Liahona
Der Herr wird mich führen
Liahona, Januar 2026


„Der Herr wird mich führen“, Liahona, Januar 2026

Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Der Herr wird mich führen

Durch Glauben, Gehorsam, Geduld und Beten weiß ich nun, dass ich mich vor der Zukunft nicht fürchten muss.

Illustration der Verfasserin

Illustration von Allen Garns

In meiner Kindheit nahm ich Gesangsunterricht. Ich war immer von Musik umgeben, und mein Kindheitstraum war es, Sängerin zu werden. Ich gewann etliche Gesangswettbewerbe. Aber irgendwann verspürte ich eine innere Leere. Ich fragte mich, welchen Plan – jenseits von Anerkennung und Lob von der Außenwelt – Gott denn für mich habe.

Da das Evangelium Jesu Christi eine immer größere Rolle für mich spielt, kann ich auch in unsicheren Zeiten Glauben haben. Ich begreife auch immer mehr, dass der Vater im Himmel möchte, dass ich das Talent, das er mir geschenkt hat, dazu nutze, ihm näherzukommen und ihn zu preisen.

Obwohl ich meinen Traum aufgegeben hatte, spürte ich, dass ich weiterhin Gesangsunterricht nehmen und mich mit Musik befassen sollte.

Mit 25 hatte ich mein Architekturstudium abgeschlossen und durch mein Studium bei BYU Pathway Worldwide und an der Brigham-Young-Universität Idaho meine Englischkenntnisse verbessert.

Dann geschah ein Wunder.

Im Rahmen des weltweiten Teilnehmerprogramms des Tabernakelchors erhielt ich die Einladung, als Musikmissionarin tätig zu sein. Es war mir nicht bewusst gewesen, doch alles, was ich in den letzten Jahren getan hatte, hatte dazu beigetragen, mich auf diesen Moment vorzubereiten. Diese Einladung war die Antwort auf meine Gebete und Herzenswünsche. Der Vater im Himmel kennt das Ende von Anfang an und hat es mir ermöglicht, bei der Herbst-Generalkonferenz 2024 mit dem Tabernakelchor am Tempelplatz zu singen.

So kann ich nun bezeugen, welche Macht darin liegt, wenn man vom Heiligen Geist geführt wird, geduldig bleibt und darauf vertraut, dass Gott einen Plan hat, auch wenn wir diesen vielleicht nicht verstehen. Uns ist ja verheißen: „Der unmittelbare Weg mag nicht immer klar erkennbar sein, aber wir können dem Erretter im Vertrauen darauf folgen, dass unsere Reise durchs Leben schön und siegreich endet – denn er führt uns sicher dorthin, wo wir hinmüssen.“

Denjenigen, die noch auf der Suche nach ihrem Weg sind, möchte ich sagen, dass der Herr etwas unvorstellbar Großartiges für Sie bereithält. Wenn wir ihm nachfolgen, empfangen wir, was er für uns bereithält. Der Weg mag nicht immer klar zu erkennen und das Leben kompliziert sein, doch der Herr vollbringt auch heute für seine Kinder Wunder.

Ich habe gelernt: Wenn ich Glauben, Gehorsam und Geduld an den Tag lege und bete, wird der Herr mich führen.