Häuser der Apostel
In Nauvoo ersieht man anhand der restaurierten Häuser von drei Aposteln, wie Mitglieder des Kollegiums der Zwölf darangegangen sind, das Evangelium Jesu Christi zu verbreiten, wie es ja geboten worden war.
Heber C. Kimball beginnt die Missionsarbeit in Preston in England, Darstellung von Richard Murray, 2013
Im Frühjahr 1837 teilte Joseph Smith Heber C. Kimball mit, dieser sei berufen, als Leiter der ersten Gruppe von Missionaren nach England zu fahren. Sein Mitapostel Orson Hyde begleitete Heber. Sie sowie ihre Mitarbeiter folgten einer geistigen Eingebung und predigten in Preston und im Tal des Flusses Ribble in Lancashire. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die Missionsarbeit weiter. Die Kirche zog unterdessen nach Nauvoo in Illinois.
Versorgung der Familie
Als Heber Kimball und Orson Hyde in England waren, brach in Amerika eine landesweite Finanzkrise aus. Die von der Kirche finanzierte Bank in Kirtland ging bankrott. Viele Menschen, darunter auch Marinda Hydes Verwandte, kehrten der Kirche infolgedessen frustriert den Rücken. Marinda schrieb ihrem Mann vom Chaos und Durcheinander jener Zeit und gab dann Zeugnis:
„Mein lieber Orson, ich weiß nicht einmal, was ich schreiben sollte, falls ich Zeit und Platz hätte, denn solche Zeiten, wie wir sie jetzt haben, hast du in Kirtland noch nie erlebt. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass jeder von uns wachen und beten und für sich selbst zur Erkenntnis gelangen muss, denn es scheint, als ob jegliches gegenseitige Vertrauen abhandengekommen wäre.“1
„Mein lieber Orson, ich weiß nicht einmal, was ich schreiben sollte, falls ich Zeit und Platz hätte, denn solche Zeiten, wie wir sie jetzt haben, hast du in Kirtland noch nie erlebt. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass jeder von uns wachen und beten und für sich selbst zur Erkenntnis gelangen muss, denn es scheint, als ob jegliches gegenseitige Vertrauen abhandengekommen wäre.“1
Versammlungshaus von Gadfield Elm. Bekehrte aus dem Kreis der Vereinigten Brüder schenkten 1840 der Kirche ihr Gemeindehaus. Es war damals das einzige Gemeindehaus weltweit, das die Kirche besaß.
Apostel predigen auf den Britischen Inseln, 1839 bis 1841
Heber C. Kimballs zweite Mission nach Übersee wurde wiederum durch Offenbarung festgelegt.2 Diesmal fuhren sechs weitere Apostel mit ihm von Far West in Missouri nach Liverpool und verbreiteten bald in ganz Großbritannien das Evangelium. Mit dabei waren Brigham Young, John Taylor, Parley und Orson Pratt, George A. Smith und Wilford Woodruff, nicht aber Orson Hyde. Orson kam erst später – im April 1841 – nach England. Im selben Monat hörte Orson bei einer Konferenz der Kirche in Manchester, dass Willard Richards ins Kollegium der Zwölf Apostel berufen worden war, dass sich mehr als 7.000 Menschen hatten taufen lassen und dass viele Familien nun Pläne schmiedeten, sich in Nauvoo zu sammeln.
Versorgung der Familie
Vilate Kimball sehnte sich nach Nachrichten von ihrem Mann, der sich ja in England befand. Im Dezember 1840 lernte sie einige Schwestern aus England kennen, die soeben in Nauvoo angekommen waren. Sie schrieb, sie habe „noch nie ein Gespräch mehr genossen. … Als sie mich sahen, freuten sie sich so, als ob wir einander schon immer gekannt hätten.“3 Vilate ließ die 21-jährige Elizabeth Ravenscroft bei sich im Haus wohnen, und die beiden Frauen „sprachen einander viel Mut zu“, während Vilate auf Hebers Rückkehr wartete.
Ein Nadelkissen, das im Haus der Familie Hyde ausgestellt ist, erinnert an Orsons Reise nach Jerusalem
Während sich Heber Kimball, Wilford Woodruff und weitere Apostel nach der Frühjahrskonferenz auf die Heimreise machten, reiste Orson Hyde allein quer durch Europa weiter bis nach Palästina. Unterwegs kam er mit Führern kirchlicher Gemeinschaften zusammen und tat ihnen den Zweck seiner Mission kund. Am 24. Oktober 1841 stieg er auf den Ölberg und erfüllte damit seine Aufgabe, Jerusalem für die Sammlung Israels in den Letzten Tagen zu weihen, wie dies ja von alten und von neuzeitlichen Propheten vorhergesagt worden war.
