Teachings of Presidents
Kapitel 15: Das Gebet


„Kapitel 15: Das Gebet“, Lehren der Präsidenten der Kirche: Russell M. Nelson, 2023

„Kapitel 15“, Lehren: Russell M. Nelson

Eine Familie betet

Kapitel 15

Das Gebet

Beten Sie durch die Macht des Heiligen Geistes im Namen Jesu Christi zu unserem Vater im Himmel. Denn dann führt er Sie bei allem, was Sie tun, zum Guten.

Aus dem Leben von Russell M. Nelson

Im November 1985 gab Präsident Ezra Taft Benson, der gerade zum Präsidenten der Kirche ordiniert worden war, Elder Russell M. Nelson den Auftrag, „die Länder Osteuropas, die unter dem Joch des Kommunismus stehen, für die Verkündigung des Evangeliums zu öffnen“.

Dieser anspruchsvolle Auftrag umfasste auch die ehemalige Sowjetunion, wo es besonders schwierig war, von Entscheidungsbefugten Unterstützung zu erhalten. Nach einem enttäuschenden Gespräch im Sommer 1987 setzten sich Elder Nelson und Elder Hans B. Ringger von den Siebzigern, der ihn auf dieser Reise begleitete, auf eine Parkbank unweit des Kreml und sprachen über die missliche Lage. Nachdem sie überlegt hatten, wie sie weiter vorgehen könnten, beteten sie um Führung.

Es war eines von zahllosen Gebeten, die Elder Nelson für Russland und die Menschen dort sprach. Er betete, er möge erfahren, was er tun solle, wohin er gehen und an wen er sich wenden solle. Er betete darum, dass Herzen erweicht würden. Er betete, dass Regierungsvertreter sich mit einem Treffen einverstanden erklären mögen.

In einem offiziellen Gebet, das Elder Nelson 1990 zur neuerlichen Weihung Russlands für die Verkündigung des Evangeliums sprach, bat er den Vater im Himmel, dem Volk die Segnungen des Evangeliums zugänglich zu machen. Das Werk ging nur schleppend voran und zog sich hin. Aber nach und nach wurden im Rahmen vieler Reisen nach Russland und durch zahlreiche Treffen doch Fortschritte erzielt.

Im Juni 1991 nahm Elder Nelson nach einem Auftritt des Tabernakelchors im Bolschoi-Theater in Moskau an einem Abendessen teil. Bei diesem Abendessen gab Alexander Ruzkoi, Vizepräsident der Republik Russland, bekannt, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Russland uneingeschränkt anerkannt worden sei.

„Es war ein absolut überwältigender Moment“, erinnert sich Präsident Nelson. „Wir hatten zwar gehofft, dass es dazu kommen werde, aber dass es schon an jenem Abend sein werde, damit hatten wir nicht gerechnet. … Viele von uns haben alles Menschenmögliche getan, um dies zustande zu bringen, aber eines muss klar sein: Es war der Herr, der das Wunder vollbracht hat.“

Lehren von Russell M. Nelson

Unser liebevoller Vater im Himmel möchte von seinen Kindern hören

16:47

Unser liebevoller Vater im Himmel möchte von seinen Kindern hören. Durch das Gebet können wir zeigen, dass wir Gott lieben. Und er hat es so einfach gemacht. Wir können jederzeit zu ihm beten. Wir brauchen keine besondere Ausrüstung. Wir brauchen keine Batterien aufzuladen und müssen keine monatliche Grundgebühr zahlen.

Einige Menschen beten nur, wenn sie vor persönlichen Problemen stehen. Andere beten nie. In einer Schriftstelle wird Folgendes festgestellt: „Ihr erinnert euch in dem, womit der Herr, euer Gott, euch gesegnet hat, nicht seiner, sondern ihr erinnert euch immer eurer Reichtümer und nicht, dem Herrn … dafür zu danken.“ [Helaman 13:22.]

Die Propheten sagen uns seit langem, dass wir demütig und häufig beten sollen.

Wir sollten am Morgen als Erstes ein Dankgebet sprechen. In der Schrift heißt es: „Betet er zu Gott, so ist er ihm gnädig, er darf sein Angesicht schauen in festlichem Jubel.“ (Siehe Ijob 33:26; siehe auch Alma 34:21; 37:37.)

