2025
Wie finde ich Ruhe, wenn mich finanzielle Sorgen nachts wach halten?
August 2025


Speziell für Jungvermählte

Wie finde ich Ruhe, wenn mich finanzielle Sorgen nachts wach halten?

Wenn ich das Wort Haushaltsplan höre, wird mir jedes Mal ganz schwindlig. Doch zum Glück kann Gott helfen.

Eine illustrierte Figur sitzt auf einer Stufe und blickt niedergeschlagen auf einen unerreichbaren Sack voll Geld

Als Ehemann und frischgebackener Vater gestehe ich: Es gibt für mich weitaus Furchterregenderes als Spinnen, Höhenangst oder dunkle Gestalten, die nachts herumschleichen.

Es ist das liebe Geld.

Stellt euch das so vor: Ich kauere in einer Ecke, während ein bedrohlicher Kontoauszug über mir schwebt. Das ist – bildlich gesprochen – exakt, wie mir zumute ist.

Da meine Frau und unser Baby finanziell von mir abhängig sind, bin ich oft am Rande einer Panik und frage mich, wie wir über die Runden kommen sollen. Zusätzlich zu den wiederkehrenden monatlichen Ausgaben, die auf mich zueilen, bin ich ja gerade erst am Anfang meiner Berufslaufbahn. Keine Ahnung, ob und wann ich einen festen, sicheren Job haben werde.

Das Thema Finanzen lässt mich also leicht in Weltuntergangsstimmung verfallen. Ich versuche jedoch zu lernen, dass Gott mich führt, auch wenn ich selber nicht immer weiß, was vor mir liegt.

Die Angst schwindet in dem Maße, wie der Glaube zunimmt

Während ich lerne, Gott mehr zu vertrauen, lerne ich auch etwas über mich. Ich bete oft und bitte um seinen Segen – etwa um Hilfe bei der Jobsuche oder bei einer unerwarteten Arztrechnung. Manchmal habe ich jedoch solche Angst davor, enttäuscht zu werden, dass ich in der Tat davon ausgehe, dass mir Gott die Segnungen eben nicht geben wird, um die ich flehe.

In Moroni 7:40 wird die Frage gestellt: „Wie wollt ihr Glauben erlangen, wenn ihr nicht Hoffnung habt?“ Die Hoffnung aufzugeben, bevor ich überhaupt um eine Segnung bitte, ist so, als wolle man auf eine nicht vorhandene Wunde einen Verband legen. Wozu also das Ganze?

Diese Erkenntnis hat in mir den Wunsch geweckt, etwas zu verändern. Ich versuche zu üben, wirklich anzuerkennen, dass Gott sehr wohl die Macht hat, mir Segnungen zu geben, und gleichzeitig doch auch zu begreifen, dass Gott mir jene Segnungen schenkt, die für mich am besten sind, und nicht unbedingt die, von denen ich meine sie zu benötigen. Auch wenn ich, was Finanzen anbelangt, immer noch angespannt bin, hilft mir diese Herangehensweise, wesentlich ruhiger zu sein.

Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat festgestellt: „Wahrer Glaube ist auf den Herrn Jesus Christus gerichtet und bewegt immer zu rechtschaffenem Handeln.“ In finanzieller Hinsicht um Hilfe zu bitten, führt also – vorausgesetzt, es geschieht im Glauben – ganz natürlich zu Taten. Diese Taten zeigen sich in vielerlei Weise – etwa durch das Erstellen eines Haushaltsplans, die Bewerbung um einen besseren Arbeitsplatz oder die Entwicklung neuer Fähigkeiten.

Zahlt den Zehnten (echt jetzt – hört mir bitte bis zum Ende zu!)

Wenn man von einer Gehaltszahlung zur nächsten leben muss, sind 10 Prozent schon eine erkleckliche Summe, die man da weggibt. Doch das Zahlen des Zehnten ist mir wichtig und zeigt, dass ich bemüht bin, rechtschaffen zu handeln.

Kurz nach unserer Hochzeit hatten meine Frau und ich einen Autounfall. Meine Frau verletzte sich dabei und musste ihre Arbeit aufgeben. Mein Gehalt allein reichte kaum aus, und es war, gelinde gesagt, echt schwierig, den Zehnten zu zahlen.

Nichtsdestotrotz taten wir es.

Ein oder zwei Wochen später lag in unserem Briefkasten ein Umschlag. Darauf standen unsere Namen, aber kein Absender. In dem Umschlag war etwa zehnmal so viel Geld wie das, was wir gerade an Zehnten gezahlt hatten. Bis heute habe ich keine Ahnung, wer es uns geschickt hat oder woher die Geber wussten, dass wir in Geldnot waren. Was ich weiß, ist dies: Wir haben den Zehnten gezahlt und Gott hat gewusst, dass wir Hilfe brauchten.

Auch wenn nicht jedes Wunder des Zehnten so erstaunlich ist wie dieses, so haben wir schon viele andere erlebt, geistige ebenso wie materielle. In Maleachi 3:10 steht ja: „Stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte.“

Wenn ich also befürchte, dass wir uns Miete, Essen oder was sonst noch benötigt wird, nicht leisten können, denke ich an die Verheißungen des Herrn für das Zahlen des Zehnten und finde darin inneren Frieden. Manchmal ist dies der einzige Trost, aber den können wir uns zu allen Zeiten leisten.

Bleibt am Ball!

Ich muss hier anmerken, dass ich beileibe nicht alle Finanzfragen beantworten kann. Aber gerade darum geht es ja, nicht wahr?

Meine finanziellen Schwierigkeiten haben mir geholfen, mich dem Herrn zuzuwenden und zu lernen, wie man Glauben ausübt, gerade weil ich nicht wusste, was ich tun sollte. Hätte ich mir einen eigenen Weg ausgesucht, wäre der weitaus weniger steil gewesen, doch damit hätte ich die atemberaubende, unbezahlbare Aussicht meines jetzigen Weges verpasst.

Dafür bin ich dankbar, und auch wenn ich nicht behaupten kann, ich wünsche mir auch in Zukunft noch finanzielle Probleme, freue ich mich doch so oder so auf meinen Lebensweg, weil ich weiß, dass ich Christus vertrauen kann und er mir zur Seite steht. Das ist in der Tat die größte Quelle inneren Friedens, die sich finden lässt.

An die, die ähnlich unterwegs sind: Bleibt am Ball! Bittet Gott um Hilfe, zahlt den Zehnten und übt Glauben an seinen Sohn, unseren Erretter und Erlöser, aus. Überlegt, zu welchen rechtschaffenen Taten euch euer Glaube inspiriert.

Ich weiß, dass Gott eure Gebete erhört. Und selbst wenn die Antwort nichts mit Reichtum zu tun hat, gilt dennoch: „Groß wird deine Segnung sein – ja, selbst größer, als wenn du Schätze der Erde erhieltest und Verweslichkeit im gleichen Ausmaß.“ (Lehre und Bündnisse 19:38.)