Während Orsons Abwesenheit schloss sich Marinda der Frauenhilfsvereinigung von Nauvoo an und beteiligte sich an Hilfeleistungen für die Bedürftigen. Die Heiligen der Letzten Tage von Nauvoo wollten ihre Wertschätzung für Orsons Mission in Palästina unter Beweis stellen und brachten daher Arbeitskraft und Material auf und bauten für Familie Hyde ein Haus.
Versorgung der Familie
Während Orsons Abwesenheit schloss sich Marinda der Frauenhilfsvereinigung von Nauvoo an und beteiligte sich an Hilfeleistungen für die Bedürftigen. Die Heiligen der Letzten Tage von Nauvoo wollten ihre Wertschätzung für Orsons Mission in Palästina unter Beweis stellen und brachten daher Arbeitskraft und Material auf und bauten für Familie Hyde ein Haus.
Dieses Haus errichteten die Mitglieder für Orson und Marinda Hyde als Zeichen der Wertschätzung für seine Bemühungen um die Weihung des Heiligen Landes
Das Mobiliar, das im Wohnzimmer der Familie Woodruff ausgestellt ist, darunter auch die Hundefiguren aus Keramik auf dem Kaminsims, führt den Besuchern die missionarischen Bestrebungen des Ehepaares in England vor Augen
Jahre später, nach dem Tod von Joseph Smith, gab es eine letzte Mission nach Übersee. Als das Kollegium der Zwölf Apostel in Nauvoo zusammenkam, besprachen sie, wie man Mitgliedern, die weit vom Hauptsitz der Kirche entfernt wohnten, helfen könne, dem Evangelium treu zu bleiben. Sie kamen überein, dass einer von ihnen nach Europa fahren und über die immer größer werdenden Zweige dort präsidieren solle. Wilford Woodruff wurde dazu ausersehen. Seine Frau Phebe wurde berufen, ihren Mann als Missionarin zu begleiten, was seither gängige Gepflogenheit bei der Leitung von Missionen in der Kirche ist.
Angehörige in Connecticut und Neubekehrte aus England kümmerten sich in Abwesenheit der Eltern um die Kinder. Wilfords Schwester Eunice Webster wohnte damals mit ihrer Familie im noch unfertigen Haus der Familie Woodruff in Nauvoo. Während Phebe Woodruff als Mitarbeiterin ihres Mannes auf Mission war, brachte sie einen Sohn namens Joseph zur Welt.
Versorgung der Familie
Angehörige in Connecticut und Neubekehrte aus England kümmerten sich in Abwesenheit der Eltern um die Kinder. Wilfords Schwester Eunice Webster wohnte damals mit ihrer Familie im noch unfertigen Haus der Familie Woodruff in Nauvoo. Während Phebe Woodruff als Mitarbeiterin ihres Mannes auf Mission war, brachte sie einen Sohn namens Joseph zur Welt.
Zum Abschluss
Die Häuser von Orson Hyde, Heber C. Kimball und Wilford Woodruff sind nur einige wenige Beispiele dafür, wie das Kollegium der Zwölf bestrebt war, Gottes Gebot zu erfüllen, nämlich Nauvoo zu einem Eckstein für Zion zu machen und zur Sammlung des zerstreuten Israels beizutragen. Nachbarn und Angehörige, die ihre Religion zuhause lebten, standen den Aposteln an Glauben, Mut und Opferbereitschaft, wie diese sie durch ihre Reisen ins Ausland an den Tag legten, jedoch in nichts nach.
Anmerkungen
Anmerkungen
1. Sammlung Heber C. Kimball, 1837–1898 (großteils 1837–1865)/Briefe, 1837–1839/Brief von Vilate Kimball, Kirtland in Ohio, an Heber C. Kimball, Preston in England (in der Anlage Notiz von Marinda W. Hyde an Orson Hyde), Seite 3 (Original), Seite 17 (maschinengeschriebenes Manuskript) Signatur des Historischen Archivs: MS 12476
2.Lehre und Bündnisse 118:3
3. Kimball, Vilate Murray, 1806–1867; Vilate M. Kimball, Briefe, https://catalog.churchofjesuschrist.org/assets/1256a549-7c1a-4f08-abb1-8dcde0812ecf/0/7
2.
3. Kimball, Vilate Murray, 1806–1867; Vilate M. Kimball, Briefe, https://catalog.churchofjesuschrist.org/assets/1256a549-7c1a-4f08-abb1-8dcde0812ecf/0/7