Rechtschaffene Treuhandschaft – Beleg für die Nachfolge Jesu Christi
Andacht für junge Erwachsene in aller Welt
4. Mai 2025
Liebe Freunde in aller Welt, herzlich willkommen! Ich freue mich sehr, hier bei euch zu sein. Ich habe euch lieb und ich hege große Hoffnungen für euch. Vor allem aber hoffe ich, dass der heutige Abend ein Erlebnis für euch wird – ein Abend, an dem ihr die Liebe Gottes spürt und angespornt werdet, seine höchsten Ziele für euch zu erreichen!
Wir befinden uns hier im historischen Tabernakel am Tempelplatz in Salt Lake City. Mit dem Bau dieses großartigen Gebäudes wurde einhundert Jahre vor meiner Geburt begonnen. Zu dieser Zeit waren Baumaterialien im Territorium Utah Mangelware, es gab keine Eisenbahn für die Versorgung mit Nachschub, und selbst wenn es sie gegeben hätte, wäre das Geld knapp gewesen. Diejenigen, die an diesem großartigen Bauwerk arbeiteten, waren jedoch einfallsreich und verwerteten vorhandene Materialien erneut. Ein Teil des verwendeten Holzes stammte aus früheren Behausungen und wurde wiederverwertet. Aus den abgenutzten Hufeisen von Rindern wurden Nägel und Unterlegscheiben geschmiedet. Und um den Gips zu festigen, wurde er mit Tierhaaren vermischt. „Wiederverwendung“, „Verwertung“ und „Recycling“ waren damals schon groß in Mode, lange bevor diese Begriffe in unseren Sprachgebrauch Einzug hielten.
Meine Ur-Ur- und Ur-Ur-Urgroßväter, Einwanderer aus England, arbeiteten an den massiven Türen dieses Tabernakels. Ob sie sich je hätten träumen lassen, dass ihre Nachfahrin von diesem historischen Ort aus sprechen würde?
Schwestern und Brüder, ist euch bewusst, was ihr erreichen könnt?
Die Welt, in der wir leben, ist voller Herausforderungen. Und ihr gehört zu einer Generation von Frauen und Männern, die für den heutigen Tag zurückbehalten wurde – ihr habt die Fähigkeit, die Eigenschaften, den Wunsch und die Möglichkeit, Gottes Macht in Anspruch zu nehmen, um euch diesen Herausforderungen zu stellen und sie zu überwinden. Ihr habt göttliches Potenzial.
Ich glaube an euch. Propheten, Seher und Offenbarer sprechen euch ihr Vertrauen aus. Aus ihrem Mund ist es so, als würde es der Herr selbst sagen.
Bitte gebt den Versuch nicht auf, die Schwierigkeiten dieser Zeit zu bewältigen. Wir brauchen euch!
Ich weiß, wie leicht es ist, negativen Gedanken zu verfallen, wenn ständig das Trommelfeuer der Probleme auf uns einprasselt, von denen in der Welt berichtet wird. Bewaffnete Konflikte, politische Streitigkeiten, Unterdrückung, Naturkatastrophen, menschliches Leid – mir bleibt geradezu die Luft weg. Oft fühlt man sich machtlos, wenn es darum geht, langfristige Lösungen zu finden.
Voller Zuversicht erkläre ich: Gesegnet mit der Stärke und Macht Gottes, die euch zur Verfügung stehen, wenn ihr Bündnisse mit ihm schließt und haltet, könnt ihr dem Negativen entgegenwirken und Licht in jeden finsteren Winkel bringen.
„[Wir sind] das Licht der Welt“, hat der Erretter erklärt. Und „Licht hält fest an Licht“. Das Licht unserer Nachfolge Jesu Christi leuchten zu lassen, ist die ultimative Form von erneuerbarer Energie – Energie aus einer Quelle, die stets wieder aufgefüllt wird. Ich bezeuge: Wenn wir anderen Hilfe und Licht von ihm bringen, finden wir selbst Hilfe bei ihm.
Seid also Friedensstifter bei euch daheim, in eurem Umfeld und im Internet. Lindert das Leid in eurer eigenen Nachbarschaft.
Der Satan hat das Ziel, dass auf uns eingewirkt wird. Im Gegensatz dazu bietet uns Gottes Plan des Glücklichseins die Möglichkeit, selbst zu handeln und uns für das Gute, für den Frieden und für die Hoffnung einzusetzen.
Wir können gegen Falschinformationen angehen, indem wir aufmunternde, hoffnungsvolle und korrekte Informationen weitergeben und so zu Verfechtern der Wahrheit werden, anstatt Informationen lediglich zu konsumieren. Wir können negativen Einstellungen entgegentreten, indem wir die Welt mit dem Licht und der guten Nachricht des Evangeliums Jesu Christi überfluten.
Unser verehrter Prophet, Präsident Russell M. Nelson, hat verkündet: „Die Antwort lautet immer ‚Jesus Christus‘.“ „Welche Fragen oder Probleme Sie auch haben mögen: Die Antwort ist immer im Leben und in den Lehren Jesu Christi zu finden!“
Präsident Nelson hat uns aufgefordert, „es uns zur höchsten Priorität zu machen, ein Jünger Christi zu sein“. Wir werden zu besseren Nachfolgern, wenn wir von und über Jesus Christus lernen. Befassen wir uns also mit den Lehren des Erretters.
In Matthäus, Kapitel 25, stehen drei Gleichnisse – die letzten, die der Erretter dem Bericht des Matthäus zufolge während seines irdischen Wirkens erzählte. Bei der Vorbereitung meiner letzten Generalkonferenzansprache und dieser Andacht hat mich der Geist bewogen, sie noch einmal aufzugreifen und aus ihnen zu lernen.
