CES-Konferenz für Religionslehrer
Podiumsdiskussion mit Elder Gilbert


69:19

Podiumsdiskussion: Wie man die Lernenden zur Mitarbeit anregt

Andacht zur Konferenz für Religionslehrer am 12. Juni 2025

Anmerkung des Herausgebers: Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden an dieser Abschrift einige Änderungen vorgenommen.

Elder Clark G. Gilbert: Danke, Elder Meredith. Das war eine eindringliche Botschaft. Wer Elder Meredith bisher noch nicht gekannt hat, konnte seine Überzeugungskraft hoffentlich gerade verspüren. Ich habe ihn Pickleball spielen sehen, und ich glaube, die Fellowship of Christian Athletes wird ihre Entscheidung noch einmal überdenken.

Ich werde gleich das Thema unseres Gesprächs vorstellen. Erst möchte ich aber noch auf etwas eingehen, was Elder Meredith gesagt hat: Es kommt darauf an, wie wir unterweisen. Aus seinen Worten geht klar hervor, was wir alle wissen, nämlich dass ein guter Lehrer einen großen Einfluss auf das Leben unserer Schüler und ihre Art zu lernen hat. Entscheidend ist dabei, wie wir das tun. Elder Christofferson hat gestern Abend darauf hingewiesen, und Elder Meredith hat es heute bekräftigt.

Wir haben Sie gebeten, in Vorbereitung auf diese Workshop-Reihe das Kapitel „Zu eifrigem Lernen anregen“ aus der Anleitung Auf die Weise des Erretters lehren zu lesen und durchzuarbeiten. In diesem Abschnitt heißt es immer wieder, es sei wichtig, die Schüler dazu anzuhalten, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.

Wenn die folgende Geschichte manch einem bekannt vorkommt, tut es mir leid. Mein Mitbewohner am College hat mir gesagt: „Clark, ich finde deine Geschichten echt faszinierend. Zumindest, wenn du sie die ersten fünf, sechs Mal erzählst!“ Diese hier erzähle ich aber, weil sie mich sehr bewegt hat. Ich will Ihnen auch verraten, welcher Fehler mir einmal in meinem eigenen Unterricht unterlaufen ist. In einem Hotel in Massachusetts, dem Charles in Cambridge, hängt in jedem dritten Zimmer ein Gemälde, auf dem ein Professor an einer Tafel steht und auf diese Tafel Bilder von sich selbst zeichnet. Darunter steht: „Doug gefielen seine Vorlesungen sehr“. Für seine Studenten tat er jedoch nichts anderes, als immer wieder sich selbst zu zeichnen. Manchmal möchten wir unseren Schülern in unserer Liebe und aufrichtigen Zuneigung etwas vermitteln, was für uns persönlich von größter Bedeutung ist, was sie aber manchmal daran hindern kann, sich selbst einzubringen und zu eifrigem Lernen angeregt zu werden.

Ich habe mich einmal vier Jahre lang mit einem bestimmten Thema beschäftigt: Ich schrieb eine Fallstudie über das Unternehmen Knight Ridder, die später als Kursmaterial an der Harvard Business School verwendet wurde. In meinem ersten Jahr als Dozent stand die von mir erstellte Fallstudie in wohl acht verschiedenen Fachbereichen auf dem Lehrplan. Am Ende des Jahres wurde ausgewertet, wie sich der Fall im Vergleich zu allen anderen Fällen entwickelt hatte. Als ich mir die Daten ansah, stellte ich fest, dass der von mir erforschte Fall in meinem Kurs als zweitschlechtester im Semester abgeschnitten hatte. Bei allen anderen gehörte er zu den fünf besten Fällen.

Was war da los? Warum ergab die von mir erstellte Fallstudie, der ich vier Jahre gewidmet hatte, die für mich zweitschlechteste Leistung im gesamten Semester, während der Fall bei allen anderen unter den fünf war, die am besten abgeschnitten hatten? Wo lag Ihrer Meinung nach das Problem? Ich werfe die Frage mal in die Runde: Was glauben Sie, was passiert war? Ich weiß nicht, ob wir Mikrofone haben, deshalb rufe ich jemanden in der Nähe auf. Rosemary, was denken Sie? Warum hat mein eigener Fall in meinem Kurs so schlecht abgeschnitten? Und sagen Sie jetzt nicht: „Weil Sie eben ein schlechter Lehrer sind, Clark.“

Schwester 2 (Rosemary): Vielleicht haben Sie zu viel erklärt und die Studenten zu wenig selbst nachdenken lassen.

Elder Clark G. Gilbert: Ja, Rosemary hat gesagt: „Vielleicht haben Sie zu viel erklärt und die Studenten zu wenig selbst nachdenken lassen.“ Das spielte ganz sicher eine Rolle. Noch andere Gedanken? Was habe ich falsch gemacht, dass dieser Fall so schlecht abgeschnitten hat? Ja. Dort hinten. Sehr gut. Bruder Brown kommt hier ganz schön ins Schwitzen.

Schwester 3: Vielleicht hatten die Studenten keinen Bezug dazu.

Elder Clark G. Gilbert: Mag sein. Möglicherweise hatten die Studenten keinen Bezug dazu. Oder vielleicht noch problematischer: Was ich für wirklich wichtig gehalten hatte, war für die Schüler vielleicht gar nicht von Bedeutung. Nebenbei bemerkt meinte im darauffolgenden Semester einer meiner Kollegen: „Clark, dieser Fall erklärt sich von allein. Drei gute Fragen reichen völlig aus, Sie machen es viel zu kompliziert. Sie wissen zu viel darüber, die Studenten können da nicht mithalten.“ Ich habe seinen Rat leicht frustriert beherzigt, und schon befand sich der Fall wieder im oberen Viertel.

Manchmal können unser eigenes Fachwissen und unsere Kenntnisse ein Hindernis sein, wenn es darum geht, die Schüler zum Lernen anzuregen. Das bedeutet nicht, dass Wissen nicht genutzt werden sollte. Aber wie lässt es sich so nutzen, dass es zu eifrigem Lernen anregt? Heute möchte ich mit vier erfahrenen Lehrern, die dies erfolgreich umsetzen, ein Gespräch führen zum Thema: „Die Schüler auffordern, selbst Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen“. Sie werden nun zu mir aufs Podium kommen und ich werde dann jeden von ihnen kurz vorstellen.

Zu mir kommt gerade Kaylee Merrill. Sie ist die Leiterin des Seminars an der East High School in Salt Lake City. Neben ihr sitzt John Hilton, Dozent für Schriften des Altertums an der BYU. Neben ihm haben wir Jenet Erickson, Dozentin für Geschichte und Lehre der Kirche an der BYU. Und daneben Nate Peterson, Professor für Religionswissenschaften an der BYU Idaho.

Ich möchte nun unser heutiges Gespräch beginnen und gleich zu Elder Christoffersons gestriger Ansprache kommen. Als wir uns mit seinen Ausführungen befassten und das Thema dieser Gesprächsrunde erfuhren, sprachen wir zur Vorbereitung als Gruppe darüber. Wie auch Elder Meredith stellte er einen direkten Zusammenhang her zwischen der Verantwortung für das Lernen und dafür, beständige Jünger Jesu zu sein. Nicht einfach nur, Jünger Jesu zu sein, sondern beständige Jünger Jesu.

Wir fangen mit Schwester Erickson an. Wenn Sie sich diese Frage ansehen, wie hängt das zusammen? Was haben Sie aus Elder Christoffersons Botschaft gestern Abend mitgenommen? Und wie sollte sich das darauf auswirken, wie wir lehren?

Jenet Erickson: Vielen Dank, Elder Gilbert. Es ist wunderbar, mit Ihnen allen zusammen zu sein. Kurz bevor ich als Dozentin an der BYU anfing, kam Elder Richard G. Scott, dieser meisterhafte Lehrer, und hielt einen Vortrag im Rahmen der Bildungswoche. Er erzählte etwas, was mich so beeindruckt hat, dass ich es noch im gleichen Semester in den Unterricht einfließen ließ. Vorher hatte ich es nicht verstanden. Er sprach darüber, wie wichtig es sei, dass wir anstreben, vom Herrn durch seinen Geist belehrt zu werden. Deshalb seien wir hier. Er sagte dann: „Jedes Mal, wenn ein Lehrer die Schüler zum Mitmachen aufruft und ein Schüler sich meldet, um zu antworten, zeigt er damit dem Herrn Jesus Christus seine Lernbereitschaft.“ Als wir gestern Abend Elder Christofferson darüber sprechen hörten, welche Kraft der Entscheidungsfreiheit innewohnt, musste ich an eine Andacht an der BYU Idaho denken, in der ein begnadeter Lehrer den Studenten erklärte, dass diese Macht in ihnen sei, um es mit Ihren Worten zu sagen, Elder Gilbert. Es gibt die Macht Gottes, die Macht des Widersachers, die Macht in jedem von uns. Wir haben die Macht in uns, zu zeigen, dass wir dem Herrn erlauben, in unserem Leben zu wirken.

Genau das möchte ich meinen Schülern vermitteln: den sehnlichen Wunsch, dem Herrn Zugriff auf ihr Leben zu geben – denn er ist die Macht, die Veränderung bewirken kann. Er ist die Macht, die Wachstum ermöglicht. Das geschieht auf unzählige Arten. Präsident Packer hat einmal gesagt, ein Zeugnis erlange man, indem man es gibt. Wenn dies geschieht, erleben wir die Beschleunigung seines Werkes in unserem eigenen Leben, und wir erfahren den verändernden, bekehrenden Einfluss des Herrn. Und wie Elder Christofferson gestern gesagt hat, entfacht oder weckt dies die Kraft in uns, Jesus Christus in unserem Leben wirken zu lassen.

