Andachten der Frauenhilfsvereinigung
Das Opfer Jesu Christi war und ist für Sie


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Das Opfer Jesu Christi war und ist für Sie

Andacht der Frauenhilfsvereinigung 2026: Eine weltweite Zusammenkunft von Frauen

Sonntag, 8. März 2026

Liebe Schwestern, ich bin immer dankbar, bei Ihnen zu sein. Ob Sie persönlich oder im Geiste bei uns sind: Ihre Glaubenstreue und Güte berühren und inspirieren mich. Möge Gott Sie dafür segnen, dass Sie Ihren Mitmenschen die Liebe und den Beistand des Erretters bringen. Wir haben Sie lieb und wir beten für Sie.

Vor einigen Jahren besuchte ich einen Kindergarten. Die Kindergartenleiterin war an diesem Tag nicht da, und mir wurde klar, dass keine Lektion vorbereitet worden war. Ich sah im Schrank nach, fand dort ein Buch mit Lektionen und wählte eine über die Liebe Gottes aus. Auf einem Bild waren Kinder aus aller Welt zu sehen, die Gottes Liebe zu allen Menschen darstellten. Ich fragte die kleine Kindergartenklasse, wie Gottes Liebe sie alle erreichen kann. Einer der temperamentvollen kleinen Jungen namens Charlie hob die Arme hoch und rief: „Gottes Liebe ist GROSS!“ Das stimmt, Charlie. Gottes Liebe ist wahrhaftig „groß“. Sie erreicht uns, wenn wir uns nach ihr ausstrecken, und ist für jedes seiner Kinder beständig gleich. Niemand ist von seiner Liebe ausgenommen. Der Apostel Paulus hat gesagt:

„Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten,

weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Gottes große Liebe zeigt sich darin, dass er uns in seiner Barmherzigkeit seinen Sohn, Jesus Christus, geschenkt hat. Unsere Bündnisse verbinden uns mit ihm und seiner sühnenden Macht. Dank ihm können wir umkehren und uns ändern. Dank ihm können wir Kraft und Fähigkeiten erhalten, die unsere eigene übersteigen. Dank ihm können wir göttlichen Frieden und die Gewissheit erlangen, dass alles in Ordnung kommt“.

Jesus Christus ist gekommen, um unsere Lasten leichter zu machen und das zu tragen, was wir nicht alleine tragen können und sollen. Ich möchte Ihnen ein Beispiel aus meinem Leben erzählen.

Vor einiger Zeit befand ich mich in einer schwierigen Lage, in der ich mich verunsichert und nicht geschätzt fühlte. Die Situation fing an, meine Gedanken und meine Energie zu verzehren. Ich fragte mich, warum sie mich dermaßen beunruhigte. Ich bemühte mich, hilfsbereit und nett zu sein und mich klar auszudrücken, aber nichts schien sich zu ändern. Ich spürte, dass ich nicht vorankam, und sehnte mich verzweifelt nach Erleichterung und Frieden.

Als ich so aufgewühlt war, kniete ich eines Abends neben meinem Bett nieder und begann, zu meinem Vater im Himmel zu beten. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich brach in Tränen aus und sagte: „Ich halte das nicht mehr aus, es ist zu viel, das musst du übernehmen. Nimmst du es mir bitte ab? Ich übergebe es dir. Bitte, hilf mir.“ Ich bat um Hilfe durch die Barmherzigkeit seines Sohnes. In diesem Augenblick erinnerte ich mich daran, dass Jesus Christus für mich gelitten und meinen Kummer auf sich geladen hatte und dass diese Last durch ihn leichter gemacht werden konnte. Ich verspürte plötzlich Hoffnung, ähnlich dem, was Alma der Jüngere erlebt hatte, als er sich an die Macht des Sühnopfers des Erretters erinnerte und sagte: „Als … mein Sinn diesen Gedanken erfasste, rief ich in meinem Herzen aus: O Jesus, du Sohn Gottes, sei barmherzig zu mir, der ich in der Galle der Bitternis bin.“

Am nächsten Tag trat ein tiefer Friede an die Stelle der gedrückten Stimmung. Ein Friede, der mein Verständnis tatsächlich überstieg. Ein Friede, der daher rührte, dass die Situation nun in den Händen des Vaters und des Sohnes lag und ich sie nicht mehr aushalten musste. Als ich mich entschloss, ihnen meine Last anzuvertrauen, spürte ich ihre Liebe und war erleichtert und wurde zu der Erkenntnis geführt, wie ich die benötigte Unterstützung erhalten konnte.