Für unsere Zwecke möchte ich die Aspekte der Vorbereitung und der Treuhandschaft in diesen Gleichnissen hervorheben. Präsident Nelson hat uns aufgefordert, jetzt die Zeit zu nutzen, uns auf das Zweite Kommen Jesu Christi vorzubereiten. Unter Treuhandschaft versteht man den umsichtigen und verantwortungsvollen Umgang mit etwas, was einem anvertraut wurde. Mit unseren Bemühungen, ein guter Treuhänder zu sein, eifern wir Jesus Christus nach. Achtet also auf die Lektionen, die wir aus diesen Geschichten in Bezug auf Vorbereitung und Treuhandschaft ziehen können.
Zunächst das Gleichnis von den zehn Jungfrauen: fünf kluge und fünf, die töricht genannt werden.
In dem Gleichnis sind alle zehn Jungfrauen am richtigen Ort und warten auf den Bräutigam. Jede von ihnen hat eine Lampe dabei. Sie sind wie ihr. Ihr seid hier, übt euren Glauben aus und stärkt euer Zeugnis.
Als der Bräutigam, der den Erretter symbolisiert, unerwartet erst um Mitternacht kommt, haben fünf der Jungfrauen nicht genügend Öl für ihre Lampen dabei. Vielleicht haben sie es nicht für wichtig oder notwendig gehalten, noch zusätzliches Öl zu haben, oder sie waren keine umsichtigen Treuhänder des Öls, das sie hatten. Vielleicht waren sie abgelenkt und haben es versäumt, sich angemessen darauf vorzubereiten, ihre Lampen am Brennen zu halten.
Und so antwortet der Bräutigam auf ihre Bitte, zum Hochzeitsmahl eingelassen zu werden, mit den Worten: „Ihr kennt mich nicht.“ Damit sagt er auch, dass ihn die fünf klugen Jungfrauen durch ihre Vorbereitung und ihr weises Handeln sehr wohl kennen.
Das kostbare Öl, das für die persönliche Bekehrung steht, ermöglicht es den klugen Jungfrauen, ihre Lampen anzuzünden und mit dem Bräutigam zum Hochzeitsmahl zu gehen. Sie können das Öl nicht an ihre Freundinnen weitergeben, weil die persönliche Bekehrung eben genau das ist: persönlich. Wir können und sollten das Licht unserer Lampen hochhalten, um andere aufzurichten und zu stärken, aber jeder von uns ist Treuhänder seiner eigenen Bekehrung.
Der Erretter hat gesagt: „Seid treu, betet immer und habt eure Lampen bereitet und brennend und Öl bei euch, damit ihr bereit seid, wenn der Bräutigam kommt.“
Ebenso lernen wir den Erretter kennen und haben „das Vertrauen …, uns Gott eben jetzt zu nahen“, wenn wir uns darauf vorbereiten, unsere Lampen mit dem Öl der Bekehrung zu füllen und dann das Licht dieser Bekehrung leuchten zu lassen. Und wie die großartige Skulptur auf dem Tempelplatz zeigt, können und sollen wir andere so unterstützen und stärken, wie wir es bereits tun, indem wir nämlich andere auffordern, zum Licht zu kommen – dem Licht der Welt, Jesus Christus.
Das zweite Gleichnis, das Matthäus erzählt, ist das von den Talenten. In dieser Geschichte schenkt der Herr des Hauses dreien seiner Diener Talente, weil ihm eine weite Reise bevorsteht. Zur Zeit des Neuen Testaments stand ein Talent für Geld. Ich hoffe aber, dass ihr Talente als Gaben, Fähigkeiten und Segnungen betrachtet, die uns von unserem himmlischen Vater gegeben wurden. Einem der Diener gibt er fünf Talente, einem anderen zwei, einem dritten eines. Und dann macht sich der Herr auf den Weg.
Als er schließlich zurückkehrt, stellt er fest, dass die Diener, denen er fünf Talente und zwei Talente gegeben hat, gewissenhafte und erfolgreiche Treuhänder gewesen sind und die Talente gut angelegt haben. Beide haben die ihnen anvertrauten Talente verdoppelt. Und da sie über so Weniges treu gewesen sind, gibt der Herr ihnen mehr und erklärt: „Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!“
Im Gegensatz dazu vergräbt der Diener, der ein Talent erhalten hat, dieses eine – vielleicht, weil er abgelenkt ist und es hinauszögert, sein Talent sinnvoll einzusetzen. Vielleicht ist er frustriert, weil er nicht weiß, wie er anfangen soll, oder weil er Angst hat, zu versagen. Vielleicht vergleicht er sich mit den anderen Dienern, und seine Zweifel an seinen eigenen Fähigkeiten halten ihn davon ab, es überhaupt zu versuchen. Er ist nicht auf die Rückkehr seines Herrn vorbereitet, er erlebt nicht die Freude eines gewissenhaften Treuhänders und er verliert sein Talent.
Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen und das Gleichnis von den Talenten weisen Parallelen auf. In beiden wird betont, dass wir für unsere eigene Bekehrung persönlich verantwortlich sind und uns darauf vorbereiten müssen, Gottes Gabe der Erhöhung zu empfangen – und dass wir für das, womit wir gesegnet wurden, Treuhänder sind und persönlich Rechenschaft ablegen müssen.
Zu guter Letzt wird in Matthäus 25 die Geschichte derer erzählt, die „Vertrauen vor Gott“ haben. Über diejenigen, die als die Schafe des guten Hirten bezeichnet werden, die sich zu seiner Rechten befinden, mit ihm das Hochzeitsmahl genießen und dazu bestimmt sind, über Vieles zu herrschen, sagt er:
„Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“
Dieses Video bringt es wunderbar zum Ausdruck.
