Unser Freund
Mias Karwoche
März 2026


„Mias Karwoche“, Unser Freund, März 2026, S. 12f.

Mias Karwoche

Jeden Tag hatten wir die Möglichkeit, an Jesus Christus zu denken.

Eine wahre Geschichte aus den USA

Wir werden uns eine ganze Woche lang auf Ostern vorbereiten! Papa hat erklärt, dass die Woche vor Ostern Karwoche heißt. Mama hat gesagt, dass jeden Tag eine kleine Überraschung auf dem Küchentisch liegt. Die Überraschung soll uns helfen, an Jesus Christus zu denken. Ich werde hier in meinem Tagebuch über jeden Tag berichten!

Am ersten Tag lagen Blätter aus Papier auf dem Tisch.

Mama und Papa haben die Geschichte vom Palmsonntag aus den heiligen Schriften vorgelesen. Als Jesus Christus nach Jerusalem kam, winkten die Menschen ihm mit Palmzweigen zu und riefen: „Hosanna!“

Meine Schwester Lucy hat ein Bild hochgehalten, auf dem Jesus auf einem Esel reitet. Der Rest der Familie hat mit den Palmzweigen gewinkt. Ich habe mir vorgestellt, dass ich Jesus begrüße. Das war ein schönes Gefühl.

Am zweiten Tag gab es einen Müllsack.

Jesus wollte nicht, dass Leute im Tempel Sachen verkauften. Deshalb warf er die Händler hinaus. Wir haben im Gebüsch rund um die Kirche Müll aufgesammelt. Ich bin froh, dass wir mithelfen konnten, Gottes Haus sauber zu halten!

Am dritten Tag gab es Knete.

Mama hat einige Geschichten vorgelesen, die Jesus Christus den Menschen erzählt hat. Wir haben zugehört und dabei Gegenstände aus den Geschichten geknetet. Lucy hat ein Schaf gemacht, weil Jesus der gute Hirte ist. Ich habe eine kleine Öllampe geknetet. So kann ich besser daran denken, immer Glauben im Herzen zu bewahren.

Am vierten Tag gab es Zimtstangen.

Papa hat uns erzählt, dass Maria Jesus Christus ein besonderes Öl für seine Füße geschenkt hat. Der Duft des Öls erfüllte das ganze Haus.

So ein Öl hatten wir zwar nicht, aber dafür wollten wir mit dem Zimt einen leckeren Kuchen backen! Als er im Ofen war, hat es lecker nach Zimt gerochen! Da hat Mama gesagt, dass wir überlegen sollen, was wir Jesus schenken könnten.

Am fünften Tag gab es Kerzen.

Wir haben die Kerzen angezündet und ein Lied gesungen, so wie Jesus Christus und seine Jünger beim Abschiedsmahl. Wir haben Fladenbrot gegessen und Traubensaft getrunken und so an das erste Abendmahl gedacht. Es gab auch Granatapfelkerne, die uns an das Blut Jesu erinnern sollten, und Oliven, die den Garten Getsemani dargestellt haben.

Während des Essens gab es draußen ein Gewitter! Ich habe mich sicher gefühlt und war dankbar, weil ich wusste, dass Jesus die schlimmsten Stürme des Lebens bereits überstanden hat.

Am sechsten Tag gab es einen Blumentopf.

Wir haben gelesen, wie Jesus Christus für uns gestorben ist. Dann haben wir den leeren Blumentopf im Garten wie ein Grab auf die Seite gekippt. Wir haben rund um den Topf Erde und Steine gelegt, die Öffnung aber ausgelassen. Mama hat uns eine Figur gegeben, die den Leib Jesu darstellen sollte. Andächtig haben wir sie in ein weißes Tuch gewickelt und in den Blumentopf gelegt.

Es war zwar nur ein Blumentopf, aber ich war traurig, als wir einen Stein vor die Öffnung gelegt haben.

Am siebten Tag gab es einen Zettel mit den Namen einiger Vorfahren.

Mama hat gesagt, dass Jesus Christus nach seinem Tod die Missionsarbeit in der Geisterwelt eingeführt hat. Auf diese Weise konnten diejenigen, die auf Erden nicht von seinem Evangelium gehört hatten, mehr über ihn erfahren. Im Tempel können wir uns für Menschen taufen lassen, die vor ihrem Tod nicht getauft wurden.

Lucy und ich sind noch nicht alt genug, um in den Tempel zu gehen, aber wir haben geholfen, die gedruckten Namenskarten auszuschneiden. Mama und Papa haben abwechselnd für die Personen auf den Karten die Arbeit Tempel verrichtet und sind mit uns über das Tempelgelände spaziert. Selbst von draußen fühlt man sich beim Tempel ein wenig wie im Himmel.

Am Ostersonntag war das Grab leer!

Am Morgen war der Stein vor dem Blumentopf verschwunden und das Tuch war leer. Auf einer Karte stand: „Er ist auferstanden!“

Ich wusste zwar schon, dass Jesus Christus der Grund ist, warum wir Ostern feiern. Aber nachdem ich dieses Jahr die Karwoche gefeiert habe, habe ich das Gefühl, dass ich ihn nun ein wenig besser kenne.

Artikel (PDF) mit Tagebucheinträgen, kleinen Skizzen und einem Bild von Jesus Christus

Illustrationen von Melissa Kashiwagi. Vervielfältigung nur für den kirchlichen Gebrauch.