Ich bin noch dabei, das zu lernen. Ich bin sehr dankbar für Mentoren, die in meine Klasse kommen und sagen: „Jenet, probier dies, probier jenes.“ Jedes Mal motivieren sie mich, die Schüler dazu anzuregen, ihre Entscheidungsfreiheit aktiv zu nutzen, indem sie Neues entdecken und mitmachen. Dann spüren sie den Heiligen Geist. Ich kann spüren, wie der Heilige Geist ihnen ganz persönlich Zeugnis für die Wahrheit gibt, die sie brauchen. So begeben sie sich auf den Weg, eigenverantwortlich zu handeln, um beständige Jünger Jesu zu sein.

Elder Clark G. Gilbert: Sehr schön. Das alles ist damit verbunden, dass man ins Handeln kommt und seine Entscheidungsfreiheit aktiv nutzt. Weitere Gedanken? Verantwortung für unser Lernen übernehmen – warum bringt das beständige Jünger Jesu hervor? Möchte jemand?

John Hilton III: Ich möchte da einen Vergleich anführen, den ich manchmal auch bei meinen Schülern anführe. Er ist nicht ganz perfekt, aber er geht so: Ich hole ein Stück Rohwolle heraus und sage: „Das ist wie die Schriftstellen, über die wir heute sprechen.“ Angenommen, mein Unterricht ist fesselnd und steckt voller großartiger Erkenntnisse. Ich habe den Schülern also eine Menge Wolle gegeben. Sie fühlt sich gut an. Man setzt sie sich auf den Kopf und geht zur Tür hinaus. Der Wind weht, und die Wolle fällt herunter.

Was müssen die Schüler also machen? Sie müssen die Wolle richtig auskämmen und sie zu Garn verspinnen. Dann kann daraus ein Wollmantel werden, der nicht weggeweht wird, wenn man hinausgeht.

Der Vergleich soll auch mich daran erinnern, dass es nicht meine Aufgabe ist, Rohwolle zu verteilen. Ich möchte, dass die Schüler Mäntel haben, und dafür müssen sie selbst arbeiten.

Manchmal messen wir dem, was wir sagen, sehr viel Bedeutung bei. Es fällt uns schwer, weil ich weiß, dass wir als Lehrer viel Gutes zu sagen haben. Aber damit die Schüler es wirklich verinnerlichen, müssen sie handeln. Es muss von ihrem Kopf in ihr Herz gelangen. Wir müssen ihnen helfen, selbst aktiv zu werden, damit sie beständige Jünger Jesu Christi werden.

Elder Clark G. Gilbert: Sie brauchen also etwas Feineres als nur Rohwolle, John. Warum müssen die Schüler damit arbeiten und nicht nur Sie?

John Hilton III: Das liegt daran, dass sie es erst begreifen, sobald sie selbst tätig werden. Wenn ich nur rede und rede und rede, dann zwinge ich es ihnen nur auf. Als Lehrer glaube ich allzu gern, dass ich in meinem Job herausragend bin.

Wenn ich immer nur einkleistere, klebt alles an der Oberfläche. Aber um zu verinnerlichen, muss man selbst handeln. Es gibt keinen anderen Weg. Ja.

Elder Clark G. Gilbert: Nate.

Nate Peterson: Elder Gilbert, genau das hat Elder Christofferson angesprochen. Wer hätte gedacht, dass die Entscheidungsfreiheit so wichtig ist? Sie ist sozusagen die Figur in dem Film, die man von Anfang an immer im Hintergrund gesehen hat. Was, wenn die Entscheidungsfreiheit die Antwort ist? Was, wenn sie von Anfang an schon da war? Genau das hat er gesagt. Entscheidungsfreiheit. Das ist es. Fortschritt erfordert Entscheidungsfreiheit, und Entscheidungsfreiheit erfordert Wahrheit. Ich kann im Unterricht die Wahrheit lehren.

Das hat er gesagt. Das ist aber nur eine der Stellen, wo der Satan angreift. Manchmal hat er gar nichts dagegen, wenn wir die Wahrheit lehren. Der zweite Angriff ist es, wie Elder Christofferson sagte, den wir abwehren müssen, wenn wir dazu aufrufen, die Entscheidungsfreiheit zu nutzen. Dann kann der Unterricht großartig werden. Um aber die Entscheidungsfreiheit wirksam werden zu lassen, muss ich die Schüler anregen, mitzumachen – zu handeln und die Entscheidungsfreiheit zu nutzen, die sie von Anfang an hatten.

Fortschritt erfordert Entscheidungsfreiheit, diese erfordert Wahrheit, und Wahrheit erfordert eine Aufforderung. Das führt dann zum Fortschritt.

Elder Clark G. Gilbert: Hervorragend. Kaylee, was sagen Sie dazu?

Kaylee Merrill: Der Zusammenhang, den Elder Christofferson gestern Abend hergestellt hat, gefällt mir sehr. Er hat auch eine Brücke zu den Bündnissen geschlagen. Denn was ist ein beständiger Jünger Jesu? Es ist jemand, der Bündnisse eingeht und hält. Wir wollen, dass unsere Schüler ihre Entscheidungsfreiheit innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers ausüben, damit sie zu gegebener Zeit wissen, wie sie sie nutzen können, um Bündnisse zu schließen und diese ihr ganzes Leben lang zu halten.

Elder Clark G. Gilbert: Sehr schön. Es hat mir sehr gefallen, als er sagte, dass Bündnisse etwas Individuelles sind. Sie erfordern Handeln, und das ist letztendlich der Maßstab für einen Jünger.

Wir bitten Sie alle, sich diese Frage zu stellen. Ich hoffe, Sie haben sich bereits Gedanken darüber gemacht. Bitte denken Sie einen Moment lang über diese Frage nach: Worin besteht der Zusammenhang zwischen Verantwortung übernehmen und ein beständiger Jünger Jesu werden? Warum ist dieser Zusammenhang so wichtig?

Elder Christofferson hat gesagt, dass die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf im Seminar für Missionsführer darüber gesprochen haben. Sie haben es den Beratern der Jugendlichen erklärt. Sie betonen es gegenüber uns Religionslehrern.

Worin besteht der Zusammenhang: Verantwortung für das Lernen und beständige Nachfolge Jesu.

Nehmen Sie sich kurz Zeit. Schreiben Sie auf, worin der Zusammenhang besteht. Was haben Sie gestern Abend dazu gehört? Was haben Sie heute dazu gehört? Welche Gedanken kommen Ihnen noch in den Sinn? Wir unterbrechen unser Gespräch nun kurz, damit Sie Ihre Gedanken notieren können.

Bitte finden Sie sich nun in Zweier- oder Dreiergruppen zusammen. Wenn Sie zuhause sind und niemand neben Ihnen sitzt, suchen Sie sich jemanden, mit dem Sie darüber sprechen können.

Tauschen Sie sich über Ihre Gedanken aus. Wir machen das jetzt auch hier auf dem Podium, und ich schalte mein Mikro ab, um Sie nicht zu stören. Tauschen Sie sich jetzt bitte kurz mit Ihrem Nachbarn aus.

[Nicht verständliches Stimmengewirr aus dem Publikum]

Kommen wir nun wieder zusammen. Ich glaube, meiner Familie gefällt die neue Funktion, mit der sie das Mikrofon ihres Vaters während des Familienabends jederzeit stummschalten kann.

Wer gerne etwas zu diesem Thema sagen möchte, möge bitte aufstehen und es der Gruppe mitteilen. Wir nehmen nur ein paar von Ihnen dran. Heben Sie einfach Ihre Hand und stehen Sie auf. Ja, da drüben. Oh, ich dachte, ich hätte da eine Hand gesehen. Cami Anderson, ich rufe Sie einfach mal spontan auf. Danke. Gleich hinter Ihnen, Bruder Brown. Genau.

Cami Anderson: Danke für diese Gelegenheit, Elder Gilbert.

Yvonne und ich haben uns gerade darüber unterhalten, wie die tägliche Nachfolge Jesu, von der Elder Christofferson gesprochen hat, unseren Schülern hilft, treu im Glauben und in der Nachfolge Jesu zu sein und die Prüfungen des Lebens zu bestehen, wenn wir ihnen dabei helfen, diesen Zusammenhang zu erkennen. Es geht um mehr als nur darum, in schwierigen Zeiten in den heiligen Schriften zu lesen oder zu beten. Sie sind in der Lage, dies auch in sehr schweren Prüfungen zu tun, und sie bleiben auf den Erretter ausgerichtet. Sie erkennen, dass ihr Glaube, egal, was passiert, auf ihn gerichtet ist und dass er ihnen bei allen Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, helfen wird.

Elder Clark G. Gilbert: Das finde ich toll. Und mir gefällt der Gedanke, dass Prüfungen als Rahmen dienen. Wir sollten uns fragen: Werden sie sich daran erinnern, wenn es in ihrem Leben einmal schwierig wird? Passend zu Bruder Hilton: Wird die Wolle dann einfach weggepustet? Oder tragen sie sie mit sich?

Weitere Gedanken? Gibt es Freiwillige? Geben Sie einfach ein Handzeichen. Ja, bitte. Gleich neben Ihnen.

Bruder 9: Darüber denke ich schon seit langem nach. Elder Bednar hielt einmal eine Ansprache mit dem Titel „Trachtet nach Wissen durch Glauben“. Er sagte, dass wir zwar oft darüber sprechen, wie man durch den Geist lehrt, aber nicht genug darüber, was es bedeutet, durch Glauben zu lernen. Er erklärte anhand von 2 Nephi 33, der Geist könne das Wort Gottes zwar an unser Herz herantragen, ob es dort aber auch wirklich eindringt, hänge von uns selbst ab. Wir müssen im Glauben handeln, um es in unserem Herzen zu verankern. Wir sollen als Lehrer nicht nur Fische verteilen, sondern wir müssen ihnen das Fischen beibringen. Die wichtigsten Erkenntnisse im Leben bringt man nicht, man holt sie sich.

