„Glück kann man nicht kaufen – Christus schenkt es uns“, Liahona, Januar 2025
Junge Erwachsene
Glück kann man nicht kaufen – Christus schenkt es uns
Geld stand für mich an erster Stelle, doch schließlich wurde mir klar, dass ich Materiellem den Vorrang vor dem Vater im Himmel einräumte.
Fotos der Verfasserin von Stephen Neilsen
In meiner Jugend war ich sehr ehrgeizig. Ich beobachtete Jugendliche in meinem Alter, die bereits Geld verdienten und in den sozialen Medien erfolgreich waren. So wie sie wollte auch ich sein.
Als ich dann auf die Universität ging und lernte, auf eigenen Füßen zu stehen, wurde Geld zu meiner obersten Priorität. Alles, was mich interessierte, war, mich für Stipendien zu qualifizieren, zu sparen und mich auf meine Karriere als Illustratorin vorzubereiten.
Sogar in den sozialen Netzwerken drehte sich für mich alles nur um Produktivitätssteigerung, Investitionsmöglichkeiten und Nebenjobs, mit denen ich noch etwas dazuverdienen konnte. Meine Sorge war, finanziell nicht genügend abgesichert zu sein, wenn ich nicht jede Gelegenheit nutzte, clever zu wirtschaften.
Ich dachte, ohne materielle Sorgen wäre ich glücklich und erfolgreich. Meine Fixierung auf Geld rechtfertigte ich stets damit, dass ich mir einredete, wenn ich eines Tages mehr Geld hätte, würde ich mehr für wohltätige Zwecke spenden und so ein besserer Mensch sein.
Damals bemerkte ich nicht, dass meine Besessenheit vom Geld alles andere überlagerte. Schließlich führte der hohe Stellenwert, den ich Materiellem beimaß, dazu, dass ich die Freude am Leben verlor. Ich wurde immer neidischer – vor allem auf Leute, die Geld im Überfluss zu haben schienen.
Ich wollte unbedingt mehr Erfolg in den sozialen Netzwerken und im Beruf haben und von meinen Mitmenschen als Karrierefrau gesehen werden. Aber je mehr ich dem Erfolg hinterherjagte, desto weniger erfolgreich kam ich mir vor. Und ich entfernte mich immer weiter vom Vater im Himmel.
Ich erkannte meine materialistische Einstellung
Nachdem ich mich etwa ein Jahr lang in diesem Zwiespalt befunden hatte, hörte ich eine Ansprache von Präsident Dallin H. Oaks, dem Ersten Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft. Als ich vernahm, wie er den Menschtypus beschrieb, der ich geworden war, wurde ich tieftraurig:
„Selbst heute fühlen sich manche, die sich zum Christentum bekennen, mehr zu dem hingezogen, was von der Welt ist und das Leben auf der Erde erhält, aber im Hinblick auf das ewige Leben keinen Nährwert hat.“
Ich hatte gedacht, ich könnte Gott und dem Geld gleichzeitig einen hohen Stellenwert einräumen, aber die Worte von Präsident Oaks und die Aussage in Matthäus 6:24 erwiesen sich als wahr: „Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“
Wenn ich mich auf Materielles konzentrierte, war es schwieriger, mich vom Evangelium angesprochen zu fühlen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht den Eindruck, Kirchenbesuch und Lesen in den heiligen Schriften würden mich meinen ehrgeizigen Zielen näherbringen.
Weiterbildung und ein festes Einkommen sind durchaus erstrebenswerte Ziele – aber ich überhöhte sie. Ich war davon wie besessen. Schließlich wurde mir klar, dass ich meine Geisteshaltung ändern musste, sonst würde ich nie glücklich sein.
Auf das konzentrieren, worauf es am meisten ankommt
Ich betete zum Vater im Himmel und bat ihn, mir zu helfen, mich auf das zu konzentrieren, worauf es am meisten ankommt. Für den Anfang begann ich damit, in den heiligen Schriften zu lesen. Ich befasste mich mit Versen, die ich schon unzählige Male gelesen zu haben glaubte. Doch nun packten mich diese altbekannten Geschichten auf ganz neue Weise. Ich spürte, wie der Heilige Geist mit mir sprach!
Eine Geschichte, die mich sehr berührte, war die des reichen jungen Mannes. Jesus beschied ihm: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib ihn den Armen; und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!“ (Matthäus 19:21.)
