„Kapitel 1: Gottes Plan des Glücklichseins“, Lehren der Präsidenten der Kirche: Russell M. Nelson, 2023
„Kapitel 1“, Lehren: Russell M. Nelson
Kapitel 1
Gottes Plan des Glücklichseins
Gott lebt. Er ist unser Vater. Er liebt uns. Er möchte, dass wir glücklich sind. Weil er uns liebt, möchte er, dass wir uns jetzt gut darauf vorbereiten, dereinst zu ihm zurückzukehren. Können Sie sich etwas Schöneres vorstellen als diese Heimkehr?
Aus dem Leben von Russell M. Nelson
Wenige Tage bevor Russell M. Nelson als Präsident der Kirche eingesetzt wurde, wurde Präsident M. Russell Ballard von einem Journalisten interviewt. Präsident Ballard erklärte, was die Menschen von der Führung und den Lehren seines Freundes erwarten durften:
„Präsident Nelson ist in jeder Weise ein Jünger Jesu Christi, und in einer Welt, die aus den Fugen gerät, steht er für den Plan des Glücklichseins. Er tritt für das ein, was Gott offenbart. Er weiß, dass es gewisse Regeln, Gebote und Lehren gibt, die wir annehmen und befolgen müssen. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Das ist es, was Präsident Nelson vermitteln und woran er festhalten wird.“
Im Laufe seines Wirkens gab Präsident Nelson immer wieder Zeugnis für Gottes Plan des Glücklichseins. Laut seinen Worten ist der Plan, der „das tiefste Verlangen der menschlichen Seele“ erfüllt und uns auf eine freudige Heimkehr zu unserem liebevollen Vater im Himmel vorbereitet, „einfach fabelhaft“.
Lehren von Russell M. Nelson
Die Schöpfung, der Fall und das Sühnopfer des Erretters sind Säulen im Plan Gottes
Einst trat im Himmel ein Rat zusammen, an dem auch wir teilnahmen. Dort stellte der Vater im Himmel seinen göttlichen Plan vor [siehe Abraham 3:22-27], der auch Plan des Glücklichseins, Plan der Errettung, Plan der Erlösung, Plan der Wiederherstellung, Plan der Barmherzigkeit, Plan der Befreiung und immerwährendes Evangelium genannt wird. Der Plan soll den Geistkindern Gottes Gelegenheit zum Fortschritt hin zu ewiger Erhöhung ermöglichen.
Dreh- und Angelpunkt des Plans ist das Sühnopfer Jesu Christi. Da erst das Sühnopfer den Plan möglich macht, müssen wir uns bemühen, seine Bedeutung zu erfassen. Um das Sühnopfer Christi zu begreifen, müssen wir jedoch zunächst den Fall Adams verstehen. Und bevor wir den Fall voll und ganz schätzen lernen, müssen wir die Schöpfung verstehen. Diese drei Geschehnisse – Schöpfung, Fall und Sühnopfer – sind drei Hauptsäulen im Plan Gottes, und in unserer Lehre sind sie eng verzahnt.
Die Schöpfung
Die Erschaffung der Erde diente im Plan des Vaters als vorbereitender Schritt. Anschließend „gingen die Götter hinab, um den Menschen als ihr eigenes Abbild zu formen, … männlich und weiblich sie zu gestalten.
Und die Götter sprachen: Wir werden sie segnen.“ [Abraham 4:27,28.] Und sie segneten uns tatsächlich – mit einem Plan, der uns einen physischen Körper schenkte.
Adam und Eva waren die ersten Menschen auf der Erde [siehe 1 Nephi 5:11]. Sie unterschieden sich von der Pflanzen- und Tierwelt, die zuvor erschaffen worden war, denn Adam und Eva waren Kinder Gottes. Ihr Körper aus Fleisch und Gebein war ausdrücklich als Abbild Gottes erschaffen. In ihrem damaligen Zustand der Unschuld waren sie noch nicht sterblich. Sie konnten keine Kinder bekommen, waren dem Tod nicht unterworfen und hätten endlos im Garten von Eden leben können [siehe 2 Nephi 2:22,23; Mose 5:11]. Die Schöpfung ließe sich demnach als paradiesische Schöpfung bezeichnen.
