„3. Verhaltensmaßstäbe für Missionare“, Maßstäbe für die Missionsarbeit für Jünger Jesu Christi – Service-Missionare, 2025
„Verhaltensmaßstäbe für Missionare“, Maßstäbe für die Missionsarbeit – Service-Missionare
3
Verhaltensmaßstäbe für Missionare
3.0
Einleitung
In diesem Abschnitt werden Verhaltensmaßstäbe und christliche Eigenschaften beschrieben. Seien Sie bestrebt, nach diesen Maßstäbe zu leben. Eignen Sie sich bei Ihren Bemühungen, ein eifrigerer Jünger Jesu Christi zu werden, christliche Eigenschaften an. Der Prophet Mormon hat uns geraten: „[Denkt] an das Wort Gottes, das da lautet: An ihren Werken werdet ihr sie erkennen; denn wenn ihre Werke gut sind, dann sind auch sie gut.“ (Moroni 7:5.)
3.1
Christliches Verhalten
„Christliche Eigenschaften sind Gaben von Gott. Wie alles Gute erlangt man diese Gaben durch ‚die Gnade Gottes des Vaters und auch des Herrn Jesus Christus‘ und durch den Heiligen Geist.“ (Verkündet mein Evangelium!, Kapitel 6.)
Bemühen Sie sich um christliche Eigenschaften, die in den heiligen Schriften, den Worten der lebenden Propheten und Apostel und der Anleitung Verkündet mein Evangelium!, Kapitel 6, beschrieben werden. Zu diesen Eigenschaften zählen unter anderem Glaube an Jesus Christus, Hoffnung, Nächstenliebe sowie Liebe, Tugend, Redlichkeit, Erkenntnis, Geduld, Demut, Eifer und Gehorsam. „Blicken Sie in dem Bestreben, sich christliche Eigenschaften anzueignen, auf Christus. … Sie [können] sie erhalten, wenn Sie sich bemühen, Jesus Christus noch treuer nachzufolgen.“ (Kapitel 6.)
Seien Sie freundlich, optimistisch und aufmunternd. Nehmen Sie Rücksicht auf die individuelle Situation anderer. Sie sind dort, wo Sie dienen, zu Gast. Bringen Sie den Menschen und Einrichtungen Achtung und Anerkennung entgegen.
Zeigen Sie bei Ihrer gemeinnützigen Arbeit Achtung vor den Gebräuchen, den Glaubensansichten und den Gepflogenheiten anderer. Vermeiden Sie es, andere zu kränken oder zu beleidigen. Was Sie bei Ihrem Dienstauftrag sagen oder tun, kann jemand mitbekommen oder sehen oder auch aufzeichnen. Wo immer Sie dienen, vertreten Sie Jesus Christus und seine wiederhergestellte Kirche.
3.2
Tempelwürdigkeit
Missionare sollen während ihrer ganzen Mission tempelwürdig sein.
Der Herr Jesus Christus fordert Sie auf: „Macht euch bereit und heiligt euch; ja, macht euer Herz rein, und säubert eure Hände und eure Füße vor mir, damit ich euch reinigen kann.“ (Lehre und Bündnisse 88:74.) Sie machen sich unter anderem bereit, indem Sie Ihr Taufbündnis und (falls Sie das Endowment empfangen haben) Ihre Tempelbündnisse halten.
3.2.1
Tempelbündnisse (falls das Endowment empfangen wurde)
Wenn Sie Ihre Tempelbündnisse halten, werden Sie gestärkt und es fällt Ihnen leichter, mehr wie der Erretter zu werden. Zu diesen Bündnissen gehören:
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das Gesetz des Gehorsams
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das Gesetz des Opferns
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das Gesetz des Evangeliums Jesu Christi
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das Gesetz der Keuschheit
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das Gesetz der Weihung
(siehe Allgemeines Handbuch, 27.2)
Auch wenn es in Ihrer Nähe keinen Tempel gibt, halten Sie sich tempelwürdig. Vereinbaren Sie mit Ihrem Bischof und Pfahlpräsidenten ein Tempelinterview, solange Ihr Schein noch gültig ist.