Diese Geschichte inspirierte mich dazu, innezuhalten und darüber nachzudenken, welchen Bezug sie zu mir hatte. Zunächst schien es, als hätte ich nichts mit dem wohlhabenden Mann gemeinsam – er verfügte bereits über großen Besitz und war nicht bereit, diesen aufzugeben. Ich hingegen war noch nicht reich und hielt meine Bemühungen um mehr Geld für durchaus redlich.
Aber mir wurde bewusst, dass es mir genauso wie dem reichen jungen Mann schwerfallen würde, meine Habe wegzugeben – vor allem angesichts der Tatsache, dass ich bereits damit zu kämpfen hatte, von meiner Jagd nach Geld abzulassen.
Ich wollte den Vater im Himmel wieder an die erste Stelle setzen. Um den Beweggründen für meine Geldbesessenheit auf die Spur zu kommen, griff ich zu meinem Tagebuch, sah mir frühere Einträge an und schrieb nieder, was ich jetzt empfand.
Dabei wurde mir immer klarer, wie verkehrt meine Prioritäten gewesen waren. In einem Eintrag hatte ich beispielsweise geschrieben: „Ich grüble ständig, wie ich aus allem Profit ziehen kann, anstatt darüber nachzudenken, wie ich besser werden oder anderen helfen kann.“
Doch als ich die heiligen Schriften studierte, auf den Heiligen Geist hörte und Tagebuch führte, veränderte ich mich.
Gott mehr vertrauen als dem Geld
Es war erstaunlich, wie sich die Verheißung aus Sprichwörter 3:5,6 in meinem Leben erfüllt hat:
„Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit;
such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade!“
Noch immer bemühe ich mich, meine Talente weiterzuentwickeln, und arbeite hart an meiner Ausbildung und meiner künstlerischen Karriere. Es ist durchaus ein rechtschaffener Wunsch, finanzielle Sicherheit anzustreben, um für uns und unsere Familie sorgen zu können. Wir müssen jedoch aufpassen, dass unser Streben nach Erfolg und Geld nicht wichtiger wird als alles andere.
Heutzutage ist es mir egal, ob ich berühmt werde und mit meiner Kunst einen Batzen Geld verdiene. Ich habe erkannt: Wenn ich den Vater im Himmel und Jesus Christus, meine Familie und die Kunst liebe und diese Liebe auch erwidert wird, dann ist das für mich genug. Ich lasse mich nicht mehr so leicht von unerwarteten Ausgaben oder den Erfolgen anderer aus der Bahn werfen. Stattdessen widme ich mich mehr dem Evangelium Jesu Christi, denn es bewahrt mich vor einem Leben, in dem ich mich ständig mit anderen vergleiche und dann von Gier und Unzufriedenheit zerfressen werde. Wenn ich nachlässig werde, erinnern mich die heiligen Schriften und die Propheten immer daran, was im Leben am wichtigsten ist.
Präsident Russell M. Nelson hat gesagt:
„Die Welt behauptet zwar, dass Macht, Besitz, Popularität und Vergnügungen des Fleisches glücklich machen, aber das tun sie nicht! Sie können es gar nicht! …
In Wahrheit ist es sehr viel kräftezehrender, Glück dort zu suchen, wo man es niemals finden kann! Wenn Sie sich jedoch unter das Joch Jesu Christi begeben und die geistige Arbeit leisten, die erforderlich ist, um die Welt zu überwinden, hat er – und nur er allein – die Macht, Sie über den Sog dieser Welt emporzuheben.“
Die Welt überwinden
Die Veränderungen, die ich mit der Hilfe des Erretters im Innersten vornehmen konnte, gleichen einem Wunder. Ich weiß jetzt: Erfolg bedeutet nicht, zu beweisen, wie toll ich bin. Mein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, wie viel Geld ich verdiene. Es geht darum, für die Möglichkeit dankbar zu sein, das Erdenleben zu erleben und die wunderbaren Segnungen zu erkennen, die der Vater im Himmel uns stets schenkt. Wenn ich ihn an die erste Stelle setze, nimmt alles andere seinen rechten Platz ein.
Ich möchte dich ermutigen, die Prioritäten in deinem Leben zu überdenken. Hast du nur das Materielle im Blick und gierst nach Dingen, die du nicht hast? Oder konzentrierst du dich auf das, worauf es am meisten ankommt? Sei ehrlich zu dir. Prüfe, ob du deinen Weg zurück zum Erretter korrigieren musst.
Wenn du das dann auch tust, findest du größere Freude, als du je für möglich gehalten hast.