Ich habe die Bedeutung des Morgengebets erst dann richtig schätzen gelernt, als ich Vater geworden bin. Ich bin so dankbar dafür, dass unsere Kinder weder mir noch ihrer Mutter gegenüber eisiges Schweigen an den Tag gelegt haben. Mir ist jetzt klar, wie sehr sich der himmlische Vater über unsere Gebete am Morgen und am Abend freut. Und ich kann mir auch vorstellen, wie überaus traurig er ist, wenn er nichts von seinen Kindern hört.

Vertiefende Frage

Wie können Sie inniger mit dem Vater im Himmel kommunizieren?

Jesus hat uns gelehrt, wie wir beten sollen

16:47

Jesus hat uns gelehrt, wie wir beten sollen. Durch die Macht des Heiligen Geistes beten wir im Namen Jesu Christi zu unserem Vater im Himmel. Dies ist die „wahre Ordnung des Betens“, im Gegensatz zum „Plappern“ [Matthäus 6:7] oder Vortragen, um „von den Leuten gesehen“ [Matthäus 6:5] zu werden.

Jesus offenbarte, dass wir zu einem weisen Vater beten, der weiß, was wir brauchen, noch ehe wir ihn bitten.

Mormon belehrte seinen Sohn Moroni, dass wir „mit der ganzen Kraft des Herzens“ [Moroni 7:48] beten sollen. Nephi erklärte: „Ich bete beständig für [mein Volk] bei Tag, und seinetwegen benetzen meine Augen mein Kissen bei Nacht; und ich rufe meinen Gott im Glauben an, und ich weiß, er wird mein Rufen vernehmen.“ [2 Nephi 33:3.]

Die sanfte Macht des Gebets kann gelegentlich durch Fasten verstärkt werden, wenn dies einem bestimmten Bedürfnis angemessen ist.

Ein Gebet kann auch im Stillen gesprochen werden. Man kann ein Gebet in Gedanken sprechen, vor allem, wenn Worte störend sind. Wir knien oft beim Gebet, wir können aber auch im Stehen oder Sitzen beten. Unsere körperliche Haltung ist nicht so wichtig wie die geistige Ergebenheit gegenüber Gott.

Wir beenden unser Gebet „im Namen Jesu Christi. Amen.“ Wenn wir dem Gebet eines anderen zuhören, setzen wir hörbar unser „Amen“ hinzu, was bedeutet: „Dies ist auch mein Gebet.“

Der Erretter gebot seinen Jüngern: „[Ihr] müsst immer in meinem Namen zum Vater beten.“ [3 Nephi 18:19.] Außerdem betonte er: „Betet in euren Familien immer in meinem Namen zum Vater.“ [3 Nephi 18:21.] Wir setzen diese Lektion gehorsam in die Tat um, wenn wir im Namen Jesu Christi zum himmlischen Vater beten.

16:47

Wann sollten wir beten? Der Herr hat gesagt: „Forscht eifrig, betet immer und seid gläubig, dann wird alles zu eurem Guten zusammenwirken.“ [Lehre und Bündnisse 90:24; Hervorhebung hinzugefügt.]

Alma hat gesagt: „Berate dich mit dem Herrn in allem, was du tust, und er wird dich zum Guten lenken; ja, wenn du dich zur Nacht niederlegst, so lege dich nieder im Herrn, damit er in deinem Schlaf über dich wache; und wenn du dich morgens erhebst, so lass dein Herz von Dank erfüllt sein gegen Gott.“ [Alma 37:37; Hervorhebung hinzugefügt.]

Wir beten im Stillen, regelmäßig mit unserer Familie, bei den Mahlzeiten und bei den täglichen Aktivitäten. Einfach zusammengefasst: Wir sind ein betendes Volk.

Vertiefende Frage

Was bedeutet es für Sie, immer zu beten?

Der Herr hat uns wissen lassen, wie wir unsere Gebete noch verstärken können

16:47

Der Herr hat uns wissen lassen, wie wir unsere Gebete noch verstärken können. Zum Beispiel sagte er: „Das Lied der Rechtschaffenen ist ein Gebet für mich, und es wird mit einer Segnung auf ihr Haupt beantwortet werden.“ [Lehre und Bündnisse 25:12.]