[Video (Untertitel)]
„Jesus hat uns gezeigt, wie wir unseren Nächsten lieben sollen. Wir folgen seinem Beispiel, wenn wir die Müden emporheben, die Kinder umsorgen, unsere Mitmenschen trösten, den Hungrigen Nahrung geben und die Bedürftigen ausfindig machen. Jeder Tag ist eine Gelegenheit, wie er zu sein, wie er zu dienen, uns wie er um andere zu kümmern. Jeden Tag beginnt diese Fürsorge bei dir. Besuche die Seite CaringSummary.ChurchofJesusChrist.org.“
[Ende des Videos]
Das ist es, was wir tun sollen. Als seine Jünger bereiten wir uns auf sein Zweites Kommen vor, und wir üben gewissenhaft und gewinnbringend die Treuhandschaft über das aus, womit wir gesegnet worden sind. Mitgefühl, Nächstenliebe, Tugend und gewissenhafte Treuhandschaft befähigen uns, bei ihm zu leben und bereits jetzt Vertrauen vor Gott zu haben. Wie Mormon gesagt hat, wird es denjenigen, die von Nächstenliebe – der reinen Christusliebe – erfüllt sind, am Letzten Tag wohl ergehen. Sie werden wie der Erretter sein, ihn sehen, wie er ist, und von Hoffnung erfüllt und rein gemacht sein, so wie er rein ist. Präsident Nelson hat verkündet: „Nächstenliebe und Tugend [ebnen] den Weg dafür, dass wir Vertrauen vor Gott haben!“
Alle drei Gleichnisse zeigen, wie seine Jünger – also wir – sich auf die gefahrvolle Zeit vor dem Zweiten Kommen des Erretters vorbereiten sollen. Das ist die Zeit, in der wir leben! Wir sollen die Lampen unserer Bekehrung hell brennen lassen, unser Licht leuchten lassen, unsere Talente nutzen und vergrößern, uns um die Bedürftigen kümmern – das heißt, von Nächstenliebe, der reinen Christusliebe, erfüllt sein.
Alle drei Gleichnisse lehren uns etwas über Treuhandschaft:
Treuhandschaft für unsere eigene Bekehrung.
Treuhandschaft für unsere Gaben, Talente, Mittel und Hilfen, mit denen wir gesegnet sind, wozu auch die Erde selbst gehört.
Treuhandschaft für unseren Nächsten, der hungrig, obdachlos, verletzt oder müde ist.
Wie üben wir als Jünger Jesu Christi eine gute Treuhandschaft?
Vielleicht ist eine gründlichere Erörterung des Begriffs Treuhandschaft hilfreich. Definieren wir zunächst einmal den Begriff Treuhandschaft. Und was ist ein Treuhänder?
Ein Treuhänder verwaltet das Vermögen eines großen Haushalts oder Anwesens. Der Treuhänder ist nicht der Eigentümer des Vermögens, sondern wird beauftragt, es im Namen des Eigentümers zu verwalten. Ein guter Treuhänder ist dem Eigentümer gegenüber loyal und nimmt sich der ihm überlassenen Mittel weise und wohlwollend an. Treuhandschaft ist demnach ein sorgfältiger und verantwortungsvoller Umgang mit dem, was uns anvertraut ist.
Bischof Gérald Caussé von der Präsidierenden Bischofschaft hat erklärt, was es bedeutet, hier auf Erden Treuhänder zu sein. Er hat gesagt: „Auf das Evangelium bezogen, bezeichnet der Begriff Treuhandschaft eine heilige geistige oder zeitliche Verantwortung, uns um etwas zu kümmern, was Gott gehört und wofür wir rechenschaftspflichtig sind.“
Was für ein großartiger Gedanke! Wir sind die Treuhänder der Güter, die uns unser Vater im Himmel anvertraut hat. Er hat uns die heilige Verantwortung für die Erde, ihre Ressourcen, seine Kinder, unsere Gaben, Talente und Segnungen übertragen. Und es ist eine heilige Verantwortung, sein Eigentum mit Sorgfalt zu behandeln.
Wofür oder für wen habt ihr die Treuhandschaft?
Es ist tatsächlich die Gesamtheit aller Schöpfungen Gottes auf dieser Erde. Ihr habt die Treuhandschaft für euren eigenen Körper und Geist. Ihr habtdie Treuhandschaft für die Fähigkeiten, Talente, geistigen Gaben und die Hilfen, mit denen ihr gesegnet wurdet. Ihr habt die Treuhandschaft für die Erde. Und ihr habt die Treuhandschaft füreinander.
Bischof Caussé hat erklärt: „Zu unserer Treuhandschaft für das von Gott Erschaffene gehört vor allem auch die heilige Pflicht, alle Menschen, mit denen wir die Erde teilen, zu lieben, zu respektieren und uns um sie zu kümmern. Sie sind Söhne und Töchter Gottes, unsere Schwestern und unsere Brüder, und ihr ewiges Glück ist der eigentliche Zweck des Schöpfungswerks.“
Werdet ihr ein guter Treuhänder sein? Das heißt, werdet ihr euch Gottes Schöpfung weise und wohlwollend annehmen?
Ich möchte unsere Aufmerksamkeit auf die Treuhandschaft für die Gaben und Talente, mit denen wir gesegnet sind, auf unsere Treuhandschaft für die Erde und die Treuhandschaft für unsere Nächsten lenken. Denkt daran: Rechtschaffene Treuhandschaft ist ein Beleg dafür, dass wir Nachfolger Christi sind.
Erstens: die Treuhandschaft für unsere Gaben und Talente.
In Lehre und Bündnisse 46:11,12 erfahren wir diese Wahrheit:
„Denn allen ist nicht jede Gabe gegeben; denn es gibt viele Gaben, und jedem Menschen ist durch den Geist Gottes eine Gabe gegeben.