Das Garment zu tragen ist ein heiliger Vorzug, den jeder genießt, der mit dem Herrn die mit dem Endowment einhergehenden Bündnisse geschlossen hat. Näheres dazu, was im Zusammenhang mit dem Tragen des Garments zu beachten ist, finden Sie im Allgemeinen Handbuch, 38.5.5.
3.2.2
Dienst und Gottesverehrung im Tempel
Wenn ein Tempel in der Nähe ist, empfehlen wir Ihnen, während der Mission immer wieder in den Tempel zu gehen. Als Tempelbesucher in den Tempel zu gehen, kann auch eine der Ihnen zugewiesenen Gelegenheiten zum Dienen sein.
Der Besuch des Tempels wird Ihre Mission zu einer noch bereichernderen Erfahrung machen. Stimmen Sie Ihre Tempelbesuche und ihre anderen Aufgaben auf Mission aufeinander ab. Wenn Sie im Tempel dienen, erfüllen Sie Ihre Aufgabe bitte mit Würde, Respekt und Ehrfurcht.
Für den Tempelbesuch gilt:
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Wenn Sie von der Tempelpräsidentschaft als Verordnungsarbeiter oder Verordnungsarbeiterin berufen werden, dienen Sie im Tempel auf deren Weisung.
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Außer als Stellvertreter bei einer Siegelung von Mann und Frau dürfen Sie an allen heiligen Handlungen teilnehmen, die im Tempel vollzogen werden. Mit dieser Ausnahme soll vermieden werden, dass geistige Gefühle als romantische Gefühle missverstanden werden.
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Bringen Sie keinen Fotoapparat, kein Mobiltelefon und auch nichts zum Lesen mit, auch nicht Ihren Patriarchalischen Segen.
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Versammeln Sie sich im celestialen Saal nicht mit anderen Missionaren und knien Sie sich dort nicht gemeinsam zum Gebet nieder.
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Wenn Sie Familiennamen in den Tempel mitnehmen, tragen Sie zur Sammlung Israels auf der anderen Seite des Schleiers bei und bereichern Ihre Erfahrung im Tempel.
3.3
Gesetz der Keuschheit
Ein wichtiger Bestandteil der Tempelwürdigkeit ist das Befolgen des Gesetzes der Keuschheit. Tun Sie alles, was in Ihrer Macht steht, um sich vor sexueller Versuchung, die zum Bruch Ihrer heiligen Bündnisse führen könnte, zu schützen. Bestimmte Handlungen, die gegen das Gesetz der Keuschheit verstoßen, werden in manchen Ländern sogar strafrechtlich verfolgt.
Vermeiden Sie alle Gedanken und Handlungen, die Sie vom Geist Gottes trennen würden. Dazu zählen unter anderem Ehebruch, Unzucht, gleichgeschlechtlicher sexueller Kontakt, oraler Sex, das Hervorrufen sexueller Gefühle, unangemessene Berührungen, das Verschicken oder der Empfang von Botschaften, Bildern oder Videos unsittlichen oder sexuellen Inhalts, Selbstbefriedigung und die Beschäftigung mit Pornografie. Näheres dazu finden Sie in der Broschüre Für eine starke Jugend – ein Wegweiser für Entscheidungen, „Dein Körper ist heilig“.
Wenn es Ihnen schwerfällt, sich an diese Maßstäbe zu halten, bitten Sie den Vater im Himmel um Hilfe und sprechen Sie sofort mit Ihrem Bischof oder dem Pfahlpräsidenten.
3.3.1
Vermeidung von Pornografie
Es gibt viele Formen von Pornografie. Wenn Sie vorausplanen und gute Entscheidungen treffen, können Sie pornografischem Material besser entgehen. Wenn Sie darauf stoßen, schauen Sie weg, schalten Sie das Gerät ab oder ziehen Sie sich zurück.
Hier ein paar Vorschläge, wie Sie Pornografie entgehen können:
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Meiden Sie Websites, Material und Orte, wo Sie höchstwahrscheinlich auf anzügliches Material oder Pornografie stoßen. Wenden Sie sich an die für Sie zuständigen Berater für Service-Missionare, falls Sie an Ihrem Einsatzort mit anstößigem Material konfrontiert werden.