Auch das Fasten kann unser Gebet verstärken. Der Herr sagte: „Auch gebe ich euch das Gebot, von dieser Zeit an mit Beten und Fasten fortzufahren.“ [Lehre und Bündnisse 88:76.] …

Auch Demut verstärkt unser Gebet. In der Schrift heißt es: „Sei demütig, dann wird der Herr, dein Gott, dich an der Hand führen und dir auf deine Gebete Antwort geben.“ [Lehre und Bündnisse 112:10.]

Beim Gebet muss man selbst den ersten Schritt tun. „Ich stehe vor der Tür und klopfe an“, spricht der Herr. „Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.“ [Offenbarung 3:20.] Diese Tür öffnet sich, wenn wir zum himmlischen Vater im Namen Jesu Christi beten.

Dass wir Gott lieben, zeigen wir ihm dadurch, dass wir beten. Und dabei spielt das Zuhören eine wesentliche Rolle. Die Antwort vom Herrn kommt ganz leise. Deshalb rät er uns: „Seid ruhig und wisst, dass ich Gott bin.“ [Lehre und Bündnisse 101:16.]

Wir müssen inniglich beten. Eine nette Aufzählung vergangener und kommender Aktivitäten mit hier und dort eingestreuten Bitten um eine Segnung vermag nicht jene Gemeinschaft mit Gott herzustellen, die dauerhafte Macht mit sich bringt. Sind Sie bereit, darum zu bitten, dass Sie erkennen, wie Sie beten sollen, um mehr Macht zu erhalten? Der Herr kann es Ihnen sagen.

15:25

Wenn Sie celestial denken, wird sich Ihr Herz allmählich wandeln. Sie möchten häufiger und aufrichtiger beten. Bitte lassen Sie Ihre Gebete nicht wie eine Einkaufsliste klingen. Die Sichtweise des Herrn übersteigt Ihre irdische Weisheit. Seine Antwort auf Ihre Gebete mag Sie überraschen und hilft Ihnen, celestial zu denken. … Unsere Gebete können – und sollen – lebendige Gespräche mit unserem Vater im Himmel sein.

Beten Sie im Namen Jesu Christi über Ihre Sorgen, Ihre Ängste, Ihre Schwächen, ja, auch die Sehnsüchte Ihres Herzens. Und dann hören Sie zu! Notieren Sie die Gedanken, die Ihnen in den Sinn kommen. Schreiben Sie Ihre Gefühle auf und setzen Sie das, was Ihnen eingegeben wird, in die Tat um.

Vertiefende Frage

Was könnten Sie tun, um Ihr Gebet zu verstärken?

Das, worum Sie von Herzen bitten, ist Gott wichtig

15:25

Unerschöpflicher Glaube wird durch Beten stärker. Das, worum Sie von Herzen bitten, ist dem Herrn wichtig. Denken Sie an die intensiven und leiderfüllten Gebete, die der Prophet Joseph Smith in den schrecklichen Tagen sprach, als er im Gefängnis zu Liberty eingesperrt war. Der Herr antwortete, indem er die Sichtweise des Propheten änderte. Er sagte: „Wisse, mein Sohn, dass dies alles dir Erfahrung bringen und dir zum Guten dienen wird.“ [Lehre und Bündnisse 122:7.]

Wenn wir beim Beten unseren Blick auf die Ewigkeit richten, müssen wir uns nicht fragen, ob unsere tränenreichsten Bitten, die aus tiefstem Herzen kommen, erhört werden. Diese Verheißung des Herrn ist in Abschnitt 98 des Buches Lehre und Bündnisse festgehalten:

„Eure Gebete sind dem Herrn … in die Ohren gedrungen und sind mit diesem Siegel und Zeugnis aufgezeichnet: Der Herr hat geschworen und beschlossen, dass sie gewährt werden sollen.

Darum gibt er euch diese Verheißung mit dem unwandelbaren Bündnis, dass sie erfüllt werden sollen; und alles, womit ihr bedrängt worden seid, wird zu eurem Guten zusammenwirken und zur Verherrlichung meines Namens, spricht der Herr.“ [Lehre und Bündnisse 98:2,3.]

Der Herr hat seine deutlichsten Worte gewählt, um uns Mut zu machen! Siegel! Zeugnis! Geschworen! Beschlossen! Unwandelbares Bündnis! Brüder und Schwestern, glauben Sie ihm! Gott wird Ihre aufrichtigen und von Herzen kommenden Gebete beachten, und Ihr Glaube wird gestärkt werden.

