Andachten der Frauenhilfsvereinigung
Auch angesichts von Kränkung, Verletzung oder Prüfung standhaft bleiben: Elaine Thornton


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Auch angesichts von Kränkung, Verletzung oder Prüfung standhaft bleiben: Elaine Thornton

Andacht der Frauenhilfsvereinigung 2026: Eine weltweite Zusammenkunft von Frauen

Sonntag, 8. März 2026

Manchmal wünschen wir uns, dass unsere Führer vollkommen sind, und manchmal erwarten wir von uns selbst Vollkommenheit. Das ist aber zu viel verlangt, da es dem Plan des Evangeliums widerspricht. Ich finde es sehr wichtig, daran zu denken, dass wir wachsen, Verständnis haben und einander lieben sollen.

Einmal machte ich eine sehr schwierige Erfahrung mit einem Führungsverantwortlichen, die äußerst schmerzliche Auswirkungen auf unsere Familie hatte. Es ließ mich nicht los und so machte ich mir Gedanken wie die folgenden: „Sein Verhalten ist sehr verletzend. Aber vielleicht habe ja auch ich schon mal wen verletzt. Vielleicht brauche ja auch ich Barmherzigkeit.“ Ich musste mich also auf das besinnen, was ich wusste. Es ist so wichtig, dass wir uns an das erinnern, was wir wissen. Hätte ich das nicht getan, wäre ich nicht zu meinen Grundlagen zurückgekehrt. Hätte ich das nicht getan, hätte ich mich dem Herrn nicht auf so tiefe, bedeutungsvolle Weise zugewandt. Ich lerne meinen Vater im Himmel und meinen Erretter also einfach immer besser kennen. Und warum möchte ich den Erretter kennen? Ich möchte ihn kennen, damit ich so sein kann wie er.

Wenn Sie sich als FHV versammeln und sich beraten, bitte ich Sie, aufeinander zuzugehen. Gehen Sie auf eine Schwester zu, die anders denkt als Sie, oder eine, die in Bezug auf ihr Zeugnis zu kämpfen hat, die vor kurzem geschieden wurde oder die sich fragt, ob sich das alles lohnt. Gehen wir doch aufeinander zu. Wenn wir das lernen – wenn wir lernen, das zu tun, womit sich der Erretter ja auskennt –, kann er uns einsetzen. Wir Schwestern können einander insofern wunderbare Gnade und Einigkeit anbieten, wenn uns klar wird, dass wir alle etwas haben, worunter wir im Stillen leiden. Wir können zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass die FHV ein sicherer Ort wird, und dann vielleicht von eigenen Schwierigkeiten erzählen, die wir sonst wohl für uns behalten hätten. Dann wissen die anderen, dass auch wir Probleme haben. Wir alle müssen uns öffnen, uns abgewöhnen, Vollkommenheit vorzutäuschen, und uns gegenseitig helfen, zu wachsen. Ich finde es schön, wenn mir jemand etwas anvertrauen kann, denn dann kann ich fragen: „Wie hast du das durchgestanden? Wie bist du damit umgegangen? Danke, dass du mir davon erzählt hast.“ So entsteht eine wunderbare Schwesternschaft von Frauen, die ihren Vater im Himmel lieben und kennen.