2025
Verbringst du zu viel Zeit alleine?
November 2025


Verbringst du zu viel Zeit alleine?

Ich dachte, ich finde inneren Frieden, wenn ich mich abschotte.

Ein einsam wirkender Mann inmitten einer Gruppe geselliger Menschen

Ich bin gerne alleine. Obwohl ich eigentlich extrovertiert bin, hilft mir Zeit allein für mich, meinen Tag und meine Gefühle zu verarbeiten.

Aber wenn ich schlecht drauf bin, ziehe ich mich ganz zurück, lege mich ins Bett, ziehe die Decke über den Kopf und scrolle auf meinem Handy herum. Das lenkt mich von alledem ab, was mir Sorgen bereitet.

Aber ich habe festgestellt: Je öfter ich das mache, desto schwerer fällt es mir, aus dieser Haltung wieder herauszukommen. Und wenn ich mich ständig zurückziehe, fühle ich mich in der Regel noch schlechter als zuvor.

Vor nicht allzu langer Zeit wirkte sich dieses Verhalten auf mein geistiges Leben aus – es führte dazu, dass ich mich völlig vom Vater im Himmel abgekoppelt fühlte. Auch meine psychische Gesundheit verschlechterte sich. Ich wollte mit der Gewohnheit brechen, mich zurückzuziehen, und beschloss, mich mehr damit zu befassen, was gegen Einsamkeit hilft. Ich wollte wissen, wie ich sowohl meine seelische als auch meine geistige Gesundheit verbessern kann.

Hier sind einige Erkenntnisse, die ich gewonnen habe.

Gute Beziehungen sind wichtig

Als ich mich mehr mit dem Thema Einsamkeit befasste, stieß ich auf eine Studie, die untersuchte, was lebenslang glücklich macht. Forscher fanden heraus, dass enge, glückliche Beziehungen unsere Lebensqualität verbessern können. Tatsächlich ist es so, dass gemeinschaftsorientierte Menschen glücklicher sind und sogar länger leben.

Diese Studie hat mich daran erinnert, wie Jesus Christus im Erdenleben anderen gedient hat. Jeder dieser Kontakte durch das Dienen war authentisch und sinntragend. Er ist das vollkommene Vorbild dafür, wie man sinnhafte Kontakte schafft.

Elder Ian S. Ardern von den Siebzigern hat das sanfte und gütige Wesen des Erretters so beschrieben: „Mitgefühl ist eine Eigenschaft Christi. Es erwächst aus Liebe zum Nächsten und kennt keine Grenzen. Jesus, der Erretter der Welt, ist der Inbegriff des Mitgefühls.“

Dieses Zitat hat mich dazu inspiriert, dem Beispiel Jesu Christi zu folgen und aufrichtig auf andere zuzugehen. Ob bei der Arbeit, im Studium oder in der Familie – ich beschloss, im Laufe des Tages über meinen Tellerrand hinauszuschauen. Ich fragte mich, ob es jemanden gäbe, dem ich helfen könnte, dem ich ein Freund sein könnte oder der ein bisschen zusätzliche Liebe brauchte.

Je mehr ich für andere da war, desto besser ging es mir geistig.

Wann ist es sinnvoll, sich Zeit für sich selbst zu nehmen?

Es kann hilfreich sein, Zeit allein zu verbringen, wenn wir uns entspannen und unseren Gedanken nachhängen wollen – vor allem, wenn wir nachsinnen und auf den Geist hören müssen. Wenn wir aber die ganze Zeit allein verbringen, kann das dazu führen, dass wir uns gehen lassen und Gelegenheiten verpassen, Kontakte zu pflegen.

Als ich darüber nachdachte, wie ich die richtige Balance zwischen allein verbrachter Zeit und Zeit in Gesellschaft finden sollte, befasste ich mich auch mit den heiligen Schriften und dem Leben des Erretters. Ich betete um Antworten.

Der Erretter „zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten“ (Lukas 5:16). Wahrscheinlich wollte er Zeit haben, um alleine mit seinem Vater zu sprechen. Wie Christus können auch wir die Zeit für uns allein nutzen, um uns wieder mit dem Vater im Himmel zu verbinden, was dazu beiträgt, den Heiligen Geist in unser Leben zu bringen.

Ausgewogenheit finden

Wenn du dich fragst, ob du zu viel Zeit allein verbringst, berate dich mit dem Vater im Himmel. Achte auf deine sozialen und emotionalen Bedürfnisse. Wenn du dich einsam fühlst, geh auf andere zu! Verbringe nicht noch mehr Zeit allein. Übe dich darin, deine Zeit gut einzuteilen, und beobachte, ob du dazu neigst, dich abzuschotten.

Präsident Jeffrey R. Holland, Amtierender Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, hat gesagt:

„Niemand ist so stark, dass er nicht auch einmal erschöpft oder frustriert ist oder feststellt, dass er sich um sich selbst kümmern muss. …

Man braucht Kraftstoff im eigenen Tank, um ihn mit anderen teilen zu können.“

Der Vater im Himmel kennt unsere Lebensumstände. Er weiß, was uns zu schaffen macht. Er kennt unsere Wünsche und Bedürfnisse. Er kennt auch unsere Persönlichkeit und weiß, dass manche von uns vielleicht mehr Zeit als andere allein brauchen, um mit der Welt klarzukommen. Diese Vorgehensweise ist vollkommen in Ordnung!

Wenn wir uns darauf verlassen, dass er uns führt, erkennen wir, wann wir Zeit für uns allein benötigen und wann wir den Kontakt zu anderen brauchen.