Einigen ist die eine gegeben, und einigen ist eine andere gegeben, damit allen dadurch genutzt sei.“
Unsere geistigen Gaben sind die Fähigkeiten, die Gott einem jeden von uns gegeben hat. Sie werden nach seinem Willen und Zeitplan gegeben, durch die Macht des Heiligen Geistes, und sind zum Segen und Nutzen aller Kinder Gottes bestimmt.
Gewissenhafte Treuhänder streben nach geistigen Gaben und nutzen die Gaben, mit denen sie gesegnet sind, um andere aufzurichten und ihnen zu dienen. Jedem von euch, den Kindern Gottes, sind Gaben und besondere Talente verliehen worden.
Elder Marvin J. Ashton, ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, beschrieb einige weniger offensichtliche Gaben, Eigenschaften und Fähigkeiten, die man möglicherweise übersieht. Während ich sie aufzähle, denkt doch bitte einmal über euch selbst nach und versucht, eine oder zwei zu finden, mit denen ihr gesegnet worden seid. Dann überlegt euch, wie ihr diese Gabe als gewissenhafte Treuhänder zum Segen anderer einsetzen wollt.
„Die Gabe zu fragen; die Gabe zuzuhören; die Gabe, auf die sanfte, leise Stimme zu hören [und mit sanfter, leiser Stimme zu sprechen]; die Gabe, weinen zu können; die Gabe, Streit zu vermeiden; die Gabe, liebenswürdig zu sein; die Gabe, unnütze Wiederholungen zu vermeiden; die Gabe, nach dem zu trachten, was gerecht ist; die Gabe, nicht zu urteilen; die Gabe, sich an Gott zu wenden, um Führung zu erlangen; die Gabe, ein Jünger zu sein; [die Gabe zu beruhigen;] die Gabe, sich um andere zu kümmern; die Gabe, nachsinnen zu können; die Gabe zu beten; die Gabe, machtvoll Zeugnis zu geben; die Gabe, den Heiligen Geist zu empfangen.“
Darf ich eine Warnung aussprechen, wenn ihr weiter über eure Gaben nachdenkt? Vergleicht oder messt eure Gaben nicht mit denen anderer. Lasst euch nicht auf „entwürdigende Selbsteinschätzung“ ein. „Der Vergleich ist der Dieb der Freude.“ Erkennt eure Gaben und feiert die der anderen. Denkt daran, dass Gott die geistigen Gaben durch den Geist gibt, und zwar zu dem Zweck, „damit allen dadurch genutzt sei“.
Meine liebe Großmutter war Englischlehrerin und wählte ihre Worte mit Bedacht. Sie pflegte zu sagen: „Vergleiche sind abscheulich.“ Abscheulich ist ein sehr hartes Wort. Es bedeutet „verachtenswert und höchst verwerflich“. Warum gebrauchte meine Großmutter ein so hartes Wort, als sie mir erklärte, wie riskant es ist, Vergleiche anzustellen? Weil es selten hilfreich ist, sich mit anderen zu vergleichen. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, grenzen wir uns von ihnen ab. Statt mich als Teil des ganzen Leibes Christi zu begreifen, übernehme ich die Rolle des kleinen Fingers und messe meinen Wert an jemandem, von dem ich denke, dass er die Schultern, die Arme und den Rumpf darstellt. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, fühlen wir uns in der Regel entweder minderwertig oder überlegen, was aber beides nicht der Fall ist. Wir alle sind geliebte Kinder himmlischer Eltern, gesegnet mit einem maßgeschneiderten Paket an geistigen Gaben, Eigenschaften, Talenten und Stärken.
Ich empfehle euch daher: Entwickelt die Gabe, von Vergleichen abzusehen. Bittet den himmlischen Vater, euch dabei zu helfen, eure geistigen Gaben und Talente zu erkennen und zu verstehen, wie ihr sie als gewissenhafte Treuhänder einsetzen könnt.
Hier ein Beispiel:
Vor ein paar Jahren dachte Jean, eine junge Erwachsene, die in den Niederlanden lebt, über das Gebot nach, das zuerst Adam und Eva gegeben wurde, sich zu mehren und die Erde zu füllen. Angesichts der Unfruchtbarkeit, mit der sie und ihr Mann zu kämpfen hatten, wollten sie verstehen, was dieses Gebot denn nun mit ihnen zu tun habe. Sie erkannte, dass Adam und Eva in der Zeit, in der sie keine Kinder hatten, den Garten, für den Gott ihnen die Treuhandschaft übertragen hatte, bebauten und pflegten. Beim Nachdenken über ihre Situation fielen ihre Gedanken auf die Gärten, in denen sie lebte – den Garten der Erde, den Garten ihres Landes, den Garten ihrer Familie und den Garten ihrer Gemeinde.
Sie erkannte, dass sie zwar nicht im Garten von Eden lebte, aber dass dies die Gärten waren, in die der Herr sie gesetzt hatte. Sie konnte sich bemühen, das zu mehren und zu füllen, wofür er ihr die Treuhandschaft übertragen hatte. Jean überlegte:
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„Wie kann ich die Gaben mehren, die der Herr mir und meinen Mitmenschen gegeben hat?
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Wie kann ich die Liebe mehren, die ich Gottes Kindern entgegenbringe?
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Wie kann ich meine Zeit und Mühen mehren, um meinem Nächsten zu dienen?
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Wie kann ich die Quelle meiner eigenen Geistigkeit füllen?
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Wie kann ich den Verlust ersetzen, den andere erlitten haben, sei er zeitlicher oder geistiger Natur?
