„Eine neue Freundin“, Unser Freund, April 2025, Seite 36f.
Eine neue Freundin
Taylor wusste, wie es ist, sich unsicher zu fühlen.
Eine wahre Geschichte aus Kanada
Taylor half Mama, die Taschen zur PV-Aktivität in den Park zu tragen. Die Sonne schien ihr warm aufs Gesicht, und der Rasen im Park war wieder grün. Es war schön, draußen zu sein!
Der Frühling erinnerte sie immer daran, dass der Vater im Himmel sie liebhatte. Taylor sah die Liebe Gottes in so vielem: wenn zum Beispiel der Himmel blau war oder wenn sie ihre Freunde bei einer PV-Aktivität traf.
Taylor ging mit Mama auf die PV-Präsidentschaft zu, die gerade Spiele aufbaute.
Schwester Kingsley winkte ihnen zu. „Jane wird auch kommen“, erzählte sie Mama.
„Ach, wie schön!“, freute sich Mama.
„Wer ist denn Jane?“, fragte Taylor.
„Sie ist neu in der Gemeinde“, erklärte Mama. „Wir haben sie eingeladen. Wir hoffen, dass du und die anderen dazu beitragen könnt, dass sie sich wohlfühlt.“
Da wurde Taylor mulmig zumute. Es fiel ihr schwer, auf Leute zuzugehen, die sie nicht kannte. Sie wollte freundlich sein. Aber wenn das neue Mädchen sie nicht leiden konnte?
Bald schon trafen alle anderen ein, auch das Mädchen, das Taylor noch nicht kannte.
„Herzlich willkommen zu der heutigen Aktivität“, sagte Schwester Kingsley. Sie legte eine Hand auf die Schulter des neuen Mädchens. „Das hier ist Jane. Ab heute gehört sie in unsere PV! Wir hoffen, dass ihr eine gute Zeit im Park habt!“
„Können wir ‚Lavaboden‘ spielen?“, fragte eines der Kinder.
„Au ja!“, rief Taylor.
Sie freute sich riesig! Das war ihr Lieblingsspiel. Taylor rannte mit den anderen Kindern zum Spielplatz – und blieb stehen, als ihr Blick auf Jane fiel. Jane war ganz allein.
Der Vater im Himmel hatte Taylor diesen schönen, besonderen Tag geschenkt. Sie wollte ihn genießen, aber sie wollte, dass Jane ebenfalls Freude daran hatte. Innerlich zitterte Taylor ein wenig, aber sie holte tief Luft und ging dann zu Jane zurück.
„Hallo! Ich heiße Taylor.“
„Hi.“ Jane lächelte ein wenig, wirkte aber unsicher.
„Kennst du ‚Lavaboden‘?“, fragte Taylor.
Jane schüttelte den Kopf.
Taylor wusste, dass es manchmal Angst machen konnte, etwas Neues auszuprobieren.
„Es macht wirklich viel Spaß!“, fügte sie hinzu. „Es ist so ähnlich wie Fangen. Derjenige, der fängt, muss aber die Augen schließen. Alle anderen verteilen sich auf dem Spielplatz und laufen herum oder steigen aufs Klettergerüst. Und wenn der Fänger ,Lavaboden‘ ruft, wird derjenige, der noch auf dem Boden ist, der nächste Fänger.“
Jane wirkte immer noch unsicher.
„Halt dich doch einfach erstmal an mich“, schlug Taylor vor.
Jane lächelte. „Okay!“
Taylor und Jane gingen zum Spielplatz. Sie stiegen aufs Klettergerüst, und auch die anderen Kinder begrüßten Jane. Zunächst blieb Jane noch in Taylors Nähe, aber auch die anderen kümmerten sich um Jane. Während der restlichen Aktivität redeten Taylor und auch alle anderen mit Jane. Schließlich war Taylor gar nicht mehr unsicher, und sie hatte den Eindruck, dass es Jane ebenso erging.
„Wer hat Lust auf ein Eis am Stiel?“, fragte Mama und öffnete eine Kühlbox.
Alle waren viel herumgelaufen und hatten gespielt, und so freute sich Taylor, sich mit ihren Freunden hinzusetzen und ein wenig auszuruhen. Als Jane nach Hause ging, verabschiedeten sich Taylor und die anderen von ihr.
Bald waren nur noch Taylor, Mama und die PV-Präsidentschaft übrig. Taylor entdeckte eine Eisverpackung auf dem Boden und warf sie in den Müll.
„Ich bin stolz auf dich!“, sagte Mama. „Du und deine Freunde habt Jane heute wirklich die Liebe des himmlischen Vaters gezeigt!“
Taylor dachte darüber nach. Sie achtete ja immer darauf, wie der Vater im Himmel seine Liebe zeigte, aber heute war etwas anderes geschehen. Heute war sie diejenige gewesen, die seine Liebe gezeigt hatte!
Illustration von Hollie Hibbert