Jeremia 31 bis 33; 36 bis 38; Klagelieder 1 und 3: Lektion 136
Klagelieder 1 und 3
Sein Erbarmen ist nicht zu Ende
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Da der Erretter voll Mitgefühl (Erbarmen) ist, ist er gerne bereit, zu heilen, zu trösten und zu vergeben, selbst wenn wir gegen ihn sündigen. Die Kinder Israel erfuhren seine Vergebung immer wieder. Diese Lektion hilft dir, das Mitgefühl des Erretters zu verspüren, auch wenn du sündigst.
Schriftstudium
Stell dir vor, ein Jugendlicher hat sein Bestes gegeben, um gute Entscheidungen zu treffen. Eines Tages gibt er auf einer Party dem Gruppenzwang nach und trinkt Alkohol, weil er dazugehören will. Als er am nächsten Morgen aufwacht, fühlt er sich einsam, schuldig und ist frustriert. Von da an trifft er immer mehr schlechte Entscheidungen und verliert allmählich die Hoffnung für seine Zukunft.
Wenn jemand sündigt, welche Gedanken oder Gefühle hat er dann vielleicht sich selbst gegenüber? Welche Gefühle oder Gedanken hat er vielleicht dem Vater im Himmel und Jesus Christus gegenüber?
Es ist wichtig, immer daran zu denken, dass wir alle sündigen und die Herrlichkeit Gottes verlieren (siehe Römer 3:23). Achte heute beim Studium der Klagelieder auf Eingebungen des Heiligen Geistes, die dich erkennen lassen, was der Vater im Himmel und Jesus Christus für dich empfinden, auch wenn du Fehler machst.
Etwa 40 Jahre lang ließ der Herr Jeremia prophezeien, dass Jerusalem zerstört werden würde, wenn das Volk nicht umkehre (siehe Jeremia 16:1-13). Doch die Menschen kehrten nicht um. Schließlich wurde Jerusalem von den Babyloniern zerstört. Viele Menschen wurden gefangen genommen, wodurch sich die Prophezeiung des Herrn erfüllte (siehe Jeremia 52). Einige Zeit nach der Zerstörung Jerusalems verfasste Jeremia das Buch der Klagelieder.
Lies mindestens eine der folgenden Schriftstellen. Markiere Wörter oder Formulierungen, die zum Ausdruck bringen, wie Jeremia sich wegen der Sünden seines Volkes fühlte.
Der Vater im Himmel und Jesus Christus lieben uns. Was meinst du, warum sie es zulassen, dass wir Leid erfahren, wenn wir sündigen?
Lies mindestens eine der folgenden Schriftstellen und achte auf Antworten auf die vorherige Frage.
Der Vater im Himmel lässt zu, dass wir uns schuldig fühlen, wenn wir seine Gebote nicht halten. Diese Schuldgefühle können uns zur Umkehr bewegen.
Der Satan erweckt Scham. Er möchte, dass du dich wegen deiner Sünden wertlos fühlst. Aber du bist nicht wertlos! Gott liebt dich. Du wirst für ihn immer von großem Wert sein. Er fordert dich auf, umzukehren und zu ihm zurückzukommen. Du entscheidest, wie du auf Schuld- und Schamgefühle reagierst.
Denk an den Jugendlichen vom Anfang der Lektion zurück. Lies Klagelieder 3:22-26,31-33 und achte auf Wörter oder Textstellen, die ihm helfen könnten. Notiere dir neben den Versen diese Wahrheit: Der Herr hat Erbarmen mit uns, auch wenn wir sündigen.
Gehe die folgenden Studienoptionen durch. Bearbeite mindestens eine davon.
Option A
Wie hat Jesus Christus dies beispielhaft gezeigt?
Beschäftige dich mit einer der folgenden Geschichten, die das Mitgefühl des Erretters veranschaulichen. Markiere, was der Erretter gesagt oder getan hat, was sein Mitgefühl für andere zeigt.
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Johannes 8:3-11 (eine Frau wird beim Sündigen ertappt)
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Johannes 11:32-44 (der Tod des Lazarus)
Lies die folgenden Schriftstellen über das Mitgefühl (Erbarmen) des Erretters. Verknüpfe jede mit der Geschichte, mit der du dich befasst hast, oder versieh sie mit dem Schlagwort „Christus hat Mitgefühl“ oder „Christus hat Erbarmen“.