Diese Botschaft hat mich tief beeindruckt. Bei uns Lehrern ist es genauso: Wir sollen ja nicht nur vor den Schülern trainieren und zeigen, wie man Gewichte stemmt. Das macht sie nicht stärker. Wir müssen zum Handeln anregen. Sie müssen selbst Liegestütze machen. Sie müssen sich selbst anstrengen und daraus Kraft schöpfen. Das bringt sie dann als beständige Jünger Jesu voran und gibt ihnen Kraft, sich Prüfungen und Herausforderungen zu stellen.

Seit dieser Ansprache von Elder Bednar habe ich darüber nachgedacht. Wir haben die Pflicht, sie dazu anzuspornen, im Glauben zu handeln, damit sie durch diese Übung die Kraft bekommen, sich Herausforderungen zu stellen.

Elder Clark G. Gilbert: Nach Ihrer Auffassung ist das die Verbindung zu beständiger Nachfolge Jesu. Es geht um die Fähigkeit, nicht nur im Unterricht aktiv zu werden, sondern auch, wenn der Lehrer nicht da ist.

Bruder 9: Ganz genau.

Elder Clark G. Gilbert: Richtig. Danke. Noch eine Meldung? Ja, Bruder Bolingbroke?

Bruder Bolingbroke: Als ich Koordinator für das Morgenseminar war, wurde einer meiner Lehrer zum Lehrer des Jahres an der medizinischen Fakultät der Universität von Nevada gekürt. Mit ihm sprach ich darüber, wie man die Teilnehmer zum Anwenden anregt.

Schließlich sagte er: „Ja, aber letzten Endes, Bruder Bolingbroke, ist das hier ein Ellenbogen. So viel man auch diskutiert und sich einbringt: Es ist und bleibt ein Ellenbogen. Ich bin Anatomielehrer. Man kann das nicht wegdiskutieren.“ Meine Frage beantwortete er so: Man braucht ein Gleichgewicht zwischen dem Vermitteln von Wahrheit und dem Anwenden von Wahrheit. Also sagte ich: „Lernen Ihre Studenten nicht besser, wenn sie den Ellenbogen bewegen? Sie wissen, wie er funktioniert. Sie können alle Bänder sehen.“

Manchmal gibt es für sie ja im Religionsunterricht Möglichkeiten, selbst Erfahrungen zu sammeln. Sie werden sich viel besser an den Ellenbogen erinnern, wenn sie davon gehört haben, wenn sie sich daran verletzt haben oder wenn er für sie interessant geworden ist. Die Proklamation zur Familie beginnt mit der Erklärung, „dass die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist und dass im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht“. Aber das müssen sie selbst herausfinden. Wenn wir nur die Wahrheit lehren, ohne sie ihren Ellenbogen benutzen zu lassen, bläst der Wind sie ihnen sofort wieder weg.

Elder Clark G. Gilbert: Sehr schön. Danke. Ich hoffe, Sie denken weiter über diese Frage nach, denn manchmal, wenn ich mit Lehrern darüber spreche, wie wichtig es ist, die Schüler zur Mitarbeit anzuregen, betrachten sie dies lediglich als Pflichtübung. Sie wollen nicht als Lehrer im Frontalunterricht abgestempelt werden. Die Debatte verlagert sich dann sofort ins Technische und geht nicht auf die Frage ein: „Warum machen wir das? Was hat diese Form der Beteiligung am Unterricht damit zu tun, dass man als Jünger Jesu beständig wird?“

Bitte denken Sie weiter darüber nach, wenn wir uns nun einigen Unterrichtsmethoden zuwenden, die unseren Schülern helfen. Bitte kommen Sie immer wieder auf diesen höheren Zweck zurück – warum wir das überhaupt tun.

Eine Möglichkeit, wie wir zu eifrigem Lernen anregen, besteht darin, die Schüler dazu aufzufordern, sich vorzubereiten. Dazu haben wir auch Sie aufgefordert. Fangen wir einfach an. In Vorbereitung auf die heutige Versammlung haben Sie den Abschnitt „Zu eifrigem Lernen anregen“ aus der Anleitung Auf die Weise des Erretters lehren und die Ansprache „Die Macht ist in ihnen“ gelesen, die ich im Januar gehalten habe. Und Sie haben Elder Christoffersons Andacht mitverfolgt und über diese beiden Fragen nachgedacht: Inwiefern hat der Erretter diejenigen, die er unterwies, zu eifrigem Lernen angeregt? Wie kann ich die Unterrichtsteilnehmer besser dabei unterstützen, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen?

Das war die Vorbereitungsaufgabe. Wie viele von Ihnen haben mindestens zwei dieser Aufgaben schon erledigt? Schön.

Wie erreicht man das? Wie können wir Schüler dazu animieren, sich auf eine Lernerfahrung vorzubereiten und sich darauf einzustellen? Welche Gedanken haben Sie hier oben auf dem Podium dazu?

Nate Peterson: Ich denke, Elder Gilbert, man muss das noch weiter fassen. Es ist toll, so wie John es auch schon gesagt hat, wenn die Schüler für meine Klasse lesen, und es ist toll, wenn sie lesen und dann eine gute Note bekommen. Noch besser ist es aber, wenn sie es sich zur Gewohnheit machen, jeden Tag die heiligen Schriften zu studieren.

Aus einer höheren Perspektive frage ich mich: „Worauf sollen sie sich eigentlich vorbereiten? Warum bitte ich sie, sich vorzubereiten?“ Wie Elder Meredith gesagt hat, machen wir uns darüber Gedanken. Ein Jünger Jesu zu sein, erfordert Disziplin.

Eigentlich sollen sie ja nicht nur für meinen Unterricht lesen, damit sie eine gute Note bekommen, sondern sie sollen in den heiligen Schriften lesen, damit sie die Stimme des Herrn und den Geist hören können. Es ist toll, wenn sie in meinem Kurs einen Monat oder länger lesen, aber noch besser wäre es, wenn das Lesen zur Gewohnheit wird, weil sie versuchen, jeden Tag ein bisschen zu lesen, um sich auf den Unterricht vorzubereiten. Das ist meine Chance, den Gebrauch der Entscheidungsfreiheit zu fördern: „Ja, ich möchte, dass ihr hier lest, aber eigentlich solltet ihr immer und ewig lesen, denn es ist das Wort Gottes. Dadurch kommt Licht in euer Leben. So verspürt ihr den Geist und hört das Wort Gottes.“ Das hilft dann auch, wenn der Unterricht vorbei ist.

Elder Clark G. Gilbert: Bruder Peterson, mir gefällt diese Verbindung zwischen Vorbereitung und beständiger Nachfolge Jesu. Das bringt unseren Unterricht am Dienstag wirklich voran. Sie wollen damit sagen, dass wir ein Verhaltensmuster schaffen wollen: Der Schüler soll sein Leben lang gut vorbereitet sein. Dies ist einer der Gründe, warum wir dazu auffordern, sich vor einer Lernerfahrung vorzubereiten.

Nate Peterson: Denn das brauchen sie in der Sonntagsschule und auch im Ältestenkollegium und in der FHV. Sie sollen nicht nur für den Religionsunterricht lesen. Sie sollen sich auf die Abendmahlsversammlung vorbereiten. Sie sollen vorbereitet in den Tempel gehen. Vorbereitung ist ein Muster beständiger Nachfolge Jesu.

Elder Clark G. Gilbert: Sehr schön. Weitere Gedanken?

Jenet Erickson: Elder Gilbert, es ist so schön, Nate zuzuhören. Ich habe darüber nachgedacht, wie sehr ich mir wünsche, dass sie wissen, dass Jesus Christus ihnen helfen möchte – dass er buchstäblich vor ihrer Tür steht und klopft und Teil ihres Lebens sein möchte. Das erfordert unter anderem, dass ich sie darauf vorbereite, die Bedeutung dessen zu erkennen, worüber wir spreche; warum diese Geschichte für sie wichtig ist; warum ihre Fragen durch die Wahrheiten hier beantwortet werden; warum die tiefsten Sehnsüchte ihres Herzens, die Kraft, sich zu verändern, zu wachsen und geheilt zu werden, hier zu finden sind.

Aber dafür muss ich das erst einmal selbst glauben und ihnen dann helfen, die Bedeutung für ihr Leben zu verstehen und dass es bei Jesus Christus nicht nur darum geht, dass sie irgendetwas lernen. Er sehnt sich danach, sie persönlich mit Wahrheit, Hilfe, Heilung und Kraft zu überschütten – durch das, was wir heute im Unterricht tun, durch ihre Vorbereitung und durch ihr anschließendes Verhalten.

Elder Clark G. Gilbert: Während ich Ihnen zuhöre, denke ich die ganze Zeit: „Wir werden uns mit dem Leseauftrag im Unterricht beschäftigen. Bitte lest es vor dem Unterricht.“ Sie sprechen da etwas an, woran ich noch nicht gedacht hatte, nämlich dass das Unterrichtsgespräch effektiver wird, wenn ich die Schüler dazu bringe, über die Bedeutung des Themas nachzudenken. Das könnte sogar die Frage beeinflussen, über die ich sie im Voraus nachdenken lassen möchte, oder den Leseauftrag, den ich ihnen vorab erteile. Ich möchte ja, dass sie verstehen, warum unser Unterrichtsgespräch später dann so wichtig ist.

John, möchten Sie etwas dazu sagen?

John Hilton III.: Teilweise gehört dazu, dass ich als Lehrer meine Denkweise dahingehend ändere, dass es wirklich wichtig ist, den Schülern beim Lernen zu helfen. Das die meisten von uns einen Kurs zu den heiligen Schriften haben, besteht die wichtigste Vorbereitung darin, die Schriften im Voraus zu lesen.