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Wie kann ich auffüllen, was vielen in der Welt an Hoffnung und Glauben verlorengegangen zu sein scheint?“
Als Jean sich mit diesen Fragen beschäftigte, erkannte sie, wie sie mit ihren Gaben und Talenten etwas vermehren und wieder auffüllen konnte. Sie gab jungen Menschen aus der ganzen Welt Schauspielunterricht. Sie kümmerte sich um die Jungen Damen. Sie nutzte die Flexibilität in ihrem Berufsleben, um bei der Betreuung der Kinder ihrer Freunde zu helfen. Sie verbrachte mehr Zeit mit dem Evangeliumsstudium und fühlte sich gesegnet, weil sie nun besser verstand, wie sie die Lasten anderer tragen und diejenigen trösten konnte, die des Trostes bedurften. Dadurch wurden ihr Zeugnis und ihr Glaube an Jesus Christus und sein Evangelium gestärkt. Vor allem aber erkannte sie den Plan, den Gott für sie hatte.
Gute Treuhänder werden das Vermögen ihres Herrn stets mehren und auffüllen.
Wenn auch nicht so, wie sie es sich ursprünglich vorgestellt hatte, ist Jeans Erfahrung doch ein wunderbarer Beleg für die Verheißung des Propheten Jeremia, der gesagt hat:
„Gesegnet der Mensch, der auf den Herrn vertraut und dessen Hoffnung der Herr ist.
Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen.“
Zweitens: die Treuhandschaft für die Erde und für alle Kinder Gottes.
Präsident Russell M. Nelson hat gesagt: „Was sollen wir als Nutznießer der göttlichen Schöpfung tun? Wir sollen uns um die Erde sorgen, weise Treuhänder sein und sie für künftige Generationen bewahren.“
Ich weiß, dass dies ein Thema ist, das eurer Generation sehr am Herzen liegt. Ihr seid fest entschlossen, und einige von euch sind auch etwas besorgt. Lasst mich euch versichern, dass Gott einen Weg für ein gesundes Leben für alle Menschen auf diesem Planeten vorbereitet hat, wenn wir bereit sind, unsere Gaben und Talente für diesen guten Zweck einzusetzen, wenn wir würdig bleiben, Offenbarungen zu empfangen, und wenn wir die reichhaltigen Ressourcen der Erde umsichtig nutzen, um füreinander zu sorgen.
Der Herr hat gesagt:
„Ich … habe die Himmel ausgespannt und die Erde gebaut, ja, meiner Hände Werk; und alles darin ist mein.“
„Denn die Erde ist voll, und es ist genug vorhanden, ja, dass noch übrigbleibt; ja, ich habe alles bereitet und den Menschenkindern gewährt, für sich selbst zu handeln.“
Wie wollt ihr die Entscheidungsfreiheit, mit der ihr gesegnet seid, eure Treuhandschaft, zum herrlichen Segen der Erde einsetzen?
Der Herr macht im nächsten Vers klar, dass wir von dem Überfluss nehmen müssen, den er gemacht hat, und von unserem Teil, gemäß dem Gesetz seines Evangeliums, den Armen und den Bedürftigen abgeben müssen. Es ist genug vorhanden, wenn wir unseren Überfluss an Segnungen mit anderen teilen und unsere Entscheidungsfreiheit als christliche Treuhänder der Erde einsetzen.
Kehren wir zurück zu dem Zitat von Präsident Nelson über unsere Treuhandschaft für die Erde. Er hat gesagt: „Was sollen wir als Nutznießer der göttlichen Schöpfung tun? Wir sollen uns um die Erde sorgen, weise Treuhänder sein und sie für künftige Generationen bewahren.“
Präsident Nelson fuhrt fort: „Und wir sollen einander lieben und füreinander sorgen.“
Es ist wichtig, dass wir die Verbindung zwischen der Sorge für die Erde und der Sorge für unseren Nächsten erkennen. Indem wir für die Erde sorgen, unsere Umgebung verschönern und zu mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft beitragen, handeln wir als weise Treuhänder der Erde und tragen dazu bei, das Leben unseres Nächsten zu verbessern. Er ist derjenige, den zu lieben uns geboten wurde. Wie die Schafe im Gleichnis speisen wir die Hungrigen, geben den Durstigen Wasser, bekleiden die Nackten und besuchen die Kranken und Müden. Wir stehen den Schwachen bei, heben die herabgesunkenen Hände empor und stärken die müden Knie.
Eure Schwestern und Brüder auf der ganzen Welt tun dies auch. Eritai wuchs auf der abgelegenen Insel Marakei in Kiribati auf. Nachdem er von seiner Mission zurückgekehrt war, besuchte er die BYU Hawaii, wo er sich im SWAT-Team engagierte, das sich mit nachhaltiger Umwelttechnologie beschäftigt, und etwas über hydroponischen Gartenbau lernte, eine Methode, bei der man Pflanzen ohne Erde mithilfe von mineralischen Nährstoffen in einer Wasserlösung heranzieht. Nach seinem Abschluss kehrte Eritai nach Kiribati zurück, um seinem eigenen Volk zu helfen.
Kiribati ist ein Inselstaat, der aus 32 ringförmigen Koralleninseln mit zentralen Lagunen, den sogenannten Atollen, und einer erhöhten Koralleninsel besteht. Aufgrund der Äquatorlage herrschen dort raue Wetterbedingungen. Heiße, salzige Meeresluft und eindringendes Meerwasser zerstören die Ernten und verunreinigen das Wasser. Es mangelt also an Boden und Platz für den Anbau nahrhafter Lebensmittel. Unterernährung und Krankheiten waren bei den Inselbewohnern Kiribatis weit verbreitet, da sie fast ausschließlich von importierten und verarbeiteten Lebensmitteln abhängig waren.
