2025
Wie wir im Ältestenkollegium zu Brüderlichkeit und Verbundenheit gelangen
Liahona, Oktober 2025


Aus Neu für junge Erwachsene

Wie wir im Ältestenkollegium zu Brüderlichkeit und Verbundenheit gelangen

Wenn du dich im Ältestenkollegium einbringst, kannst du die erbaulichen Erlebnisse haben, die du dir wünschst

Teilnehmer im Ältestenkollegium in fröhlicher Runde

Hattest du in einer Versammlung des Ältestenkollegiums schon einmal das Gefühl, nicht dazuzugehören?

Nicht jedem mag es so ergangen sein. Doch wenn du Schwierigkeiten hast, im Kollegium Anschluss zu finden, kann das dazu führen, dass du dich in der Kirche ziemlich einsam fühlst.

Was also kannst du tun, wenn die erhofften Erlebnisse ausbleiben? Nachfolgend drei Ratschläge, wie du im Ältestenkollegium das Gefühl von Brüderlichkeit fördern kannst.

1. Pflege deine Beziehungen nicht nur sonntags

Du blickst im Ältestenkollegium auf dein Handy und vermeidest Augenkontakt? Dann probiere mal etwas anderes. Wie wäre es, stattdessen die Zeit vor und nach dem Unterricht zu nutzen, um die anderen besser kennenzulernen? Du könntest sogar noch einen Schritt weiter gehen: Bitte jemanden, sich außerhalb der Kirche mit dir zu treffen.

Wenn du selbst dafür sorgst, außerhalb der Kirche mit anderen Brüdern zusammenzukommen, knüpfst du Freundschaften. Zudem werden andere deinem Beispiel folgen!

Elder David L. Buckner von den Siebzigern hat gemahnt: „Wir müssen aufhören, nach Gründen zu suchen, die uns entzweien, und stattdessen nach Gelegenheiten suchen, eins zu sein [siehe Lehre und Bündnisse 38:27]. … ‚Entzweien und unterwerfen‘ ist der Plan des Widersachers, um Freundschaften, Familien und den Glauben zu zerstören. [Wer] uns eint, ist der Erretter.“

Lernt einander daher kennen und verbringt außerhalb der Kirche Zeit miteinander. Ihr könntet gemeinsamen Hobbys nachgehen, einmal im Monat einen Spieleabend veranstalten oder gemeinsam in den Tempel fahren und dergleichen mehr. All dies trägt dazu bei, euer Kollegium zu einen.

2. Sei für jeden da – vor allem für die, deren betreuender Bruder du bist

Du weißt nicht, wo du anfangen sollst? Denk ans Betreuen! Die Betreuungsarbeit bietet die perfekte Gelegenheit, im Ältestenkollegium aufeinander zuzugehen und Beziehungen aufzubauen. Wir brauchen nicht zu meinen, unsere Betreuungsarbeit müsse auf bestimmte Art und Weise oder nach einem festgelegten Zeitplan erfolgen oder dürfe nur bestimmten Menschen zugutekommen.

Elder Juan Pablo Villar von den Siebzigern hat betont: „Wir haben Brüder und Schwestern, die verwundet am Rand ihres Lebenswegs zurückgelassen wurden. Es könnte jeder sein: Freunde, Verwandte, Nachbarn, Menschen aus unserem Umfeld und sogar diejenigen, mit denen wir sonntags die Kirchenbank teilen. … Die wenigsten von denen, die wir sehen, haben sichtbare Wunden. Viele leiden im Stillen und bitten nicht um Hilfe. Wir können nur dann im Umgang mit unseren Mitmenschen sicher sein, wenn wir ihnen die Liebe und das Mitgefühl entgegenbringen, die der Samariter an den Tag gelegt hat. Christliches Dienen bedeutet, allen Menschen Mitgefühl entgegenzubringen.“

Betreuungsarbeit ist eine von Gott festgelegte Methode zur gegenseitigen geistigen und zeitlichen Unterstützung. Diesen Dienst benötigt jeder von uns. Liebe und Mitgefühl bilden die Voraussetzung, damit anzufangen.

3. Trage zu einer sinnvoll verbrachten, gemeinsamen Zeit am Sonntag bei

Zusammenkünften wohnt eine große Kraft inne. Der Herr hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18:20.) Ob introvertiert oder extrovertiert – trage zum sinnstiftenden Austausch im Kollegium bei, indem du von deinen Erfahrungen erzählst, andere unterstützt und dich an Gesprächen beteiligst, die der Stärkung des Glaubens an Jesus Christus dienen.

Zu Beginn der Versammlungen des Ältestenkollegiums könnten die Teilnehmer etwa gebeten werden zu erzählen, wie ihre Woche war und was sie gerade durchmachen. Ein solcher Austausch kann die brüderliche Unterstützung – und somit auch Offenheit, Verbundenheit und Ehrlichkeit – innerhalb des Kollegiums fördern, sodass etwa jemandem, der mit Pornografiekonsum oder psychischen Problemen ringt, geholfen wird. Oder man wird vom Glauben eines Bruders beflügelt, der davon erzählt, inwiefern er seit der letzten Zusammenkunft die Hand des Erretters in seinem Leben erlebt hat.

Bemüh dich vielleicht auch bewusst, im Unterricht etwas beizutragen und dich zu melden, wenn eine Frage gestellt wird. Erzähle von deinen Erfahrungen und höre zu, wenn andere von ihren erzählen. Ermuntere jemanden, den du weniger gut kennst, sich zu dir zu setzen. Vielleicht kannst du den Lehrer sogar bitten, das Kollegium zur Vertiefung eines bestimmten Themas in kleine Diskussionsgruppen aufzuteilen. Melde dich freiwillig für die Planung besonderer, außerhalb der Versammlungen am Sonntag stattfindender Aktivitäten mit dem Ältestenkollegium, die der Einigkeit dienen.

Denk daran, dass du dich jederzeit mit den Brüdern der Ältestenkollegiumspräsidentschaft darüber beraten kannst, wie sich sinnstiftende, geistige Erlebnisse im Unterricht fördern lassen. Folge aber vor allem dem Beispiel des Erretters. Er knüpfte Freundschaft mit Zeloten ebenso wie mit Fischern, diente Hauptleuten ebenso wie Aussätzigen und einte all seine Jünger trotz aller Unterschiede.

Mit deinem rechtschaffenen Wunsch und der Hilfe des Vaters im Himmel kannst du dazu beitragen, dass dein Ältestenkollegium zu dem wird, wie es sich der Erretter vorstellt.