„Terrys Mut“, Unser Freund, Dezember 2024, Seite 40f.
Terrys Mut
Terry erstarrte. Er hatte gar nicht gewusst, dass zur Probe Kinder kommen würden, die er nicht kannte.
Diese Geschichte spielt in Taiwan.
„Na, bist du bereit?“ Terrys ältere Schwester Hailey steckte den Kopf in sein Zimmer. „Wir müssen los zur Theaterprobe!“
Ach ja! Bei der Gemeinde-Weihnachtsfeier sollte es ein besonderes Theaterstück geben, und Terry und Hailey spielten auch mit.
„Fast fertig!“ Terry zog sich die Jacke an und ging zur Haustür. „Wer kommt eigentlich noch alles?“
„Mia und Jake“, erwiderte Mama. „Und ein paar Mitschüler von Jake. Die gehören zwar nicht unserer Kirche an, wollen aber gerne mitmachen!“
Terry erstarrte. Er hatte gar nicht gewusst, dass zur Probe Kinder kommen würden, die er nicht kannte. Er war viel zu schüchtern, um vor Fremden seinen Text aufzusagen!
„Ich hab keine Lust mehr“, sagte Terry.
„Aber warum denn nicht?“, fragte Mama.
„Ich kenne die anderen doch gar nicht“, meinte Terry. Wenn er mit neuen Leuten sprechen musste, war er immer sehr nervös.
„Vielleicht findest du neue Freunde“, überlegte Hailey. „Und ich bin doch auch da!“
Terry schüttelte den Kopf. „Vielleicht nächstes Mal. Können wir meinen Text bitte heute zuhause üben?“
Mama nickte. „Na gut. Aber wenn du mitspielen möchtest, musst du auch zusammen mit den anderen proben.“
Daheim übte Terry gern. Das fiel ihm leicht! Aber ihm war auch klar, dass er mit den anderen zusammen üben musste.
Als die Familie ein paar Tage später abends beten wollte, hatte Terry eine Idee.
„Können wir darum beten, dass ich den Mut habe, zusammen mit den anderen zu proben?“, bat Terry. „Vielleicht kann der Vater im Himmel mir helfen.“
„Aber natürlich“, sagte Papa. „Das ist eine gute Idee!“
Alle schlossen die Augen und verschränkten die Arme.
„Lieber Vater im Himmel“, betete Papa. „Bitte gib Terry den Mut, dass er bei der Probe mitmachen kann.“
Bei der nächsten Probe fuhr Terry mit Mama und Hailey zur Gemeinde. Sein Herz schlug schnell, aber er wollte es versuchen! Er fühlte sich bereit. Der Vater im Himmel und Jesus helfen mir bestimmt schon!, dachte er.
„Terry!“, rief Schwester Tee. „Wie schön, dich zu sehen!“
Terry lächelte und nickte. Er sah viele Kinder, die miteinander sprachen und scherzten. Er sah Jake und Mia. Aber die anderen kannte er alle nicht.
Schwester Tee erklärte, wo man sich während der Probe hinsetzen oder, wenn man an der Reihe war, hinstellen sollte. Es machte Terry noch immer Angst, neben Kindern zu sitzen, die er nicht kannte, aber er versuchte einfach, an Papas Gebet zu denken. Da ging es ihm gleich besser.
Immer wieder übten sie die Lieder und ihre Texte. Die Kinder, neben denen Terry saß, waren ziemlich lustig. Sie brachten ihn ganz schön oft zum Lachen!
Ein paar Tage später fand die Weihnachtsfeier statt. Das Gemeindehaus war mit vielen Weihnachtsbäumen, Lichtern und Bändern geschmückt. Alle trugen rote und grüne Kleidung.
Terry war gar nicht mehr nervös. Er war gern mit den anderen zusammen, auch mit denjenigen, die er vorher noch nicht gekannt hatte.
Während des Theaterstücks fühlte sich Terry gut. Als er an der Reihe war, sagte er seinen Text laut und deutlich auf.
Nach dem Theaterstück lief Terry zu seinen Eltern.
„Das hast du toll gemacht!“, rief Papa.
Mama lächelte. „Scheint so, als hättest du eine Menge Spaß gehabt!“
„Ja, hatte ich!“, erwiderte Terry. „Ich bin froh, dass ich den Mut dazu hatte.“
Ohne Mama, Papa, Hailey und den Vater im Himmel hätte Terry das nicht geschafft. Es hatte sich gelohnt, um Hilfe zu beten und mutig zu sein!
Illustration von Lisa Hunt