Unser Freund
Hoffnung zu Ostern
April 2026


„Hoffnung zu Ostern“, Unser Freund, April 2026, S. 22f.

Hoffnung zu Ostern

Dank Jesus Christus konnte sie ihren Papa eines Tages wieder umarmen.

Eine wahre Geschichte aus Brasilien

Illustration eines friedlich lächelnden Mädchens mit einer Gedankenblase, in der sein Vater es umarmt

Melissa saß in der PV. Sie freute sich schon darauf, ein neues Lied zu lernen! Schwester Costa, ihre Lehrerin, erklärte, dass es „Getsemani“ hieß.

„In diesem Lied geht es darum, wie sehr Jesus Christus uns liebt und was er für uns getan hat. Hört einmal genau hin und versucht, mitzusingen.“

Schwester Costa spielte ein Video ab. Man sah den Liedtext und ein paar Bilder.

Melissa kannte zwar noch nicht den ganzen Text, sang aber trotzdem mit. „Getsemani! Jesus liebt mich.“ Diese Worte gaben Melissa ein ruhiges Gefühl.

Als das Lied zu Ende war, hielt Schwester Costa ein Bild hoch, auf dem dargestellt war, wie Jesus Christus aus dem Grab stieg. „Jesus ist gestorben, aber dann vom Tod auferstanden“, erklärte sie. „Dank ihm können auch wir alle wieder leben.“

Ein friedliches Gefühl überkam Melissa, als ob jemand sie fest umarmte. „Heißt das … wenn jemand stirbt, ist das nicht für immer?“, fragte Melissa.

„Ganz genau“, sagte Schwester Costa. „Weil Jesus Christus auferstanden ist, werden auch wir alle eines Tages auferstehen.“

Als Melissa an diesem Sonntag nach der Kirche heimkam, war sie sehr glücklich. Sie dachte daran, wie sehr der Erretter sie liebte.

Einige Zeit verging. Melissas Zuhause wurde ruhig und traurig. Ihr Vater war lange krank gewesen und starb. Ihre Mutter weinte häufig. Man umarmte einander länger als sonst. Melissa spürte, dass sich etwas Wichtiges verändert hatte.

Am Tag der Beerdigung war es sehr kalt. Die Sonne war kaum sichtbar. Um den Sarg herum lagen Blumen. Die Leute standen ganz still da, und einige weinten.

Melissa hielt die Hand ihrer Mutter ganz fest. Als sie zum Sarg ging und auf ihren Vater schaute, musste sie an das Bild denken, auf dem Jesus Christus aus dem Grab stieg. Sie erinnerte sich auch daran, was Schwester Costa gesagt hatte: Dank des Erretters würden wir alle eines Tages wieder leben.

„Mama, Jesus lebt ja wieder“, sagte Melissa. „Er ist gestorben, aber auferstanden. Eines Tages wird Papa auch auferstehen, oder?“

Mama nickte. „Ja, mein Schatz. Dank Jesus werden wir alle Papa eines Tages wiedersehen.“

Melissa vermisste ihren Vater. Sie wollte ihn umarmen. Seine Stimme hören. Mit ihm spielen. Dank Jesus Christus konnte sie das eines Tages tun. Im Moment musste sie sich aber noch gedulden. Melissa berührte sanft den Sarg. „Bis später, Papa“, flüsterte sie.

Es war zwar ein sehr trauriger Tag, aber Melissa verspürte den gleichen Frieden wie in der PV. Sie wusste, dass dies der Heilige Geist war.

In den nächsten Tagen sang Melissa, wenn sie ihren Vater vermisste, immer leise das Lied „Getsemani“. Und jedes Mal spürte sie Trost.

Ostern kam, und diesmal war es anders für Melissa.

Sie dachte weniger an Schokoladeneier oder den Osterhasen und mehr an Jesus Christus und an ihren Vater. Natürlich würde sie ihn weiterhin vermissen. Sie wusste aber auch, dass der Tod nicht das Ende war.

Sie wusste, dass Jesus auferstanden war und dass auch ihr Vater eines Tages wieder leben würde.

Bis dieser Tag kam, konnte sie Lieder singen, in Erinnerungen schwelgen und Frieden verspüren.

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Illustrationen von Teresa Alberini. Vervielfältigung nur für den kirchlichen Gebrauch.

  • Gesangbuch – für zuhause und für die Kirche, Nr. 1009