Vor ein paar Jahren hat Präsident Oaks gesagt: „Von diesen Grundsätzen abgesehen ist das Wichtigste, was wir als Seminar- und Institutslehrer tun können, die Schüler mit den heiligen Schriften vertraut zu machen und auch damit, wie sich das tägliche Studium auswirkt.“

Wenn diese Einstellung tief in meinem Herzen verankert ist, dann ist das nicht nur eine Nebensache für mich, sondern zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Wie helfe ich ihnen? Ich möchte dem, was Sie beide gesagt haben, noch etwas hinzufügen: Man muss den Schülern auch helfen, sich schon vor dem Unterricht mit den Schriften auseinanderzusetzen. Da gibt es viele Methoden. Manchmal muss man den Schülern nur helfen, auf verschiedene Weise an die Schriften heranzugehen.

Manchmal muss man ihnen etwas verständlich machen. Im letzten Semester hatte eine meiner Schülerinnen Probleme mit dem Leseverständnis. In meinem Kurs über die Bibel sprachen wir darüber, dass laut dem Handbuch der Kirche manchmal auch andere Bibelübersetzungen für das persönliche Studium nützlich sein können. Wir sahen uns eine Website mit verschiedenen Bibelübersetzungen an. Zwei Wochen später erzählte sie mir: „Bruder Hilton, ich habe eine Bibelübersetzung für Sechstklässler gefunden, und mein Bibelstudium hat sich völlig verändert. Plötzlich verstehe ich alles!“

Wenn wir den Schülern auf unterschiedliche Weise helfen können, mehr aus ihrem Schriftstudium herauszuholen, dann wollen sie das auch. Wenn sie eine Verbindung zu Jesus spüren, dann wollen sie lernen. Dann wird nicht nur abgehakt.

Elder Clark G. Gilbert: Das ist ganz wunderbar. Ich glaube, Sie alle sind davon überzeugt, dass das Lernerlebnis im Unterricht dadurch vertieft wird, dass die Schüler schon vor dem Unterricht etwas gelesen haben. Ist diese Annahme berechtigt?

John Hilton III.: Sicher!

Elder Clark G. Gilbert: Was mir Sorgen bereitet, ist, dass wir den Schülern gegenüber eine soziale Verpflichtung haben. Wenn wir sie auffordern, sich vorzubereiten, werden sie natürlich für diese Vorbereitung an sich bereits belohnt. Aber wenn diese Vorbereitung im Unterricht nicht genutzt oder aufgegriffen wird, sagen wir ihnen damit gewissermaßen: „Eigentlich müsst ihr euch gar nicht auf meinen Unterricht vorbereiten. Ich habe es zwar in den Lehrplan aufgenommen, aber es spielt keine Rolle, ob ihr euch darauf vorbereitet habt oder nicht.“

Das kann die Bildung zunichtemachen.

Sie sagten, wir bauen die Gewohnheit auf, sich täglich vorzubereiten. Aber Nate, wenn sie keine Gelegenheit haben, das Gelernte anzuwenden und Nutzen daraus zu ziehen, wie wirkt sich das dann auf ihre Motivation aus, sich auf den Unterricht vorzubereiten?

Nate Peterson: Genau da liegt ja die Verbindung mit der Entscheidungsfreiheit und der Nachfolge Jesu. Dass ich die Schüler zum Mitmachen anrege, steht in Zusammenhang mit anderen Punkten, über die wir noch sprechen, wie etwa Fragen stellen und Gelegenheit bieten, sich zu äußern.

Wenn ich jemanden auffordere, ein Jünger Jesu zu sein, wie man es als Missionar und in der Kirche lernt, dann muss ich nachfassen. Im Unterricht geht es also um Nachhaltigkeit. Konnten sie mit Gleichaltrigen üben, ein Jünger Jesu zu sein?

Da geht es um mein Zeugnis und meine Überzeugung: Bin ich wirklich überzeugt, dass sie in den heiligen Schriften lesen müssen? Und, wie John herausgestellt hat, warum? Weil ich daran glaube, dass Gott zu mir sprechen kann. Ich glaube, wenn ich die heiligen Schriften lese, öffnet das meinen Sinn für den Heiligen Geist. Ich glaube, dass ich mehr lerne, als dort steht.

Wenn ich das glaube, muss ich ihnen aber auch helfen, das ebenfalls zu lernen, und selbst danach handeln. Dann wird auch der Unterricht besser. Wenn die Schüler in den heiligen Schriften lesen, als Jünger Jesu leben und ihre Bündnisse halten, gibt es in meinem Klassenzimmer mehr Licht. Mein Kurs wird besser, weil sie heller strahlen. Ich muss sie üben lassen, Jünger Jesu zu sein. Ich muss sie im Unterricht strahlen lassen.

Elder Clark G. Gilbert: Wie kann das aussehen? Ich glaube, wenn sie gelesen haben, lernen sie mehr. Aber wie kann man diese Vorbereitung in der Klasse anerkennen und zum Tragen bringen?

Jenet, Sie unterrichten den Kurs „Die ewige Familie“. Die Schüler lesen da einen Abschnitt aus der Proklamation und befassen sich vorab mit anderem Lesestoff zu dem Thema. Vielleicht eine Ansprache von Elder Christofferson dazu, warum man eine Familie gründen soll. Wie greifen Sie diese Vorbereitung im Unterricht auf?

Jenet Erickson: Was Sie letztes Jahr empfohlen haben, Elder Gilbert, und was sich als sehr wirkungsvoll erwiesen hat, ist, die Schüler im Unterricht Notizen machen zu lassen. Im letzten Semester habe ich sie dazu aufgefordert, ihre Gefühle zu Papier zu bringen. Jedes Mal, wenn sie zum Handeln angehalten werden, und sei es nur zum Nachdenken und zum Aufschreiben ihrer Erfahrungen, denken sie ernsthaft über das Gelernte nach – über das, was ihnen der Heilige Geist etwa beim Lesen der Ansprache von Elder Christofferson vermittelt hat. Wenn sie sich dann miteinander austauschen, ist es, wie Sie alle wissen, das Schönste, wenn der Geist des Herrn ihnen Zeugnis gibt, während sie uns im Unterricht berichten, was sie durch diese Wahrheit gelernt haben. Dann verstehen sie es, weil sie es selbst erlebt haben: Der Herr möchte mein Leben erleuchten. Ich habe es hier in der Klasse selbst erlebt und konnte dafür Zeugnis ablegen, dass es genau so funktioniert.

Ob das nun in kleinen Gruppen geschieht oder auch wenn diejenigen, die nicht so gerne ihre Gedanken mitteilen, diese einfach aufschreiben – ich bekomme von ihnen die schönsten Antworten, da sie den Geist des Herrn verspürt haben. Und sie erhalten Antworten, die sie brauchen, und können ihren Mitschülern Zeugnis geben. Sie können also wirklich Jünger Jesu sein. Solche Erlebnisse im Unterricht werden durch ihre Vorbereitung möglich.

Elder Clark G. Gilbert: Das gefällt mir sehr gut, aber es kommt ja auch von mir. Ich habe beobachtet, dass unser Dekan an der BYU das in seinen Vorlesungen macht. Bei unserem gemeinsamen Unterricht letztes Jahr habe ich es mir von ihm abgeschaut, aber in meinem eigenen Kurs noch nicht ausprobiert. Es funktioniert aber prima, Scott!

Kaylee, jetzt zu Ihnen. Diese drei haben einen ungerechten Vorteil.

Kaylee Merrill: Das stimmt.

Elder Clark G. Gilbert: Sie vergeben ihren Religionskursen Noten. Im Seminar gibt es keine Noten. Wie bringt man Seminarschüler dazu, sich von sich aus vorzubereiten, was ja auch für unsere benoteten Schüler von großem Nutzen wäre?

Sie haben ja einen unfairen Vorteil gegenüber denen, die nicht benotet werden: Sie bekommen eine Karotte vor die Nase gehalten. Was ist die „Karotte“ für die Vorbereitung? Kann man einen Seminarschüler wirklich dazu bringen, so früh am Morgen vorbereitet in die Klasse zu kommen, wenn man so viel um die Ohren hat?

Kaylee Merrill: Ich denke, wir müssen einiges ändern. Ich denke, wir müssen bereit sein, etwas zu verändern. Wenn wir das erreichen, was Elder Christofferson gestern Abend gesagt hat, müssen wir unsere Gewohnheiten im Unterricht ändern. Ich denke, das Wichtigste ist das, was Sie erwähnt haben. Wir müssen in unseren Kursen konkret und ausreichend Zeit einplanen, in der die Schüler das, was sie vorbereitet haben, miteinander besprechen und sich aktiv am Unterricht beteiligen können. Das sollte jeden Tag anders aussehen. Aber den Schülern muss bewusst sein, dass sie Verantwortung übernehmen müssen, wenn sie zum Unterricht kommen. Wenn sie nicht vorbereitet sind, spüren sie, dass ihnen in ihrer Lernerfahrung etwas fehlt.

Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine Änderung müssen wir vornehmen: Elder Christofferson sagte gestern Abend, dass wir gut vorbereitete Lehrer brauchen, um gut vorbereitete Schüler zu unterrichten. Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir uns vorbereiten. Wenn Sie Ihren Unterricht erst am selben Tag oder auch am Tag zuvor vorbereiten, bleibt Ihnen nicht genügend Zeit, Ihre Schüler bei der Vorbereitung zu unterstützen. Wir müssen uns frühzeitig vorbereiten, damit wir zwei, drei Unterrichtsstunden davor darüber sprechen können, was auf unsere Schüler zukommt und was sie tun müssen.