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Achten Sie darauf, in welchen Situationen Sie besonders versucht sind, digitale Medien auf unangemessene Weise zu nutzen – zum Beispiel wenn Sie müde sind oder sich langweilen.
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Stellen Sie einen Plan auf, was Sie in solchen Fällen stattdessen tun wollen. Die Berater für Service-Missionare können Ihnen helfen.
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Beschäftigen Sie sich regelmäßig mit den Abschnitten „Rechtschaffener Umgang mit digitalen Medien“ und „Die Vorsichtsmaßnahmen für den Umgang mit digitalen Medien befolgen“ in Kapitel 2 der Anleitung Verkündet mein Evangelium!.
Näheres dazu finden Sie unter ChurchofJesusChrist.org/study/life-help/pornography.
Jeder, der sich bemüht, Pornografie zu meiden oder eine Sucht zu überwinden, kann durch das Sühnopfer Jesu Christi Hilfe empfangen und geheilt werden. Wenden Sie sich bei diesbezüglich Schwierigkeiten an Ihren Bischof oder Pfahlpräsidenten. Er wird Ihnen liebevoll Rat erteilen und sie unterstützen.
3.4
Ehrlichkeit
Uns ist geboten, ehrlich zu sein. Um für den Tempel würdig zu sein, müssen Sie im Umgang mit anderen ehrlich sein. Zum Ehrlichsein gehört:
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Sagen Sie die Wahrheit – besonders wenn Sie mit dem Bischof, dem Pfahlpräsidenten, den Beratern für Service-Missionare oder dem Missionspräsidenten über Ihr Verhalten, Ihr Zeugnis, Ihre Arbeitsgewohnheiten oder Ihr seelisches und körperliches Befinden sprechen.
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Berichten Sie korrekt über Ihren Dienst und womit Sie die Woche über Ihre Zeit verbracht haben.
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Seien Sie vertrauenswürdig und sagen Sie nie die Unwahrheit über andere Menschen oder Ihren Dienstauftrag.
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Zeigen Sie Respekt, indem Sie nichts, was jemand anderem gehört, ohne Erlaubnis ausleihen, an sich nehmen oder benutzen (wie etwa Kleidung, Bücher, elektronische Geräte oder Schmuck).
3.5
Zwischenmenschlicher Umgang
Der Erretter hat gesagt: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.“ (Johannes 15:12.) Folgen Sie dem Beispiel des Erretters und verhalten Sie sich höflich und der Situation angemessen, ohne Ihre Sicherheit zu gefährden.
3.5.1
Allgemeine Maßstäbe für den Umgang mit Angehörigen und Freunden
Seien Sie eine Kraftquelle und ein gutes Vorbild für Ihre Angehörigen und Freunde. Erzählen Sie von erbaulichen Erfahrungen und davon, was Sie auf Mission alles lernen.
Familienangehörige müssen Ihnen vielleicht bei körperlichen und seelischen Bedürfnissen, mit Fahrdienst oder auf andere Weise helfen, damit Sie Ihren Auftrag erfolgreich erfüllen können. Während Ihrer Mission wird es im Familienleben einige Anpassungen geben. Sie und Ihre Familie werden einige Opfer bringen müssen, damit Sie Ihre Mission als wertvolle und produktive Erfahrung erleben können.
3.5.2
Allgemeine Maßstäbe für den Umgang mit Erwachsenen
Schaffen Sie Vertrauen und eine gute Beziehung zu den Menschen, denen Sie dienen. Treten Sie professionell auf und seien Sie freundlich. Halten Sie sich an die folgenden Maßstäbe:
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Vermeiden Sie Situationen, die in körperlicher oder geistiger Hinsicht gefährlich werden könnten oder die missverständlich sein könnten.
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Gehen Sie nicht mit jemandem aus, besuchen Sie keine Tanzveranstaltungen, flirten Sie nicht und pflegen Sie keinen unangemessenen Umgang mit anderen. Achten Sie darauf, dass Sie nichts unternehmen oder tun, was als Flirt aufgefasst werden oder wie eine Verabredung aussehen könnte.
