Andachten 2025
Vertraut auf Gott


9:58

Vertraut auf Gott

Andacht für junge Erwachsene in aller Welt

2. Februar 2025

Meine lieben Brüder und Schwestern, meine lieben jungen Freunde, ich freue mich von Herzen, dass ihr euch überall auf der Welt versammelt habt. Ihr seht wunderbar aus. Ihr seid schön. Ich wünschte, ich könnte jeden von euch ganz fest umarmen.

Es ist so schön, heute bei euch zu sein. Ich freue mich auch, zusammen mit meinem Lieblingsapostel hier zu sein. Ich weiß, wir sollten keine Lieblinge haben, aber in meinem Fall geht das bestimmt in Ordnung. Ich bin ja mit ihm verheiratet.

Vor kurzem haben wir unseren 62. Hochzeitstag gefeiert. Und wir sind immer noch ineinander verliebt!

Das sind die Früchte des Evangeliums! Wenn wir Glückwünsche und liebe Grüße von unseren Enkeln und Urenkeln erhalten, spüren wir, wie kostbar die Segnungen der Mitgliedschaft in der Kirche und die Segnungen des Evangeliums Jesu Christi sind.

Denjenigen unter euch, die ledig oder geschieden sind oder in schwierigen Familienverhältnissen leben, möchte ich bezeugen: Gott kennt euch und er liebt euch. Wenn ihr euren Bündnissen treu bleibt, werden die Freuden des Familienlebens euch unvermindert erhalten bleiben und nicht vorenthalten werden. Ich weiß nicht genau, wie das zustande kommen wird, aber ich weiß, dass die Gnade, Barmherzigkeit und Liebe des Herrn für uns alle ausreichen. Er wird es auf seine Weise und zu der für ihn rechten Zeit geschehen lassen.

Wenn ich euch anschaue und die Güte und Stärke spüre, die ihr so wunderbar ausstrahlt, werde ich an eine besondere Zeit erinnert, als Dieter und ich im gleichen Zweig in Frankfurt aufwuchsen.

Ich wusste, dass er in mich verliebt war, aber ich war nicht so recht an ihm interessiert. Er war nett, aber eben nur einer meiner Freunde aus der Kirche. Wir haben bei Aktivitäten in der Kirche zusammen tanzen gelernt. Damals tanzte man Foxtrott, Boogie-Woogie und Rock ʼnʼ Roll.

Als er zur Luftwaffe ging, um Kampfpilot zu werden, sah ich ihn fast zwei Jahre lang nicht. Ehrlich gesagt war mein erster Eindruck, als er nach Frankfurt zurückkehrte, nicht sonderlich positiv. Er sah den übertrieben selbstbewussten Typen im Film Top Gun ähnlich.

Aber als wir uns unterhielten, war ich beeindruckt. In den zwei Jahren war er reifer geworden. Er wusste, was er im Leben erreichen wollte, und war im Evangelium fest verwurzelt. Er war in seinen Bemühungen um mich sehr entschlossen und kreativ. Einige Monate später heirateten wir.

Meine lieben jungen Freunde, ich habe nie bereut, dass ich ihn mir trotz meines ungewissen ersten Eindrucks dann doch einmal genauer angeschaut habe.

Dieter ist die Liebe meines Lebens, der wunderbare Vater unserer Kinder und der stolze Großvater unserer Enkelkinder.

Aber damit greife ich dem, was ich euch heute mitgeben möchte, ein wenig vor.

Ich war zwölf Jahre alt, als mein Vater an Krebs starb. Nach seinem Tod wurde unser Zuhause von Traurigkeit, Kummer und Hoffnungslosigkeit überschattet.

Es schien nichts und niemanden zu geben, der meine Mutter oder uns Kinder trösten konnte. Nun, das stimmt nicht ganz: Der Vater im Himmel hatte uns in seiner großen Liebe nicht vergessen.

Acht Monate nach dem Dahinscheiden meines Vaters klopften zwei amerikanische Missionare an unsere Tür in Frankfurt. Diese beiden Missionare, die vom Geist geführt wurden, gaben meiner Mutter das kostbare Buch Mormon. Das Buch Mormon bedeutet mir viel!

