Nur online: Stimmen von Jugendlichen
Eine Pause vom Ballett
Ich hatte im vergangenen Jahr gesundheitliche Probleme, was sich auf meinen Ballettunterricht auswirkte. Tanzen war nämlich wegen einer Herzschwäche gefährlich für mich. Ich brauchte Ruhe und musste mich erholen.
Das war sehr frustrierend für mich. Ich durfte nicht nur nicht tanzen, sondern sollte überhaupt jegliche Bewegung meiden, auch Dehnübungen und Krafttraining. Selbst zu Fuß sollte ich nur das Allernötigste erledigen. Als Tänzerin eine Pause einlegen? Das schien unmöglich. Schon nach einer Woche Pause fühle ich mich richtig unbeweglich. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, länger als einen Monat nicht zu üben.
Körperliche und geistige Hilfe
Ich hatte die Hoffnung, zu Beginn des neuen Schuljahres im Herbst wieder zum Ballettunterricht gehen zu können. Als der Zeitpunkt kam, war meine Genesung aber noch nicht abgeschlossen. Ich betete viel und beschloss dann im September, in eine Spezialklinik zu gehen, obwohl ich davor wirklich Angst hatte.
Auch begann ich mit dem Seminarunterricht. Es war ein toller Start in den Tag, mich mit dem Evangelium zu befassen. Vorher hatte ich nicht so regelmäßig in den heiligen Schriften gelesen. Nun hatte ich jeden Tag eine feste Stunde, in der ich mich in die heiligen Schriften vertiefte, und konnte so meine Beziehung zu Gott stärken.
Identitätskrise
Vor meiner Erkrankung war ich so im Tanzen aufgegangen, dass es ein großer Teil meiner Identität war. Ohne Ballett als Rückhalt in dieser schwierigen Lage fühlte ich mich verloren – so als fehlte ein Teil von mir. Je mehr ich aber das Seminar besuchte, in den heiligen Schriften las und mich mit Gleichgesinnten umgab, umso stärker wurde meine Identität als Kind Gottes. Nachdem ich mich lange Zeit verloren gefühlt hatte, konnte ich nun Hoffnung und einen Sinn finden.
Ein Gedanke, der mir im Seminarunterricht immer wieder kam, half mir sehr, nämlich: Christus gibt uns in unseren Prüfungen Kraft. Meine Seminarlehrerin forderte uns jedes Mal auf, etwas auf einen Haftnotizzettel zu schreiben, was wir im Sinn behalten wollen. Rückblickend muss ich sagen, dass ich oft notierte, wie Christus für mich da ist und mich in meinen Prüfungen segnet. So wurde ich täglich daran erinnert, dass Christus für mich da ist und mir hilft.
Ein Kind Gottes
Nach sechs langen Monaten sagten mir die Ärzte, ich dürfe wieder tanzen. Zunächst war ich sehr nervös, denn ich hatte kaum noch körperliche Kraft. Ich übte, betete, ging zur Kirche und hoffte, dass mir der Erretter helfen würde, wenn ich mein Bestes gab. Ich war nicht mehr so gut wie vorher, aber meine Ballettlehrerin wies lobend auf meine Stärke hin. Sie sagte, sie sei stolz auf mich und meinen Fortschritt.
Es war zwar sehr schwer, aber dennoch bin ich dankbar für meine gesundheitlichen Schwierigkeiten, denn so konnte ich die Beziehung zum Vater im Himmel und zu Jesus Christus stärken und meine Identität als Kind Gottes entdecken.
Jeder, der Schwieriges durchmacht, soll wissen, dass er immer Menschen um sich hat, die einen unterstützen – ob man es nun mitbekommt oder nicht. Jeder ist ein Kind Gottes. Wir können Jesus Christus und den Vater im Himmel zwar nicht sehen, aber sie wachen über uns und beschützen uns. Der Vater im Himmel hat einen Plan für uns. Manchmal muss man etwas durchmachen, was man sich nicht gewünscht hat, aber diese Prüfungen machen einen stärker.
Ich habe ein Zeugnis, dass Gott uns führt, hilft und stärkt, wenn wir beten und eine Beziehung zu ihm aufbauen.
Ellie J., 15, Oregon, USA
tanzt Ballett, verbringt gern Zeit mit Familie und Freunden und freut sich, wenn sie helfen kann