Elder Clark G. Gilbert: Das ist ein toller Gedanke, dass gut vorbereitete Lehrer mit gut vorbereiteten Schülern zusammenarbeiten. Ich möchte anmerken, dass es im Raum leises Kichern gab, als Elder Christofferson das sagte. Ist das denn realistisch? Können wir das wirklich von einem 16-jährigen Seminarschüler erwarten?

Kaylee Merrill: Ich bin fest überzeugt: Wenn wir die Schüler auf höhere Maßstäbe festlegen, werden sie diesen auch gewachsen sein.

Ich denke an das, was Sie in Ihrer Ansprache „Die Macht ist in ihnen“ über die Missionare erzählt haben. Wenn wir unseren Schülern keine höheren Maßstäbe vorgeben, werden sie diese auch nicht erreichen. Genau das verlangt der Herr aber von uns. Wir müssen Vertrauen in den Herrn und in unsere Schüler haben. Wenn wir die Gepflogenheiten ändern und dabei fest und beständig bleiben, werden sie damit zurechtkommen. Wir wissen ja: Irgendwann im Leben werden sie es müssen. Wir müssen ihnen im Unterricht zeigen, wie das geht.

Das wird nicht leicht sein, und wir werden einige Rückschläge erleben. Aber wenn wir konsequent sind, halte ich es für möglich.

Elder Clark G. Gilbert: Hohe Erwartungen helfen ja einigen Skeptikern, die sagen, dass man die Leute noch nicht einmal dazu bringen kann, an Johns Kurs teilzunehmen. Die sagen dann in etwa: „Ja, der legt mir etwas Wolle auf den Kopf. Da reicht es, anwesend zu sein.“

Ganz konkret: Wie schaffen wir das? Was ist mit denen von Ihnen, die ihren Schülern eine Karotte vor die Nase halten? Welche Anreize haben bei Ihnen zum Erfolg geführt, um die Vorbereitung zu fördern?

John Hilton III: Mir gefällt Kaylees Gedanke: Es ist schwierig, weil ich dafür Zeit im Unterricht einplanen muss. Wenn ich vor dem Unterricht mit der Karotte herumwedle und sage: „Ich möchte, dass jeder kurz aufschreibt, was er gelernt hat“, dann bedeutet das: Ich muss im Unterricht drei oder vier Schüler erzählen lassen, was sie gelernt haben. Das darf dann aber nicht nur so beiläufig sein. Ich muss so flexibel sein, dass ich darauf aufbauen kann. Ich muss weniger reden und den Schülern mehr Raum dafür geben.

Jenet Erickson: Gestern Abend erzählte mir Faith Spencer, eine tolle Lehrerin aus Roosevelt in Utah, welcher Gewinn es war, jeden Tag im Seminar Schüler zu haben, die ihr helfen konnten. Sie sagte, sie gehe jetzt so vor: Wenn sie zwei Tage im Voraus weiß, was sie im Unterricht behandeln wird, regt sie alle dazu an, sich darauf vorzubereiten oder darüber nachzudenken. Dann spricht sie einige Schüler an und sagt: „Ich weiß, dass ihr dazu eine Meinung habt oder Erfahrungen damit gemacht habt. Könnt ihr euch bitte darauf vorbereiten, morgen davon zu erzählen?“

Sie sagte, das Beeindruckende daran sei, dass die anderen Schüler auch mitmachen wollen. Sie wollen das auch erleben. Beim nächsten Mal wollten andere, die miterlebt hatten, welche tollen Erfahrungen ihre Mitschüler gemacht hatten, selbst Zeugnis geben und von ihren eigenen Erlebnissen erzählen.

Wie wunderbar kreativ die Seminarlehrer doch sind, wenn es darum geht, 14-, 15-, 16-Jährige in diesen Lernprozess einzubeziehen! Das inspiriert mich.

Elder Clark G. Gilbert: Es gibt ja immer ein paar Schüchterne, die nur ungern mitmachen. Ein wenig Vorbereitung signalisiert den anderen Teilnehmern nicht nur, dass sich jemand Gedanken gemacht hat – so kann auch jemand einbezogen werden, der dazu gar nicht bereit war oder nicht wusste, wie er sich hätte beteiligen sollen.

Machen wir mit der nächsten Frage weiter: Sich beteiligen, das Gelernte weitergeben, sich mit anderen im Unterricht austauschen – wie helfen Sie den Schülern, im Unterricht voneinander zu lernen? Was tun Sie dafür?

John Hilton III.: Wie sieht es bei Ihnen aus? Ich finde, man muss den Schülern klarmachen, warum sie von ihren Erfahrungen erzählen sollen.

Sie haben vorhin erwähnt, dass das für Lehrer manchmal so eine Art Pflichtübung ist, die man abhakt: Ich will keinen Frontalunterricht abhalten, darum sprechen jetzt alle einmal eine Weile mit ihrem Sitznachbarn. Wenn ich aber erkläre, dass persönliche Erfahrungen genauso unter uns verteilt sind wie Offenbarungen, dann kann es sein, dass gerade da eine Schülerin dabei ist, die eine Frage auf dem Herzen hat, und ich nicht die Erfahrungen habe, die bei ihr den richtigen Nerv treffen. Aber ihre Mitschüler schon. Wenn die Schüler also beten, zum Unterricht kommen und nicht nur denken: „Was möchte Bruder Hilton mir wohl sagen?“, sondern „Wie kann ich einen Beitrag leisten?“, dann kann der Heilige Geist sie inspirieren, von dem zu erzählen, was diese eine Schülerin braucht. Dann verstehen die Schüler, warum sie das tun – nämlich nicht nur, weil sie müssen.

Auch am Ende des Unterrichts ermuntere ich sie, nicht nur in der Klasse miteinander zu reden. Ich sage: „Schaut mal, hier sind 40 Schüler, und nehmen wir an, jeder von uns kennt zehn Leute. Zusammen kennen wir also 400 Leute. Von denen müssen bestimmt einige dringend erfahren, worüber wir heute gesprochen haben. Bitte betet und denkt darüber nach, wer das noch erleben sollte, was ihr heute erlebt habt.“ Dann findet dieser Austausch außerhalb des Klassenzimmers statt.

Elder Clark G. Gilbert: Sehr schön. Weitere Gedanken?

Kaylee Merrill: Während meiner Vorbereitungen und meines Studiums ist mir in Leading in the Savior‘s Way ein Abschnitt über Entscheidungsfreiheit aufgefallen. Der Erretter respektiert und achtet unsere Entscheidungsfreiheit. Ein Satz darin ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Dort heißt es: „Geben Sie außerdem klare Erwartungen vor, sorgen Sie für genügend Schulungen und stellen Sie ausreichend Zeit und Raum zur Verfügung, damit andere selbständig handeln können.“

Wir können unseren Unterricht so gestalten, dass die Schüler wissen, was von ihnen erwartet wird. Wie Sie gesagt haben: Sie wissen, warum wir das tun, aber dann geben wir ihnen die Zeit und den Raum, selbst auszudrücken, was sie denken, was sie empfinden und was sie lernen.

Elder Clark G. Gilbert: Ich finde die Idee, Raum zu geben, großartig, und manchmal kann man so auch den Unterricht aufbauen. Auch direkt nach einer Frage. Der einfachste Weg, weitere Beiträge in einem Unterrichtsgespräch zu unterbinden, besteht darin, eine Frage zu stellen, keine Zeit für die Beantwortung zu lassen und sie dann selbst zu beantworten.

Alle Schüler haben dann sozusagen gerade gelernt, dass Bruder Gilbert ihnen aus der Patsche helfen wird und sie nichts sagen müssen. Sie müssen das lange, peinliche Schweigen nur ein-, zweimal durchstehen, und schon kommt jemand zu Hilfe. Das ist wirklich wichtig, aber auch die Schüler können das.

Ich weiß noch, wie ich an der BYU Idaho war und wir dort unser eigenes Lernmodell einführten. Damals war ich in der Pfahlpräsidentschaft, und unsere Pfahl-FHV-Präsidentin kündigte in der dritten Stunde oder so an: „Ich werde dieses Thema jede Woche in den Gemeindekonferenzen durchnehmen.“ Ich dachte nur: Was werden ihre Studenten da sagen? Und dann war ich dabei, als sie ihnen an der BYU Idaho einen knapp einstündigen Vortrag halten wollte.

Und dann geschah etwas Besonderes: Die Studenten meldeten sich selbst dann zu Wort, wenn Fragen gar nicht beantwortet wurden, weil sie an der BYU Idaho immer wieder aufgefordert worden waren, mitzumachen und sich zu beteiligen. Sie konnten es nicht ertragen, eine Stunde lang tatenlos dazusitzen und sich den Vortrag anzuhören.

Die Studenten hoben immer wieder die Hand, aber sie rief niemanden auf. Also hoben sie nicht nur die Hand, sondern redeten einfach drauflos. Sie war total baff und dachte sich: „Was ist denn bloß mit den Studenten dieser Uni los?“ Schließlich erklärte ich: „Sie sind es gewohnt, mitzumachen. Wenn Sie ihnen das gestatten, gewinnt Ihr Unterricht an Tiefe. Hierzu müssen Sie aber Ihren Vortrag kürzen.“ Dieses Konzept, den Schülern Zeit zu geben, ist wirklich wichtig – und Ihr Ansatz, Raum zu schaffen, ist klasse.