Diese jungen Missionare brachten uns die Antworten Gottes. Die Botschaft vom Plan der Erlösung, dem Plan des Glücklichseins, war so schön und beeindruckend. Sie brachte unserer Familie wieder Hoffnung und Licht. Als wir das wiederhergestellte Evangelium annahmen, wurden wir von unserem Kummer, unserer Verzweiflung und unserer Traurigkeit geheilt.

Mit der Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi gab es in unserer Familie keine Finsternis mehr, denn Licht und Finsternis können nicht zur selben Zeit am selben Ort sein.

Die beiden Missionare waren zwei nette junge Erwachsene. Doch für uns waren sie wie zwei herrliche Engel, die Gott uns gesandt hatte.

Meine lieben jungen Freunde, ihr seid aus demselben göttlichen Stoff gemacht! Ihr seid die Auserwählten unserer Zeit. Ihr lehrt und lebt die Botschaft des Evangeliums in Wort und Tat, wo auch immer ihr seid. Zu diesem Zweck seid ihr genau dort, wo ihr eben seid: an eurem Wohnort, in eurer Schule, an eurem Arbeitsplatz, in eurer Familie. Vergesst nicht, dass ihr das Potenzial habt, für euren Nächsten herrliche Engel zu sein.

Ihr vertretet die Kirche Jesu Christi und ihr seid einflussreiche Führer, wenn es darum geht, die Botschaft des Evangeliums durch euer gutes Leben und euer mutiges Zeugnis zu verkünden.

Ein Führer ist jemand, der anderen hilft, den richtigen Weg zu erkennen, zu erspüren und zu finden. Meine lieben jungen Freunde, helft einander, den richtigen Weg zu finden und in der Kirche und im Evangelium fest verwurzelt zu bleiben.

Mit jedem klaren und einfachen Wort, mit jeder schlichten Tat, aus der Güte, Redlichkeit, Nächstenliebe, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Liebe und Mitgefühl sprechen, könnt ihr als Führer im Reich Gottes mitwirken. Unterschätzt nicht euren Einfluss und eure Fähigkeit, Gutes zu bewirken.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte an unsere lieben Schwestern richten. In diesen schwierigen Zeiten seid ihr dazu aufgerufen, eure Talente und euren Mut im Kampf zwischen Gut und Böse einzusetzen.

1979 prophezeite Präsident Spencer W. Kimball: „In den Letzten Tagen wird die Kirche hauptsächlich dadurch wachsen, dass in aller Welt die guten Frauen … in großer Zahl von der Kirche angezogen werden. … Das wird in dem Maße geschehen, wie sich im Leben der Frauen in der Kirche Rechtschaffenheit … widerspiegel[t und] wie wahrgenommen wird, dass [sie sich] – in positiver Hinsicht – ganz deutlich von den Frauen der Welt abheben.“

Ergänzend sagte Präsident Russell M. Nelson 2015: „[Schwestern, wir] brauchen Ihre Kraft, Ihre Bekehrung, Ihre Überzeugung, Ihre Fähigkeit zu führen, Ihre Weisheit und Ihre Stimme. Das Reich Gottes ist ohne Frauen, die heilige Bündnisse eingehen und diese dann halten, … nicht vollständig und kann es auch gar nicht sein!“

Meine lieben Brüder und Schwestern, die Kirche und der Herr bieten euch machtvolle Mittel, um dieses, euer Ziel im Leben zu erreichen.

Lest in den heiligen Schriften, haltet euch an den Leitfaden Komm und folge mir nach! und das Institutsprogramm, sprecht in euren Gebeten bewusst mit dem himmlischen Vater, besucht die Kirche und wendet die Wahrheit des Evangeliums und die Lehren in eurem täglichen Leben an. Schließt Bündnisse und haltet sie. Übt Umkehr, um Vergebung zu erlangen. Vertraut dem Vater im Himmel. Vertraut Jesus Christus. Sie werden euch führen. Sie lieben euch. Und es gibt sie wirklich.

Meine lieben jungen Freunde, ihr sollt wissen, dass ich jeden von euch liebhabe und dankbar für euch bin. Meine Gebete und Segenswünsche begleiten euch. Ihr seid ein bedeutender Teil von Gottes wunderbarem und heiligem Werk in dieser Zeit der Weltgeschichte. Das bezeuge ich im Namen Jesu Christi. Amen.

Anmerkung

  1. Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, Seite 265f.

  2. Russell M. Nelson, „Eine Bitte an meine Schwestern“, Liahona, November 2015, Seite 96