Wäre dieser Zustand so geblieben, befänden Sie und ich uns immer noch als ungeborene Söhne und Töchter Gottes unter den himmlischen Scharen [siehe Lehre und Bündnisse 38:1; Abraham 3:22,23]. „Der große Plan [des Glücklichseins] wäre vereitelt gewesen.“ (Alma 42:5.)
Der Fall
Das führt uns nun zum Fall Adams. Damit der Plan des Glücklichseins verwirklicht werden konnte, gab Gott Adam und Eva ein allererstes Gebot. Es war das Gebot an die Menschheit, Kinder zu bekommen. Und ein Gesetz wurde ihnen erklärt. Wenn sie „vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ [Genesis 2:17] äßen, würde sich ihr Körper verändern; Sterblichkeit und schließlich der Tod würden über sie kommen. Doch damit sie Eltern werden konnten, mussten sie von der Frucht essen.
Ich verstehe zwar nicht genau, wie das biochemisch ablief, aber ich weiß, dass sich ihr Körper veränderte. Blut begann, durch ihren Körper zu fließen. Dadurch wurden Adam und Eva sterblich. Zum Glück für uns konnten sie nun auch Kinder bekommen und den Zweck erfüllen, zu dem die Erde erschaffen worden war. Und zum Glück für die beiden erhielten Adam – und auch Eva – vom Herrn die Zusicherung: „Siehe, deine Übertretung im Garten von Eden habe ich dir vergeben.“ (Mose 6:53.) Wir alle – die gesamte Menschheit – sind für immer durch Evas großen Mut und ihre immense Weisheit gesegnet. Sie aß als Erste von der Frucht und tat, was getan werden musste. Adam war weise genug, es ihr gleichzutun. Daher können wir den Fall Adams als sterbliche Schöpfung bezeichnen, denn Adam fiel ja, „damit Menschen sein können“ [2 Nephi 2:25].
Durch den Fall sind uns noch weitere Segnungen zuteilgeworden. Zwei eng miteinander verzahnte weitere Gaben Gottes traten nun in Kraft, die fast ebenso kostbar sind wie das Leben selbst: Entscheidungsfreiheit und Verantwortlichkeit. Wir wurden frei, entweder „Freiheit und ewiges Leben zu wählen … oder Gefangenschaft und Tod“ [2 Nephi 2:27]. Entscheidungsfreiheit kann nur Hand in Hand mit Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen ausgeübt werden.
Das Sühnopfer
Nun kommen wir zur dritten Säule im Plan Gottes, zum Sühnopfer. … Nur ein unbegrenztes Sühnopfer konnte Adam und Eva und deren gesamte Nachkommenschaft erlösen. Dieses Sühnopfer musste unseren Körper in die Lage versetzen, aufzuerstehen und in eine Gestalt ohne Blut verwandelt zu werden, die Krankheit, Verfall und Tod nicht länger unterworfen ist.
Gemäß dem ewigen Gesetz erforderte das Sühnopfer das persönliche Opfer eines unsterblichen Wesens, das dem Tod nicht unterworfen war. Dieses Wesen musste dennoch sterben und seinen Körper dann wieder aufnehmen. Der Erretter war der Einzige, der dies vollbringen konnte. Von seiner Mutter erbte er die Macht zu sterben. Von seinem Vater erlangte er Macht über den Tod [siehe Johannes 10:17,18]. …
Der Herr hat verkündet: „Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39.) Er, der die Erde erschaffen hatte, kam zur Welt, um den Willen seines Vaters und alle Prophezeiungen über sein Sühnopfer zu erfüllen. Unter der Bedingung der Umkehr erlöst sein Sühnopfer jeden Menschen von der Strafe für seine eigene Übertretungen.