Einige Lehrer im Lande – und auch wirklich gute, aufmerksame und liebevolle Lehrer – sagen: „Ihr seid doch verrückt. Ihr wollt, dass wir einen Wettlauf ohne Regeln veranstalten.“ Nach dem Motto: „Klar, redet alle mit. Elder Gilbert macht wieder Partnerarbeit und spricht über seine großartigen Erkenntnisse. Wir werden nie erfahren, ob irgendwer überhaupt etwas lernt.“

Es wäre ein Fehler, meine einleitende Geschichte über die Fallstudie, die ich geschrieben habe, so zu verstehen, dass mein Hintergrund und meine Fachkenntnisse keine Rolle spielen würden. Sie standen im Weg, weil ich die Schüler nicht lernen ließ. Aber um tiefer einzutauchen, sind sie durchaus von Bedeutung. Das Wissen sollte ich zum Tiefgang nutzen. Sonst könnte ich ja einfach sagen: „Bildet Paare, und mehr machen wir heute nicht.“ Wie stellen Sie sicher, dass sich der Unterricht am Teilnehmer orientiert und trotzdem nicht zu locker und unstrukturiert wird oder in ein Chaos ausartet?

Nate Peterson: Wie Sie bereits erwähnt haben, Elder Gilbert: Keine Vorträge halten! Manchmal neigen wir zum anderen Extrem, bringen sozusagen eine Tüte Erdnüsse mit, werfen sie auf den Boden und lassen die Affen toben. Das wird dann der Unterricht.

Jeder denkt: Wir sollen nur reden. Es ist manchmal ganz leicht, Schüler zum Reden zu bringen. Man fragt einfach: „Was gibt’s Neues? Was ist gerade los bei euch?“ Aber wir wollen ja in diesem Gespräch zusammentragen, wie man Jünger Jesu heranzieht. Da gibt es feste Ankerpunkte. Es geht um Entscheidungsfreiheit.

Wie Kaylee schon gesagt hat, muss ich bei meiner Planung ein Ziel vor Augen haben. Um einmal aufzugreifen, was Sie gesagt haben: Es gibt drei wichtige Fragen, die ich mir stellen sollte, wenn ich mit der Planung beginne. Ich möchte nicht, dass die Schüler nur reden, ich möchte nicht, dass sie nur über die heiligen Schriften reden, und ich möchte nicht, dass sie nur über Wahrheiten reden. Es muss einen Plan und ein Ziel geben.

In dem Dokument „Stärkung der religiösen Bildung“ geht es um unseren Wunsch, dass sie tieferes Wissen erwerben, tiefer empfinden und besser handeln und sein können. Das erfordert etwas Planung meinerseits, dass ich vielleicht drei Leitfragen habe, dass wir nicht einfach über irgendetwas reden, sondern dass wir uns auf ein Problem konzentrieren. Das muss ich allerdings anleiten. Wissen wir, dass wir ein Problem haben? Wie Präsident Nelson gesagt hat, werden wir alle sterben. Wir alle werden gerichtet. Wir alle werden auferstehen. Darauf gehe ich ein, und dann wenden wir uns den heiligen Schriften zu. Das ist der Ablauf. Ich habe eine Frage formuliert, nämlich: „Wie lösen wir dieses Problem? Meine Güte, wir werden alle sterben!“ Wir suchen Antworten in den Schriften. Das ist dann die Verarbeitung:

Es geht vom Kopf aus – ich weiß und verstehe; und jetzt spüre ich etwas. Danach muss es die Hände erreichen und wir fangen mit dem Üben an. Wir brauchen fesselnde Fragen: Was ist unser Problem? Wie können wir es beheben? Und wie könnte man da vorgehen? Wenn ich plane, wie Sie gesagt haben, also Fragen vorbereite und mich mit den Themen beschäftige, egal ob es um Ellenbogen geht oder ums Klavierspielen oder Basketball, dann sagt ein Lehrer nicht einfach: „Übe Klavierspielen oder schau mir zu, wie ich Freiwürfe mache.“ Der Auftrag der BYU Idaho besteht darin, Jünger Jesu Christi heranzubilden und hervorzubringen. Das bedeutet Übung.

In meinen Kursen muss geübt werden, damit die Teilnehmer im Ernstfall auch außerhalb des Unterrichts als Jünger Jesu auftreten können.

Elder Clark G. Gilbert: Das gefällt mir! Lärm und belangloses Gerede sind nicht gleichbedeutend mit tiefergehendem Lernen.

Sie haben da einige Punkte angesprochen. Sind die Fragen, die wir stellen, die richtigen Fragen? Sind es Fragen, die zum Nachdenken anregen? Haben Sie schon vorher geübt, sodass Sie mit dieser Frage zwei, drei Ebenen tiefer vordringen können? Sie sprachen von Problemen. Von der Art und Weise, wie wir den Unterricht um ein bestimmtes Problem herum aufbauen. Damit kann man das Thema weiter vertiefen.

Sonst noch Gedanken zur Gestaltung und Vertiefung des Lernens? Also nicht nur zum Mitmachen, sondern auch dazu, dass die Schüler nachdenken, ihre Entscheidungsfreiheit ausüben und tiefer in die Materie eindringen?

Kaylee Merrill: Sie haben mir gesagt – und das war für mich eine bittere Pille –, dass die bisherige Unterrichtsmethode nicht besonders effizient ist. Wir müssen hier und da kürzen. Wir verlieren sonst wertvolle Zeit. Wie Sie gesagt haben, möchten wir manchmal selbst reden und diese Zeit nutzen, aber wir müssen das für etwas Größeres opfern: für tiefgreifende Lernerfahrungen. Das ist vielleicht nicht effizienter, aber definitiv wirkungsvoller. Wenn wir diesen Schalter in unserem Kopf umlegen können, wird es uns meiner Meinung nach leichter fallen, das zu ändern.

Elder Clark G. Gilbert: Ich verzichte auf einige Inhalte, die im Unterricht behandelt werden könnten. Dafür gehe ich weiter in die Tiefe. Das könnte chaotisch werden, aber ich will als Lehrer dafür sorgen, dass wir tiefer vordringen.

Ich weiß noch, wie wir an der BYU Idaho Online-Lernangebote entwickelt haben. Bruder Bolingbroke war es nicht und ich verrate nicht, wer es war, aber jemand sagte zu mir: „Präsident Gilbert, warum nehmen Sie nicht einfach meinen Vortrag auf und stellen ihn online, damit alle ihn sich ansehen können?“ Ich erwiderte: „So machen wir das eher nicht.“

Ist ja auch klar: Wenn nur einer redet, dann könnte man das ja auch einfach aufzeichnen und anschauen. Man könnte einfach das tun, was dieser Professor vorgeschlagen hat, nämlich eine Vorlesung aufzeichnen. Dann bräuchten die Studenten gar nicht mehr zu den Vorlesungen zu kommen, da sie dort ja nichts anderes tun als zuhören. Und all das könnten wir in die Vorlesungsunterlagen aufnehmen. Richtig? Weitere Möglichkeiten, wie Sie das Lernen in Ihrem Unterricht vertiefen können, damit es nicht nur bei Geplauder bleibt?

Jenet Erickson: Elder Gilbert, während Sie gerade gesprochen haben, musste ich an die großartigen Worte aus Lehre und Bündnisse denken: „damit alle erbaut sein mögen“. Mit dieser Aussage wird in gewisser Weise jeder im Klassenzimmer zum Lehrer.

Ich denke, John, wir müssen es aus dieser Perspektive betrachten und überzeugt sein, dass es, wie Elder Christofferson klargestellt hat, grundlegende Wahrheiten gibt, die wir jeden Tag im Unterricht vermitteln wollen. Es gibt Wahrheiten, die ich den Schülern unbedingt näherbringen möchte. Ich erkenne auch, dass Inspiration unter ihnen verteilt ist und dass wir alle diese Wahrheit brauchen, um von der Wahrheit erbaut zu werden, auf der ich unsere Unterrichtsstunde aufbauen möchte.

Wir sind also wieder bei Fragen, die den Schülern helfen, Offenbarung zu einem bestimmten Thema zu empfangen und mit den anderen darüber zu reden. Das erfordert eine wirklich sorgfältige Vorbereitung der Fragen. Dann können sie, meiner Meinung nach, selbst erleben, was es bedeutet, gemeinsam erbaut zu werden – etwas, was ich alleine nicht hätte erreichen können. Ich selbst hätte ihnen nicht beibringen können, was sie über diese Wahrheit wissen müssen. Denn die Wahrheit ist hier durch Offenbarung unter uns allen um diesen wichtigen Grundsatz herum verteilt.

Die Wahrheiten sind der Anker und ich knüpfe an dem an, was der Geist sie zu dem Grundsatz lehrt.

Elder Clark G. Gilbert: Das ist wunderschön. Ich möchte Sie alle bitten diese Frage nachzudenken und darauf in den Besprechungen Ihrer Abteilung und auch bei Lehrerschulungen einzugehen. Aber wie stellen wir sicher, dass schülerorientiertes Lernen auch tiefgreifend ist? Wie gestalte ich den Unterricht so, dass die Schüler mitmachen, ich sie aber auch dazu bringe, tiefer einzutauchen?

Wir haben einige Beispiele für Fragen und vertiefende Fragen gehört, die der Klasse gestellt werden. Gleichnisse sind ein schönes Beispiel dafür, denn man muss sich mit ihnen auseinandersetzen und sich fragen: Was steckt wirklich dahinter? Wir haben nicht die Möglichkeiten, dies in einem so großen Rahmen zu tun. Aber ich hoffe, Sie alle nutzen dieses Mittel. Ja, wir möchten, dass Sie das Lernen vertiefen, indem Sie den Schülern eine aktive Teilnahme ermöglichen. Wir möchten jedoch vermeiden, dass dies zu oberflächlich wird und nur eine Reihe von schnellen Antworten hervorbringt.

Überlegen Sie, wie Sie das Lernen im Unterricht vertiefen können, indem Sie über die erste Antwort hinausgehen. John, Sie haben eine der Methoden angesprochen, die auch Schwester Merrill erwähnt hat, nämlich den Schülern Raum geben, Raum schaffen. Sie sagten, man könne zum Beispiel Raum schaffen, indem man sie ihre eigenen Fragen stellen lässt.