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Drücken Sie sich gepflegt aus. Vermeiden Sie eine saloppe Umgangssprache. Verwenden Sie den korrekten Titel, wenn Sie andere ansprechen. Benutzen Sie zum Beispiel den Titel „Elder“ oder „Sister“, wenn Sie über andere Missionare oder Missionarinnen oder die Berater für Service-Missionare sprechen. Damit zeigen Sie Respekt vor ihrer Berufung.
3.5.3
Allgemeine Maßstäbe für den Umgang mit Kindern und betreuungsbedürftigen Erwachsenen
Halten Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit von Kindern und betreuungsbedürftigen Erwachsenen im Umgang mit diesen Personen streng an folgende Regeln:
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Seien Sie unter keinen Umständen mit Kindern oder betreuungsbedürftigen Erwachsenen allein.
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Babysitten Sie nicht, kleiden Sie sie nicht an, verabreichen Sie ihnen keine Medikamente und kümmern Sie sich nicht um ihre Körperpflege.
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Helfen Sie ihnen nur in Anwesenheit eines anderen zuständigen Erwachsenen. Befolgen Sie die Sicherheitsregeln der Kirche oder der sozialen Einrichtung, in der Sie tätig sind.
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Wenn Sie in einer sozialen Einrichtung mit Kindern oder betreuungsbedürftigen Erwachsenen zu tun haben, müssen Sie möglicherweise zuerst eine Hintergrundüberprüfung durchlaufen.
Betreuungsbedürftige Erwachsene sind Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung, die ihre Fähigkeit, Situationen zu erfassen und sich vor Missbrauch, Vernachlässigung oder Ausbeutung zu schützen, erheblich beeinträchtigt. Betreuungsbedürftige Erwachsene sind auch Flüchtlinge, die möglicherweise die Sprache oder kulturelle Unterschiede nicht verstehen.
3.5.4
Allgemeine Maßstäbe für die Zusammenarbeit mit Verkündungsmissionaren
Sie haben bei Zonenkonferenzen und auf Weisung des Missionspräsidenten auch bei anderen Gelegenheiten Umgang mit Verkündungsmissionaren. Ihr Umgang mit ihnen gereicht Ihnen zum Segen, und Sie sind für die Verkündungsmissionare ein Segen.
Als Service-Missionar dürfen Sie Verkündungsmissionare zu Terminen begleiten. Tragen Sie Ihr Namensschild und halten Sie sich an die für Verkündungsmissionare geltenden Maßstäbe für Kleidung, wenn Sie bei Unterweisungsterminen dabei sind. Wenn Sie mit Verkündungsmissionaren im selben Fahrzeug unterwegs sind, vermeiden Sie es, Musik anzuhören und Medien anzusehen, die nicht mit den Maßstäben für Verkündungsmissionare in Einklang stehen.
3.5.5
Verabredungen
Sie dürfen während Ihrer Mission weder mit jemandem ausgehen noch flirten. Wir empfehlen Ihnen, an Gottesdiensten und Aktivitäten junger Alleinstehender teilzunehmen, besuchen Sie aber keine Tanzveranstaltungen. Achten Sie darauf, dass Sie nichts unternehmen oder tun, was als Flirt oder Verabredung aufgefasst werden könnte.
3.5.6
Tragen des Namensschildes
Es ist eine Ehre und ein Vorzug, das Namensschild zu tragen. Tragen Sie es immer auf der Fahrt zum Einsatzort und ebenso auf der Rückfahrt sowie bei Missionsaufträgen, Unterweisungsterminen und in Versammlungen der Kirche.
Zu den Missionsaufträgen gehören Missionstreffen und -konferenzen, Mithilfe in der Familie sowie kirchliche und karitative Aufträge, die Sie von zuhause aus erledigen. Wenn Sie Fragen dazu haben, wann Sie Ihr Namensschild tragen sollen, wenden Sie sich an die Berater für Service-Missionare.
