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Wie ich dank meiner Beziehung zu Gott meiner schwierigen Kindheit entwachsen und Christusdarsteller werden konnte
Neu für junge Erwachsene, April 2026


Aus Neu für junge Erwachsene

Wie ich dank meiner Beziehung zu Gott meiner schwierigen Kindheit entwachsen und Christusdarsteller werden konnte

Meine Herausforderungen haben mir gezeigt, dass eine innige Beziehung zum Erretter in jeder Lebenslage Hoffnung schenken kann

Christus lächelt

Ich war vier Jahre alt, als sich meine Eltern scheiden ließen. Danach zogen meine Mutter und ich quer durchs Land. Wir waren völlig mittellos. Einige Monate lang waren wir sogar obdachlos.

Aber meine Mutter erzählte mir immer vom Erretter. Sie war im christlichen Glauben aufgewachsen und wollte, dass auch ich an Jesus Christus glaube.

Etwas über Jesus Christus zu lernen gab mir die Hoffnung, dass am Ende irgendwie alles gut werden würde.

Trost durch das Gebet

Als wir in einem Obdachlosenheim wohnten, lernten wir die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage kennen. Das Evangelium bedeutete mir sehr viel. Auch wenn wir uns in den folgenden Jahren immer noch abplagten: Meine Last wurde mir umso leichter, je mehr ich mich darauf konzentrierte, meine Beziehung zu Gott zu vertiefen.

Ich hatte keinen Kontakt zu meinem Vater, und weil meine Mutter unter unbehandelten psychischen Erkrankungen litt, entluden sich zuhause oft Spannungen.

Gegen diese Herausforderungen konnte ich zwar nichts tun, doch in meiner Beziehung zu Gott und Jesus Christus fand ich immer Zuflucht. Das war ein Raum, in den nichts auf der Welt eindringen konnte. Ich schätzte die stillen Momente im Gebet, beim Schriftstudium und beim Tagebuchschreiben sehr. Wenn die Atmosphäre zuhause dann mal besonders angespannt war, zog ich mich in die Stille der Natur zurück.

Elder Sandino Roman von den Siebzigern hat gesagt:

„Betet zu eurem Vater im Himmel, als wäre es das erste Mal. Bringt eure Liebe und eure Dankbarkeit für seine Segnungen zum Ausdruck. …

Wenn ihr aufrichtig und demütig seid, werdet ihr seine Antwort hören, und dies wird der Beginn einer persönlichen und dauerhaften Beziehung zum Vater im Himmel und zu Jesus Christus sein.“

Wenn ich Zeit mit Gott verbrachte, konnte ich auch im Alltag kleine Hinweise auf seine Hand erkennen, und das war die Quelle meiner Hoffnung. Und wenn mich die Beziehung zu meiner Mutter mitunter schmerzte und die Zukunft düster aussah, betete ich um Hilfe und erhielt dann Zuspruch vom Heiligen Geist.

Ich hielt mir vor Augen, was der Erretter für mich getan hat

Die Beziehung zu Gott wurde zu einer treibenden Kraft meines Lebens – auch in meiner Schauspielarbeit. Als ich zwölf war, hatte ich die Eingebung, für die Rolle des jungen Jesus in den Videos zur Bibel vorzuspielen. Mehr als alles andere wollte ich so gern den Erretter darstellen, der mir doch so viel bedeutete. Ich zog den rosafarbenen Bademantel meiner Mutter an, nahm meinen Text mit einer beschädigten Digitalkamera auf und schickte das Video ein.

Zwar bekam ich die gewünschte Rolle nicht, gab die Hoffnung aber nie auf, dem Herrn weiterhin durch die Schauspielerei dienen zu können. In anderen Projekten der Kirche durfte ich dann kleinere Rollen übernehmen, wofür ich sehr dankbar war. Schließlich sprach ich erneut für die Rolle des Erretters vor – diesmal als junger Erwachsener für die Osterkampagne „Größere Liebe“.

Während ich fastete und mich geistig auf die Audition vorbereitete, dachte ich an alles, was der Erretter für mich getan hatte. Ich war bemüht, so gut ich konnte darzustellen, wer der Erretter für mich ist. Dabei konzentrierte ich mich auf die Freude, die Liebe, den Frieden und die Selbstlosigkeit, die er – wie ich weiß – auf vollkommene Weise zum Ausdruck bringt.

Ich bekam die Rolle! Der Kreis hatte sich geschlossen. Ich musste daran denken, wie ich schon als kleiner Junge die Eingebung gehabt hatte, für die Rolle des jungen Jesus vorzuspielen. Ich konnte erkennen, wie der Vater im Himmel im Alltag auf mich eingewirkt und mich vorwärts geführt hatte.

Meine Beziehung zum Erretter hat die Art und Weise geprägt, wie ich ihn darstelle – weil ich ihn kenne. Er sehnt sich danach, Frieden und Heilung denen zu bringen, die leiden und sein Licht brauchen.

Mir war bewusst, dass es bei meiner Darstellung des Erretters überhaupt nicht um mich ging. Ich durfte Jesus Christus anderen näherbringen und ihn für sie so ins Licht rücken, dass hoffentlich ihr Glaube an ihn und ihre Hoffnung auf ihn, den Friedefürsten, entfacht werden.

Der vollkommene Glanz der Hoffnung

Die Herausforderungen des Lebens können dazu führen, dass du dich mutlos und deinem höheren Lebenszweck entfremdet fühlst. Doch wenn du dir dein göttliches Wesen und deine Beziehung zu Christus vor Augen führst, kann jede Begegnung mit anderen, jedes deiner Projekte und jeder deiner Schritte dich dem Erretter näherbringen.

Selbst wenn die Chancen schlecht für dich zu stehen scheinen, kannst du – wenn du mit dem Vater im Himmel und Jesus Christus verbunden bist – in jeder Lebenslage Freude, Sinn und Orientierung finden. Du kannst „vom vollkommenen Glanz der Hoffnung“ (2 Nephi 31:20) erfüllt sein. Der Vater und der Sohn lieben dich auf vollkommene Weise. Und sie gehen mit dir.

So haben sich der Vater im Himmel und Jesus Christus mir gegenüber immer gezeigt. Ich weiß, dass − ihnen sei dank! − auf jeden Fall alles gut ausgehen wird.