himmlischen Vaters zu halten“. Dieser Bund entspricht genau dem Versprechen beim Taufbund, dass wir nämlich Gottes Gebote halten wollen.
Zweitens geloben wir, „das Gesetz des Opferns [zu] befolgen, was bedeutet, dass man für das Werk des Herrn Opfer bringt und mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist Umkehr übt“. Dieser Bund entspricht dem Taufversprechen, Gott zu dienen und seine Gebote zu halten. Darüber hinaus ist Umkehr ein wesentlicher Aspekt dessen, dass man den Namen Jesu Christi auf sich nimmt.
Drittens geloben wir, „das Gesetz des Evangeliums Jesu Christi [zu] befolgen“. Dem kommen wir unter anderem dadurch nach, dass wir nach der Lehre Christi leben. Dazu gehört, dass man „mit Gott Bündnisse schließt, indem man die heiligen Handlungen zur Errettung und Erhöhung empfängt“, und diese Bündnisse sein Leben lang hält. Dieser Bund umfasst auch, dass wir „[uns bemühen], nach den beiden wichtigsten Geboten zu leben“, nämlich Gott und unseren Nächsten zu lieben (siehe Matthäus 22:37,39). Dieser Bund entspricht allen drei Aspekten des Taufbundes.
Viertens geloben wir, Gottes „Gesetz der Keuschheit [zu] halten, was bedeutet, dass man keine sexuellen Beziehungen außerhalb der rechtmäßigen Ehe zwischen Mann und Frau hat“.
Elder Jeffrey R. Holland hat dargelegt: „Seit dem Garten von Eden ist die Ehe dazu bestimmt, dass Mann und Frau völlig miteinander eins werden – in Herz, Hoffnungen, Leben, Liebe, Familie, Zukunft, allem. … Sie sollten in ihrem gemeinsamen Leben ‚ein Fleisch‘ sein [siehe Genesis 2:23,24].“
Wir können das Leben, das unser Vater im Himmel genießt, nicht erreichen, wenn wir unserem Ehemann oder unserer Ehefrau nicht gemäß Gottes Plan vollkommen treu sind. Dieser Bund entspricht dem Aspekt des Taufbündnisses, dass wir Gottes Gebote halten.
Fünftens geloben wir, „das Gesetz der Weihung [zu] halten“, was bedeutet, dass wir uns und alles, womit uns der Herr segnet, dem Aufbau seiner Kirche weihen. Die Schlüssel des heiligen Priestertums wurden zu dem Zweck wiederhergestellt, dass heilige Handlungen des Priestertums vollzogen werden können, die es uns ermöglichen, mit Gott Bündnisse zu schließen. Für Gottes Kinder auf beiden Seiten des Schleiers kann dies nur durch die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi geschehen. Wir geloben, Gottes Werk zu unterstützen. Dieser Bund entspricht dem Aspekt des Taufbundes, dass wir Gott dienen. Außerdem entspricht dieser Bund dem, dass wir den Namen Christi auf uns nehmen, denn wenn wir danach leben wollen, muss sich unser Herz mächtig und dauerhaft gewandelt haben.
3. Siegelung von Frau und Mann
Nun ist die Bühne bereitet für den Bund, der mit der Siegelung von Frau und Mann einhergeht. Bei dieser heiligen Handlung empfangen die beiden Verheißungen. Sie schließen einen Bund miteinander und sie schließen einen Bund mit Gott. Gehen wir nun Abertausende von Jahren zurück und werfen wir einen Blick auf diese Verheißungen. Abraham empfing das Evangelium (siehe Lehre und Bündnisse 84:14; Abraham 2:11) und ging die celestiale Ehe ein, die der Bund der Erhöhung ist (siehe Lehre und Bündnisse 131:1-4; 132:19,29). Abraham empfing die Verheißung, dass alle Segnungen seines Bündnisses seinen irdischen Nachkommen angeboten werden sollen (Lehre und Bündnisse 132:29-31; Abraham 2:6-11). Die den Weg der Bündnisse betreten, werden „Abrahams Nachkommen, Erben gemäß der Verheißung“ (Galater 3:29).