3.5.7
Zuhause wohnen
Junge Service-Missionare wohnen zuhause. In der Anleitung Verkündet mein Evangelium! heißt es: „Das Evangelium Jesu Christi hilft uns, stärkere Familienbeziehungen aufzubauen. Zuhause lassen sich die Grundsätze des Evangeliums am besten lehren und lernen. Ein Zuhause, das auf den Grundsätzen des Evangeliums gründet, ist ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit. Es ist ein Ort, wo der Geist des Herrn wohnen kann.“ (Kapitel 3.)
In Ihrem Berufungsschreiben wurden Sie beauftragt, als Service-Missionar oder Service-Missionarin in Ihrer Umgebung tätig zu sein und wie Jesus Christus zu dienen. In dieser Zeit werden Sie zuhause wohnen. Nutzen Sie diese besondere Gelegenheit, um alle, die bei Ihnen zuhause wohnen, zu stärken, ihnen zu dienen und ihnen zu helfen, Jesus Christus näherzukommen.
3.5.8
Anstellungsverhältnis und Ausbildung
Arbeit und Ausbildung – ob Vollzeit oder Teilzeit – sind nicht Teil einer Vollzeitmission. Sie sollen Ihre Zeit, Ihre Talente, Ihre Energie und Ihre finanziellen Mittel für Ihre Mission einsetzen. Dies fällt unter das Gesetz der Weihung, das zu befolgen Sie beim Endowment geloben.
Wir empfehlen Ihnen, an Institutskursen und -aktivitäten teilzunehmen, ausgenommen Tanzveranstaltungen und Aktivitäten zur Partnersuche. Sie können sich auch bei BYU PathwayConnect einschreiben.
3.5.9
Richtlinien für die Sicherheit bei Aktivitäten
Sicherheitsrichtlinien für Aktivitäten, die für junge Alleinstehende gelten, gelten auch für Sie als Service-Missionar. Einschränkungen gelten für Aktivitäten mit Übernachtung, für Tempelbesuche außerhalb des Ihnen zugewiesenen Tempeldistrikts und für Fernreisen. Besprechen Sie etwaige Ausnahmen mit den für Sie zuständigen Beratern für Service-Missionare, mit dem Missionspräsidenten und dem Pfahlpräsidenten.
3.6
Freizeit und Unterhaltung
Suchen Sie sich erbauliche Freizeitbeschäftigungen aus, die Ihr geistiges und seelisches Wohlbefinden fördern und bei denen Sie sich entspannen können. Treiben Sie Sport und seien Sie aktiv, um Körper und Geist für den Missionsdienst fit zu halten. Meiden Sie Aktivitäten, bei denen man sich verletzen kann oder sich verausgabt.
3.6.1
Spiele, Film und Fernsehen
Außerhalb Ihrer Dienstzeit sind Beschäftigungen wie beispielsweise geeignete Spiele, Filme und Fernsehsendungen mit der Genehmigung der für Sie zuständigen Berater für Service-Missionare zulässig.
Ihre Mission ist eine Gelegenheit, sich rechtschaffene Gewohnheiten anzueignen. Es ist unbedingt erforderlich, dass Sie an keinerlei Aktivitäten teilnehmen, die den Einfluss des Geistes in Ihrem Leben beeinträchtigen und Sie von Ihrem Missionsauftrag ablenken, und dass Sie sich auch keinerlei Medien anhören oder ansehen, die diese Wirkung haben. Vergessen Sie nicht, dass Sie als Vollzeitmissionar eingesetzt wurden. Seien Sie bestrebt, Ihr Verhalten mit der Heiligkeit Ihrer Berufung in Einklang zu bringen.
Setzen Sie sich zu Beginn Ihrer Mission Ziele und planen Sie, wie Sie dafür sorgen wollen, dass Ihr Mediennutzungsverhalten zu einem Jünger Jesu Christi passt. Setzen Sie sich auch im weiteren Verlauf Ihrer Mission immer wieder Ziele auf diesem Gebiet und planen Sie entsprechend. Ihre Berater für Service-Missionare schauen sich Ihre Ziele regelmäßig an und sind Ihnen bei der Planung Ihrer Mediennutzung behilflich. Eine wichtige Frage, die Sie sich stellen können, lautet: „Würde diese Aktivität, dieser Film, dieses Musikstück oder was immer es sei den Einfluss des Heiligen Geistes in meinem Leben beeinträchtigen?“
3.6.2
Besuch der Gemeinde und des Instituts
Während Ihres Missionsdienstes verbleibt Ihr Mitgliedsschein in Ihrer Heimatgemeinde. Mit der Genehmigung Ihres Bischofs können Sie die JAE-Gemeinde in Ihrem Gebiet besuchen.
