Drei Mythen über psychische Gesundheit
Fakten zum Thema psychische Gesundheit
Mythos: „Ich muss normaler sein“
Was ist denn normal? Hast du schon mal einen Anglerfisch gesehen? An ihm baumelt eine Stirnlampe und er lebt die meiste Zeit in der Tiefe des Ozeans. Und die Stubenfliege schmeckt mit ihren Beinen.
Was lernen wir daraus? Diese schöne Welt zeugt immer wieder davon, dass Vielfalt zu Gottes Plan gehört.
Jeder von uns hat verschiedene Talente, Interessen und Eigenschaften. Während unseres Erdenlebens wird jedem eine andere Kombination aus Segnungen und Schwierigkeiten zuteil.
Warum sollten wir also erwarten, dass wir alle gleich sind?
Es stimmt natürlich, dass Gott uns bestimmte Gebote gegeben hat und möchte, dass wir sie halten. Er weiß ja, dass wir dadurch Freude erlangen. Aber es gibt mehr als einen „richtigen“ Weg, mit den meisten Alltagssituationen umzugehen.
Bleib dem Geist nah und scheu dich nicht, dich über das Gute zu freuen, das dich ganz einzigartig macht!
Mythos: „Ich bin traurig, also habe ich wohl gesündigt“
Es stimmt, dass das Übertreten der Gebote früher oder später zu Leid führt. Aber heißt das, dass man jedes Mal, wenn man unglücklich ist, etwas falsch gemacht haben muss?
Nein! Weißt du, was uns auch unglücklich machen kann? Das ganz normale Leben! Es gibt wahrhaftig viele niederschmetternde Ereignisse wie Katastrophen, Krankheiten oder Fehlentscheidungen anderer, für die wir überhaupt nichts können.
Wenn so etwas geschieht, darf man auch traurig sein. Und du kannst beten. Atme tief ein und aus und lass deinen Gefühlen freien Lauf.
Wenn du wochenlang traurig bist, könnte es sich um etwas Ernsteres wie eine Depression handeln, und du benötigst möglicherweise zusätzliche Hilfe. So wie es Ärzte gibt, die uns zu körperlicher Gesundheit verhelfen, gibt es auch Fachleute, die uns zu mentaler und emotionaler Gesundheit verhelfen. Erzähle zunächst deiner Mutter, deinem Vater, einer Führungskraft oder einem anderen Erwachsenen, wie du dich fühlst.
Zurück zur eigentlichen Frage: Wenn du meinst, dass deine Traurigkeit wirklich auf schlechte Entscheidungen deinerseits zurückzuführen ist, dann bete und sprich mit Gott darüber. Vielleicht hilft es dir auch, wenn du mit dem Bischof sprichst. Dank des Sühnopfers Jesu Christi gibt es stets einen Weg zurück zu innerem Frieden!
Mythos: „Ich muss jetzt sofort vollkommen sein“
Hattest du schon einmal solche Angst, einen Fehler zu machen, dass du nichts Neues ausprobieren wolltest, weil du es ja vermasseln könntest? Falls ja, denk über Folgendes nach:
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Gott weiß, dass Fehler zum Erdenleben dazugehören. Deshalb hat sein Plan von Anfang an einen Erretter vorgesehen.
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Wir können um die Gnade Jesu Christi beten, die uns bei Schwächen und Unzulänglichkeiten stärkt. Und wenn wir sündigen, können wir umkehren und Vergebung erlangen. Deshalb ist das Sühnopfer Jesu Christi so wunderbar!
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Die heiligen Schriften ermuntern uns, zu Christus zu kommen und in ihm vollkommen zu werden (siehe Moroni 10:32). Vollkommenheit wird nicht in diesem Leben erreicht. Nachdem wir auferstanden sind, können wir irgendwann vollkommen werden wie er.
Sei daher mit dir selbst geduldig. Schaue auf das, was du schon gut machst. Und wenn du einen Fehler machst, lerne daraus und geh weiter voran!