Wenn Mann und Frau aneinander gesiegelt werden, werden ihnen – genau wie Abraham damals – diese Segnungen verheißen. Zu diesen Segnungen gehört, dass sie „in der ersten Auferstehung hervorkommen, … Throne, Reiche, Fürstentümer und Mächte, Königreiche … ererben, … und sie werden an den Engeln … vorbeigehen zu ihrer Erhöhung und Herrlichkeit in allem, … und diese Herrlichkeit wird eine Fülle und ein ewiger Fortbestand der Nachkommenschaft sein, für immer und immer“ (Lehre und Bündnisse 132:19; siehe auch Vers 20). Bei der Siegelung schließt die Frau einen Bund mit ihrem Mann, und der Mann schließt einen Bund mit seiner Frau. Die Aufgaben des Erdenlebens werden nunmehr zur gemeinsam geschulterten Aufgabe. Mann und Frau treten beide in eine Ordnung des Priestertums ein, in die keiner von beiden als Lediger eintreten könnte und die notwendig ist, um in den höchsten Grad des celestialen Reiches einzugehen (siehe Lehre und Bündnisse 131:1-4). Sie dienen einander und ihren Kindern und dienen dadurch Gott. Wenn Mann und Frau aneinander gesiegelt werden, geloben sie Gott, alle Gebote zu halten, die mit der Ehe im neuen und immerwährenden Bund einhergehen.
Die Bestandteile des Endowments und der Siegelung entsprechen allen drei Aspekten des Taufbundes und untermauern sie. Alle Teilaspekte des Taufbundes und der Bündnisse beim Endowment und bei der Siegelung überschneiden sich und verstärken einander.
Wir werden weder dazu gezwungen noch in irgendeiner Weise dazu genötigt, in einer Bündnisbeziehung mit Gott zu verbleiben, selbst nachdem wir diese Bündnisse freiwillig eingegangen sind. Wenn wir eine Bündnisbindung mit Gott eingehen, ist es nun ein gemeinsamer Bund, der uns und Gott miteinander verbindet. Wir erleben den Bund gemeinsam und haben beide daran teil. Dies gilt auch für Frau und Mann bei der Siegelung: Sie gehen miteinander einen Bund ein. Irreführend wäre es, wollte man meinen, man sei nun auf ewig auf Gedeih und Verderb aneinander gebunden. Niemand wird versklavt, genötigt, aneinandergekettet oder gezwungen. Vielmehr erleben sie den Bund nun gemeinsam. Entscheidungsfreiheit ist nach wie vor ein übergeordneter Bestandteil jeder ewigen Ehe. Präsident Dallin H. Oaks, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat festgestellt: „Wir wissen auch, dass [Gott] niemanden gegen dessen Willen dazu zwingt, an jemanden gesiegelt zu werden. Die Segnungen der Siegelung sind all denen gewiss, die ihre Bündnisse halten, doch niemals dadurch, dass jemand, der nicht würdig oder nicht willens ist, in eine solche gesiegelte Beziehung gezwungen wird.“ Selbst nach einer Siegelung im Tempel ist niemand gezwungen, in einer Ehe zu leben, die er nicht hinnehmen kann oder in der er nicht freiwillig verbleiben möchte.
Die Vielzahl an Bündnissen bindet uns stärker an Gott
Eine Vielzahl an Bündnissen bringt uns Gott näher und stärkt unsere Bindung an ihn. Der Zweck dieser Bande besteht darin, uns zu helfen, noch gründlicher bekehrte, treuere und engagiertere Jünger Jesu Christi zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei Erwachsenen, die getauft worden sind, das Endowment empfangen haben und an einen Ehepartner gesiegelt worden sind, letztlich die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass sie als Jünger auf dem Weg der Bündnisse bleiben und zu noch besseren Nachfolgern Christi werden. Die Wahrscheinlichkeit ist geringer bei Erwachsenen, die zwar getauft sind und das Endowment empfangen haben, jedoch nicht an einen Ehepartner gesiegelt sind. Und am niedrigsten ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie letztlich Jünger bleiben und zu noch besseren Nachfolgern Christi werden, bei den Erwachsenen, die zwar getauft worden sind, aber nicht das Endowment empfangen haben. In dem Maße, wie wir als Jünger wachsen, fügen wir unserem Taufbund die Bündnisse des Endowments hinzu, wodurch wir noch fester mit Gott verbunden sind. Und wenn dann die Segnung hinzukommt, dass wir an einen Ehepartner gesiegelt werden, kann unsere Bündnisbeziehung noch enger werden.
Bitte meinen Sie jedoch nicht, dass solcherlei Wahrscheinlichkeitsfaktoren irgendwie entscheidend sind. Sie und ich kennen doch Menschen, die das Endowment nicht empfangen haben, aber bemerkenswert treue Jünger Christi sind, und wir kennen auch welche, die zwar an ihren Ehepartner gesiegelt sind, aber nicht treu sind. Treue ist die Entscheidung jedes Einzelnen, wie wir nämlich nach den Bündnissen leben, die wir geschlossen haben. Auch wenn Sie an keinen Ehepartner gesiegelt sind, hält das Ihren Fortschritt als Jünger des Erretters nicht auf. Wenn Sie weiterhin in Ihrem Zeugnis von Jesus Christus tapfer sind, geht Ihr Fortschritt weiter.
