„Gott hat zu den Heiligen in der Anfangszeit gesprochen. Spricht er auch zu mir?“, Liahona, März 2025
Junge Erwachsene
Gott hat zu den Heiligen in der Anfangszeit gesprochen. Spricht er auch zu mir?
Er hat zu ihnen gesprochen. Er wird auch zu uns sprechen. Wir müssen nur zuhören.
Eine Säule aus Licht. Eine Stimme vom Himmel. Offenbarung von Gott. Im Buch Lehre und Bündnisse stehen etliche Berichte über junge Erwachsene wie etwa Joseph Smith oder andere, die Gott um Hilfe und Führung gebeten haben. Offenbarung von Gott empfängt natürlich jeder individuell für sich, der Vorgang als solcher wird jedoch in den heiligen Schriften mehrmals geschildert.
Auch wenn wir weder tagtäglich mit dem Propheten zu tun haben noch Offenbarungen für die gesamte Kirche empfangen, kann Gott doch heute auf die gleiche Weise zu uns sprechen wie zu den Menschen, die vor 200 Jahren lebten. Diese Heiligen empfingen persönliche Botschaften von Gott. Das können auch wir.
Josephs demütiges Gebet
Den Anfang machte eine Frage. Elder Alexander Dushku von den Siebzigern beschrieb das, was darauf folgte, als „überwältigende[s] Aufstrahlen von Licht und Wahrheit“. Joseph Smiths demütiges Gebet führte zum wunderbaren Erscheinen des himmlischen Vaters und Jesu Christi (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14-17). Unfassbar, mit Gott von Angesicht zu Angesicht zu sprechen – doch solche Erlebnisse sind selten und heilig.
Obschon also nicht jedem so etwas zuteilwird wie Joseph Smith, können doch auch wir „eine Säule aus Licht erhalten – einen Strahl nach dem anderen“. Wenn wir eine Frage stellen und uns in demütigem Gebet niederknien, erhalten wir von Gott durch den Heiligen Geist Antwort.
Foto des Taufbeckens im Ogden-Utah-Tempel
Die Macht des Tempels
Um das Haus des Herrn zu erbauen, gaben die Heiligen aus Kirtland Zeit, Geld und Arbeitskraft als Opfer. Bei der Weihung des Kirtland-Tempels betete Joseph Smith darum, Gott möge diese treuen Heiligen, die in den Tempel traten und dort Gott verehrten, mit Macht segnen (siehe Lehre und Bündnisse 109:13). Der Tempel sollte „ein Haus des Betens, ein Haus des Fastens, ein Haus des Glaubens, ein Haus der Herrlichkeit und Gottes“ sein (Lehre und Bündnisse 109:16).
In den Letzten Tagen sind wir mit Tempeln in aller Welt gesegnet. Uns ist verheißen, dass wir beim Tempelbesuch Offenbarung empfangen werden. Erst vor einem guten halben Jahr hat Präsident Russell M. Nelson wieder darauf hingewiesen, dass wir „im Tempel ‚eine Fülle des Heiligen Geistes empfangen‘ [Lehre und Bündnisse 109:15] können. Stellen Sie sich vor, was diese Verheißung bedeutet – nämlich dass sich der Himmel für jeden öffnet, der ernsthaft nach ewiger Wahrheit sucht.“
Hyrums Frage an den Propheten
Hast du dich schon einmal gefragt, wie es wohl wäre, den Propheten zu bitten, um deinetwillen mit Gott zu sprechen? Hyrum, der Bruder des Propheten Joseph Smith, hat genau das getan. Durch Joseph empfing er vom Herrn diesen Rat: „Siehe, du bist Hyrum, mein Sohn; trachte nach dem Reich Gottes, dann wird alles hinzugefügt werden, gemäß dem, was gerecht ist.“ (Lehre und Bündnisse 11:23.)
Mitunter wird uns durch andere Menschen Führung zuteil. Präsident Russell M. Nelson hat uns geraten: „Lassen Sie sich von den Stimmen führen, denen Sie vertrauen können – von Propheten, Sehern und Offenbarern und von den Einflüsterungen des Heiligen Geistes.“ Wir können zwar nicht alle unsere Fragen dem Propheten direkt stellen, doch können wir auf persönliche Fragen eine Antwort erhalten.
Oliver Cowdery, Darstellung von Lewis A. Ramsey
Oliver befasst sich mit dem Glauben
Oliver Cowdery war für Joseph bei der Übersetzung des Buches Mormon eine unschätzbare Hilfe. Doch 1829 hatte er resigniert. Wieso konnte er eigentlich nicht übersetzen? Der Herr gab Oliver ein paar konkrete Ratschläge, wie er auf seine Frage eine Antwort erhalten könne. Dieser Rat gilt auch heute für uns.
