„Geisterwelt“, Themen und Fragen, 2025
Überblick
Geisterwelt
Die Geisterwelt nach dem Tod ist jener Ort, wo die Geister der Verstorbenen bis zur Auferstehung verweilen. Die Geisterwelt besteht aus dem Paradies, wo die Rechtschaffenen wohnen, und dem Gefängnis der Geister, wo jene wohnen, die das Evangelium nicht kannten oder im Erdenleben schlecht gewesen sind. Die Geisterwelt befindet sich auf der Erde und umgibt uns.
Paradies
Im Paradies erwarten die Rechtschaffenen, die aus diesem Leben geschieden sind, die Auferstehung. Es ist ein Zustand des Glücks und des Friedens.
Der Prophet Alma sagte, dass diese rechtschaffenen Geister von irdischen Sorgen und Kummer ausruhen. Sie sind aber auch weiterhin damit beschäftigt, das Werk des Herrn zu tun. Präsident Joseph F. Smith sah in einer Vision, dass Jesus Christus unmittelbar nach seiner Kreuzigung die Rechtschaffenen in der Geisterwelt besuchte. Er wählte Boten aus, die das Evangelium predigen sollten, gab ihnen Macht und Vollmacht und trug ihnen auf, „das Licht des Evangeliums denen zu bringen, die in Finsternis waren, ja, zu allen Menschengeistern“.
Priestertumsaufgaben werden auch in der Geisterwelt fortgeführt. Präsident Wilford Woodruff hat gesagt: „Dasselbe Priestertum existiert auf der anderen Seite des Schleiers. … Jeder Apostel, jeder Siebziger, jeder Älteste und so weiter, der im Glauben gestorben ist, tritt in den geistlichen Dienst ein, sobald er auf der anderen Seite des Schleiers angekommen ist.“
Präsident Joseph F. Smith hat gesagt, dass treue, rechtschaffene Frauen ebenfalls „bevollmächtigt und ermächtigt werden, das Evangelium zu predigen und in der Geisterwelt geistlich zu dienen“.
Auch die Familienbeziehungen sind in der Geisterwelt wichtig. Diejenigen, die im Erdenleben treu waren und ihre Bündnisse gehalten haben, werden dort mit ihrer Familie zusammen sein.
Gefängnis der Geister
Der Geist derjenigen, die gestorben sind, ohne von ihren Sünden umgekehrt zu sein, befindet sich an einem Ort, den der Apostel Petrus als „Gefängnis“ der Geister bezeichnete. Im übertragenen Sinne ist es ein Gefängnis für diejenigen, die das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi nicht empfangen haben.
Diese Geister haben ihre Entscheidungsfreiheit und können vom Guten wie auch vom Bösen beeinflusst werden. Sie können Fortschritt machen, wenn sie die Grundsätze des Evangeliums kennenlernen und danach leben. Wenn sie das Evangelium und die Verordnungen, die im Tempel für sie vollzogen werden, annehmen, dürfen sie das Gefängnis verlassen und im Paradies wohnen.
Ebenfalls im Gefängnis der Geister befinden sich Menschen, die sich letztlich dafür entschieden haben, das Evangelium Jesu Christi abzulehnen, nachdem es ihnen verkündet wurde. Diese Geister leiden in einem Zustand, der eine Art Hölle ist. Sie haben sich selbst der Barmherzigkeit Jesu Christi entzogen, der gesagt hat:
„Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren;
aber falls sie nicht umkehren, müssen sie leiden so wie ich,
und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden.“
Diese Menschen werden durch ihr eigenes Leid in einen Zustand der Umkehr gebracht. Dann erkennen sie den Erretter als ihren Erlöser an, werden durch seine Macht auferstehen und schließlich das telestiale Reich der Herrlichkeit ererben.