Man könnte das Sühnopfer also unsterbliche Schöpfung nennen. „Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“ [1 Korinther 15:22.]
Vertiefende Frage
Die Schöpfung, der Fall und das Sühnopfer Jesu Christi dienen im Plan des himmlischen Vaters alle einem besonderen Zweck. Inwiefern sind sie alle für Sie ein Segen?
Die Familie steht im Plan Gottes für die ewige Bestimmung seiner Kinder im Mittelpunkt
Die Schöpfung, der Fall und Sühnopfer laufen alle in jenem heiligen Werk zusammen, das in den Tempeln der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verrichtet wird. Die Erde wurde erschaffen und die Kirche wurde wiederhergestellt, damit sich die Frau an ihren Mann siegeln lassen kann, damit Kinder an ihre Eltern und Familien an ihre Vorfahren gesiegelt werden – für immer und ewig.
Die Familie ist die wichtigste Einheit in der Gesellschaft und in der Kirche. Die Familie ist von Gott eingerichtet. Sie steht in seinem Plan für die ewige Bestimmung seiner Kinder im Mittelpunkt. „Gott hat die Familie geschaffen, damit seine Kinder glücklich seien und in einer liebevollen Umgebung richtige Grundsätze lernen und sich für das ewige Leben bereitmachen.“
Gottes großer Plan des Glücklichseins sieht vor, dass Familien im Tempel gesiegelt und vorbereitet werden können, zu ihm zurückzukehren und für immer in seiner heiligen Gegenwart zu leben. Das ist das ewige Leben! Es erfüllt das tiefste Verlangen der menschlichen Seele, nämlich die natürliche Sehnsucht danach, mit seinen geliebten Angehörigen auf ewig zusammen zu sein.
Viele gehen ihren Lebensweg als Alleinstehende. Auch sie werden auf beiden Seiten des Schleiers von ihrer Familie gebraucht. Andere können vielleicht auf Erden niemals einen Tempel besuchen. Die Treuen finden Trost in dem Wissen, dass niemandem, der den Herrn liebt und sich ernsthaft bemüht, seine Gebote zu halten, irgendeine Segnung vorenthalten wird. Wir werden gemäß unseren Werken und den Wünschen unseres Herzens gerichtet – entsprechend der Barmherzigkeit und dem Zeitplan des Herrn [siehe 2 Nephi 9:41; Alma 41:3; Lehre und Bündnisse 137:9].
Vertiefende Frage
Inwiefern bereiten Ihre Erfahrungen in der Familie – sowohl positive als auch negative – Sie auf das ewige Leben vor?
Gott ist der Vater unseres Geistes; wir haben bei ihm gelebt, bevor wir geboren wurden
Gott ist der Vater unseres Geistes [siehe Apostelgeschichte 17:27-29]. Er hat einen verherrlichten, vervollkommneten Körper aus Fleisch und Gebein. Wir haben bei ihm im Himmel gelebt, bevor wir geboren wurden [siehe Jeremia 1:4,5].
In seiner Weisheit hat der Herr jeden von Ihnen – ungeachtet Ihres Alters – dafür zurückbehalten, in dieser entscheidenden Zeit auf die Erde zu kommen. Im vorirdischen Dasein haben Sie außergewöhnliche Stärke, Überzeugung und besonderen Glauben an Jesus Christus bewiesen. Als der Satan gegen Gottvater und den Sohn kämpfte, traten Sie für die Sache Christi und den Stellenwert der Entscheidungsfreiheit ein.
