2025
Zu Fuß zur Kirche
Februar 2025


„Zu Fuß zur Kirche“, Unser Freund, Februar 2025, Seite 16ff.

Zu Fuß zur Kirche

Der Sonntag war Kupas Lieblingstag!

Eine wahre Geschichte aus Simbabwe

Zwei kleine Mädchen und eine Frau mit einem Baby auf dem Rücken

„Mama, aufstehen!“, flüsterte Kupa.

„Aber es ist doch noch dunkel draußen“, gähnte Mama. „Kannst du nicht noch ein bisschen weiterschlafen?“

„Ich bin zu aufgeregt!“, erwiderte Kupa. „Heute ist Sonntag, und wir können in die Kirche gehen!“

„Na gut“, seufzte Mama. „Du gewinnst! Aber ich brauche deine Hilfe, um deine Schwestern bereitzumachen.“

Kupa half Mama gern. Zuerst kochte sie für ihre kleinen Schwestern Agnes und Sheila aus Maismehl einen Brei. Nach dem Essen kümmerte sich Kupa um das Geschirr.

Sie zog ihr Lieblingskleid an und suchte Kleider für ihre Schwestern heraus. Während sie ihnen beim Anziehen half, scherzten sie miteinander. Kupa freute sich schon riesig!

„Du bist mir wirklich eine große Hilfe“, meinte Mama.

„Danke!“, lächelte Kupa.

Bevor sie nach draußen gingen, band Mama sich Sheila in einem Tragetuch auf den Rücken. „Ich bin so froh, dass ihr schon groß genug seid und selbst laufen könnt“, sagte sie zu Kupa und Agnes.

Mama nahm Kupas Hand, und sie machten sich auf den Weg über die staubige Straße. In der Ferne sah Kupa den Tempel, der gerade in der Hauptstadt Harare gebaut wurde. „Es ist immer schön, den Tempel zu sehen!“, rief Kupa.

„Das finde ich auch“, stimmte Mama zu. „Es ist ein Segen, dass wir ihn sogar von zuhause aus sehen können!“

Silhouette einer Frau und ihrer Kinder an der Baustelle eines Tempels
Silhouette einer Frau mit Kindern, die sich unter einem Baum an einem Maisfeld ausruhen

Sie nahmen eine Abkürzung durch die Maisfelder. Manchmal machten sie Pause, damit sich Sheila ein bisschen bewegen konnte. Sie unterhielten sich, sangen Lieder und lauschten den Vögeln. Nach dem anderthalbstündigen Fußmarsch sah Kupa endlich das Gemeindehaus!

Sie las das Schild: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

„Wir haben es geschafft!“, rief Mama. Sie nahm das Tragetuch ab.

„Und wir sind wieder pünktlich“, sagte Kupa aufgeregt.

Eine Frau und ihre Kinder erreichen ein Gemeindehaus

Kupa und Mama betraten das Gebäude und wurden gleich freudig begrüßt. Kupa war gern mit den Menschen in der Kirche zusammen! Sie spürte dort Liebe.

Kupa und ihre Familie setzten sich in die Kapelle. Es tat gut, die Beine auszuruhen. Als sie vom Abendmahl nahm, dachte sie an Jesus Christus. Dann erklärte der Bischof, es sei ja Fastsonntag, und er forderte die Anwesenden auf, Zeugnis zu geben. Kupa hörte aufmerksam zu.

Sie sah zu und hörte zu, als einige nach vorne kamen und sagten, woran sie glaubten. Sie hatte den Wunsch, dass alle dort wussten, dass auch sie ein Zeugnis hatte. Kupa ging nach vorne. Sie war ein wenig nervös, wusste aber, was sie sagen wollte.

Sie atmete tief durch und richtete sich auf. „Ich freue mich immer, den Tempel zu sehen“, sagte sie dann. „Ich weiß, dass der Tempel ein besonderer Ort ist. Dort erfahren wir mehr über den Plan des himmlischen Vaters. Unser Leben ist ein besonderes Geschenk von ihm. Ich weiß, dass die heiligen Schriften wahr sind. Ich weiß, dass der Vater im Himmel und Jesus mich liebhaben. Ich möchte freundlich und hilfsbereit sein, so wie Jesus es war. Ich weiß, dass die Kirche wahr ist. Im Namen Jesu Christi. Amen.“

Ein Mädchen gibt in der Kirche Zeugnis

Kupa schaute auf die Anwesenden. Sie lächelten sie an. Kupa strahlte übers ganze Gesicht und ging zurück an ihren Platz. Als sie sich setzte, umarmte Mama sie. Kupa war froh, dass sie den Mut gehabt hatte, Zeugnis zu geben. Der Sonntag war Kupas Lieblingstag!

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Illustrationen von Fotini Tikkou