Vertiefende Frage

Woran merken Sie, dass Gott Ihre Gebete erhört?

Der Vater im Himmel erhört unsere Gebete gemäß seiner ewigen Perspektive

16:47

Wenn wir beten, dürfen wir uns nicht anmaßen, Rat zu geben, sondern wir müssen den Herrn fragen und auf seinen Rat hören. … Wir erhalten nicht auf alle unsere Gebete die Antwort, die wir uns wünschen. Gelegentlich lautet die Antwort nein. Das darf uns nicht überraschen. Liebevolle irdische Eltern sagen nicht zu jeder Bitte ihrer Kinder ja. …

Wir müssen im Einklang mit dem Willen unseres himmlischen Vaters beten. Er möchte uns prüfen, uns stärken und uns helfen, unser volles Potenzial zu erreichen.

Mir ist bewusst, dass manchmal unsere innigsten Gebete offenbar nicht erhört werden. Wir fragen uns: „Warum?“ Ich kenne dieses Gefühl. Ich kenne die Ängste und die Tränen in solchen Momenten. Aber ich weiß auch, dass unser Beten nie ignoriert wird. Unser Glaube bleibt nie unbeachtet. Ich weiß, dass der Blickwinkel unseres allwissenden himmlischen Vaters sehr viel größer ist als unserer. Während wir unsere irdischen Probleme und unseren Schmerz sehen, sieht er unseren ewigen Fortschritt und unser Potenzial. Wenn wir darum beten, seinen Willen zu erfahren, und uns ihm geduldig und mutig fügen, dann kann die göttliche Heilung zu der von ihm bestimmten Zeit und auf seine Weise stattfinden.

16:47

Jesus Christus, der Erretter der Welt, der uns mit seinem Blut loskaufte, ist unser Erlöser und unser großes Vorbild. Am Ende seiner irdischen Mission bat er, dass sein Wille – als geliebter Sohn – im Willen des Vaters verschlungen werde. In dieser entscheidenden Stunde flehte der Heiland: „Vater, … nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ [Matthäus 26:39.] Darum sollen auch wir zu Gott beten: „Dein Wille geschehe.“

Vertiefende Frage

Was bedeutet es für Sie, im Einklang mit dem Willen des himmlischen Vaters zu beten?

Planen Sie jeden Tag Zeit dafür ein, sich vorzubereiten, nachzusinnen und zu beten

„Wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“ [Matthäus 6:6.]

Wo auch immer Ihre persönliche „Kammer“ sein mag – sei es buchstäblich eine Kammer oder ein anderer Ort, wohin Sie sich zurückziehen können –, planen Sie Zeit für sich ein, um sich vorzubereiten, nachzudenken und zu beten. …

Halten Sie etwas zum Schreiben bereit, damit Sie alle Eingebungen festhalten können, die Ihnen in Herz und Sinn kommen. Wenn Sie sich jeden Tag diese kostbare Vorbereitungszeit nehmen, kann der Heilige Geist Sie erreichen und Sie unterweisen.

Wenn Sie nach dieser extra Zeit für sich anschließend mit der Familie beten und in den heiligen Schriften lesen, sind Sie für einen wunderbaren Tag gerüstet. Sie können sicher sein, dass der Herr durch den Heiligen Geist Ihr Begleiter, Ihr Beschützer und Ihr Führer sein wird. …

Beten Sie jeden Tag darum, geführt zu werden, sodass Sie Ihren Teil tun, mit dem Herrn unter einem Joch verbunden zu sein. Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht [siehe Matthäus 11:30]. Sie werden diese Hilfe brauchen. Nichts wird zu schwierig, wenn Sie in seinem heiligen Werk mit dem Herrn unter einem Joch verbunden sind.