Der Vater im Himmel kennt Sie schon sehr lange. Er hat Sie auserwählt, zu genau dieser Zeit als sein Sohn oder seine Tochter zur Erde zu kommen und ein Führer in seinem großartigen Werk hier auf Erden zu sein [siehe Alma 13:2,3]. Sie wurden nicht wegen Ihrer körperlichen Merkmale auserwählt, sondern wegen Ihrer geistigen Eigenschaften wie Tapferkeit, Mut, Herzenslauterkeit, Wahrheitsdurst, Hunger nach Weisheit und dem Wunsch, anderen zu dienen.
Einige dieser Eigenschaften haben Sie bereits vor dem Erdenleben entwickelt. Andere können Sie hier auf Erden entfalten, wenn Sie sich beharrlich darum bemühen [siehe 1 Korinther 12; 14:1-12; Alma 5:14; Lehre und Bündnisse 4:6].
Vertiefende Frage
Wie wirkt sich das Wissen um Ihr vorirdisches Leben beim Vater im Himmel darauf aus, wie Sie Ihr Erdenleben betrachten?
Freude erfahren wir, wenn wir uns entscheiden, im Einklang mit Gottes ewigem Plan zu leben
Vor unserer Geburt haben wir beim Vater im Himmel gelebt – als seine Geistkinder. Voll Vorfreude haben wir darauf gewartet, zur Erde zu kommen und einen irdischen Körper zu erhalten.
In dieser Welt, in der es mehr als genug Elend gibt, sind wir für Gottes „großen Plan des Glücklichseins“ [Alma 42:8] wirklich dankbar. Sein Plan sagt aus, dass „Menschen sind, damit sie Freude haben können“ [2 Nephi 2:25]. Diese Freude erfahren wir, wenn wir uns entscheiden, im Einklang mit Gottes ewigem Plan zu leben.
Ich habe gelernt, dass der Plan des himmlischen Vaters für uns einfach fabelhaft ist, dass es wirklich darauf ankommt, was wir in diesem Leben tun, und dass das Sühnopfer des Erretters den Plan unseres Vaters erst möglich macht [siehe Johannes 6:38]. …
Dank des unbegrenzten Sühnopfers Jesu Christi ist der Plan unseres himmlischen Vaters ein perfekter Plan! Die Einsicht in diesen fabelhaften Plan Gottes löst das Rätsel unseres Daseins auf und nimmt unserer Zukunft die Ungewissheit. Jeder von uns kann sich entscheiden, wie er sein Leben hier auf der Erde führen will und wo er für immer leben will. Die haltlose Vorstellung „Iss, trink und sei lustig, denn morgen sterben wir, und es wird uns wohl ergehen“ [2 Nephi 28:7] gehört zu den abwegigsten Lügen im Universum.
Die großartige Nachricht des Planes Gottes ist: Das, was aus Ihrem irdischen Leben das Bestmögliche macht, entspricht genau dem, was aus Ihrem Leben in aller Ewigkeit das Bestmögliche macht!
Es mag sich zeigen, dass es leichter ist, hier, während unser Geist noch mit unserem Körper vereint ist, umzukehren und geistig Fortschritt zu machen, als in der nächsten Welt zwischen dem Tod und der Auferstehung. Amulek erklärte den abtrünnigen Zoramiten: „Dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen“ (siehe Alma 34:32-35).
Vertiefende Fragen
Welche Faktoren im Plan des himmlischen Vaters lösen das Rätsel unseres Daseins auf und nehmen der Zukunft die Ungewissheit? Was würden Sie jemandem sagen, dem es schwerfällt, am Leben Freude zu haben?
Die Rückkehr in unsere himmlische Heimat erfolgt durch das Tor des Todes
Ehe wir eine Reise antreten, möchten wir die Gewissheit haben, dass wir eine Rückfahrkarte haben. Wenn wir von der Erde zu dem Leben in unserer himmlischen Heimat zurückkehren wollen, müssen wir das Tor des Todes durchschreiten – es führt kein Weg daran vorbei.