In den Tagen und Wochen danach erschloss sich meinem Herzen und meinem Verstand auch eine erweiterte Perspektive. Mir war nicht klar gewesen, dass eine Perspektive, die der Sichtweise Gottes näher kommt, eine so machtvolle Gabe sein kann, wenn wir die Prüfungen meistern wollen, vor denen wir stehen. Es hat dazu beigetragen, dieser Situation den richtigen Stellenwert einzuräumen. Es wurde, wie der Herr es beschrieb, „nur ein Tropfen“ im Vergleich zum „Wichtigeren“.

Die schwierige Lage löste sich nicht auf, aber sie bedrückte mich nicht mehr in der gleichen Weise wie zuvor, und die Situation beherrschte meine Gedanken nicht mehr. Es war wirklich ein Wunder. Nur Gott konnte diese Art von zermürbender Last „leicht“ machen.

Gerade als ich diese Erleichterung verspürte, las ich diese Schriftstelle vom Propheten Zenos, in der beschrieben wird, was ich erlebte: „Und du hast mich um meiner Bedrängnisse und meiner Aufrichtigkeit willen vernommen; und es ist um deines Sohnes willen, dass du … barmherzig zu mir gewesen bist, darum will ich in all meinen Bedrängnissen zu dir rufen, denn in dir ist meine Freude; denn du hast deine Strafgerichte von mir abgewendet um deines Sohnes willen.“

Schwestern, entscheiden wir uns dafür, an Jesus Christus zu glauben und um die benötigte Hilfe durch die Macht seines Sühnopfers zu bitten. Manchmal befinden wir uns vielleicht im „Automatikbetrieb“ und nehmen ganz allgemein an, dass Gott uns schon helfen wird, aber wir bitten ihn nicht bewusst im Glauben und wollen nicht recht darauf vertrauen, dass er uns wirklich helfen kann und wird. Meiner Ansicht nach hofft unser Vater im Himmel, dass Sie und ich aufrichtigen Herzens und im Vertrauen darauf, dass das Opfer Jesu Christi für SIE vollbracht wurde und ist, um die Hilfe bitten, die wir benötigen. Sein Sühnopfer, sein schmerzhaftes Leiden hat er für Sie ertragen. Er liebt Sie und möchte Sie jetzt und immerzu heilen und Ihnen die Hilfe gewähren, die Sie brauchen. Und er hat die Macht dazu, wenn wir unseren Glauben ausüben, nach unseren Bündnissen leben und uns dafür entscheiden, an ihn zu glauben.

Präsident Dallin H. Oaks hat erklärt: „Wegen der Sühne, die er in seinem irdischen Leben zustande gebracht hat, kann der Heiland alle Menschen überall trösten, heilen und stärken. Ich glaube jedoch, dass er dies nur bei denjenigen tut, die ihn suchen und ihn um Hilfe bitten. … Wir haben auf diese Segnung Anspruch, wenn wir an ihn glauben und ihn um seine Hilfe bitten.“

Es war nicht beabsichtigt, dass wir unsere Herausforderungen und unseren Kummer allein durchstehen. Es war beabsichtigt, dass wir einen Erretter haben, den Einen, dessen göttliche Macht, Liebe und Hilfe uns persönlich zugedacht sind. Er möchte die schmerzende Seele zufriedenstellen und besänftigen.

Können Sie hören, wie er zu Ihnen spricht, so wie er zu Almas Volk in dessen Bedrängnissen gesprochen hat?

„Erhebt das Haupt und seid voller Trost, denn ich weiß von dem Bund, den ihr mir gemacht habt; und ich werde mit meinem Volk einen Bund machen und es aus der Knechtschaft befreien.

