2025
Ein Vorbild, Segnungen und ein wunderbares Leben
Liahona, Oktober 2025


„Ein Vorbild, Segnungen und ein wunderbares Leben“, Liahona, Oktober 2025

Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Ein Vorbild, Segnungen und ein wunderbares Leben

Dank des Beispiels ihres Highschool-Lehrers wollte meine Mutter mehr über die Kirche erfahren.

Die Verfasserin (links) mit ihrer neuen Freundin Sara

Die Verfasserin (links) mit ihrer neuen Freundin Sara

Als ich vor kurzem bei einem pfahlübergreifenden Tanzabend als Aufsichtsperson teilnahm, hegte ich den Wunsch, mich mit einer Schwester anzufreunden, die ebenfalls für die Aufsicht zuständig war. Ich erfuhr, dass wir uns schon einmal kurz begegnet waren, dass sie in einem anderen Pfahl wohnte und dass wir gemeinsame Freunde hatten. Außerdem erfuhr ich, dass sie aus Rochester im Bundesstaat New York stammte und dass ihre Familie viele Jahre dort gelebt hatte.

Ich erzählte meiner neuen Freundin Sara, dass meine Mutter ebenfalls aus Rochester stamme und dort aufgewachsen sei. Sara erkundigte sich nach dem Mädchennamen meiner Mutter. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass sie meine Mutter bestimmt nicht kennen könne, denn diese gehörte damals noch gar nicht der Kirche an.

Ich sagte Sara, meine Mutter habe sich erst im ersten Studienjahr in Missouri der Kirche angeschlossen. Doch an der Highschool hatte sie einen Lehrer gehabt, den sie sehr schätzte. Er war immer freundlich und lebte die Liebe des Erretters vor.

Meine Mutter fand heraus, dass er Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage war. Als sie dann aufs College ging, wollte sie mehr über seine Religion erfahren.

„Mein Vater war in Rochester 35 Jahre lang Englischlehrer“, meinte Sara. „Welche Highschool hat deine Mutter denn besucht?“

Rasch schrieb ich meiner Mutter eine Textnachricht mit der Frage, welche Schule sie denn besucht habe und wie der Lehrer geheißen habe, der sie dazu veranlasst hatte, sich für die Kirche zu interessieren.

„Eastridge High, David Anderson“, antwortete sie.

David Anderson war Saras Vater!

Es war so herzergreifend für uns, als meine Mutter die wundervollen Segnungen aufzählte, die sie durch die Kirche erhalten hatte: ihre Eheschließung im Tempel, dass vier ihrer acht Kinder und viele Enkel eine Mission erfüllt hatten – und dazu kamen noch zahlreiche weitere Segnungen.

Als Sara ihrem Vater am nächsten Tag von meiner Mutter erzählte, weinte er vor Dankbarkeit. Er hatte sich erst nach seiner Heirat der Kirche angeschlossen und hatte eigentlich auch selber auf Mission gehen wollen, doch nun war er zum zweiten Mal Witwer. Bei der Geschichte meiner Mutter spürte er jetzt, dass er tatsächlich ein wunderbares Leben gehabt hatte.

Meine Familie ist dankbar für Mr. Anderson, den bündnistreuen Highschool-Lehrer, dessen Beispiel ein 18-jähriges Mädchen dazu inspiriert hat, nach der Wahrheit zu suchen, das eigene Leben umzukrempeln und damit auch das Leben künftiger Generationen zu beeinflussen.

Mit dem Evangelium Jesu Christi kann für alle, die dem Erretter nachfolgen und ihre Bündnisse halten möchten, das Leben in der Tat wunderbar sein.