Elder Dieter F. Uchtdorf vom Kollegium der Zwölf Apostel hat gesagt:
Vielleicht haben einige sich sogar gefragt: Kann ich überhaupt zurück? Werde ich für immer gebrandmarkt, abgelehnt und von meinen früheren Freunden gemieden? Ist es besser, einfach verloren zu bleiben? Wie reagiert Gott, wenn ich zurückkehren möchte? …
Unser Vater im Himmel wird zu uns laufen, weil ihm das Herz übergeht vor Liebe und Mitgefühl. …
Der Himmel wird über unsere Rückkehr jubeln. („Der verlorene Sohn und der Weg nach Hause“, Liahona, November 2023, S. 88)
Elder Dale G. Renlund vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt:
Das Mitgefühl des Erretters angesichts unserer Unvollkommenheiten zieht uns zu ihm hin und veranlasst uns bei all unseren Schwierigkeiten, umzukehren und ihm nachzueifern. („Unser guter Hirt“, Liahona, Mai 2017, S. 29)
Schreibe in dein Notizbuch eine aufmunternde Nachricht an den Jugendlichen vom Beginn der Lektion.
Option B
Wie kann gottgewollte Traurigkeit mir helfen, das Mitgefühl des Erretters zu spüren?
Der Apostel Paulus hat gesagt: „Die gottgewollte Traurigkeit verursacht … Sinnesänderung zum Heil …; die weltliche Traurigkeit aber führt zum Tod.“ (2 Korinther 7:10.)
Präsident Dieter F. Uchtdorf, damals in der Ersten Präsidentschaft, hat erklärt:
Gottgewollte Traurigkeit regt durch das Sühnopfer zu Veränderungen an und fördert die Hoffnung. Weltliche Traurigkeit zieht uns hinab, lässt die Hoffnung erlöschen und verleitet uns dazu, uns weiteren Versuchungen hinzugeben.
Gottgewollte Traurigkeit führt zur Bekehrung und zu einem Herzenswandel. Sie veranlasst uns, die Sünde zu hassen und das Gute zu lieben. Sie macht uns Mut, uns aufzurichten und im Licht der Liebe Christi zu wandeln. Bei wahrer Umkehr geht es um eine Umwandlung, nicht um Pein und Qual. Und doch sind tiefes Bedauern und echte Reue, weil man nicht folgsam war, oftmals schmerzhafte, aber sehr wichtige Schritte auf dem heiligen Weg der Umkehr. Wenn Schuldbewusstsein aber in Selbstverachtung umschlägt oder uns davon abhält, uns wieder zu erheben, ist es eher hinderlich als unserer Umkehr förderlich. („Sie können sich wieder aufrichten!“, Liahona, November 2013, S. 56)
Lies die folgenden Schriftstellen und achte auf Beispiele für gottgewollte oder weltliche Traurigkeit. Achte auf die Absicht der Menschen und darauf, was aufgrund ihrer gottgewollten oder weltlichen Traurigkeit geschieht. Du kannst diese Schriftstellen entsprechend mit dem Schlagwort „gottgewollte Traurigkeit“ oder „weltliche Traurigkeit“ versehen.
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Mormon 2:11-14 (die Nephiten zu Mormons Zeit)
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Alma 36:13,16-20 (Alma der Jüngere)
Beantworte in deinem Notizbuch die folgenden Fragen:
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Was hast du über gottgewollte und weltliche Traurigkeit gelernt?
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Wie kann dir gottgewollte Traurigkeit helfen, das Mitgefühl des Erretters zu erkennen?
Gedankenaustausch
Unterrichtsziel: Dir helfen, das Mitgefühl des Erretters zu verspüren, auch wenn du sündigst.
Teile deinem Lehrer oder deiner Klasse zu einem oder mehreren der folgenden Punkte etwas mit:
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Die aufmunternde Nachricht, die du dem Jugendlichen geschrieben hast
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Dein Verständnis von gottgewollter Traurigkeit und wie du schon das Mitgefühl des Herrn erkannt hast
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Etwas, was du konkret getan hast, um das Ziel dieser Lektion zu erreichen
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Jegliche Fragen, die dir bei dieser Lektion in den Sinn gekommen sind. Wie wirst du versuchen, Antworten auf deine Fragen zu finden?