Können Sie etwas näher darauf eingehen?

John Hilton III: Ja, wir haben über die Vorbereitung unserer Fragen gesprochen. Das ist gut!

Vor vielen Jahren sprach ich als junger Lehrer über das Gesetz der Keuschheit. Ich hielt das für einen hervorragenden Unterricht. Warum ist das so wichtig? Wie können wir nach dem Gesetz der Keuschheit leben? Gegen Ende gab es etwas Zeit für Fragen. Eine Schülerin hob die Hand und fragte: „Bruder Hilton, was ist, wenn jemand das Gesetz der Keuschheit gebrochen hat? Gibt es für ihn noch Hoffnung?“ Ich muss gestehen, dass ich diese Frage gar nicht erst hatte anschneiden wollen. Das war sicherlich meiner Unerfahrenheit geschuldet, aber es war eindeutig die wichtigste Frage, über die wir an dem Tag sprechen konnten.

Weil wir Raum für diese Frage geschaffen hatten, konnte tiefergehendes Lernen stattfinden. Jetzt, als erfahrenerer Lehrer, hätte ich das kommen sehen können. Aber selbst der erfahrenste Lehrer kann nicht jede Kleinigkeit vorhersehen, die ein Schüler in den Unterricht einbringt. Man muss manchmal innehalten und sagen:

Elder Clark G. Gilbert: Wo sind sie?

John Hilton III.: „Lasst euch das einen Moment durch den Kopf gehen. Welche Fragen habt ihr dazu?“

Elder Clark G. Gilbert: Wie sieht das in Ihrem Unterricht aus? Wann gelingt Ihnen das? Ist der Unterricht zu formal? Kommt es nur sporadisch vor oder regelmäßig?

John Hilton III: Es gibt viele Wege, wie man das machen kann. Wenn es Spaß machen soll, zeige ich ein Google-Dokument mit einem QR-Code auf dem Bildschirm, und sie geben ihre Frage anonym ein. Aber oft reicht es schon, wenn man eine Pause einlegt und die Schüler schreiben lässt.

Wenn ich sage: „Welche Fragen habt ihr?“, dann vergehen fünf Sekunden. Es kommen keine Fragen und wir machen weiter. Lieber sage ich: „Lasst es 30 Sekunden auf euch wirken. Worüber haben wir gesprochen? Welche Fragen habt ihr zu den Schriften oder wie man das auf sich bezieht?“ Und vielleicht beantworte ich die Frage dann nicht selbst, sondern sage: „Fragt euren Sitznachbarn und lasst ihn antworten.“

Es gibt sehr viele Wege, eine tiefere Ebene zu erreichen.

Elder Clark G. Gilbert: Das ist wirklich beeindruckend. Wir werden noch ein letztes Thema ansprechen, und dann möchte ich mit ein paar Aufforderungen und etwas Nachbereitung zum Abschluss kommen.

Sich gut auf eine Lernerfahrung vorbereiten und dann die Möglichkeit haben, das Gelernte mit anderen zu besprechen, sind Gelegenheiten, Verantwortung für das Lernen zu übernehmen.

In dem Abschnitt im Leitfaden Auf die Weise des Erretters lehren, den wir Sie zu lesen gebeten hatten, wird eine dritte Möglichkeit erörtert: den Schülern Gelegenheiten geben, das Gelernte nach dem Unterricht anzuwenden. Wie gehen Sie dabei vor? Wie können Sie erreichen, dass das, was durchgenommen wurde, über die Unterrichtsstunde oder das Gespräch hinaus weiterwirkt?

Kaylee Merrill: Darf ich das ein wenig abwandeln? Ich habe etwas Ähnliches gemacht und freue mich darauf, das im nächsten Jahr auszuprobieren.

Wir haben über die Vorbereitung gesprochen, und dabei ging es viel darum, vorab den Schriftblock zu lesen. Aber was wäre, wenn die Anwendung die Vorbereitung wäre? Was wäre, wenn Sie wüssten, dass Sie in zwei Wochen das Thema Fasten durchnehmen und sich schon ein paar Wochen vorher fünf Minuten Zeit nähmen, etwas zu besprechen, was die Teilnehmer innerlich ein wenig schmerzt? Sie könnten sie dann bitten, in der nächsten Woche an einem Tag deshalb zu fasten.

Und wenn Sie dann über das Fasten sprechen, können sie bereits auf diese Erfahrung zurückgreifen. Wäre es dann nicht viel wahrscheinlicher, dass sie etwas sagen? Wäre es dann nicht auch viel wahrscheinlicher, dass sie es nach dem Unterricht noch einmal tun? Weil sie es aus eigener Erfahrung kennen, aber auch davon erzählen und Zeugnis ablegen konnten.

Wie Sie gesagt haben: Ein Zeugnis findet man, indem man es gibt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Gelernte anwenden.

Elder Clark G. Gilbert: Die praktische Anwendung könnte in der Tat Teil der Vorbereitung sein.

Kaylee Merrill: Es funktioniert nicht bei jedem Grundsatz gleich gut, aber man kann das schon hier und da anwenden.

Elder Clark G. Gilbert: Noch andere Gedanken?

John Hilton III.: Noch ein Gedanke, den Nate vorhin schon angesprochen hat, glaube ich, ist nachzufassen. Wir müssen etwas mehr Unterrichtszeit einplanen, wenn wir sagen: „In unserer letzten Stunde haben wir über diese Aufforderung gesprochen. Was habt ihr unternommen, um danach zu handeln?“

Wenn ich immer wieder Aufforderungen ausspreche, aber nie darauf zurückkomme, ist es so, wie Sie gesagt haben. Wenn ich eine Frage stelle und sie selbst beantworte, merken die Schüler schnell: Ach, das ist ihm eigentlich egal.“ Aber wenn ich zu Beginn des Unterrichts immer wieder darauf zurückkomme und sage: „Wir haben über diesen Grundsatz gesprochen“, dann erkennen die Schüler allmählich: Oh, das ist wichtig! Wirklich wichtig.“

Nate Peterson: Darüber mache ich mir noch Gedanken. Vielleicht könnte das eine Aufforderung sein. Dürfen wir Hausaufgaben aufgeben?

Elder Clark G. Gilbert: Ja, bitte.

Nate Peterson: Sie sagten, wir würden ein paar Aufforderungen aussprechen. Das ist gestern Abend geschehen. Elder Christofferson hat etwa vier, fünf Mal den Begriff Verantwortung benutzt. Sie [Elder Gilbert] haben das Wort Eigenverantwortung verwendet.

Darum habe ich mich damit noch einmal beschäftigt. In dem Abschnitt „Zu eifrigem Lernen anregen“ ist davon die Rede, Verantwortung zu übernehmen. Darüber habe ich nachgedacht. Die Frage lautet: Wie hängt die Nachfolge Jesu mit Verantwortung zusammen und warum?

Elder Gilbert, könnten Sie am Ende vielleicht noch etwas dazu sagen? Wenn ich möchte, dass sie Jünger sind und vielleicht Treuhandschaft übernehmen, dann ist das ihre Entscheidungsfreiheit. Gott hat sie uns geschenkt. Die Nachfolge Jesu anzutreten ist das, was ich mit diesem Geschenk mache. Jeder hat gerne etwas eigenes: ein eigenes Auto, ein eigenes Haus. Das alles bringt aber Verantwortung mit sich, und die Nachfolge Jesu auch.

Elder Clark G. Gilbert: Dieses Zitat stammt direkt vom Propheten. Elder Christofferson hat es aus „Entscheidungen für die Ewigkeit“ zitiert. Präsident Nelson sagt: „Ich bitte euch … inständig: Übernehmt die Verantwortung für euer Zeugnis! Arbeitet daran. Fühlt euch dafür zuständig. Kümmert euch darum. Nährt es, sodass es wächst.“ Er bittet uns und alle jungen Erwachsenen inständig, die Verantwortung für unser Zeugnis zu übernehmen.

Nate Peterson: Kann ich noch etwas hinzufügen?

Elder Clark G. Gilbert: Ja, bitte.

Nate Peterson: Das ist genau das, was wir uns von unseren Schülern wünschen. Sie kommen zum Unterricht und üben sich darin, Jünger Jesu zu sein, aber ich möchte, dass sie selbst Verantwortung übernehmen, denn ich werde bei ihrem Tempelinterview nicht dabei sein. Ich werde nicht da sein, wenn sie in Versuchung geraten. Ich werde nicht da sein, wenn sie geprüft werden.

Aber wenn sie sich die Wahrheit zu eigen machen, wenn sie Verantwortung als Jünger Jesu übernehmen und ihre Entscheidungsfreiheit verantwortungsbewusst ausüben, dann tun sie, worum Sie uns gebeten haben. Ich muss selbst noch mehr darüber nachdenken, aber wir sollen Verantwortung übernehmen. Ich bin verantwortlich.

Elder Clark G. Gilbert: Ich muss lächeln, wenn ich ihm zuhöre. Stimmt. Wir können unsere Schüler nicht bei all ihren Entscheidungen begleiten. Ich erinnere mich, dass meine Jugendlichen aus Boston eines Abends scherzten: „Jedes Mal, wenn ich etwas Schlechtes tun will, habe ich Clark vor meinem inneren Auge, der auf meiner Schulter sitzt und sagt: ‚Tu das bloß nicht!‘“ Er tut es, weil er es tun will, nicht weil er ein Bild von seinem Professor oder dem JM-Leiter vor Augen hat, der ihm sagt, er sollte es nicht tun.

