„Es ist mir wichtig“, Unser Freund, Februar 2026, S. 22f.
Es ist mir wichtig
Max wusste zwar nicht, was er sagen sollte, aber er wusste, was er gerade spürte.
Eine wahre Geschichte aus den USA
Max mochte das Lied, das gerade im Autoradio zu hören war, und wippte mit dem Kopf im Rhythmus mit. Er freute sich schon so! Gerade brachte Mama ihn zu seinem Cousin Preston. Gleich kam Max’ Lieblingsstelle im Lied! Doch plötzlich drehte Mama die Musik leiser. Er wollte sie bitten, das Lied wieder lauter zu stellen, als er merkte, dass sie ihn über den Rückspiegel ansah. Sie wirkte irgendwie bedrückt.
„Was ist denn los?“, fragte Max.
„Bevor wir da sind, muss ich dir etwas sagen“, meinte Mama. „Preston und seine Familie gehen nicht mehr in die Kirche.“
Max und Preston waren am selben Tag getauft worden. Max musste daran denken, wie oft sie gemeinsam in die Kirche gegangen waren. Das war jetzt vorbei? Dieser Gedanke stimmte ihn traurig.
„Aber wieso?“, fragte Max.
Mama seufzte. „Na ja, seine Eltern glauben nicht mehr, dass die Kirche wahr ist. Als ich neulich mit Tante Abby über die Kirche gesprochen habe, ist sie wütend geworden.“
Max hatte ein flaues Gefühl im Magen. „Ob Preston auch auf mich wütend wird?“, flüsterte er.
Mama schaute über den Rückspiegel wieder zu Max. „Wenn du nicht genau weißt, was du sagen sollst, hör einfach auf deine innere Stimme. Der Heilige Geist hilft dir, damit du weißt, was du tun sollst. Was auch geschieht, sie gehören zur Familie, und wir werden sie immer liebhaben.“
Als sie bei Preston ankamen, war Max etwas nervös, aber schnell redeten und spielten sie wie gewohnt miteinander. Sie machten Saltos auf dem Trampolin und gingen dann ins Haus, weil sie Durst hatten. Max stellte fest, dass Mama ihn bald abholen würde.
„Ich muss bald los“, sagte er. „Am liebsten würde ich länger bleiben.“
„Schlaf doch bei uns!“ Preston reichte Max ein Glas Wasser.
Max trank einen Schluck. „Ich kann nicht. Ich muss morgen früh aufstehen.“
„Wegen der Kirche?“, lachte Preston. Es war kein nettes Lachen. Max gefiel gar nicht, wie es klang.
„Geh doch einfach mal nicht zur Kirche“, schlug Preston vor. „Bleib hier! Wir schlafen aus und spielen den ganzen Tag. Für die Kirche musst du ordentlich aussehen und dann sitzt du da herum und hörst langweiligen Ansprachen zu.“ Er schloss die Augen und machte Schnarchgeräusche. Dann öffnete er die Augen wieder und lachte erneut. „Das kann doch nicht so wichtig sein.“
Max war beunruhigt. Was sollte er sagen? Er nippte an seinem Wasser, atmete tief ein und betete im Stillen, was er tun sollte. Dann lächelte Max. „Na ja, mir ist es wichtig“, sagte er einfach.
Preston nickte langsam. „Also gut“, sagte er. „Ist schon okay. Aber ich hoffe, wir treffen uns bald wieder.“
„Ich auch“, erwiderte Max lächelnd.
Auf dem Heimweg erzählte Max seiner Mama, was geschehen war.
Mama hörte still zu und lächelte. „Na, siehst du? Du hast auf den Heiligen Geist gehört und gewusst, was du sagen sollst.“
Max war glücklich. Er war froh, dass der Heilige Geist ihm geholfen hatte, mutig zu sein und für das einzutreten, von dem er wusste, dass es richtig war.
Illustration von Kavel Rafferty