Aufforderung an alle, die das Endowment noch nicht empfangen haben
Als Apostel des Herrn Jesus Christus spreche ich dessen ungeachtet eine Aufforderung an jeden von Ihnen aus. Ich fordere alle auf, die getauft sind, aber noch nicht das Endowment empfangen haben: Bereiten Sie sich auf das Endowment vor und empfangen Sie es. Die Entscheidung, ob man das Endowment empfangen möchte, ist sehr persönlich und soll gebeterfüllt getroffen werden. Sie hängt nur von Ihrer Entscheidungsfreiheit ab – nicht von der eines anderen. Darüber hinaus ist es nicht die Aufgabe von irgendjemandem – Führern der Kirche, Freunden, Gleichaltrigen, Angehörigen oder mir –, dies für Sie zu entscheiden oder Sie über Gebühr zu beeinflussen. Viele von Ihnen hegen bereits den Wunsch, heilige Tempelbündnisse zu empfangen und sie ihr Leben lang zu halten und erfüllen insofern ja bereits alle Kriterien für das Endowment. Im Allgemeinen Handbuch heißt es:
„Ein Mitglied kann sich dafür entscheiden, das Endowment für sich selbst zu empfangen, wenn sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
-
es ist mindestens 18 Jahre alt
-
es hat die Schulausbildung abgeschlossen oder beendet
-
seit seiner Konfirmierung ist mindestens ein Jahr verstrichen
-
es verspürt den Wunsch, heilige Tempelbündnisse einzugehen und sie sein Leben lang zu halten.“
Bereiten Sie sich weiterhin vor, bis Sie bereit sind. Dazu gehört etwa, die eigene Familiengeschichte zu erforschen, sich für einen Tempelschein würdig zu machen und diesen auch für die Taufe und Konfirmierung stellvertretend für Verstorbene zu nutzen. Konzentrieren Sie sich bewusst auf den Bund, den Sie bereits geschlossen haben. Nehmen Sie wöchentlich bewusst vom Abendmahl. Wenn Sie die Abendmahlsversammlung nicht besuchen, obwohl Sie sie besuchen könnten, bringen Sie sich geistig in Gefahr. Leben Sie weiterhin treu nach dem Evangelium Jesu Christi. Wenn Sie diese Aufforderung annehmen, bringt Sie das Gott näher.
Aufforderung an diejenigen, die noch nicht gesiegelt sind
Wenden wir uns nun denjenigen zu, die getauft worden sind und das Endowment empfangen haben, aber nicht an einen Ehepartner gesiegelt sind. Bekanntlich hängt die Siegelung an einen Ehepartner ja von der Entscheidungsfreiheit eines anderen ab. Diesen Schritt bestimmen Sie also nicht ganz alleine. Bei meiner Aufforderung geht es darum, was Sie tun können.
Falls die Siegelung an einen Ehepartner noch nicht zu Ihren Segnungen gehört – zumindest nicht in dem Ausmaß, das von Ihrer Entscheidung abhängt –, zögern Sie nicht, die sich Ihnen bietenden Möglichkeiten zu nutzen. Verschließen Sie sich diesen Gelegenheiten nicht. Im Mai 2023 hat Präsident Dallin H. Oaks gesagt:
„Denkt daran, unser liebevoller himmlischer Vater hat einen Plan für seine jungen Erwachsenen, und Ehe und Kinder sind ein Teil davon. …
Wir raten euch, eure Beziehungen zum anderen Geschlecht über Verabredungen anzubahnen, die zu einer Eheschließung führen können.“
Bedenken Sie: „Das ewige Leben [ist] nicht einfach eine Frage des derzeitigen Familienstandes. Vielmehr geht es um die Nachfolge Jesu und darum, ob man ‚im Zeugnis von Jesus … tapfer‘ ist [Lehre und Bündnisse 76:79; siehe auch Lehre und Bündnisse 121:29].“ Wenn Sie die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums befolgen, erhalten Sie Zugang zur Gnade Christi. Außerdem bitte ich Sie, sich auf die Bündnisse zu konzentrieren, die Sie bereits geschlossen haben. Gehen Sie häufig in den Tempel und erforschen Sie Ihre Familiengeschichte. Nehmen Sie wöchentlich bewusst vom Abendmahl. Dadurch stärken Sie Ihre Bindung an Jesus Christus (siehe 3 Nephi 18:12,13).