Und ich werde auch die Lasten [auf euren] Schultern … leicht machen, sodass ihr sie nicht mehr auf eurem Rücken spüren könnt, selbst nicht während ihr in Knechtschaft seid; und das werde ich tun, damit ihr später als Zeugen für mich auftretet und damit ihr mit Bestimmtheit wisst, dass ich, Gott, der Herr, mich meines Volkes in seinen Bedrängnissen annehme.“

Der Titel des Bildes, das ich in meiner letzten Generalkonferenzansprache gezeigt habe, lautet: „Und ich trank davon.“ Dies ist aus dem Buch Lehre und Bündnisse, wo der Erretter seine Qualen in Getsemani mit eigenen Worten so beschreibt:

„Und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten[,]

doch Ehre sei dem Vater, und ich trank davon und vollendete meine Vorbereitungen für die Menschenkinder.“

Der Erretter trank davon, damit wir umkehren und rein werden können. Er trank davon, damit wir gestärkt, unterstützt und geheilt werden können. Er trank davon, um uns die Last leichter zu machen und uns Frieden zu schenken. Er trank davon, damit wir in die Gegenwart des Vaters zurückkehren und für immer mit unseren Lieben zusammenleben können. Er trank aus Liebe zu Ihnen und mir davon.

Die Bedeutung dieses Gemäldes hat sich im Laufe der Zeit verändert, weil ich mich verändert habe. Meine Beziehung zu meinem Erretter und mein Verständnis von ihm und von dem, was er für mich getan hat, vertieft sich.

Die Art und Weise, wie wir ihn in unserem Leben sehen, ändert sich, wenn wir uns dafür entscheiden, an ihn zu glauben, etwas über ihn zu lernen, umzukehren und die Realität seines Sühnopfers in alle Bereiche unseres Lebens hineinwirken zu lassen.

Ich weiß, dass unser Vater im Himmel und unser Erretter Sie lieben. Ich weiß, dass Jesus Christus lebt; er ist der Erlöser der Welt. Sein Sühnopfer hat er für Sie vollbracht. Mögen wir voll Glauben um das bitten, was wir brauchen, und dann stehenbleiben und zuschauen, wie der Herr uns rettet. Dafür bete ich. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Anmerkungen

  1. Siehe „Wo wird mir Trost zuteil?“, Gesangbuch, Nr. 77

  2. Römer 8:38,39

  3. „Und Christus hat gesagt: Wenn ihr Glauben an mich habt, werdet ihr Macht haben, alles zu tun, was mir ratsam ist.“ (Moroni 7:33.)

    „Wenn wir weitere Bündnisse mit Gott schließen, nehmen wir den Namen Jesu Christi noch umfassender auf uns. Infolgedessen segnet uns Gott vermehrt mit seiner Macht. Präsident Nelson hat gesagt: ‚Jeder, der in einem Taufbecken und in einem Tempel Bündnisse schließt und diese dann hält, kann vermehrt auf die Macht Jesu Christi zugreifen. … Der Lohn dafür, dass wir unsere Bündnisse mit Gott halten, ist Macht vom Himmel …, die uns die Kraft gibt, Prüfungen, Versuchungen und Kummer besser auszuhalten.‘

    Wir werden geistig empfänglicher. Wir haben mehr Mut, uns scheinbar unmöglichen Umständen zu stellen. Wir werden in dem Entschluss bestärkt, Jesus Christus nachzufolgen. Wenn wir übertreten, kehren wir schneller um und kehren zum Herrn zurück. Wir werden immer besser darin, sein Evangelium mit seiner Macht und Vollmacht zu verkünden. Wir helfen den Bedürftigen und urteilen weniger – sehr viel weniger. Wir bewahren uns die Vergebung für unsere Sünden. Wir verspüren mehr Frieden und sind zuversichtlicher, weil wir uns immer freuen können. Die Herrlichkeit des Herrn wird rings um uns sein, und seine Engel werden Verantwortung über uns haben.“ (Dale G. Renlund, „Den Namen Jesu Christi auf uns nehmen“, Liahona, November 2025, S. 112)

  4. Siehe Neil L. Andersen, „Was denkt Christus über mich?“, Liahona, Mai 2012, S. 114

  5. Siehe Jesaja 53:3-5

  6. Alma 36:18

  7. Siehe Philipper 4:7

  8. Lehre und Bündnisse 117:8

  9. Matthäus 11:30

  10. Alma 33:11

  11. Dallin H. Oaks, „Gestärkt durch das Sühnopfer Jesu Christi“, Liahona, November 2015; Hervorhebung hinzugefügt

  12. Mosia 24:13,14; siehe auch Mosia 24:12-15

  13. Lehre und Bündnisse 19:18,19; Hervorhebung hinzugefügt

  14. Siehe Exodus 14:13; siehe auch Exodus 14:14