2025
Vom Hausbau zum Aufbau eines Zeugnisses
Januar 2025


Vom Hausbau zum Aufbau eines Zeugnisses

Sarahs Baufirma lief richtig gut – doch sie musste eine Entscheidung treffen

Eine Jugendliche

Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Christina Smith

Für Noach war es die Arche. König Benjamin brauchte einen Turm. Für den Bruder Jareds kamen nur Schiffe in Frage. Und worauf setzt Sarah Christensen aus Montana? Ihr war klar, dass sie Eigenheime bauen wollte.

Hermana Christensen, jetzt Vollzeitmissionarin in der Minnesota-Mission Minneapolis, war schon einmal etwas genervt, weil eine Mission ihren Bauzielen im Weg stand – wobei es sich damals gar nicht einmal um ihre eigene Mission handelte!

Doch fangen wir von vorne an.

„Mein ganzes Leben lang habe ich meinem Vater geholfen, alles Mögliche zu bauen“, erinnert sie sich. „Elektrowerkzeuge und Baustellen war ich gewohnt; ich mag beides einfach. Mit 16 beschloss ich also, ein eigenes Bauunternehmen zu gründen.“

Vater und Tochter beim Hausbau

„Mein Vater hat mir beigebracht, wie man etwas zusammenbaut – von zwei Brettern bis hin zu einem ganzen Eigenheim“, erzählt Sarah.

Aufbau eines Unternehmens

Im Laufe eines Sommers renovierte Sarah erstmals ein ganzes Haus. Das machte ihr solchen Spaß, dass sie im nächsten Jahr ein weiteres Renovierungsprojekt in Angriff nahm. Schließlich beschloss sie, ein noch größeres Projekt anzugehen: Sie und ihr Team von Subunternehmern wollten ein ganzes Eigenheim vom Fundament bis zum Dach bauen und es dann gewinnbringend verkaufen.

Junge Frau mit einem Vorschlaghammer auf einer Baustelle

Heute ist Abriss! Sarah nimmt bei einem ihrer Renovierungsprojekte mit dem Hammer ein Badezimmer auseinander.

Die Gründung ihres Unternehmens war kein leichtes Unterfangen, vor allem weil Sarah mit Highschool und ihren Crossläufen sowieso schon ordentlich eingespannt war.

Junge Frau mit einem Hammer auf einer Baustelle

Mit 16 gründete Sarah ihr eigenes Bauunternehmen.

„Ich habe so viel gelernt“, berichtet sie. „Ich musste Schecks ausstellen, um Leute zu bezahlen – so etwas hatte ich vorher noch nie gemacht. Ich musste mich daran gewöhnen, mit Fremden zu reden, die meine Subunternehmer waren. Ich habe auch gelernt, mit dem manchmal unangenehmen Stress umzugehen, den die Führung eines Unternehmens mit sich bringt. Und es besteht ja immer die Sorge, dass man beim Verkauf des Hauses dann nicht das nötige Geld erzielt, um alle Ausgaben zu decken.“

Nie allein

Doch trotz aller Sorgen und Belastungen, die mit der Führung eines Unternehmens verbunden sind, musste Sarah ihre großen Träume nie ganz allein verwirklichen.

„Es hat immer geklappt, und ich weiß, dass ich das dem Herrn zu verdanken habe“, erklärt sie. „Ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen. Er hat mir an schlechten Tagen geholfen und auch bei der harten Arbeit und allem anderen.“

Junge Frau hilft einem Jungen auf einer Baustelle beim Bohren

Die enge Beziehung zur Familie kommt von der gemeinsamen Arbeit.

Auch Sarahs Familie unterstützte sie auf Schritt und Tritt – womit wir wieder bei der Mission wären, die ihre Pläne durchkreuzte.

Ihr älterer Bruder Tyler wollte Sarah nach seiner Mission beim Bau eines Hauses helfen. Doch eines Tages rief er sie an und teilte ihr mit, dass er gebeten worden sei, seinen Missionsdienst zu verlängern.

„Ich war so wütend auf ihn“, gibt sie zu. „Ich habe gesagt: ,Tyler, das kannst du nicht machen. Ich habe fest mit dir gerechnet.‘ Doch er meinte: ,Das Werk des Herrn ist wichtiger als deine Arbeit.‘ Das hat mich getroffen. Ich wusste ja, dass er recht hatte und dass ich auf Gottes Plan vertrauen musste.“

Familie

Sarahs Familie bei der Heimkehr ihres Bruders Tyler nach Verlängerung seiner Mission

Foto mit freundlicher Genehmigung von Sarah Christensen

Vater und Tochter auf einer Baustelle

Ob sie nun Hilfe von ihrem Vater oder vom Vater im Himmel erhält – Sarah weiß, dass sie nicht allein ist.

Auf Mission

Tylers Beispiel veranlasste Sarah, über eine Mission nachzudenken. „Mir wurde klar, wie vielen Menschen mein Bruder geholfen hat, zu Christus zu kommen, und ich sah auch, in welch großem Maße er selbst zu Christus gekommen war. So etwas wollte ich auch erleben“, berichtet Hermana Christensen. „Ich begann, mich ernsthaft mit dem Evangelium zu beschäftigen, und stellte fest, dass ich das, was ich hatte, umso mehr weitergeben wollte, je mehr mein Zeugnis und meine Beziehung zum Erretter wuchsen.“

Sarah traf die Entscheidung, das Baugeschäft auf Eis zu legen und dem Herrn zu dienen. Diese Entscheidung hat ihr machtvolle neue Einsichten verschafft.

„Das Wichtigste, was ich auf Mission lerne, ist, dass das Evangelium das Leben völlig verändert“, sagt Hermana Christensen. „Weil ich ja in der Kirche aufgewachsen bin, erkannte ich nicht gleich, welche Bedeutung das Evangelium in meinem Leben tatsächlich hat.

Hier auf Mission bin ich von Menschen umgeben, die nichts vom Vater im Himmel und von Jesus Christus wissen. Wenn sie erfahren, dass sie Kinder Gottes sind und dass er einen Plan für sie hat, verändert das ihr Leben. Das ist das Coolste, was man überhaupt miterleben und mitgestalten kann. Das war mir schon vor meiner Mission klar, aber jetzt weiß ich, dass sich das Evangelium Jesu Christi unmittelbar darauf auswirkt, ob wir in dieser und in der künftigen Welt Freude haben.“

Missionarinnen mit Farbwalzen

Hermana Christensen (rechts) und ihre Mitarbeiterin Hermana Taylor (links) helfen gerne, wo sie nur können.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Sarah Christensen

Der Glaube besiegt die Angst

Anderen Jugendlichen, die sich mit dem Gedanken tragen, auf Mission zu gehen, sagt Hermana Christensen: „Habt Vertrauen und keine Angst! Eine Mission ist nicht leicht, aber sie ist es immer wert. Gott wird euch auf eine Weise segnen, wie ihr es euch gar nicht vorstellen könnt, wenn ihr euch dafür entscheidet, euch in seinen Dienst zu begeben.“

Obwohl Hermana Christensen auf Mission das Häuserbauen vermisst, bereut sie ihre Entscheidung nicht. „Natürlich hätte mein Unternehmen weiter wachsen können, während ich hier auf Mission bin“, erklärt sie. „Aber ich weiß, dass mich der Herr wegen meines Opfers – nämlich mein Geschäft eine Zeit lang hintanzustellen – segnen wird. Das Geschäft kann warten, aber das Werk des Herrn nicht!“