Wir empfehlen Ihnen, an Institutskursen und -aktivitäten teilzunehmen. Sie dürfen auch an von Ihrer Gemeinde oder dem Pfahl ausgerichteten Aktivitäten für junge Alleinstehende teilnehmen, beispielsweise an Evangeliumsabenden, Tempelfahrten, Andachten, Spielen und Picknicks. Sie dürfen jedoch nicht an Tanzveranstaltungen und Aktivitäten, die der Partnersuche dienen, teilnehmen.
3.6.3
Kulturelle und sonstige Freizeitaktivitäten
Vergessen Sie nicht, dass Sie auf Mission sind. Was Sie tun, soll immer erbaulich und erhebend sein und den Maßstäben dieses Handbuchs entsprechen. Es soll mit Ihrer Berufung als Vertreter Jesu Christi im Einklang stehen.
Achten Sie immer auf Ihre Sicherheit und benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand, wenn Sie Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Nehmen Sie während Ihrer Mission nicht an Aktivitäten teil, die mit einem höheren Risiko als gewöhnlich verbunden sind.
Mit Genehmigung der Berater für Service-Missionare oder des Missionspräsidenten können Sie an geselligen Zusammenkünften mit anderen Service-Missionaren teilnehmen, wenn Sie gerade nicht im Einsatz sind. Diese Aktivitäten müssen den in diesem Handbuch aufgeführten Maßstäben entsprechen. Sie dürfen nicht über Nacht stattfinden.
Ihr Missionsauftrag ist es, Ihrem Nächsten zu dienen. Es kann jedoch vorkommen, dass es angebracht ist, bei einem Familienurlaub dabei zu sein. Wenn so etwas ansteht, besprechen Sie es im Voraus mit den Beratern für Service-Missionare und holen Sie die Genehmigung des Missionspräsidenten ein. Stellen Sie gemeinsam mit diesen Führungsverantwortlichen einen Plan auf, wie Ihr Familienurlaub Ihre Mission zu einer noch bereichernderen Erfahrung machen kann und wie Sie Ihren Missionsauftrag auch in dem Urlaub erfüllen können.
3.6.4
Musik
Hören Sie Musik, die mit Ihrer heiligen Berufung im Einklang steht. Sie soll den Heiligen Geist einladen, dazu beitragen, dass Sie sich auf die Arbeit konzentrieren, und Ihre Gedanken und Gefühle zu Jesus Christus hinlenken.
Hören Sie sich keine Musik, die zu Unsittlichkeit auffordert, Gewalt verherrlicht oder in denen anstößige Ausdrücke gebraucht wird. Vermeiden Sie Musik, die durch Takt, Instrumentierung, Lautstärke, Text oder Intensität Ihre geistige Empfänglichkeit abstumpft.
3.6.5
Computer und sonstige elektronische Geräte
Der Herr hat Ihnen digitale Medien anvertraut, damit Sie sein Werk verrichten können. „Ihre Mission bietet Ihnen die Gelegenheit, zu lernen, wie man digitale Medien sinnvoll einsetzt.“ (Verkündet mein Evangelium!, Kapitel 2.)
Der kluge und rechtschaffene Umgang mit digitalen Medien hilft Ihnen dabei, Ihren Missionsauftrag zu erfüllen und Ihre Zeit sinnvoll zu nutzen. Digitale Medien können für Ihr Studium des Evangeliums und der heiligen Schriften nützlich sein und Ihnen helfen, Ziele zu setzen und Pläne aufzustellen. Sie helfen auch dabei, unangebrachtes Material zu meiden.