Haben Sie sich schon einmal an einen ruhigen, abgelegenen Ort begeben, um ganz allein zu sein? Haben Sie für sich Ihren eigenen „heiligen Hain“ gefunden, wo Sie dem Vater im Himmel im Gebet die geheimen Sehnsüchte Ihrer Seele ausschütten können? Sprechen Sie wirklich mit Gott, so wie ein Mensch zum anderen spricht? Tun Sie ihm wirklich vorbehaltlos Ihre Treue und Ihre Verbundenheit ihm gegenüber kund? Sagen Sie: „Hier bin ich, Herr, ich stehe dir zur Verfügung“? Flehen Sie ihn an, und lassen Sie dabei alle leeren Worthülsen weg, die Sie vielleicht in der Vergangenheit im Gebet benutzt haben? … Nehmen Sie sich jetzt vor, Ihr Zuhause zu einem Ort des Betens zu machen. Machen Sie es zu einem Zufluchtsort des Glaubens.

Vertiefende Fragen

Welche Fragen könnten Sie im Gebet stellen, während Sie sich auf den neuen Tag einstimmen? Warum ist es wohl wichtig, Erkenntnisse aus Ihren Gebeten aufzuschreiben?

Beten stärkt uns und hilft uns, anderen ein Segen zu sein

Unsere Körperkraft muss trainiert werden, und das Gleiche gilt für die Geisteskraft. Eine der wichtigsten geistigen Übungen ist das Beten. Es bewirkt Übereinstimmung mit Gott und erzeugt den Wunsch, seine Gebote zu halten. Das Gebet ist der Schlüssel zu Weisheit, Tugend und Demut.

15:58

Das Beten hilft uns, mit den Prüfungen des Lebens fertigzuwerden. Durch das Beten richten wir unsere Einstellung präzise aus. Dann geraten wir nicht rechts oder links in jene Fallen, die die Versuchung uns stellt. Ein Jünger liebäugelt nicht mit der Gefahr am Rand des Abgrunds. Ein erfahrener Kletterer hält sich vom gefährlichen Abgrund fern und bewegt sich dort, wo es möglichst sicher ist. Durch ein Seil und andere Vorrichtungen ist er mit denen verbunden, denen er vertraut. Das gilt auch für uns. Wenn wir einen Berg an Herausforderungen zu bewältigen haben, halten wir uns doch an den Herrn, verbinden wir uns mit ihm, halten wir uns an der eisernen Stange des Evangeliums fest, an unserer Familie und an Freunden, denen wir vertrauen. …

Der Herr hat gesagt: „Blickt in jedem Gedanken auf mich; zweifelt nicht, fürchtet euch nicht.“ [Lehre und Bündnisse 6:36.] Ich habe die befreiende Kraft kennengelernt, die solcher Glaube verleiht. Wenn wir zuerst auf Gott blicken, können wir dadurch ein für allemal entscheiden, was wir nicht tun wollen; und dann sind wir frei, das zu tun, was wir eigentlich tun sollen.

16:30

Der Glaube kann durch Beten gestärkt werden. Das Gebet ist der machtvolle Schlüssel dazu, Entscheidungen zu treffen … in Bezug auf alle … wichtigen Aspekte Ihres Lebens. Suchen Sie den Herrn demütig und mit aufrichtigem Herzen und wirklichem Vorsatz im Gebet, dann wird er Ihnen helfen.

Denken Sie daran, dass Glaube und Gebet allein meist nicht ausreichen. Wir müssen uns auch selbst darum bemühen, unseren Herzenswunsch zu verwirklichen. „So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.“ [Jakobus 2:17.]

Ich glaube fest daran, dass es Gott gefällt, wenn wir für die Bedürftigen beten, und dass er uns sogar gebietet, uns an ihn zu wenden und für andere zu beten. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Gott – wenn ich ihn im Gebet um Rat bitte, was ich tun kann, um den Bedürftigen zu helfen, sie aufzurichten, zu lieben und zu unterstützen – diese Gebete mit konkreten und einfachen Dingen beantwortet, die ich tatsächlich tun kann, um einem seiner Kinder ein Segen zu sein.

Ich bitte Sie, darüber nachzudenken, inwiefern Ihre Gedanken und Gebete der Auslöser dafür sein können, dass Gott Sie inspiriert und zu guten Taten, Mitgefühl und großzügigen Werken anregt. Stellen Sie sich nur vor, wie viel Gutes Sie in der Welt – und in Ihrer Familie, in der Schule oder an der Universität und am Arbeitsplatz – bewirken können! Wenn wir uns bemühen, die heilenden, helfenden Hände des Herrn zu sein, tragen wir dadurch gewiss zur Verherrlichung des Herrn bei.

