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4 Möglichkeiten, wie ich durch Christus meine Schwächen überwinde
Die Verfasserin lebt in Bogotá in Kolumbien.
Ich bemühe mich, mit der Hilfe des Erretters meine Schwächen zu überwinden.
Früher war ich der Ansicht, ich müsste alle meine Schwächen gleichzeitig in den Griff bekommen.
Als Missionarin litt ich sehr unter dieser Einstellung. Ich sprach damals mit meinem Missionspräsidenten darüber, wie mir zumute war.
Er rief mir eine Wahrheit in Erinnerung, die sich mir nun felsenfest eingeprägt hat. Zusammen lasen wir Ether 12:27: „Ich gebe den Menschen Schwäche, damit sie demütig seien; und meine Gnade ist ausreichend für alle Menschen, die sich vor mir demütigen; denn wenn sie sich vor mir demütigen und Glauben an mich haben, dann werde ich Schwaches für sie stark werden lassen.“
Diese Schriftstelle hat mir vor Augen geführt, dass ich mich tatsächlich ändern kann. Also beschloss ich, mit nur einer Sache zu beginnen und dem Herrn Zeit zu geben, meine Schwächen in Stärken umzuwandeln.
Was mir hilft weiterzumachen
Vor meiner Mission war Pornografie für mich ein großes Problem gewesen, und ich hatte mir ganz fest vorgenommen, nach meiner Rückkehr nie wieder in diese Gewohnheit zu verfallen. Doch zu meinem Leidwesen hatte ich einen Rückfall.
Wie unsäglich elend war mir zumute! Nachts lag ich schlaflos wach und brütete über all den Fehlern, die ich gemacht hatte. Dennoch spürte ich, als ich so um Hilfe und Vergebung flehte, trotz all meinem Schmerz immer wieder, wie mir der Heilige Geist eine schlichte Wahrheit vor Augen führte: Zusammen mit dem Erretter konnte diese Schwäche zu einer Stärke werden. Es waren ja nicht meine Schwächen, die mich als Mensch ausmachten!
Bei meinem Bemühen um Hilfe vom Herrn habe ich vier wertvolle Lektionen gelernt, die mir helfen, mich weiter anzustrengen:
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Innerer Friede stellt sich dadurch ein, dass wir dem Erretter näherkommen.
Das Schriftstudium führt dazu, dass ich Jesus Christus mehr lieben lerne. Wenn ich mich in die Konferenzansprachen über Umkehr und das Sühnopfer des Erretters vertiefe, wird mir klar, dass es auf unserem Lebensweg rein gar nichts gibt, was er nicht verstehen und auch heilen kann. Unseren gesamten Heilungsprozess hindurch und bei unseren Bemühungen um Fortschritt können wir ihm näherkommen.
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Scheut euch nicht, dem Bischof eure Schwächen zu enthüllen.
Wie ihr wisst, ist unser Bischof dazu eingesetzt und hat die Priestertumsschlüssel dafür, uns helfen, die Bindung zum Erretter zu vertiefen und sein Sühnopfer in Anspruch zu nehmen. Er kann uns die Last leichter machen und uns auf das aufmerksam machen, was uns hilft, unsere Schwächen zu überwinden.
Präsident Jeffrey R. Holland, Amtierender Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, hat den jungen Erwachsenen ans Herz gelegt: „Umkehr ist der Weg zu einem Neuanfang. … Das Leben ist schon schwierig genug, ohne dass man ein ganzes Bündel von Fehlern mit sich trägt, und das den ganzen Tag lang jeden Tag, die ganze Nacht lang, jede Nacht. Legt es ab! … Christus hat sein Leben dafür gegeben, dass ihr diese Freiheit habt.“
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Wendet euch gegebenenfalls auch an eine psychologische Fachkraft.
So suchte ich etwa eine Psychologin auf, und die Denkanstöße, die ich durch ihre ärztliche Expertise erhielt, ermöglichten mir, bessere Gewohnheiten zu entwickeln. Ich spürte, wie mir der Herr zur Seite stand, sodass ich motiviert genug blieb und Kraft fand, Dinge zu tun, die mir vorher als zu mühsam vorgekommen waren.
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Verbringt Zeit an heiligen Stätten.
Am Institut teilzunehmen, im Tempel Gott zu verehren und in die Kirche zu gehen – all das hilft mir, den Blick auf den Erretter und seine göttliche Hilfe zu richten. An heiligen Stätten vertieft ihr eure Bindung zum Erretter und zu seiner stützenden und heilenden Macht.
Die Arme der Barmherzigkeit sind uns unentwegt entgegengestreckt
Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darüber gesprochen, was geschieht, wenn wir uns ändern wollen: „Mit der Zeit spüren wir, wie die schmerzhafte Reue nachlässt, weil ‚die Schuld aus dem Herzen weggenommen‘ wird [Alma 24:10] und wir ‚Frieden im Gewissen‘ [Mosia 4:3] haben.“
Ich muss mich zwar immer noch mit meinen Schwächen auseinandersetzen, doch ich spüre, dass sich der Herr meiner tagtäglichen Bemühungen bewusst ist. Daher lege ich Tag für Tag Wert auf die Umkehr. Ich halte meine Bündnisse und gehe voran.
Meine Hoffnung und mein Glaube sind auf den Erretter gerichtet. Ich weiß nicht, wann ich meine Schwäche in Bezug auf Pornografie ganz und gar überwunden haben werde, aber eines weiß ich: Solange ich mich weiterhin bemühe, davon zu lassen, und umkehre, falls ich der Versuchung erliege, wird mir keine Segnung vorenthalten. Bradley R. Wilcox, Erster Ratgeber in der Präsidentschaft der Jungen Männer der Kirche, hat eigens festgestellt, „dass Würdigkeit nicht gleich Fehlerlosigkeit ist. Würdigkeit heißt, ehrlich zu sein und es zu versuchen.“
Der Vater im Himmel liebt uns, und Jesus Christus ist unsere Hilfe und unser Befreier. Für Gottvater und seinen Sohn haben wir überaus großen Wert. Sie kennen ja unsere Schwierigkeiten und Bedrängnisse, und ihre Arme der Barmherzigkeit sind jedem von uns entgegengestreckt. Ich bin dankbar dafür, dass ich von Gott und seinem Sohn geformt und geliebt werde.
Lasst zu, dass euch Jesus Christus in eurem Schmerz beisteht. Nehmt Zurechtweisung und Weisung von ihm an. Und vergesst nicht: Er liebt uns vollkommen.
Durch ihn finden wir Heilung und Vergebung.