2025
Neue Präsidentschaft für den Pfahl St. Gallen berufen
Liahona, Oktober 2025


Neue Präsidentschaft für den Pfahl St. Gallen berufen

Zürich: In einer feierlichen Versammlung wurde am Sonntagvormittag, dem 25. Mai 2025, im Pfahlhaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Zürich eine neue Pfahlpräsidentschaft für den Pfahl St. Gallen eingesetzt. Der Vorsitz dieser besonderen Versammlung lag bei Elder Jack N. Gerard von der Gebietspräsidentschaft Europa Mitte. Ihn begleitete Elder Samuel Lopez, ein Gebietssiebziger, der kürzlich in dieses Amt berufen wurde. Diese Veränderung in der geistlichen Leitung stellt einen bedeutsamen Moment für die Mitglieder des Pfahls und die Kirchgemeinden in der Ostschweiz dar.

Der neue Pfahlpräsident, Todd Cheney (41), wohnhaft in Frauenfeld, wurde gemeinsam mit seinen beiden Ratgebern, Sandro Kriesch (58) aus Meilen und Simon Sunke (41) aus Dinhard bei Winterthur, unter Gebet und geistiger Führung berufen. In seiner ersten öffentlichen Ansprache unterstrich Präsident Cheney, der beruflich in leitender Funktion bei einer Grossbank tätig ist, seine Demut und Dankbarkeit:

„Ich bin dankbar, mit euch diese Reise der kommenden Jahre antreten zu können. Ich freue mich, für meine Berufung Inspiration vom Herrn erhalten zu dürfen.“

Die Berufung eines Pfahlpräsidenten ist ein bedeutender Vorgang innerhalb der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. In der Regel umfasst eine Amtszeit rund neun Jahre. Der Pfahl St. Gallen besteht aus zwölf Gemeinden in der Ostschweiz, der Region Zürich, dem angrenzenden Vorarlberg sowie der deutschen Bodensee-Region.

Ein Tag des Neubeginns

Die Versammlung war von einer tief spirituellen Atmosphäre geprägt. Bereits im Foyer des Pfahlhauses war vor Beginn eine deutliche Erwartung zu spüren – getragen von Gebet, Hoffnung und einer gewissen Spannung.

Ein besonders feierlicher Akzent war die musikalische Gestaltung: Der Familienchor, unter der einfühlsamen Leitung von Christian Gräub, bewegte die Anwesenden mit feierlichen Liedern. Begleitet wurde der Chor von einem kleinen, eigens für diesen Anlass zusammengestellten Orchester, das den geistlichen Rahmen mit stimmungsvoller Musik bereicherte.

Ein Leben im Dienst am Nächsten

Präsident Cheney bringt vielfältige berufliche und familiäre Erfahrungen mit in seine neue Aufgabe. Er ist verheiratet mit seiner Frau Christina, Vater von vier Kindern und seit Jahrzehnten aktives Mitglied der Kirche. Zuvor diente er unter anderem als Bischof, als Hoher Rat sowie in der Präsidentschaft der Jungen Männer.

Auch seine beiden Ratgeber sind langjährig engagierte Mitglieder: Sandro Kriesch ist beruflich im Rückversicherungswesen tätig; Simon Sunke, ursprünglich Pilot, ist heute Produktspezialist für IT-Lösungen. Beide haben in verschiedenen Ämtern gewirkt und zeichnen sich durch Erfahrung, Glauben und Einsatzwillen aus. In persönlichen Worten bekannten sich alle drei zu ihrem Wunsch, den Mitgliedern zuzuhören, sie zu stärken und gemeinsam im Glauben zu wachsen.

Bedeutung über die Kirche hinaus

Die Berufung eines neuen Pfahlpräsidenten hat auch symbolische Bedeutung über die Kirche hinaus. Sie steht für das Selbstverständnis der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als integraler Teil der schweizerischen Gesellschaft: offen, engagiert und dem Gemeinwohl verpflichtet.

In der Ostschweiz ist die Kirche seit Jahrzehnten präsent. Sie engagiert sich unter anderem in der humanitären Hilfe, der Familienförderung, Bildungsarbeit und im interreligiösen Dialog.

Kontinuität und Erneuerung

Die neue Präsidentschaft tritt die Nachfolge von Präsident Christian Bolt jun. an, der mit grossem Dank und aufrichtiger Anerkennung verabschiedet wurde. Elder Gerard würdigte ihn als „treuen und beständigen Diener des Herrn“, der den Pfahl mit Liebe, Weisheit und geistiger Festigkeit geleitet habe. Auch die Ratgeber Thomas Ottiker und Guido Uchtdorf haben mit grossem Einsatz ihren Teil dazu beigetragen.

Wie in der Kirche üblich, erfolgt ein solcher Wechsel nicht auf Wunsch, sondern auf geistliche Berufung hin – ein Zeichen göttlicher Führung und Ausdruck der Bereitschaft vieler, einen wesentlichen Teil ihres Lebens in den selbstlosen Dienst für andere zu stellen.

Ein Blick nach vorn

Die kommenden Jahre werden im Zeichen geistigen Wachstums und gelebten Glaubens stehen. In einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen, kann die Kirche durch ihr Wirken einen wichtigen Beitrag leisten – durch Menschen, die zuhören, helfen und im Alltag ein Licht sein wollen.

Präsident Cheney brachte es in einfachen, aber eindrucksvollen Worten auf den Punkt. Er möchte sich mit seinen beiden Ratgebern besonders für die heranwachsende Generation einsetzen, sodass diese einen starken Platz innerhalb der Kirche finden kann.