Nervös beim Referat
Vater im Himmel, betete sie, bitte hilf mir, nicht nervös zu sein.
Eine wahre Geschichte aus Südafrika
Allysons Herz klopfte wie wild. Gleich war sie mit ihrem Geschichtsreferat an der Reihe. Am Abend zuvor hatte sie es mit ihrer Mutter immer wieder geübt. Trotzdem war sie jetzt nervös. Wie sie es hasste, vor einer Gruppe sprechen zu müssen!
„Jetzt ist Allyson dran“, kündigte Frau Tanner an. „Bitte komm nach vorn und halte dein Referat.“
Allyson stand auf und ging nervös nach vorne. Sie blickte in die Gesichter ihrer Mitschüler und atmete zaghaft ein. Ihre Hände waren feucht. Sie wischte sie an der Schuluniform ab.
Sie öffnete den Mund und wollte den ersten Satz sagen. Doch auf einmal fiel ihr kein einziges Wort mehr ein. Alle schauten sie an und warteten auf den Beginn ihres Referats. Ihr kam es so vor, als wären ihr alle Wörter, die sie daheim auswendig gelernt hatte, einfach im Hals steckengeblieben. Ihr war ganz flau im Magen.
Doch in diesem Moment fiel Allyson etwas ein. Vor ein paar Wochen hatte ihr Vater ihr erzählt, wie er einmal darum gebetet hatte, dass ihm der Heilige Geist beistehen möge.
Schnell sprach Allyson also in Gedanken ebenfalls ein Gebet. Vater im Himmel, betete sie, bitte hilf mir, nicht nervös zu sein, damit ich mein Referat gut halten kann. Im Namen Jesu Christi. Amen.
Gleich nach dem Gebet schwand Allysons Nervosität. Ihre Schultern entspannten sich, und sie konnte klar denken.
Als sie diesmal den Mund aufmachte, kamen ihr die Worte sofort in den Sinn. „Ich spreche heute über die ersten Siedler Südafrikas im 16. Jahrhundert“, begann sie. Sie nannte die Fakten, die sie auswendig gelernt hatte. Am Ende war sie erleichtert. Sie hatte es geschafft!
Fröhlich setzte sie sich wieder an ihren Platz. Ihr Referat war zwar nicht perfekt gewesen, aber sie war stolz darauf, dass sie es so gut gehalten hatte.
„Du“, flüsterte ihr ihre Freundin Emily vom Nebentisch aus zu. „Das war echt gut! Ich dachte, du hasst es, vor einer Gruppe zu sprechen.“
Allyson lachte leise. „Das dachte ich eigentlich auch. Aber ich habe gebetet und Gott um Hilfe gebeten, und er hat mir geholfen.“
Emily war einen Augenblick lang still. Dann flüsterte sie: „Wow, vielleicht sollte ich auch mehr beten.“
Als die nächste Schülerin mit ihrem Referat begann, dachte Allyson darüber nach, was da gerade geschehen war. Ihr war nach dem Beten ganz anders zumute gewesen. Der Heilige Geist hatte ihr tatsächlich geholfen, nicht nervös, sondern tapfer zu sein!
In Gedanken sprach Allyson ein kurzes Dankgebet. Danke, lieber Vater im Himmel, betete sie. Danke, dass du mir den Heiligen Geist geschickt hast.
Illustration von Silvia Provantini