Der Tod ist ein wesentlicher Bestandteil unserer ewigen Existenz. Niemand weiß, wann es so weit ist, doch der Tod ist wesentlich in Gottes großem Plan des Glücklichseins [siehe Alma 42:8,9]. …
Brüder und Schwestern, wir leben, um zu sterben, und wir sterben, um zu leben – in einem anderen Reich. Wenn wir gut vorbereitet sind, birgt der Tod keinen Schrecken. Von einem ewigen Standpunkt aus kommt der Tod nur für denjenigen zu früh, der nicht bereit ist, Gott zu begegnen.
Vertiefende Fragen
Welchen Zweck im Plan des himmlischen Vaters hat der Tod? Wie würden Sie einem Freund oder einem Ihrer Lieben den Zweck des Todes erklären?
Gottes Plan ist gerecht und ermöglicht Lebenden wie Toten Umkehr und heilige Handlungen
Gottes Plan ist gerecht. Sogar diejenigen, „die gestorben sind, ohne von diesem Evangelium zu wissen, die es aber angenommen hätten, wenn sie hätten verweilen dürfen, werden Erben des celestialen Reiches Gottes sein“ (Lehre und Bündnisse 137:7). Sein Plan ist auch barmherzig. Er wird „alle Menschen gemäß ihren Werken richten, gemäß den Wünschen ihres Herzens“ [Lehre und Bündnisse 137:9].
Jeder, der lebt, kann umkehren. Doch was ist mit den Verstorbenen? Auch sie können umkehren. In den heiligen Schriften heißt es, dass „die getreuen Ältesten dieser Evangeliumszeit nach ihrem Hinscheiden aus dem irdischen Leben mit ihrer Arbeit fortfahren, indem sie das Evangelium der Umkehr … unter denen verkündigen, die in der großen Welt der Geister der Toten … unter der Knechtschaft der Sünde sind.
Die Toten, die umkehren, werden erlöst werden, indem sie die Verordnungen des Hauses Gottes beachten,
und werden, sobald sie die Strafe für ihre Übertretungen bezahlt haben und reingewaschen sind, gemäß ihren Werken einen Lohn empfangen.“ [Lehre und Bündnisse 138:57-59.]
Wir vollziehen die heiligen Handlungen im Tempel stellvertretend für diejenigen, die sich auf der anderen Seite des Schleiers befinden. Einfach zusammengefasst bedeutet das: Als stellvertretende Opfergabe verrichten wir die Arbeit für sie. Sie selbst entscheiden, ob sie diese Arbeit annehmen oder ablehnen. Ist das nicht wunderbar? Jemandem, der stirbt, ohne vom Evangelium gehört zu haben, werden die Segnungen nicht vorenthalten, die er hätte empfangen können, wenn er das Evangelium kennengelernt hätte.
Vertiefende Frage
Was sagt uns die Lehre von der Errettung der Toten über Wesensart und Eigenschaften des himmlischen Vaters?
Nach der Auferstehung und dem Gericht werden Sie Ihrer immerwährenden Heimat zugewiesen
Eines Tages werden Sie – und ich – sterben, auferstehen, gerichtet werden und einen Platz in ewigen Gefilden zugewiesen bekommen. Mit jedem Sonnenuntergang kommen Sie dem unvermeidlichen Tag des Gerichts näher. Dann werden Sie aufgefordert, über Ihren Glauben, Ihre Hoffnungen und Ihre Werke Rechenschaft abzulegen. …
Da ja alle auferstehen, wird auch Ihr Körper zu seiner rechten und vollkommenen Gestalt wiederhergestellt werden [siehe Alma 11:43; 40:23]. Der Tag Ihrer Auferstehung wird ein Tag des Gerichts sein, bei dem festgelegt wird, was für eine Art Leben Sie anschließend führen werden.
In dieses Urteil fließen nicht nur Ihre Taten, sondern auch Ihre ureigensten Absichten und Herzenswünsche mit ein. Die Gedanken eines jeden Tages gehen keineswegs verloren. In den heiligen Schriften ist von einer klaren (siehe Alma 11:43) und vollkommenen Erinnerung (siehe Alma 5:18) die Rede, die Ihr Verstand zur Zeit des göttlichen Gerichts bereitstellt.