Denjenigen, die in diesem Leben nie an einen Ehepartner gesiegelt wurden oder deren Siegelung sich nicht wie erhofft entwickelt hat, sollten sich eine tröstliche Verheißung Präsident Lorenzo Snows aus dem Jahr 1899 vor Augen halten. Zum Thema unverheiratete Frauen sagte er: „Es scheint über diesen Zustand beträchtliche Klagen zu geben. Das ist allerdings nicht notwendig.[Doch] einigen Schwestern sind höchst törichte Lehren in Bezug auf dies und Ähnliches vorgelegt worden. … Kein Heiliger der Letzten Tage, der sein Leben lang treu gewesen ist, wird nach seinem Tode irgendetwas einbüßen, nur weil er etwas Bestimmtes nicht getan hat, wozu sich ihm gar keine Gelegenheit geboten hat. … Die Heiligen werden alle Segnungen, Erhöhung und Herrlichkeit haben, die jeder Mann und jede Frau haben werden, die diese Gelegenheit hatten. [Sie] werden mit den Mitteln ausgestattet werden, mit denen sie sich alle Segnungen sichern können, die Verheiratete brauchen.“
Ich fühle mich gedrängt, dem noch hinzuzufügen, dass Sie sich nicht mit der Frage quälen sollen, ob Sie denn die Gelegenheit, an einen Ehepartner gesiegelt zu werden, schon erhalten, jedoch verpasst haben, oder damit, dass sich Ihre Siegelung im Haus des Herrn nicht wie erhofft entwickelt hat. Stellen Sie sich nicht selbst in Frage. Gottes Gnade ist für alle ausreichend. „Alles, was im Leben ungerecht ist, kann [und wird] durch das Sühnopfer Jesu Christi wiedergutgemacht werden.“ Wenn Sie diese Aufforderung annehmen, bringt auch dies Sie Gott näher.
Aufforderungen an diejenigen, die an einen Ehepartner gesiegelt sind
Für diejenigen, die an einen Ehepartner gesiegelt sind: Ihre Siegelung mag ein Meilenstein sein, sie ist aber beileibe keine Bücherstütze. Sie müssen vorwärtsstreben und sich auf die Bündnisse konzentrieren, die Sie geschlossen haben, so wie ich auch alle anderen aufgefordert habe: bewusst vom Abendmahl nehmen, Gott im Tempel verehren und die eigene Familiengeschichte erforschen. Bemühen Sie sich außerdem, ein besserer Ehepartner zu werden, indem Sie sich christliche Eigenschaften aneignen. Werden Sie der Ehepartner, den Ihre bessere Hälfte verdient. Wenn Sie das Glück haben, Vater oder Mutter zu sein: Werden Sie die Eltern, die Ihr Kind verdient. Wenn Sie dieser Aufforderung nachkommen, bringt auch dies Sie dem Vater im Himmel und Jesus Christus näher und stärkt Ihre Bündnisbindung.
Aufforderungen an alle
Ganz gleich, ob Sie erst ein Bündnis oder schon eine Vielzahl an Bündnissen eingegangen sind, beachten Sie bitte diese Warnung des Erretters:
„Aber es ist möglich, dass der Mensch aus der Gnade fallen und den lebendigen Gott verlassen kann,
darum soll die Kirche achtgeben und immer beten, damit sie nicht in Versuchung fallen,
ja, und selbst diejenigen, die geheiligt sind, sollen auch achtgeben.“ (Lehre und Bündnisse 20:32-34.)
Gott hat diese Vielzahl an Bündnissen festgelegt, damit sie uns ein Segen sind, und nicht, um uns zu verurteilen. Wenn wir uns eifrig mit den Bündnissen befassen, die wir geschlossen haben, und uns auf das jeweils nächste vorbereiten, ist das die beste Art, uns darauf vorzubereiten, alles zu empfangen, was der Vater im Himmel hat. Auf diese Weise denken wir letztlich celestial. Ich bezeuge, dass Jesus Christus mächtig ist zu erretten. Er wünscht sich eine enge Beziehung zu uns, ja, eine auf Bündnissen beruhende Beziehung. Ich bete darum, dass Sie mit wirklichem Vorsatz Bündnisse eingehen und es zulassen, dass Ihnen diese Bündnisse jetzt und in Ewigkeit ein Segen sind.