„Die Marmeladenschlacht“, Unser Freund, April 2026, S. 28f.
Die Marmeladenschlacht
„Wer hätte gedacht, dass wir gemeinsam so viel erreichen können?“
Eine wahre Geschichte aus den USA
„Achtung, Aufnahme!“
Evans kleiner Bruder Ethan drückte auf dem Tablet auf die Aufnahmetaste. Evan begann mit seinem Text. „Hallo! Ich bin Evan. Ich wollte gern etwas für die Stadt tun und bin auf diese Lebensmittelausgabe hier gestoßen!“
Evan und Ethan drehten gern Videos, aber dieses Video hier war etwas ganz Besonderes.
Bei der Lebensmittelausgabe handelte es sich um eine Art Laden, in dem Lebensmittel an Familien verteilt wurden, die nicht genug Geld für Einkäufe im Supermarkt hatten. Momentan gab es dort aber keine Marmelade mehr. Also bat man darum, Marmeladengläser zu spenden.
Wenn Evan Gutes tat, war er glücklich. Er beschloss, Marmeladen zu sammeln! Dazu drehte er dieses Video, in dem er in der Nachbarschaft um Hilfe bat.
„Wenn Sie helfen möchten, bringen Sie doch Marmelade bei mir vorbei! Sie können auch Geld schicken und dann kaufe ich Marmelade davon.“ Ethan hielt das Tablet hoch, während Evan sprach.
Schließlich waren sie mit dem Dreh fertig. Bevor Evan das Video aber veröffentlichen konnte, musste er es noch bearbeiten. Schließlich stellte Mama es ins Internet, woraufhin Marmeladengläser vorbeigebracht wurden und Geldspenden eingingen.
Evan brachte die Marmelade zur Lebensmittelausgabe und stapelte sie dort in einem Einkaufswagen. „Viel cooler wär das alles doch, wenn noch mehr mitmachen würden“, überlegte er. „Vielleicht können wir in der Schule etwas organisieren!“
„Das ist eine tolle Idee“, erwiderte Mama.
Am nächsten Tag bat Evan in der Schule Direktor Sanchez um ein Gespräch. Er erzählte von seiner Idee, für die Lebensmittelausgabe Marmeladengläser zu sammeln.
„Wir können doch eine Art Wettbewerb daraus machen“, schlug er vor. „Wir nennen das Ganze ,Marmeladenschlacht‘!“
„Das ist ein super Plan!“, erwiderte Direktor Sanchez.
Evan fertige Handzettel für alle vierten Klassen an, auf denen die „Marmeladenschlacht“ angekündigt wurde.
Eine Woche später traten alle vierten Klassen an: Jede Klasse hatte sich zum Ziel gesetzt, so viele Marmeladengläser wie möglich in die Schule mitzubringen.
Beim Mittagessen gab es kein anderes Gesprächsthema. „So etwas gab es noch nie!“, meinte Evans Freundin Maria aufgeregt. „Hoffentlich gewinnt meine Klasse!“
„Wetten, dass meine Klasse gewinnt?“, entgegnete ihr gemeinsamer Freund Isaac. „Ich hab schon drei Gläser mitgebracht!“
In jedem Klassenzimmer gab es einen Spendenkarton, der sich langsam, aber sicher füllte!
In der Pause war Evan mit seinem Freund Gabe auf dem Klettergerüst. „Hast du auch Marmelade mitgebracht?“, fragte er.
„Mein Papa hat mir fünf Gläser mitgegeben!“, erzählte Gabe. „Ich hab sie gleich in den Karton gestellt.“
„Super!“ Evan konnte gar nicht glauben, wie viele sich an dem Wettbewerb beteiligten.
Bald schon waren alle Kartons randvoll mit Marmeladengläsern. Alle Viertklässler und ihre Lehrkräfte kamen in einem Klassenzimmer zusammen. Evan sollte dort den Gewinner der Marmeladenschlacht bekanntgeben.
„Insgesamt haben wir 200 Gläser gesammelt!“, verkündete Evan. Alle Kinder jubelten.
„Ihr habt alle super mitgemacht“, fuhr Evan fort. „Aber natürlich kann es nur einen Gewinner geben.“
Wer wohl der Gewinner war? Alle hielten den Atem an.
„Der Sieger ist … die 4C!“
Die Schüler aus der 4C sprangen hoch und klatschten.
Nach der Schule machte sich Evan mit seinen Freunden auf den Heimweg.
„Meine Klasse hat zwar nicht gewonnen, aber ich freue mich, dass wir helfen konnten“, meinte Maria.
„So geht es mir auch“, stimmte Evan zu. „Wer hätte gedacht, dass wir gemeinsam so viel erreichen können?“
Evan freute sich schon riesig darauf, die Marmelade zur Lebensmittelausgabe zu bringen. Bei dem Gedanken, wie viele Leute dank dieser Spenden etwas zu essen bekamen, wurde ihm warm ums Herz.
Und das Allerbeste war: Er hatte geholfen und war auf diese Weise Jesus Christus nachgefolgt. Evan wollte am liebsten, dass dieses Gefühl nie wegging!
„Mama!“, rief er, als er zuhause war. „Wann starten wir unser nächstes Dienstprojekt?“
Illustrationen von Minna Miná. Vervielfältigung nur für den kirchlichen Gebrauch.