Wenn wir eine Frage haben, sind wir angehalten, uns mit der Sache zu befassen, Glauben zu haben und uns auf Eingebungen zu stützen (siehe Lehre und Bündnisse 9:6-9). Solche Eingebungen erhalten wir vielleicht in Form einer Empfindung, als warmes Gefühl oder als inneren Frieden. Elder Mathias Held von den Siebzigern hat festgestellt: „Wenn [logisches Denken und die Inspiration des Heiligen Geistes] in unserer Seele miteinander verbunden werden, zeigt sich in einem vollständigeren Bild alles so, wie es wirklich ist.“
Foto von Craig Alan Shelley
Die Patriarchalischen Segen der Familie Smith
Der Patriarchalische Segen ist schon seit der Zeit des Alten Testaments ein Bestandteil der Kirche (siehe Genesis 48). Als die Kirche in den Letzten Tagen gegründet wurde, wies Gott im Jahr 1834 Joseph an, seinen Vater, Joseph Smith Sr., als Patriarchen zu berufen. Drei Tage später kam Familie Smith zusammen, damit Joseph Smith Sr. jedem seiner Kinder samt deren Ehepartnern den Patriarchalischen Segen spenden konnte. Diese Segen schenkten ihnen Rat und Trost.
In jedem Patriarchalischen Segen wird nicht nur die Abstammung bekanntgegeben, sondern er ist zudem „eine persönliche heilige Schrift“. Wir sollen unseren Patriarchalischen Segen regelmäßig eingehend lesen und „dessen Worte in Ehren halten, über sie nachdenken und so leben, dass [wir] der verheißenen Segnungen in diesem Leben und in Ewigkeit würdig“ sind.
Emma Smith, Darstellung von Lee Greene Richards
Emmas persönliche Weisung von Gott
Als Frau des Propheten hatte Emma Smith oftmals unter Prüfungen und Konflikten zu leiden, die ihrer Familie auferlegt wurden. In Lehre und Bündnisse 25 lesen wir die Worte, mit denen der Vater im Himmel Emma tröstete und stärkte.
Wenn wir um eine Botschaft des Trostes bemüht sind, die vom Vater im Himmel nur an uns ergeht, können wir um einen Priestertumssegen bitten. Präsident James E. Faust (1920–2007), ehemals Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat dargelegt: „Ein Priestertumssegen kann uns bei den kleinen und großen Entscheidungen unseres Lebens helfen. Könnten wir durch unsere Priestertumssegen nur einen kleinen Teil des Menschen erfassen, zu dem Gott uns machen möchte, so würden wir alle Furcht verlieren und nie wieder zweifeln.“
Joseph F. Smith, Darstellung von Albert Salzbrenner
Joseph F. Smith und sein Schriftstudium
Als 1918 Krankheit, Krieg und Tod die Welt heimsuchten, suchte der Prophet Joseph F. Smith in den heiligen Schriften nach Antworten. Nachdem er sich mit Petrusʼ Worten im Neuen Testament befasst hatte, begann er, nachzusinnen und zu überlegen. Er wurde in eine Vision für die Kirche entrückt und sah, wie der Erretter in der Geisterwelt die Missionsarbeit organisierte (siehe Lehre und Bündnisse 138).
Elder Robert D. Hales (1932–2017) vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt: „Wenn wir Gott ansprechen möchten, beten wir. Und wenn wir wollen, dass er zu uns spricht, forschen wir in den heiligen Schriften.“ Die heiligen Schriften sind das niedergeschriebene Gotteswort, und im digitalen Zeitalter sind sie für uns zugänglicher denn je. Wenn wir in den heiligen Schriften lesen und über sie nachsinnen, kommen wir zu der notwendigen Hilfe vom Himmel.
Foto von John McKinney
Bemühungen, die darauf ausgerichtet sind, den Herrn zu hören
Präsident Nelson hat uns ans Herz gelegt: „In unserem Bestreben, Jünger Jesu Christi zu sein, müssen wir uns mehr denn je darauf ausrichten, ihn zu hören. Wir müssen uns bewusst und beständig anstrengen, unser tägliches Leben mit seinen Worten, seinen Lehren, seinen Wahrheiten anzufüllen.“ Genau wie die Heiligen in der Anfangszeit der Kirche können auch wir von Gott echte, für uns bestimmte Botschaften empfangen.
Gott hat zu ihnen gesprochen. Er wird auch zu uns sprechen. Wir müssen nur zuhören.