Lassen Sie sich vom Heiligen Geist leiten, wann und wie Sie digitale Medien einsetzen sollen. Wenn Sie sie richtig einsetzen, wird Ihr eigener Glaube an Jesus Christus gestärkt und auch der Glaube der Menschen, denen Sie dienen.
Vermeiden Sie alles, was in irgendeiner Form vulgär, unsittlich, gewalttätig oder pornografisch ist.
Nutzen Sie Ihr Gerät zielgerichtet. Vermeiden Sie die Nutzung Ihres Handys für private Zwecke während der Dienstzeit.
3.6.6
Soziale Medien
Soziale Netzwerke (und zugehörige Plattformen) sind ein gutes Mittel, Ihren Mitmenschen zu zeigen, wie Sie als Missionar oder Missionarin dem Erretter nachfolgen. Posts über nichtmissionarische Tätigkeiten sollen dennoch die Würde Ihrer Missionsberufung widerspiegeln.
Seien Sie im Umgang mit den Medien klug. Alles, was Sie lesen, anhören oder anschauen, wirkt sich auf Sie aus. Befassen Sie sich nur mit Medien, die Sie erbauen.
Achten Sie gut auf Ihre Sicherheit und die anderer und auch darauf, was Sie an persönlichen Angaben und Bildern über digitale Medien verbreiten. Wenn Sie soziale Medien zur Erfüllung Ihres Missionsauftrags nutzen, ist Folgendes zu vermeiden:
-
im Profilnamen Ihres Social-Media-Accounts den Titel „Elder“ oder „Sister“ verwenden
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über das Internet oder per Textnachricht etwas weitergeben, was unpassend wäre, wenn man es persönlich sagen würde
-
politische Ansichten äußern
-
Ihre Beiträge den Anschein erwecken lassen, es seien offizielle Mitteilungen der Kirche
Halten Sie sich an die Gesetze für die Weitergabe von Musikstücken, Filmen und weiteren urheberrechtlich geschützten Daten.
Achten Sie darauf, nicht zu viel Zeit mit der Nutzung des Internets, eines Mobilgeräts oder sonstiger Medien zu verbringen. Dies kann Sie von Tätigkeiten abhalten, die Ihnen helfen, Ihren Missionsauftrag und Ihre Aufgaben als Service-Missionar zu erfüllen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie etwas ansehen oder anhören sollen, sprechen Sie mit Ihren Eltern oder den gesetzlich Verantwortlichen, dem Bischof oder den Beratern für Service-Missionare. Darüber hinaus wird der Heilige Geist Sie führen und Ihnen die Kraft geben, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
3.7
Ausnahmen
Wenn Sie der Ansicht sind, dass eine Ausnahme von den Maßstäben in diesem Handbuch in Betracht gezogen werden sollte, besprechen Sie dies mit den Beratern für Service-Missionare. Einige Ausnahmen erfordern möglicherweise die Genehmigung Ihres Missionspräsidenten oder der Missionsabteilung.
3.8
Kommunikation mit den Missionsführern, den Beratern für Service-Missionare, den Priestertumsführern und den Vorgesetzten am Einsatzort
Zum Missionsdienst gehört die Pflicht, dem Herrn und den Führungsverantwortlichen gegenüber Rechenschaft abzulegen. Dazu erstatten Sie regelmäßig über Ihre Mission Bericht. Hierzu gehört ein wöchentlicher Bericht per E-Mail an die Berater für Service-Missionare. Diese Berichte können Folgendes umfassen:
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Ihre Aufträge und Ihren Zeitplan
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Ihre körperliche und seelische Gesundheit
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Ihre geistigen Erlebnisse und Ihre Entwicklung
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Ihre jüngsten Erfolge und Herausforderungen
Benachrichtigen Sie Ihren Vorgesetzten am Einsatzort und die Berater für Service-Missionare jedes Mal, wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihrem Dienstauftrag nachzukommen. Teilen Sie dies nach Möglichkeit sehr frühzeitig mit.
Benutzen Sie während Ihrer Mission das Ihnen zugewiesene Missionars-E-Mail-Konto und nicht irgendwelche persönlichen Konten.