„Familie Martins“, Geschichten aus dem Buch Lehre und Bündnisse, 2024
„Familie Martins“, Geschichten aus dem Buch Lehre und Bündnisse
April 1972 bis November 1978
Familie Martins
Auf die Segnungen des Herrn warten
Helvécio Martins war in Rio de Janeiro in Brasilien auf dem Heimweg von der Arbeit. Die Straße war so voller Autos, dass alles zum Stillstand kam. Helvécio dachte über sein Leben nach. Er hatte eine gute Stellung. Er liebte seine Frau Rudá und seine beiden Kinder Marcus und Marisa. Aber er hatte das Gefühl, dass da etwas fehlte.
Heilige, Band 4, S. 272f.
Helvécio stieg aus und begann zu beten. „Mein Gott“, sagte er, „ich weiß, dass du hier irgendwo bist, aber ich weiß nicht, wo.“ Er sagte dem Vater im Himmel, dass seine Familie auf der Suche nach etwas sei und seine Hilfe brauche. Dann stieg er wieder in sein Auto und fuhr nach Hause.
Heilige, Band 4, S. 273
Später sandte der Herr Missionare aus den Vereinigten Staaten. Sie besuchten Familie Martins. Helvécio bemerkte, dass sie eine angenehme Ruhe in sein Zuhause brachten. Er wusste, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe damals in den Vereinigten Staaten oft nicht gut behandelt wurden. Er fragte: „Wie behandelt Ihre Religion denn Schwarze?“
Heilige, Band 4, S. 274
Sie erklärten, dass alle Kinder Gottes getauft werden können. Damals konnten Schwarze mit Vorfahren aus Afrika jedoch nicht das Priestertum tragen und auch die meisten Segnungen des Tempels nicht empfangen. Helvécio und Rudá hatten noch viele Fragen. Die Missionare gaben sich die größte Mühe, sie zu beantworten.
Heilige, Band 4, S. 275
Viele Jahre lang hatten die Propheten gebetet, um zu erfahren, wann die Segnungen des Priestertums und des Tempels allen Menschen zuteilwerden konnten.
Heilige, Band 4, S. 83
Helvécio und Rudá beschlossen, in die Kirche zu gehen. Die Mitglieder dort waren sehr liebevoll und freundlich. Familie Martins gefiel, was sie in der Kirche lernten.
Heilige, Band 4, S. 275f.
Eines Tages, auf dem Heimweg von der Kirche, bemerkte Marcus, der Sohn von Helvécio, dass seine Familie glücklicher aussah. „Und ich weiß, woher das kommt“, sagte er. „Vom Evangelium Jesu Christi.“ Der Rest der Familie wusste, dass Marcus Recht hatte. Sie beschlossen, sich taufen und konfirmieren zu lassen.
Heilige, Band 4, S. 275f.
Jahre später bauten die Mitglieder in Brasilien mit großem Einsatz einen Tempel. Die Martins freuten sich, aber sie waren auch traurig. Denn nach der Weihung würden sie den Tempel nicht mehr betreten dürfen. „Mach dir keine Sorgen“, sagte Helvécio zu Rudá. „Der Herr weiß alles.“
Heilige, Band 4, S. 347f.
Es war nicht so leicht, dem Glauben treu zu bleiben. Die Leute machten sich über die Martins lustig. Selbst ihre Freunde konnten nicht verstehen, warum sie in der Kirche blieben. Aber Helvécio und seine Familie wussten, dass es die Kirche Jesu Christi war.
Heilige, Band 4, S. 297f.
Als Helvécio eines Tages von der Arbeit nach Hause kam, sagte Rudá: „Ich habe Neuigkeiten, tolle Neuigkeiten!“ Nach vielem Fasten und Beten hatte der Prophet, Präsident Spencer W. Kimball, eine Offenbarung empfangen. Gott hatte ihm gesagt, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Hautfarbe sämtliche Segnungen des Priestertums und des Tempels erhalten könne.
Amtliche Erklärung 2; Heilige, Band 4, S. 376f.
Familie Martins und viele andere hatten so lange gewartet. Und nun hatte das Warten ein Ende! Helvécio und Marcus empfingen das Priestertum. Helvécio, Rudá und ihre Kinder wurden im Tempel als Familie aneinander gesiegelt. Sie konnten nun alle Segnungen des Evangeliums empfangen.
Heilige, Band 4, S. 376–379