2025
Lass auch du dein Licht leuchten
Für eine starke Jugend, Dezember 2025


Lass auch du dein Licht leuchten

Jeder Funke Licht, den du in der Weihnachtszeit weitergibst, macht die Welt ein Stück heller

Eine Jugendliche

Illustrationen von Gabriele Cracolici

Jedes zweijährige Kind (und auch jede Hauskatze) weiß, dass das Geschenk im Karton selten so aufregend ist wie der Karton selbst. Der Karton an sich bietet grenzenlose Möglichkeiten! Ist er eine Zeitmaschine? Die Zutat für ein künftiges wissenschaftliches Meisterwerk? Oder der Eingang zu einem Tunnel?

Mit der Hilfe einer motivierten Gruppe Junger Damen aus Oregon entfaltete der Karton eines Kühlschranks sein volles Potenzial und trug zu einer ganzen Reihe von Weihnachtswundern bei.

Ein Karton, viele Wunder

Als die Jungen Damen mit der Organisation der Weihnachtsfeier in ihrer Gemeinde betraut wurden, wählten sie dafür gleich zu Beginn das Motto „Der Welt ein Licht“. Der erste Spendenautomat war in ihrer Region bereits im Jahr davor aufgestellt worden. „Ich fand es so cool, wie einfach es ist, damit anderen zu helfen“, erzählt Kisiah H., eines der Mädchen.

Die Mädchen wollten nun für ihre Gemeinde und ihren Pfahl einen maßgeschneiderten „Spendenautomaten“ machen. Rita P. ist eine Junge Dame, die sogleich bereit war, an der Herstellung zu arbeiten. „Der Automat sollte zu Dienstprojekten anregen, bei denen jeder mitmachen kann, und zwar unabhängig vom Alter“, erklärt Rita. Dazu gehörten Projekte wie „Essen kochen“, „Für einen Bedürftigen beten“ oder „Für andere Weihnachtslieder singen“.

Dank einer JD-Präsidentin, die gerade einen Kühlschrank gekauft hatte, hatten sie einen idealen Karton, den sie mit rotem Papier und Klebeband verschönern konnten. Dann klebten sie verschiedene Angebote für Dienstprojekte darauf und platzierten direkt darunter kleine Visitenkarten zum Mitnehmen. Wenn jemand seine Aufgabe erfüllt hatte, konnte er die kleine rote Visitenkarte als Schmuck an den Weihnachtsbaum der Gemeinde hängen.

„Es war wirklich cool zu sehen, wie sich der Baum mit der Zeit füllte“, erzählt Kisiah.

Nach der Weihnachtsfeier der Gemeinde sollte dieser Spendenautomat auch bei einer Aktion zum Thema „Der Welt ein Licht“ im Pfahl zum Einsatz kommen. So breitete sich das Licht weiter aus. „Jemand sagte, er wünschte, wir hätten so etwas in jeder Gemeinde des Pfahles“, berichtet Kisiah.

Selbstgemachter Spendenautomat

Eine kleine Idee, ein großer Karton und ein gutes Maß an Arbeit bescherten allen ein helleres Weihnachtsfest

Auch Kisiah hatte Spaß mit dem Spendenautomaten. Ihre Familie wollte als Dienstprojekt für andere Weihnachtslieder singen. Zunächst besuchten sie eine Handvoll Gemeindemitglieder. Als sie dann die Freudentränen und das strahlende Lächeln der Menschen sahen, die sie besuchten, beschloss Kisiahs Familie, noch ein weiteres Haus zu besuchen. Und dann noch eins. „Wir wollten eigentlich die ganze Nacht so weitermachen, aber wir mussten aufhören, weil die Leute ja auch schlafen gehen wollten“, erzählt sie.

Es muss gar nicht furchtbar anstrengend sein, zu Weihnachten Gutes zu tun. „Ein Dienstprojekt muss beileibe nichts Außergewöhnliches sein“, erklärt Rita. „Schon durch eine kleine Tat verspürt man Weihnachtsfreude in sich. Konzentriere dich auf andere, nicht auf dich selbst.“

Zwei Jugendliche stehen vor einem selbstgemachten Spendenautomaten

Rita (links) und Kisiah (rechts) freuen sich darüber, wie viele Leute den Spendenautomaten nutzen und mögen

Du + inspirierte Tat = Licht

Man braucht natürlich weder einen selbstgemachten noch einen offiziellen Spendenautomaten, um jemandem eine Freude zu machen. Wir haben Jugendliche auf der ganzen Welt gefragt, wie sie der Welt zur Weihnachtszeit ein Licht sein wollen, und haben die unterschiedlichsten Antworten erhalten. Einige posten Musik und inspirierende Botschaften. Andere verschenken weihnachtliche Leckereien oder Kärtchen mit netten Worten. Wieder andere dienen im Tempel oder besuchen jemanden.

Emalyn, eine 16-Jährige, hat uns von einem Weihnachtsbrauch erzählt, den sie seit ihrem siebten Lebensjahr pflegt. „Ich spiele von Thanksgiving bis Weihnachten bei einem Krippenspiel mit“, sagt sie. Das ist nicht bloß ein Kurzauftritt von Geschwistern in Schlafanzug oder Bademantel, wohlgemerkt! Es handelt sich um ein kostenloses öffentliches Angebot, das es schon seit vielen Jahren gibt.

Eine Jugendliche bei einer Krippenaufführung

Emalyn tritt als Erzählerin in einer Krippenaufführung auf, die jedes Jahr zu Weihnachten Tausende erfreut

So sieht ein typischer Vorstellungstag aus: Emalyn beginnt um 9 Uhr morgens mit ihrer Mutter und dem Veranstalter. Sie verbringen sechs Stunden damit, 500 Donuts für die Gäste des Abends zu backen, und dann zieht Emalyn das Kostüm an, das sie als Erzählerin trägt. Zur Krippenaufführung gehören Kulissen, Lichter, Tiere für die Krippe sowie 20 bis 30 Darsteller. Das alles mündet in einer 15-minütigen Aufführung, die sich jedes Jahr Tausende anschauen.

Ein Junge und ein Mädchen

„Der Geist ist bei der Aufführung so stark“, erzählt sie. „Letztes Jahr kam ein kleiner Junge, den ich noch nie gesehen hatte, auf mich zu, umarmte mich und sagte: ,Das war genau das, was ich brauchte!‘“

Krippenspiel

Ob es sich um eine kleine gute Tat handelt wie das Verteilen von Weihnachtskeksen bei den Nachbarn oder um eine große wie die Entscheidung eines Freundes, sich taufen zu lassen – jede einzelne Tat, die das Licht des himmlischen Vaters und Jesu Christi verbreitet, macht die Welt zu einem helleren Ort. Ein solches Licht sieht man nicht nur, man verspürt es auch.

In der Weihnachtszeit kann ganz schön viel los sein – vielleicht sogar zu viel, wenn man nicht aufpasst. Doch mit ein wenig Planung können wir genug Zeit finden, um Gutes zu bewirken. Elder Patrick Kearon vom Kollegium der Zwölf Apostel hat uns vor Augen gehalten: „Lassen Sie uns jetzt in der Vorweihnachtszeit mehr von dem tun, was wichtig ist, und viel weniger von dem, was unwichtig ist.“

Wer in deinem Umfeld braucht heute ein bisschen mehr Licht?