Wir hatten es zwar eigentlich nicht eingeplant, aber John hat vorgeschlagen, dass wir uns Zeit für Fragen nehmen. Bestimmt denken einige von Ihnen jetzt: „Meine Güte, muss ich mir vor jeder Unterrichtsstunde eine Vorbereitungsaufgabe ausdenken? Und dann dafür sorgen, dass alle mitmachen? Ich muss all diese Fragen haben, dann muss ich auch noch für tiefergehendes Lernen sorgen. Und dann müssen wir es auch noch anwenden?“ Einige von Ihnen denken sicher: „Elder Gilbert, ich unterrichte diesen Mittwoch wieder, außerdem nächste Woche und die Woche darauf. Wie sollen wir das schaffen?“ Bestimmt haben viele von Ihnen Fragen an diese Runde.

Ich möchte Ihnen jetzt kurz Zeit geben, den Teilnehmern Fragen zu stellen, auf die ich nicht eingehen konnte. Wenn Sie während dieses Gesprächs eine Frage hatten, stehen Sie bitte auf und fragen Sie uns.

Ganz so weit nach hinten sehe ich nicht. Sagen Sie einfach Ihren Namen.

Schwester 12 (Faith Spencer): Hallo, ich heiße Faith Spencer. Ich wüsste gerne, ob Sie sich als Podiumsteilnehmer anders als sonst vorbereitet haben. Sie wussten ja, dass Sie hier sprechen sollen.

Kaylee Merrill: Viel Zeit.

Elder Gilbert hat es in seiner Ansprache „Die Macht ist in ihnen“ ja schon angesprochen. Wenn die Schüler wissen, dass von ihnen erwartet wird, dass sie über etwas sprechen sollen, übernehmen sie Verantwortung. Sie stellen sich der Herausforderung und erfüllen diese Aufgabe. So habe ich mich gefühlt, als ich wusste, dass ich hier mitmachen soll.

Ich bin dann eher zurückhaltend vorgegangen und habe mich gefragt, was ich wissen musste, um darüber sprechen zu können. Diese Erfahrung wünsche ich mir auch für meine Schüler. Auch sie sollen das Gefühl haben: „Wenn ich heute zum Unterricht gehe, kann ich nicht einfach nur dasitzen. Ich werde irgendwann etwas sagen müssen, und dann will ich auch etwas haben, worüber ich sprechen kann.“

Elder Clark G. Gilbert: Danke. Weitere Fragen?

Jenet Erickson: Nur ein Gedanke, der mir zu Ihrer Frage in den Sinn kam. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich merken kann, dass der Herr möchte, dass ich eine bessere Lehrerin werde und den Schülern besser helfen kann, aktiv ihre Entscheidungsfreiheit zu nutzen.

Ich habe einen Kollegen, der sich zu Beginn des Semesters mit seinen Schülern 30 Minuten nimmt, damit der Geist ihnen eingibt, was sie brauchen. Danach legt er gemeinsam mit ihnen Ziele fest, an denen sie in diesem Kurs arbeiten und zu denen sie Erkenntnisse gewinnen möchten.

Mein Gedanke bei dieser Podiumsdiskussion war, dass der Herr mich liebt. Er möchte mir helfen, eine bessere Lehrerin zu werden. Er möchte die Schüler segnen. Ich bin sehr froh, dass er mir die Möglichkeit gibt, darüber nachzudenken und mich damit zu beschäftigen, damit ich es schließlich anders machen kann. Ich wünsche mir für meine Schüler dieselbe eindrucksvolle Erfahrung. Der ganze Unterricht dreht sich darum, dass der Herr uns segnet, damit wir mehr und mehr zu dem werden können, der wir sein sollen, und deshalb dürfen wir hier von ihm lernen.

Elder Clark G. Gilbert: Danke. Noch eine Frage?

Schwester 13: Ist es eingeschaltet? Oh, tut mir leid. Ich darf Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen unterrichten. Die meisten, wenn nicht alle meine Schüler kommunizieren nicht verbal. Wie mache ich das bei ihnen?

Elder Clark G. Gilbert: Was machen Sie denn schon?

Schwester 13: Wir machen viel, wir drucken Bilder aus, laminieren sie und lassen die Schüler verschiedene Aspekte der Lektion auswählen. Wir beziehen sie in das Beherrschen der Lehre ein, indem wir auch hier laminierte Zettel verwenden. Und wir sprechen über das Beherrschen der Lehre. Wir verwenden oft Gebärdensprache im Unterricht. Es ist wirklich eine tolle Erfahrung.

John Hilton III: Ich kann ja mal eine Antwort versuchen, obwohl ich keine Erfahrung mit adaptivem Lernen habe. Ich bereite mich auf einen Kurs im Herbst vor. Bevor ich zu dieser Gesprächsrunde eingeladen wurde, bestand meine Vorbereitung auf diesen Kurs größtenteils darin, mir zu überlegen, worüber ich sprechen will. Dabei ging es immer nur um Inhalte. Vor dieser Runde nun habe ich aber begonnen, die Fragen, die ich stelle, zu ändern. Ich bereite mich mehr darauf vor, wie ich den Schülern helfen kann, sich auf den Unterricht vorzubereiten. Wie kann ich ihnen helfen, aktiv zu handeln? Als ich diese Fragen dem Vater im Himmel vorgelegt habe, habe ich Antworten erhalten.

Auch wenn ich keine konkrete Antwort auf diese Frage zum adaptiven Lernen habe, weiß ich, dass der Vater im Himmel die Antwort kennt. Sicher ist: Wenn wir schwierige Fragen wie diese nach oben weiterreichen, erhalten wir die individuellen Antworten, die unsere Schüler brauchen.

Jenet Erickson: Schön ist dieses Umschalten beim Lehrer von der Frage „Wie können wir effektiv sein?“ zur Frage „Was erlebt der Lernende?“ Wie würde Musik dazu beitragen, den Geist einzuladen? Wie könnte der Umgang mit anderen ihnen den Heiligen Geist näherbringen?

Es ist dieser Blick auf das, was sie erleben. Ich verspüre auch den Wunsch nach dieser Veränderung. Was erleben sie im Unterricht?

Elder Clark G. Gilbert: Möchten Sie noch etwas sagen? Oh. Noch jemand. Ich höre gerade, mein Mikro wird abgeschaltet, wenn wir nicht bald zum Schluss kommen. Nun denn. Unsere Zeit ist zu Ende. Wir haben Sie gebeten, sich mit folgender Frage auf diese Versammlung vorzubereiten: „Wie kann ich die Unterrichtsteilnehmer besser dabei unterstützen, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen?“

Ich möchte die zuvor ausgesprochene Aufforderung noch einmal wiederholen. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und halten Sie eine Erkenntnis fest, zu der Sie heute gekommen sind. Ich mache jetzt eine kurze Pause. Wir haben noch ein paar Minuten, daher unterbreche ich jetzt für eine Minute. Bitte schreiben Sie eine Erkenntnis auf, die Sie heute gewonnen haben. Es muss nichts mit dem zu tun haben, was wir gesagt haben. Was haben Sie heute gelernt, was Ihnen Ihrer Meinung nach helfen wird, ein besserer Lehrer zu werden?

Nehmen Sie sich kurz Zeit und halten Sie es fest, bevor wir schließen.

Wenn Sie noch nicht fertig sind, denken Sie weiter darüber nach. Und bitte unternehmen Sie mit dem, was Sie aufgeschrieben haben, in den kommenden Wochen zweierlei: Erzählen Sie jemandem davon und setzen Sie sich das Ziel, Ihren eigenen Unterricht auf der Grundlage Ihrer Eindrücke zu verbessern.

Und ich möchte mich jetzt am Ende auch bei den Gesprächsteilnehmern bedanken. Sie sind großartige Lehrer, und ich habe heute und bei unseren Vorbereitungen auf den heutigen Tag sehr viel gelernt. Ich möchte auch Ihnen allen danken. Ich weiß, dass viele von Ihnen sehr viel in Ihre Aufgaben investieren. Elder Christofferson sagte gestern Abend, dass Sie buchstäblich an vorderster Front stehen, was die Zukunft der Kirche angeht.

Zum Abschluss möchte ich bezeugen, dass wir im Bildungswesen der Kirche junge Menschen in der gesamten Kirche darauf vorbereiten, sich zu entwickeln und beständige Jünger Jesu zu werden. Nirgendwo geschieht dies auf bedeutungsvollere Weise als im Religionsunterricht, der im Rahmen des Bildungswesens der Kirche, im Seminarunterricht, an einem unserer Hochschulstandorte oder in einem Institutskurs stattfindet. Sie tragen dazu bei, dass die Schüler Verantwortung übernehmen, damit sie beständige Jünger Jesu Christi werden können. Einer der Hauptgründe dafür, warum die Kirche so viel in unsere Arbeit und alle daran Beteiligten investiert, liegt darin, dass sie davon überzeugt ist, dass dies wichtig ist. Um es mit Präsident Nelsons Worten zu sagen: „Erkennen Sie, was direkt vor unseren Augen geschieht?“ Ich hoffe, Sie sehen, dass die Einschreibungen für das Seminar in der ganzen Kirche einen Rekordstand erreicht haben, sowohl was die Gesamtzahl der Schüler als auch die Teilnahmequote angeht.

Die Einschreibungen an unseren Universitäten erreichen weiterhin Rekordzahlen, obwohl viele Menschen keine Hochschule besuchen, und im Institut sind so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Kirche.

Wir haben die Aufgabe, allen Menschen, die zu uns in den Unterricht kommen, dabei zu helfen, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Wie Präsident Nelson es ausgedrückt hat, bereiten wir ein Volk vor, das die Welt auf die Rückkehr des Erretters vorbereiten wird.

Mögen wir diese Treuhandpflicht mit Besonnenheit, Demut und Zuversicht wahrnehmen. Der Herr unterstützt uns mit Kraft und Stärke bei unseren Aufgaben. Diese Worte gebe ich Ihnen mit im Namen Jesu Christi. Amen.