Nach der Auferstehung und dem Gericht werden Sie Ihrer immerwährenden Heimat im Himmel zugewiesen. In den Offenbarungen wird die Herrlichkeit jener Wohnstätten mit den verschiedenen Lichtern der Himmelskörper verglichen.
Paulus sprach von den drei Graden der Herrlichkeit nach dem Tod, als er verkündete: „Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne.“ [1 Korinther 15:41.] Dieser kurze Blick in die Herrlichkeit des Lebens nach dem Tod wird durch ein weiteres Zeugnis aus den Schriften deutlicher gemacht. Der Herr hat offenbart: „Die Herrlichkeit der Celestialen ist eine eigene, so wie die Herrlichkeit der Sonne eine eigene ist.
Und die Herrlichkeit der Terrestrialen ist eine eigene, so wie die Herrlichkeit des Mondes eine eigene ist.
Und die Herrlichkeit der Telestialen ist eine eigene, so wie die Herrlichkeit der Sterne eine eigene ist.“ [Lehre und Bündnisse 76:96-98.]
Das höchste dieser Reiche, das celestiale, ist denen vorbehalten, die dem Gesetz dieses Reiches gehorchen:
„Diejenigen, die nicht durch das Gesetz [Christi] geheiligt sind, … müssen ein anderes Reich ererben, nämlich das eines terrestrialen Reiches oder das eines telestialen Reiches.
Denn wer nicht imstande ist, sich an das Gesetz eines celestialen Reiches zu halten, kann nicht in einer celestialen Herrlichkeit leben.“ [Lehre und Bündnisse 88:21,22.]
Jeder von Ihnen wird nach seinen Werken und den Wünschen seines Herzens gerichtet werden [siehe Lehre und Bündnisse 137:9]. Es wird von Ihnen nicht gefordert, die Schuld eines anderen zu zahlen. Ihre endgültige Zuweisung in das celestiale, terrestriale oder telestiale Reich ist nicht vom Zufall abhängig. Der Herr hat für jedes Reich unveränderliche Bedingungen vorgeschrieben. Sie können sich mit dem vertraut machen, was in den heiligen Schriften steht, und Ihr Leben danach ausrichten [siehe Lehre und Bündnisse 76:50-119].
Vertiefende Fragen
Wie muss man werden, um beim Vater im Himmel celestiale Herrlichkeit zu empfangen? Wie hilft er Ihnen, solch ein Wesen zu werden?
Machen Sie das celestiale Reich zu Ihrem Ziel für die Ewigkeit
In meiner ersten Botschaft als Präsident der Kirche habe ich Ihnen empfohlen, von Anfang an das Ende vor Augen zu haben. Das bedeutet, dass Sie das celestiale Reich zu Ihrem Ziel für die Ewigkeit machen und dann sorgfältig überlegen, wohin jede der Entscheidungen, die Sie hier auf Erden treffen, Sie in der nächsten Welt bringen wird [siehe Mosia 4:30]. …
Wenn Sie Entscheidungen treffen, bitte ich Sie, auf lange Sicht zu denken – auf ewige Sicht. Setzen Sie Jesus Christus an die erste Stelle, denn Ihr ewiges Leben hängt von Ihrem Glauben an ihn und sein Sühnopfer ab [siehe 2 Nephi 2:6-8,27; Moroni 7:41]. Es hängt auch davon ab, ob Sie seine Gesetze befolgen. Gehorsam ebnet den Weg für ein glückliches Leben heute und einen großartigen ewigen Lohn morgen.
