Fertigkeiten fürs Leben
Wie du ein Friedensstifter sein kannst, wenn dich das Internet mal zum Kochen bringt
Wie kannst du dich in einer von Streit geprägten Online-Welt als Jünger Christi verhalten?
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mich bringen gemeine Kommentare in den sozialen Medien manchmal richtig zum Kochen.
Ich bin froh, in einer Welt zu leben, in der wir dank sozialer Medien Informationen austauschen und einholen und mit anderen in Verbindung treten können, nur leider gibt es auch jede Menge Streit, Fehlinformationen und sogar Feindseligkeit.
Präsident Russell M. Nelson (1924–2025) hat gesagt:
„Die derzeitig herrschende Feindseligkeit im öffentlichen Dialog und in den sozialen Medien ist besorgniserregend. Hasserfüllte Worte sind tödliche Waffen. Streit verhindert, dass der Heilige Geist unser ständiger Begleiter ist.
Als Nachfolger Jesu Christi sollten wir als Friedensstifter die Richtung weisen.“
Denk mal darüber nach: Unsere Interaktionen im Netz können uns nicht nur zum Kochen bringen, sondern sogar unser geistiges Wohl gefährden!
Glücklicherweise haben uns Präsident Nelson und andere Führungsverantwortliche Ratschläge gegeben, wie wir Streit vermeiden und im täglichen Umgang mit anderen Licht verbreiten können. Hier sind nur drei dieser Ratschläge:
Lass dich zu keiner Kurzschlussreaktion hinreißen
Dank der digitalen Medien können wir mit Menschen aus aller Welt in Kontakt treten – auch mit jenen, die unsere Ansichten nicht teilen. Deshalb stößt du online vielleicht manchmal auf negative Kommentare zu Themen, die dir wichtig sind.
Selbst wenn solche Beiträge nicht in der Absicht gepostet wurden, andere zu verletzen, können sie uns verunsichern, ein schlechtes Gefühl hervorrufen oder uns sogar auf die Palme bringen. Wir sind dann vielleicht versucht, mit scharfen Worten zurückzuschlagen.
Doch Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat betont: „Als Handelnde haben wir … die Macht, selbst zu entscheiden, wie wir in einer kränkenden, verletzenden Situation reagieren.“
Bevor du reagierst, halte inne, atme tief durch und begegne anderen mit Nachsicht. Auch wenn du mit einem Kommentar nicht einverstanden bist, kannst du anders reagieren, als es der natürliche Mensch in dir vielleicht möchte.
Sei netter, als es deiner Meinung nach angebracht wäre
Tamara W. Runia, Erste Ratgeberin in der Präsidentschaft der Jungen Damen der Kirche, hat uns aufgefordert, uns folgende Frage zu stellen, ehe wir mit jemandem interagieren: „Nützt das, was ich sagen oder tun will, oder ist es verletzend?“
Wenn die Antwort darauf „Es ist verletzend“ lautet, ist es wohl das Beste, etwas anderes zu sagen.
Ob du nun deinen Glauben verteidigen oder eine bestimmte Wahrheit klarstellen möchtest: Überlege dir zuerst, wie der Erretter mit einer solchen Situation umgehen würde, anstatt verbal mit Steinen zu werfen (siehe Johannes 8:1-11).
Wie er kannst du ruhig, besonnen und liebevoll reagieren. Präsident Nelson sagte außerdem:
„Als Jünger Jesu Christi sollen wir ein Beispiel dafür sein, wie man mit anderen umgeht – erst recht dann, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. …
Wenn ein Freund in den sozialen Medien ausgeprägte politische oder gesellschaftliche Ansichten vertritt, die allem zuwiderlaufen, woran Sie glauben, hilft eine wütende, bissige Erwiderung Ihrerseits nicht weiter.“
Wir können zwar für das eintreten, woran wir glauben, aber wir müssen dabei nicht das Feuer des Streits anfachen. Stattdessen können wir die Flammen mit Freundlichkeit löschen.
Sei bereit, dich zurückzuziehen
Wenn der Erretter Menschen begegnete, die ihm feindselig gesinnt waren, entfernte er sich manchmal einfach aus einer solchen Situation oder reagierte nicht darauf (siehe Jesaja 53:7; Matthäus 12:14,15).
So löblich deine Absichten auch sein mögen – manchmal ist es das Beste, es einfach gut sein zu lassen und dich zurückzuziehen.
Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel hat gesagt: „Es gibt Zeiten, in denen Frieden zu stiften bedeutet, dass wir dem Drang zu antworten widerstehen und stattdessen würdevoll schweigen.“
Ein Rückzug mag dir im Moment nicht gerade als Zeichen von Stärke erscheinen – vielleicht kommt es dir eher wie eine Niederlage vor. Aber indem du ein Friedensstifter bist, zeigst du sehr nachdrücklich, dass du ein Jünger Jesu Christi bist. Und du weißt ja auch nicht, wen dein Beispiel vielleicht zum Nachdenken bringt.
Statt also irgendwelche Ängste im Internet noch zu befeuern, kannst du durch dein Bestreben, ein Friedensstifter zu sein, das weltweite Netz zu einem Ort der Verbundenheit, des Lernens und der Liebe machen.
Und letztlich kannst du es zu einem Ort machen, an dem du zeigen kannst, dass du ein Jünger Christi bist.