Vertiefende Fragen

Wie hat Ihnen das Gebet in Zeiten der Prüfung schon geholfen? Wie konnten Sie durch das Gebet schon Möglichkeiten finden, Ihren Mitmenschen zu dienen?

Aufforderungen und Verheißungen

Wenn wir beten, öffnet uns der Herr die Tür

Beim Gebet muss man selbst den ersten Schritt tun. „Ich stehe vor der Tür und klopfe an“, spricht der Herr. „Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.“ [Offenbarung 3:20.] Diese Tür öffnet sich, wenn wir im Namen Jesu Christi zum himmlischen Vater beten.

Gott wird Ihre aufrichtigen und inniglichen Gebete beachten

Wenn wir beim Beten unseren Blick auf die Ewigkeit richten, müssen wir uns nicht fragen, ob unsere tränenreichsten Bitten, die aus tiefstem Herzen kommen, erhört werden. Diese Verheißung des Herrn ist in Abschnitt 98 des Buches Lehre und Bündnisse festgehalten:

„Eure Gebete sind dem Herrn … in die Ohren gedrungen und sind mit diesem Siegel und Zeugnis aufgezeichnet: Der Herr hat geschworen und beschlossen, dass sie gewährt werden sollen.

Darum gibt er euch diese Verheißung mit dem unwandelbaren Bündnis, dass sie erfüllt werden sollen; und alles, womit ihr bedrängt worden seid, wird zu eurem Guten zusammenwirken und zur Verherrlichung meines Namens, spricht der Herr.“ [Lehre und Bündnisse 98:2,3.]

Der Herr hat seine deutlichsten Worte gewählt, um uns Mut zu machen! Siegel! Zeugnis! Geschworen! Beschlossen! Unwandelbares Bündnis! Brüder und Schwestern, glauben Sie ihm! Gott wird Ihre aufrichtigen und von Herzen kommenden Gebete beachten, und Ihr Glaube wird gestärkt werden.

Himmlische Heilung findet auf Gottes Weise und zu seiner Zeit statt

16:44

Ich weiß, dass der Blickwinkel unseres allwissenden himmlischen Vaters sehr viel größer ist als unserer. Während wir unsere irdischen Probleme und unseren Schmerz sehen, sieht er unseren ewigen Fortschritt und unser Potenzial. Wenn wir darum beten, seinen Willen zu erfahren, und uns ihm geduldig und mutig fügen, dann kann die göttliche Heilung zu der von ihm bestimmten Zeit und auf seine Weise stattfinden.

Der Heilige Geist kann Sie erreichen und Sie unterweisen

Wo auch immer Ihre persönliche „Kammer“ sein mag – sei es buchstäblich eine Kammer oder ein anderer Ort, wohin Sie sich zurückziehen können –, planen Sie Zeit für sich ein, um sich vorzubereiten, nachzudenken und zu beten. …

Halten Sie etwas zum Schreiben bereit, damit Sie alle Eingebungen festhalten können, die Ihnen in Herz und Sinn kommen. Wenn Sie sich jeden Tag diese kostbare Vorbereitungszeit nehmen, kann der Heilige Geist Sie erreichen und Sie unterweisen.

Wenn Sie nach diese extra Zeit für sich anschließend mit der Familie beten und in den heiligen Schriften lesen, sind Sie für einen wunderbaren Tag gerüstet. Sie können sicher sein, dass der Herr durch den Heiligen Geist Ihr Begleiter, Ihr Beschützer und Ihr Führer sein wird.

Gott wird Sie dahin führen, gütig, mitfühlend und großzügig zu handeln

Ich bitte Sie, darüber nachzudenken, inwiefern Ihre Gedanken und Gebete der Auslöser dafür sein können, dass Gott Sie inspiriert und zu guten Taten, Mitgefühl und großzügigen Werken anregt. Stellen Sie sich nur vor, wie viel Gutes Sie in der Welt – und in Ihrer Familie, in der Schule oder an der Universität und am Arbeitsplatz – bewirken können! Wenn wir uns bemühen, die heilenden, helfenden Hände des Herrn zu sein, tragen wir dadurch gewiss zur Verherrlichung des Herrn bei.

Video

An Answer to Prayer

4:21

Ansprachen zu diesem Thema

„Die sanfte Macht des Gebets“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2003

16:47

„Lektionen aus den Gebeten des Herrn“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2009

15:25