Aber Eritai hatte Kraft und eine Vision – Talente, die er nutzte, um ein nachhaltiges Programm ins Leben zu rufen, bei dem einheimischen Familien in Kiribati beigebracht wird, wie man mithilfe von Hydrokulturen gesundes Obst und Gemüse anbaut. Ein Hydrokulturgarten ist mobil, in sich geschlossen und wächst schnell, sodass innerhalb von 30 Tagen geerntet werden kann.
Für seine innovative und lebensrettende Arbeit wurde Eritai mit dem Preis der Vereinten Nationen für den asiatisch-pazifischen Raum ausgezeichnet.
Eritai ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man seine Gaben und Talente gewinnbringend als Treuhänder für die Erde und seine Mitmenschen einsetzt. Wenn wir die Hungrigen speisen, werden wir zu den Schafen zur rechten Hand Gottes gezählt.
Und wir sollen den Durstigen zu trinken geben. Die Versorgung unseres Nächsten mit Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygienemaßnahmen ist entscheidend für das Gedeihen der Menschheit. Um dieses Werk zu vollbringen, arbeitet die Kirche mit anderen Organisationen und lokalen Partnern in aller Welt zusammen; der Zugang zu Wasser und zur sanitären Grundversorgung soll verbessert und die Infrastruktur gestärkt werden, wobei darauf geachtet wird, dass die Lösungen nachhaltig sind und die Eigenständigkeit gefördert wird. Das ist ein wichtiges Werk! Und es wird immer wichtiger, da sich Dürren überall auf der Erde häufen und die Bevölkerung weiter wächst.
Alejandra, eine junge Erwachsene in Cascas in Peru, fragte sich: „Was fehlt uns hier?“ Alejandra wusste, dass mindestens 20 Prozent der Familien in ihrem Ort keine sicheren sanitären Einrichtungen hatten, was zu einem erhöhten Risiko von durch Wasser übertragenen Krankheiten wie Cholera führte. Um dieses Problem anzugehen, nahm Alejandra an einer Schulung für Sanitärunternehmen teil, die von der Ortsgruppe der Organisation „Water for People“ in Peru veranstaltet wurde.
Sie eröffnete ein Geschäft und bestückte ihren kleinen Laden mit Waren wie Waschbecken, Wasserhähnen, Toiletten, Fliesen und andere Materialien, die Familien für ihr Badezimmer benötigten. Jetzt haben die Familien in Cascas Zugang zu den Materialien, die sie für den Bau ihrer Badezimmer brauchen.
Auch ihr könnt den Bedarf an Trinkwasser und sanitären Einrichtungen in eurem Wohnort ermitteln und herausfinden, wie ihr euch engagieren könnt.
Der Prophet Jesaja greift die Worte seines Zeitgenossen Jeremia auf, als er sagt:
„Wenn du dem Hungrigen dein Herz darreichst und die verschmachtende Seele sättigst – dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen. …
Der Herr wird dich ohne Unterlass leiten und deine Seele in der Dürre sättigen …; du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser niemals versiegen.“
Die Quelle allen lebendigen Wassers ist natürlich Jesus Christus. Ich bezeuge: Wenn wir den Durstigen zu trinken geben, dürfen wir von seinem lebendigen Wasser trinken – einer Quelle, „deren Wasser ins ewige Leben fließt“. Wenn wir uns um die Erde und unsere Mitmenschen kümmern, kommen wir dem Erretter näher und wünschen uns eine Bündnisbeziehung mit ihm, die es uns ermöglicht, mehr wie er zu werden. Wir werden verantwortungsbewusste und auch glückliche Treuhänder. Wir werden erneuert und mit Flügeln wie Adler auffliegen und nicht müde werden.
Letztes Jahr kündigte die Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung der Kirche die Ausweitung einer weltweiten Initiative zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlergehens von Frauen und Kindern an. Auf Wunsch der Ersten Präsidentschaft ist die Frauenhilfsvereinigung federführend bei diesem Vorhaben.
Wir möchten Frauen und Familien umfassendere Kenntnisse und mehr Mittel an die Hand geben, mit denen sie besser in der Lage sind, Änderungen vorzunehmen, die bei sich daheim, in ihrem Umfeld und in ihrem Land einen bleibenden Einfluss haben können. Wenn eine Frau gesund und gebildet ist und dadurch mehr Möglichkeiten bekommt, dann ist das ein Segen für die Familien, die Gesellschaft wird gefördert und Länder werden gestärkt. Wenn man einem Kind Gutes tut, ist das eine Investition in die Zukunft. Unsere Arbeit richtet sich daher auf die Ernährung von Kindern unter fünf Jahren, die Versorgung von Müttern und Neugeborenen, Impfungen sowie Bildung.
Alaina lebt als junge Erwachsene in Georgia in den Vereinigten Staaten. Sie strebt einen Doktortitel in Ergotherapie an, mit dem Ziel, in einer Neugeborenen-Intensivstation eines Krankenhauses für Babys zu sorgen, die nach der Geburt zusätzliche Betreuung benötigen, insbesondere Frühgeborene. Die weltweite FHV-Initiative für Frauen und Kinder begeisterte Alaina. Angeregt durch die Einladung zur Teilnahme daran macht Alaina die „Känguru-Betreuung“, also den Haut-zu-Haut-Kontakt bei Frühgeborenen, zum Thema ihres Abschlussprojekts.
Jedes Jahr werden weltweit rund 15 Millionen Babys zu früh geboren. Und in Atlanta in Georgia, wo Alaina lebt, sind die Frühgeburtenrate und die Kindersterblichkeit höher als im landesweiten Durchschnitt der Vereinigten Staaten.
