2025
Ein bisschen wie im Himmel
Juli 2025


Pioniere aus aller Welt

Ein bisschen wie im Himmel

„Möchtest du vielleicht morgen zur Kirche mitkommen?“, fragte Onkel Reza.

Eine wahre Geschichte aus Indien und Kanada

Tahira faltete das letzte T-Shirt zusammen und legte es in den Koffer. Sie packte gerade für ihre Reise. Sie würde nämlich den Sommer bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Kanada verbringen. Sie freute sich, war aber auch ein wenig nervös. Kanada war weit weg von ihrer Heimat Indien.

„Hast du denn alles?“, fragte Maa (Mama).

„Ich glaub schon.“ Tahira schloss den Koffer.

„Das wird super!“, sagte Maa. „Gib Onkel Reza und Tante Misu eine dicke Umarmung von mir!“

In Kanada umarmte Tahira Onkel Reza und Tante Misu am Flughafen ganz fest. „Die Umarmung ist von Maa“, erklärte sie.

In den nächsten paar Tagen erkundeten sie gemeinsam die Stadt und die Umgebung. Zum ersten Mal besuchte Tahira einen Vergnügungspark und sie sah die Niagarafälle. Sie hatte großen Spaß!

Am Samstagnachmittag half Tahira, für das Abendessen Butterhühnchen zuzubereiten. Nach dem Essen sah Onkel Reza sie lächelnd an.

Ein Mann und ein Mädchen unterhalten sich am Tisch

„Möchtest du vielleicht morgen zur Kirche mitkommen?“, fragte er. „Wir gehen in eine christliche Kirche. Dort erfahren wir mehr über Jesus Christus und sein Evangelium.“

„In Ordnung“, erwiderte Tahira. Maa und Pita (Papa) gehörten einer anderen Religion an, aber Tahira ging auf eine christliche Privatschule. Ein Besuch in einer anderen Kirche wäre also nichts vollkommen Neues.

Leute auf einer Kirchenbank singen ein Lied

Am nächsten Tag zog Tahira ein Kleid an, das ihre Tante ihr gegeben hatte. Als sie das Gemeindehaus betraten, sangen die Leute schon. Tahira blieb stehen und musterte die Anwesenden. Sie sah viele Eltern mit ihren Kindern zusammensitzen. Alle wirkten glücklich. Der Gesang war wunderschön!

So muss es sich im Himmel anfühlen!, dachte Tahira.

Sie setzte sich mit Tante Misu und Onkel Reza auf eine Bank. Geschirr mit Brot und dann mit Wasser wurde gereicht. Redner erzählten von Jesus Christus. Und es gab noch mehr Gesang! Im Schlusslied ging es darum, dass die Familie für immer zusammen sein konnte. Ihr gefiel, was sie bei diesen Worten empfand.

Nach dem Schlussgebet sprach Tahira mit Onkel Reza. „Was bedeutet es denn, für immer zusammen zu sein?“

Onkel Reza lächelte. „Wir glauben: Wenn wir Jesus Christus nachfolgen und Gott Versprechen machen und diese halten, sind wir eines Tages mit unserer Familie im Himmel – alle zusammen!“

Ein warmes Gefühl durchströmte Tahira vom Kopf bis zu den Zehen. Es war ein schöner Gedanke, mit ihrer Familie für immer zusammen zu sein!

Nach der Kirche wollte die schöne Musik Tahira nicht mehr aus dem Sinn gehen. Sie wollte mehr über Jesus Christus erfahren und mehr darüber, dass die Familie für immer zusammen sein konnte. Sie beschloss, sich mit den Missionarinnen zu treffen. Die Wochen vergingen, und Tahira erlangte Stück für Stück das Wissen, dass das Evangelium wahr war.

Sie rief ihre Eltern an und erzählte ihnen von allem, was sie erfahren hatte. Dann stellte sie ihnen eine wichtige Frage: „Darf ich mich taufen lassen?“ Sie erlaubten es!

Am Tag ihrer Taufe sang Tahira mit Onkel Reza und Tante Misu das Lied „Ich bin ein Kind von Gott“ vor. Onkel Reza hatte es übersetzt, und so konnten sie es in ihrer Muttersprache Hindi singen.

Beim Gesang wurde Tahira warm ums Herz. Es war wie im Himmel! Tahira wusste: Sofern sie das hielt, was sie dem Vater im Himmel versprochen hatte, konnte sie – dank Jesus Christus – eines Tages wieder bei ihm und Jesus sein.

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Illustrationen von Ekata Mandal