„Stimmen der Wiederherstellung: Die Sammlung in Ohio“, Komm und folge mir nach! – Für zuhause und für die Kirche: Lehre und Bündnisse 2025, 2025
„Die Sammlung in Ohio“, Komm und folge mir nach! – Für zuhause und für die Kirche: 2025
Stimmen der Wiederherstellung
Die Sammlung in Ohio
Die Ortschaft Kirtland, Darstellung von Al Rounds
Phebe Carter
Unter den vielen Heiligen, die in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts nach Ohio aufbrachen, befand sich auch Phebe Carter. Sie hatte sich der Kirche mit Mitte zwanzig im Nordosten der Vereinigten Staaten angeschlossen. Ihre Eltern waren jedoch keine Mitglieder. Später berichtete sie, weshalb sie sich für den Umzug nach Ohio entschieden hatte:
„Meine Freunde wunderten sich über meinen Entschluss, wie ich selbst übrigens auch, aber etwas in mir trieb mich an. Dass mein Wegzug meiner Mutter so großen Kummer bereitete, war fast mehr, als ich ertragen konnte. Wäre ich nicht von einer inneren Kraft angetrieben worden, wäre ich zuletzt doch noch schwach geworden. Meine Mutter sagte mir, sie würde mich lieber begraben sehen, als mich so allein in die herzlose Welt hinausziehen zu lassen.
‚Phebe‘, sagte sie mit Nachdruck, ‚kommst du zu mir zurück, wenn du herausfindest, dass diese Religion falsch ist?‘
Ich antwortete: ‚Ja, Mutter; sicherlich.‘ … Meine Antwort linderte zwar ihre Sorgen, doch bereitete uns der Gedanke an die Trennung viel Kummer. Als die Stunde der Abreise gekommen war, brachte ich es nicht übers Herz, mich zu verabschieden. Also schrieb ich jedem meine Abschiedsworte auf, ließ die Briefe auf meinem Tisch liegen, lief nach unten und sprang in die Kutsche. So verließ ich also den Ort meiner Kindheit, mein geliebtes Zuhause, um ein Leben unter den Heiligen Gottes zu beginnen.“
In einem ihrer Abschiedsbriefe schrieb Phebe:
„Lieber Vater, liebe Mutter, nun mache ich mich auf, das väterliche Dach eine Weile zu verlassen. Wie lange ich fort sein werde, weiß ich nicht, aber ich gehe nicht, ohne dankbaren Herzens an die Güte zu denken, die mir von meiner Kindheit bis jetzt entgegengebracht wurde. Doch die Vorsehung scheint es jetzt anders zu verfügen, als ursprünglich gedacht. Lasst uns alles in die Hände der Vorsehung legen und dankbar sein, dass wir so lange unter so gedeihlichen Umständen zusammenleben durften. Mögen wir daran glauben, dass alles für uns gut ausgeht, wenn wir Gott in höchstem Maße lieben. Mögen wir erkennen, dass wir zu dem einen Gott beten können, der die aufrichtigen Gebete all seiner Geschöpfe erhört und uns das gibt, was für uns das Beste ist. …
Mutter, ich glaube, dass es Gottes Wille für mich ist, in den Westen zu gehen. Und ich bin überzeugt, dass dies schon seit langem so ist. Jetzt bietet sich die Gelegenheit … Ich glaube, dass der Geist des Herrn dies bewirkt hat, der hinreichend ist, um alles bewerkstelligen zu können. Bitte seid nicht besorgt um euer Kind. Der Herr wird mich trösten. Ich glaube, dass der Herr auf mich achtgeben und mir das geben wird, was zu meinem Besten ist. Ich gehe, weil mein Meister ruft. Er hat mir meine Pflicht klar vor Augen geführt.“