Gott lebt. Er ist unser Vater. Er liebt uns. Er möchte, dass wir glücklich sind. Weil er uns liebt, möchte er, dass wir uns jetzt gut darauf vorbereiten, dereinst zu ihm zurückzukehren. Können Sie sich etwas Schöneres vorstellen als diese Heimkehr? Es wird wahrlich herrlich sein für diejenigen, die sich für die Segnungen des ewigen Lebens bereitgemacht haben.
Vertiefende Frage
Wann hat sich eine ewige Perspektive schon auf Ihre Entscheidungen ausgewirkt?
Aufforderungen und Verheißungen
Im vorirdischen Dasein haben Sie geistige Eigenschaften entwickelt und nun können Sie weitere entwickeln
Der Vater im Himmel kennt Sie schon sehr lange. Er hat Sie auserwählt, zu genau dieser Zeit als sein Sohn oder seine Tochter zur Erde zu kommen und ein Führer in seinem großartigen Werk hier auf Erden zu sein [siehe Alma 13:2,3]. Sie wurden nicht wegen Ihrer körperlichen Merkmale auserwählt, sondern wegen Ihrer geistigen Eigenschaften wie Tapferkeit, Mut, Herzenslauterkeit, Wahrheitsdurst, Hunger nach Weisheit und dem Wunsch, anderen zu dienen.
Einige dieser Eigenschaften haben Sie bereits vor dem Erdenleben entwickelt. Andere können Sie hier auf Erden entfalten, wenn Sie sich beharrlich darum bemühen [siehe 1 Korinther 12; 14:1-12; Alma 5:14; Lehre und Bündnisse 4:6].
Freude erfahren Sie, wenn Sie sich entschließen, im Einklang mit Gottes ewigem Plan zu leben
In dieser Welt, in der es mehr als genug Elend gibt, sind wir für Gottes „großen Plan des Glücklichseins“ [Alma 42:8] wirklich dankbar. Sein Plan sagt aus, dass „Menschen sind, damit sie Freude haben können“ [2 Nephi 2:25]. Diese Freude erfahren wir, wenn wir uns entscheiden, im Einklang mit Gottes ewigem Plan zu leben.
Die großartige Nachricht des Planes Gottes ist: Das, was aus Ihrem irdischen Leben das Bestmögliche macht, entspricht genau dem, was aus Ihrem Leben in aller Ewigkeit das Bestmögliche macht!
Wenn Sie Entscheidungen treffen, denken Sie auf lange Sicht – auf ewige Sicht
Wenn Sie Entscheidungen treffen, bitte ich Sie, auf lange Sicht zu denken – auf ewige Sicht. Setzen Sie Jesus Christus an die erste Stelle, denn Ihr ewiges Leben hängt von Ihrem Glauben an ihn und sein Sühnopfer ab [siehe 2 Nephi 2:6-8,27; Moroni 7:41]. Es hängt auch davon ab, ob Sie seine Gesetze befolgen. Gehorsam ebnet den Weg für ein glückliches Leben heute und einen großartigen ewigen Lohn morgen.
Machen Sie das celestiale Reich zu Ihrem Ziel für die Ewigkeit
In meiner ersten Botschaft als Präsident der Kirche habe ich Ihnen empfohlen, von Anfang an das Ende vor Augen zu haben. Das bedeutet, dass Sie das celestiale Reich zu Ihrem Ziel für die Ewigkeit machen und dann sorgfältig überlegen, wohin jede der Entscheidungen, die Sie hier auf Erden treffen, Sie in der nächsten Welt bringen wird [siehe Mosia 4:30].
Ansprachen zu diesem Thema
„Denken Sie celestial!“, Herbst-Generalkonferenz 2023
„Entscheidungen für die Ewigkeit“, Herbst-Generalkonferenz 2013
„Dank sei Gott!“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2012
„Jetzt ist die Zeit, sich vorzubereiten“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2005
„Die Schöpfung“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2000
„Das Sühnopfer“, Herbst-Generalkonferenz 1996
„Beständigkeit inmitten des Wandels“, Herbst-Generalkonferenz 1993