Alaina entwickelt ein Aufklärungsprogramm, um die Menschen für die Vorteile des Haut-zu-Haut-Kontakts zwischen Frühgeborenen und ihren Müttern zu sensibilisieren. Die nur mit einer Windel bekleideten Säuglinge werden dabei auf die Brust der Mutter gelegt und beide werden mit einer Decke zugedeckt. Dieser Kontakt hält die Temperatur aufrecht, senkt den Stress, reguliert Hormone, stärkt die Bindung, fördert das Stillen, verbessert den Schlaf und hat noch viele weitere Vorteile. Dies gehört jedoch nicht immer zur Standardversorgung in den Neugeborenenstationen. Alainas Projekt zielt auf eine verstärkte Umsetzung ab.
Ihre Forschung hatte für sie einen hohen geistigen Wert. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu lesen [und] zu lernen, wozu unser Körper geschaffen ist“, leuchtete ihr aufgrund ihres Wissens über den Erlösungsplan ein.
Die Haut-zu-Haut-Betreuung von Frühgeborenen liegt mir besonders am Herzen, da mein Enkel im Februar fast sieben Wochen zu früh geboren wurde. Mit nur 1,5 Kilo lag unser kleiner Kämpfer fast einen Monat lang auf der Intensivstation für Neugeborene. Und an jedem einzelnen Tag hatten meine Schwiegertochter und mein Sohn ihn auf ihrer Brust, von Haut zu Haut. Die „Känguru-Betreuung“ ist auch etwas für Väter. Der traumatische Charakter der unerwarteten Geburt unseres Enkels und der Trennungsschmerz, der damit verbunden war, ihn im Krankenhaus zurückzulassen, wurde in diesen Momenten gelindert.
Alaina lässt das Licht ihrer Bekehrung leuchten; sie nutzt die Talente, mit denen sie gesegnet ist, und sie kümmert sich um die Bedürftigen, indem sie sich mit dieser wichtigen Methode beschäftigt und die Allgemeinheit dafür sensibilisiert. Ihre Bemühungen entsprechen der Aufforderung des Erretters: „Ich war krank, und ihr habt mich besucht.“
Eritai, Alejandra und Alaina sind Jünger Jesu Christi, die sich auf sein Zweites Kommen vorbereiten, indem sie gewissenhaft und gewinnbringend die Treuhandschaft über das ausüben, womit der Herr sie gesegnet hat.
Der Erretter hat gesagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Diese jungen Erwachsenen stehen gewiss für diejenigen, die der Erretter als seine Schafe bezeichnet, die zu seiner Rechten sein werden und sich seiner Gegenwart erfreuen dürfen.
Wir gehören zu einer Kirche, die überall auf der Welt Bemerkenswertes leistet und damit zum Wohl unserer Mitmenschen beiträgt, nicht nur zu dem unserer Mitglieder. 2024 wurden 6,6 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit geleistet, Ausgaben in Höhe von 1,45 Milliarden US-Dollar getätigt, 192 Länder und Gebiete unterstützt. Die weltweiten humanitären Bemühungen der Kirche umfassen Projekte für Trinkwasser, Hygiene und sanitäre Einrichtungen, Notfallhilfe, Gesundheitsversorgung und Ernährungssicherheit. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und ihre Mitglieder lassen ihr Licht leuchten, um unseren Vater im Himmel zu verherrlichen.
Die Kirche und die Frauenhilfsvereinigung können und werden ihren weltweiten Einfluss zur Ausweitung inspirierter Maßnahmen nutzen, um die Hungrigen zu speisen, den Durstigen zu trinken zu geben, die Nackten zu kleiden und die Kranken zu versorgen, doch die wichtigste und wirkungsvollste Arbeit wird weiterhin von jedem Einzelnen geleistet.
Indem wir versuchen, Jesus Christus nachzueifern, möchten wir unmittelbare Bedürfnisse in unserem Umfeld erkennen und liebevoll darauf eingehen. Wir bemühen uns, gewissenhafte Treuhänder seines Vermögens zu sein, wozu die Talente und Möglichkeiten gehören, mit denen wir gesegnet wurden, sowie die Erde in all ihrer Pracht und die Menschen in unserem Einflussbereich.
Wie Naaman aus dem Alten Testament wartet ihr vielleicht darauf, dass man euch sagt, dass ihr „etwas Schweres“ tun sollt, und fragt euch, wie ihr in diesen abgelegenen Teil Afrikas oder auf eine Insel im Meer kommt, um euch um eure Mitmenschen in aller Welt zu kümmern.
Schwestern und Brüder, ich bitte euch, eure Gaben und Talente zu nutzen, um im Rahmen eurer Treuhandschaft etwas Kleines und Einfaches zu bewirken. Auch dort, wo ihr wohnt, gibt es unterernährte Kinder. Auch dort, wo ihr wohnt, gibt es Menschen, die nicht lesen können. Auch dort, wo ihr wohnt, gibt es Hürden im Gesundheitswesen. Auch dort, wo ihr wohnt, gibt es Menschen, die hungrig, durstig, nackt, krank oder im Gefängnis sind, ob buchstäblich oder im übertragenen Sinne.
Freunde, wir brauchen euch! Ich hoffe, dass ihr euch ernsthaft um Offenbarung bemüht und eure Gaben und Talente nutzt, um kreative Lösungen zugunsten der Zukunft aller Kinder Gottes zu finden. Dies ist zweifellos Teil eurer göttlichen Treuhandschaft.
[Video (Untertitel)]
„Das Universum ist unermesslich. Billionen von Galaxien mit Milliarden von Sternen, Ländern, Gewässern, Pflanzen, Tieren. Und doch kennt Gott alle seine Schöpfungen beim Namen und liebt sie. Auch euch.“
[Ende des Videos]
Ich schließe mit einer persönlichen Geschichte über meine liebe Freundin Lydia, die heute Abend das Anfangsgebet gesprochen hat. Ich lernte Lydia kennen, als sie vor einigen Jahren im FHV-Gebäude als Service-Missionarin tätig war. Lydia trägt immer Lila, weil die Frau, die als erste Bekehrte des Paulus bezeichnet wird, eine Purpurhändlerin namens Lydia war.
