„Gottvater“, Themen und Fragen, 2023
Überblick
Gottvater
Gottvater ist jenes allerhöchste Wesen, an das wir glauben, das wir verehren und zu dem wir beten. Er ist der höchste Schöpfer, Herrscher und Bewahrer von allem. Er ist vollkommen, hat alle Macht und weiß alles. Er hat „einen Körper aus Fleisch und Gebein, so fühlbar wie der eines Menschen“.
Der Vater unseres Geistes
„Wer bin ich?“ – so lautet eine der großen Fragen des Lebens. Ein beliebtes Lied aus der Primarvereinigung macht es sogar einem kleinen Kind möglich, diese Frage zu beantworten. Wir singen: „Ich bin ein Kind von Gott, der mich zur Welt geschickt.“ Das Bewusstsein, ein Kind Gottes zu sein, verleiht Kraft, Trost und Hoffnung.
Wissenschaftlich ist schon lange anerkannt, dass sich das christliche Gottesbild im Laufe der Jahrhunderte grundlegend verändert hat. Die ersten Christen sahen in Gott noch eher eine Person, eine menschliche Gestalt. Ihr Bild von ihm war nicht so abstrakt wie jenes, das sich bei späteren Glaubensbekenntnissen herauskristallisierte. Der entscheidende ideologische Wendepunkt setzte im zweiten Jahrhundert ein, als die apostolische Vollmacht verloren gegangen war und sich die Vorstellungen der christlichen Lehre mit solchen aus der griechischen Philosophie mischten.
Die Heiligen der Letzten Tage betrachten diese Verschmelzung der frühen christlichen Theologie mit der griechischen Philosophie als folgenschweren Irrtum. Unter den Lehren, die dabei verlorengingen, sticht besonders die vom Wesen der Gottheit hervor. Die Heiligen der Letzten Tage sind davon überzeugt, dass Gottvater ein körperhaftes Wesen mit jenen Eigenschaften ist, die ihm schon von den ersten Christen zugeschrieben wurden. Dieser Glaube stimmt mit dem frühen christlichen Gottesbild überein, weicht jedoch von späteren Glaubensbekenntnissen ab.
Jeder von uns ist buchstäblich ein Kind Gottes und wurde im vorirdischen Leben geistig gezeugt. Als Gottes Kind haben wir zweifelsohne ein göttliches und ewiges Potenzial. Wenn wir uns aufrichtig bemühen, hilft uns Gott, dieses Potenzial auszuschöpfen.
Allerhöchster Schöpfer
Der Vater im Himmel ist der allerhöchste Schöpfer. Durch Jesus Christus erschuf er Himmel und Erde und alles, was darin ist. Alma hat gesagt: „Alles deutet darauf hin, dass es einen Gott gibt; ja, sogar die Erde und alles, was auf ihr ist, ja, und ihre Bewegung, ja, und auch alle Planeten, die sich in ihrer regelmäßigen Ordnung bewegen, bezeugen, dass es einen allerhöchsten Schöpfer gibt.“
Urheber des Erlösungsplans
Unser Vater im Himmel möchte, dass wir für immer bei ihm wohnen. Sein Werk und seine Herrlichkeit bestehen darin, „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“. Damit dies möglich wird, hat Gott den Erlösungsplan aufgestellt. Gott sandte seinen geliebten Sohn Jesus Christus, der die Bande des Todes lösen und für die Sünden der Welt sühnen sollte. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Dieses Opfer ist der größte Ausdruck dafür, wie sehr uns der Vater im Himmel liebt.
Gottvater kennenlernen
Als Kind Gottes haben wir zu Gott eine besondere Beziehung, die uns von allen anderen seiner Schöpfungen abhebt. Wir sollten bestrebt sein, unseren Vater im Himmel kennenzulernen. Er liebt uns und hat uns die kostbare Möglichkeit eingeräumt, uns ihm im Gebet zu nahen. Gebete, die wir in Demut und Aufrichtigkeit darbringen, werden erhört und beantwortet.
Wir können Gottvater auch kennenlernen, indem wir mehr über seinen geliebten Sohn erfahren und nach dem Evangelium leben. Der Erretter hat seinen Jüngern erklärt: „Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. … Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“
Wir nahen uns Gottvater, wenn wir uns mit den heiligen Schriften und den Worten der neuzeitlichen Propheten befassen und unseren Mitmenschen dienen. Wenn wir Gottes Willen befolgen und so leben, wie er es von uns erwartet, werden wir mehr wie er und sein Sohn. Wir bereiten uns darauf vor, zurückzukehren und in ihrer Gegenwart zu leben.
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