Im Alter von nur vier Jahren wurde bei Lydia Arthritis diagnostiziert. Während sie jeden Tag unter Schmerzen leidet, lässt sie mit Freude das Licht ihrer Bekehrung zu Jesus Christus scheinen. Wenn es etwas Tugendhaftes oder Liebenswertes gibt, wenn etwas guten Klang hat oder lobenswert ist – sie vereint alles in sich!
Im Rahmen meiner Aufgabe, zu euch zu sprechen, wurde ich gebeten, diejenigen auszusuchen, die heute Abend beten sollten. Sofort kam mir Lydia in den Sinn. Sie war auf Mission, begann ihr Studium an der BYU und wurde an der Krankenpflegeschule angenommen. Und weil sie eine gute Freundin von mir ist, sind wir in Kontakt geblieben. Ich habe Lydia sehr lieb.
Ich sollte sie also bitten, ein Gebet zu sprechen, aber ich war einfach noch nicht dazu gekommen, sie anzurufen. Dann, am 31. März, erhielt ich diese Nachricht von Lydia:
„Guten Morgen, Präsidentin Johnson!!!
Ich habe dich echt lieb!
Ich habe letzte Nacht von dir geträumt. Ich war sehr nervös und angespannt wegen einer Aufgabe, die ich erledigen musste, und du hast es mitbekommen. Du hast mich in den Arm genommen, mich an dich gezogen, Kopf an Kopf, und mir ins Ohr geflüstert: ‚Ist schon gut, Lydia, du schaffst das. Eins nach dem anderen.‘ Deine sanfte Ermutigung und die Aufforderung, eins nach dem anderen zu tun, ist genau das, was ich heute gebraucht habe. Und wie sehr ich eine Umarmung von Präsidentin Johnson gebraucht habe! Ich glaube, der himmlische Vater schickt uns manchmal kleine Botschaften durch Menschen, die wir liebhaben und denen wir vertrauen – so wie dich.
Ich hoffe, du kannst diese Woche verspüren, wie Engel dich stützen. Hier eine große Umarmung für dich, meine liebe Freundin.“
Ich schrieb sofort zurück: „Ich kann es kaum erwarten, dir zu erzählen, warum du diesen Traum hattest!“
Ich rief Lydia an diesem Abend an, um sie zu fragen, ob sie bereit wäre, bei dieser weltweiten Andacht zu beten. Natürlich sagte sie Ja – und berichtete mir dann, was sie in ihrer Nachricht nicht gesagt hatte. Es war ein Detail, das sie für unwichtig hielt, als sie mir schrieb. In ihrem Traum hatte sie Angst gehabt, vor einer großen Gruppe zu beten.
Oh, wie groß ist die Barmherzigkeit des Herrn! Ich hatte es aufgeschoben, Lydia um ein Gebet zu bitten – ohne triftigen Grund – außer, dass Lydia diesen Traum haben musste. Eine Bestätigung, dass der Herr sie kennt und wollte, dass sie diese Gelegenheit bekommt.
Ja, das Universum ist unermesslich. Billionen von Galaxien. Milliarden von Sternen. Land, Wasser, Pflanzen, Tiere, für die er uns Treuhandschaft gegeben hat. Und Gott kennt alle seine Schöpfungen beim Namen und liebt sie. Auch euch.
Der Erretter kündigte sein irdisches Wirken mit den Worten an: „Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze.“ Wenn das sein Auftrag war und wir seine Jünger sind, verfolgen wir das gleiche Ziel.
Ihr, meine lieben Freunde, seid in einzigartiger Weise darauf vorbereitet und dazu bestimmt, ihm zu helfen. Ihr seid Söhne und Töchter Gottes. Er kennt euch. Ihr habt eine Bündnisbeziehung mit ihm. Ihr könnt seine barmherzige Geduld mit euch niemals erschöpfen. Und wenn ihr die Bündnisse haltet, die ihr mit ihm eingegangen seid, stattet er euch mit „seiner heilenden, stärkenden Macht aus“. Gottes Macht wird eure Fähigkeiten erweitern, die Talente, mit denen ihr gesegnet seid, entfalten und euch helfen, ihn in den Hungrigen, den Durstigen, den Entfremdeten und den Kranken zu erkennen.
Als seine Jünger wollen wir uns auf sein Zweites Kommen vorbereiten, indem wir die Treuhandschaft für das, womit wir gesegnet worden sind, gewissenhaft und erfolgreich ausüben. Ich bezeuge: Wenn ihr anderen die Hilfe und Befreiung bringt, die Jesus Christus bietet, werde ihr damit gesegnet, seine Hilfe und Befreiung für euch selbst zu finden.
Ich bin sicher, dass Jesus Christus lebt. Er leitet seine Kirche durch lebende Propheten, Seher und Offenbarer. Ich bin sicher, dass Russell M. Nelson das mächtige Sprachrohr des Herrn auf Erden ist.
Das Werk und die Herrlichkeit unseres Vaters im Himmel und Jesu Christi sollen uns nach Hause führen, vorbereitet und befähigt, in ihrer Gegenwart zu leben, wo niemand mehr hungrig, durstig, entfremdet, krank oder lahm ist – denn sie werden geheilt und gesund sein. Ihr seid ihre wichtigsten Mitarbeiter. Ich habe euch lieb. Sie lieben euch.
Im heiligen Namen unseres Erlösers, Jesus Christus, amen.